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M 42.
Mittwoch 2t. jebruar 1912
59. Jahrgang.
* Tuldaer W Zeitlin
2. Statt.
vruck und Vttlaj ier Snlbctr Httiattiutitr-C in zulda.
Aus dem Nachbargebiete.
* Frankfurt a. M., 19. Febr. 1912. Die Frank- furtn Lustsckiffimlle erhält eine Station für drahtlose Telegraphie, von der aus alle in Fahrt befindlichen Zeppelinschiffe mit der Station in Verbindung bleiben sollen.
* Efchwege, 19. Febr. 1912. Der Entwurf zum Etat der Stadt Efchwege für daL Etatsjahr 1912 sieht die gleichen Sleuerzuschläge wie seither, nämlich 200 Prozent vor. Der Etat schließt in Einnahme und Ausgabe mit 860000 Mark ab.
* Spaugcuberg, 20. Febr. 1911. Ein hiesiger Mctzzerlehrlmg machte wegen Diebstahlsverdachtes und aus Furcht vor Strafe einen Selbstmordversuch durch Erhängen. Scheinbar leblos wurde er gesunden. Dem herbeigerufeneu Arzt gelang es erst nach zweistündigem Bemühen, ihn ins Leben zurück zu rufen.
Amt Geisa und Umgebung.
a Dermbach, 20. Febr. 1912. Am 29. Febr. findet hier eine öffentliche Sitzung des Be - Z i r ks a u s s ch u s s e s des 4. Verwaltungsbezirks statt. 38 Punkte stehen auf der Tagesordnung, darunter als bemerkenswert: Gesuch der Gewerkschaft Veiligenroda in Heringen um Genehmigung zur Errichtung einer Fabrik in der Flur Dorndorf zur Verarbeitung von Kalirohsalzen und Einleitung der Endlaugen in die Werra.
! Kranlncken, 20. Febr. 1912. Gegen die gewerbsmäßige Güterschlächterei und Ausbeutung durch Wucherer hat dir Generalver- sammlung des Kranlucker Darlehuskassenvereins folgenden Beschluß gefaßt: 1. Die Mitglieder des Kranlucker Darlehuskassenvereins verpflichten sich, bei etwaigem Feilbieten ihrer im Vereinsbezirk lie- genden Grundstücke und Gebäude dem Vorstand des hiesigen Darlchnskasseuvereins hierüber Anzeige zu machen,^ eventl. diesem den Vor kauf vor andern Güterhändlern einzuräumen. 2. Sollte dennoch ein Verkauf gegen diese Verpflichtung abgeschlossen wer- den, so verpflichten sich sämtliche Vereinsmitglieder rem Gebot an den Güterhändler oder dessen Unterhändler abzugeben. 3. Diejenigen Mitglieder, die den vorstehenden Bestimmungen zuwiderhandeln, verfallen bei gleichzeitigem Ausschluß aus dem Verein, einer Vertragsstrafe von 25 Prozent der Kauf- Nimme, welche ohne Widerrede an obige Vereinskasse abzufnhren ist. Die Abschrift des Protokolls wurde dem Eroßherzogl. S. Amtsgericht zu Geisa übergeben mit der Bitte um Eintragung in das Ge- r-ossenschaftsregisier. Die Eintragung wurde dann auch am 16 Februar 1912 bewirkt.
* Frarckcrcheim (Rhön), 20. Febr. 1912. Um den Bienenzüchtern des Eisenacher Oberlandes Gelegenheit zu geben, die Bienenzucht nach Möglichkeit zu fördern, beabsichtigt der Jmkerverein Ost- hmn eine Beleg st ation für Reinzucht der deutschen Bienenraffe in unserem Orte zu errichten. Da auch der Bachaer Bienenzuchterverein eine gleiche Einrichtung zu schaffen gedenkt, dürfte die Bienenzucht des Rhöngebirges zum Borbilde anderer Be- rirfc ein gutes Stück vorwärts kommen.
Ans Gberhesstn n. dsn Hess- Aemteril.
* Ziegenha n, 20. Febr. 1912. Der 73jährige P. von Itzenhain ging an' vergangenen Donnerstag nach Treysa, um Geschäfte zu erledigen. Als er abends nicht pi den Seinen znrückkehrte, ahnte mau nicht Gutes. Nach dreitägigem Suchen fand man B. als Leich- im Sachsenhauser Walde.
* Felsberg, 20. Febr. 1912. Dem Vernehmen "ach besteht bi: Absicht, die Kgl. Oberförsterei en Jesberg und Fritzlar demnächst zu einer Cberfürfterei zu vereinigen. Leider droht der Verlust der Behörde, da bet Sitz der Oberförsterei nach Fritzlar verlegt werden soll.
* Homberg, 20. Febr. 1912. Mit dem Bahn- projekt Hersfeld -Homberg-Wabern will es nicht recht vorwärts gelten und es scheint, als ob das dem vorigen Eisenbahndir.-Präsidenten Ulrich im den Mund gelegte Wort, „etwa in 20 Jahren" sich erfüllen wollte. Nm den Eisenbahuminister für
Pas TUnulett.
II] Seeroman von Joi. Baierlein.
9. Kapiiel.
(mXp" derftoffen den Insassen der „Marie ^rr '-riins regelmäßiger Gleichförmigkeit.
St und die Brigantine trieb
Ä’ÄWTÄ äs L fcC,°”!' r,d’ ln erfren W»ch-
Ter Supercargo war schon längst wieder vollständig Helge,tellt. Er ging nut dem Doktor lanq- fam ans dem Verdeck umher und plauderte mit demselben.
„Alle Anzeichen deuten darauf, daß unsere Reife bald beendigt ist", sagte er. „Wir nähern uns dem Lande; das verkünden die vielen Vögel, die letzter Tage unser Schiff bestichten und sich in der Takelage niederließen, aber auch die heißen Luftströmungen. Ich hätte nicht geglaubt, daß in der Nahe der pvr- tugusischen Küste eine so furchtbare Hitze herrscht." Stir»^ wischte sich den Schweiß von der . "k;.= ist ivirklich tropisch heiß", bestätigte er, „und
r totr .ichon im November. Ein Schluck ^vsMrwurde jetzi erquicken; aber das Wasser, welches ioir nuttichren, ist Imt und vermehrt beinahe den Drrrst, statt ihn zu stillen." -
den Herren. Er hatte die letzten Worte deS Dollars gehört
ow mir die Ehre antun wollen, einen frischen Trunk von m.r anzunehmen", sagte er ver- bindstchd ,,s» wlrd mich das freuen. Ich habe Brause,vasicr-^ameiwn in meiner Kabine^ die auch abgestandenes Da,wr imÄ>er frisch «nb woh^ schmeckend wachen.. Vie xt man überdies noch etwas Magenbitter dazu, so erbau man em gang annehmbares Getränk"
„Für eine Brauserattette Ware ich Ihnen dankbar", antwortete Herr ^Ephson, „aber auf den Ma-
das Projekt zu erwärmen, ist heute unter Führung unseres Bürgermeisters eine Deputation nach Berlin gereist.
* Fritzlar, 19. Febr. 1912. Nachdem unter dem Viehbestände des Gutspächters Heinrich Fischer hierselbst die Maul- und Klauenseuche amtlich festgeftellt worden ist, tritt der bisher als Beo- bachtungSgebiet geltende Teil der Stadt Fritzlar links der Eder zu dem bisherigen Sperrgebiet.
vermischtes.
♦ A«t»«obilunglLck. In der Nähe des Dorfes Osterath bei Krefeld stieß das Automobil eines Tierarztes gegen einen Prellnein, wodurch es um« ^PPte. Von den Insassen wurden der Tierarzt und seme Frau schwer verletzt; ihr äjähriges Kind wurde getötet.
,* Verkracht. Der Inhaber der mit 4'/- Mill. Passiven verrkachten Getreidefirma Strae- t e r in Duisburg wurde nebst dem verhafteten Prokuristen Rabeler aus der Hast entlassen, da sich keine Anhaltspunkte dafür ergeben haben, daß ein Verbrechen des betrügerischen Bankerottes vorliegt. Die Untersuchung selbst nimmt ihren Fortgang, wird aber etwa acht Monate in Anspruch nehmen.
* Beim Spielen fiel in Ahrweiler im Rheinland ein sechsjähriger Knabe von einem Lastwagen, auf den er geklettert war, auf einen Bordstein des Bürgersteiges. Der Junge brach das Genick und war sofort tot.
* Wegen angeblicher Zollhinterziehung verhaftet. Der Fabrikant Herzberger von der Glaesleder- fabrik Herzberger u. Korplus in Berlin war nach Newyvrk gefahren, um im Interesse der deutschen Glarslederindustrie gewisse Schwierigkeiten in der Zollbehandlung der deutschen Waren zu beheben. Kaum angekommen wurde er verhaftet, wegen angeblicher Hinterziehung von 100 000 Dollars Zollgebühren.
* Ein Student als Einbrecher. In M ü n ch e n wurde ein Student ber Medizin aus Ostpreußen, als er des Nachts in einem Automatenrestaurant einen Geldbehälter erbrochen und 33 Mk. daraus entlvendet hatte, verhaftet. Der elektrische Signalapparat hatte ihn verraten.
* Der Patriotische Präsident. Bon einer hübschen Geschichte weiß der Pariser „Eclair" zu berichten. In der Großen Oper fand zugunsten des französischen Roten Kreuzes eine Festvorstellung statt, an der die hervorragendsten Persönlichkeiten teilnah- men. Als die Schauspielerin Roche ein Gedicht vortrug, in dem sie das Vaterland verherrlichte, erhoben sich alle Zuschauer, mit Ausnahme eines etwas dicken Herrn, der in einer der vorderen Logen Platz genommen hatte. Ein hinter ihm stehender Herr sprach ihn plötzlich an und, nachdem der Sitzende ihn erst verständnislos angesehen hatte, erhob er sich schwerfällig von seinem Platz. — Der Mann aber, der. trotz des patriotischen Gedichtes es nicht für nötig erachtet hatte, aufzustehen, war niemand anderes als--der Präsident der Republik, Herr
Fallitzres in eigener Person.
* Die Rache des Schicksals. In dem russischen Torfe Parvenehre erschien ein vor etwa 10 Jahren als 12jähriger Knabe nach Amerika ausgewanderter lunger Mann. Er logierte sich in seinem Elternhause ein, ohne daß seine Mutter und seine Schwester ihn^erkannten. Da er von einem großen Vermögen erzählte, überredeten Frau und Tochter den heimkehrenden Vater, den Frenrden zu ermorden. Erst nach der Tat erfuhr der Mörder, daß er seinen eigenen Sohn erschlagen hatte. Mann, Frau und Tochter wurden verhaftet. Die Mutter ist wahnsinnig geworden.
* Ueber ein Lhnchgericht im Gerichtsfaal wird aus Newhork gemeldet: Drei wegen Ermordung von Eisenbahndetektivs verhaftete Neger wurden in Shelb yville (Tenefsee) während ihrer Vernehmung vor Gericht durch Schüsse aus dem Zuschauerraum verwundet; einer von ihnen ist seinen Verletzungen erlegen.
* Die Dynamitaffäre von Los Angelos. Wie jetzt bekannt wird, ist die amerikanische Regierung im Besitze von tausenden von Briefen und Telegrammen, die seinerzeit zwischen den Arbeiterführern der Eisenarbeiter-Vereinigungen und den Dy
genbitter verzichte ich, da ich niemals Spirituosen trinke."
„In diesem Falle bin ich das gerade Gegenteil von Ihnen", lachte Harton. „Wenn ich einen Schluck Branntwein mit der Hand erreichen kann, stoße ich ihn nicht mit dem Fuß von mir weg. Sie dürfen mir daher schon einen tüchtigen Eßlöffel voll Magenbitter unter das Wasser mischen, Mister Goring!"
„Gleich sollen die Herren bedient werden", entgegnete dieser, indem er die Treppe zum Kabinen- gauq hmnnterstieg.
Nach toemgen Minuten kam er zurück. Er trug zivei Tnnkgläser in der Hand; das eine war leer, im anderen befand sich eine kleine Quantität brauner Flüssigkeit. Goring winkte den Koch heran.
^'ring Wasser!" befahl er ihm.
x " cr, füllte die Glaser. Der Doktor ergriff ,Q§S purem Wasser, der Supercargo jenes, welches den Magenbitter enthielt.
Herren, bte Gläser schnell zu leeren, sooalb das Alifschäumen beginnt", sagte Go- vlug, „die Tabletten lösen sich sehr rasch auf."
Dann warf er in jedes Glas ein Brausebonbon, -e-a« Wasser sprudelte auf, zischte und schäumte. Dte Herren leerten die so hergestellte Limonade auf einen einzigen langen Zug.
„Das erquickt!" sagte der Doktor und setzte das Glas auf den Deckel einer Luke.
,,Brr!" machte der Supercargo, „das Zeug war frisch, aber verd — bitter! Ich bringe den Ge- fchrnack kaum aus dem Munde."
Hierauf setzten er und der Doktor ihren Spaziergang auf dem Verdeck wieder fort. Nach einiger Zeit fing Harton zu gähnen an.
„Die grausame Hitze betäubt mich und drückt mich fast zu Boden", wandte er sich an den Doktor. „Ich erinnere mich nicht, jemals in Amerika einen so heißen November erlebt zu haben."
„Sie fühlen die hohe Temperatur jetzt mehr als ich, weil Sie Magenbitter genossen haben", erwiderte Herr Jephson. „Das ist die Wirkung des Alkohols.
namitattentätern in Los Angeles gewechselt wurden. Die Schreiben sind für die Verhafteten in jeder Weise äußerst betastend. Die Briefe enthalten zum- teil geradezu hochverräterische Pläne. So waren z. B. mehrere Dynamit-Attentate in Newyork selbst geplant, die aber glücklicherweise alle vereitelt werden konnten. Bis jetzt sind im ganzen in der Affäre der Gebrüder Mc. Namarra 44 Personen verhaftet, doch steht noch eine Anzahl weiterer Verhaftungen unmittelbar bevor.
Märkte.
* Frankfurter Getreidemarttkerichi vom 20. Febr. Es notieren: Weizen: hiesiger und Wetterauer 21.90 bis 2220 M, auf dem Lande abgeholt 00.10— 00.00 Mk., kurhessischer 21.90—22 00 M., norddeutscher 21.90—21.00 M., Aruerik. Redwinter 00.00— W.00 M., Kansas 00.00—00.00 M., russischer Nicolaiefs 00.00-00.00 M, Saxonska 00.00—00.00 M., Ulfa 00.00- 00.00 M., Azima 23.50—24 00 M., La Pinta 23.25—23.75 Mk., rumän. 24.00—24.25 Mark, Walia Wall» 00.00- 00.00 M. — Roggen: hiesiger, 20.00 bis 20.15 M., auf dem Lande abgeholt 00.00—90.00 Mk., Pfalzer 00 00-00.(0 M. russischer00.00-00.00M., rumänischer 00.00—00.00 M. — Gerste: hie» 22.00 bis 23.00 Mark., Pfälzer 22.00-23.00 Mk, ftuiiltfdje 00.00-00.00 M., Riedgerste 22.00-23.00 M., ungarische 00.00- 00.00 M., Füttere erste 00.00—00.00 M. — Hafer: diesiger und Wetterauer 21.00—21.25 Mk., kurhess. 00.00- 00 GO Mk., hager. 21 50-21.75 Mk., La Plata 19.00—19.25 Mark, russischer 20.50—22.00 Mark. — Mais (Mixed) 18.10-18.25 Mart. Donau- mms 18.00—18.25 Mark, La Plata 18.35—18.50 Mark, Odessa 18.75—00.00 M., russischer 00.00—00 00 Mark. — Silles per 100 Kilo netto, effektiv loko hier. — Mehl: ruhig. — Es neueren je nach Qualität: Weizenmehl, hiesiges, Nr. 0 32.25—32.50 M., stidd. Nr. 0. 3 '.25-32.50 M., diesiges Nr. 1 30 23 - 30.50 M. süddeutsches Nr. 1 30.25 - 30.50 M., hiesiges Nr. 3 27.25-27.50 M., süddeuliches Nr. 3 27 25—27.50 M., Wenges Ne. 4 23.50—23.75 M., süddeulsches Nr. 4 2i.'G>-S4.00 M. — Roggenmehl, hiesiges, Nr. 0 28.00 bis 28.25 M., do. Str. 01 27.00—27 25 M„ do. Nr 1 26.00—26.25 Mk. Alles per 100 Kilo inklusive Saa loko hier. — Futterarttkei: feit. — Wetzen- 'chalen 14.75—15.00 Mk., Weizenkleie 14 25—14.50 Mk., Roggenkleie 14.00—14.25 M., Weizen-Fiutermedl 16 00 bis 16.50 M , Biertreber, getrocknet, 15.35—15.59 M., Malzkeime 13.90-14.10 M., Rapskuchen 14.50—14.75 Mk., Palm'uchen 15.00—15 25 Mk., Melasseptvdukte 00.00-< 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00-0.00 Mark. Alles per 100 Kilo netto effektiv loko hier bei Abnahme von 10900 Kilo.
Wttterung bei Futtergetreide. Das Haserangebot v?m Inlands ist zwar -keines vegs reichlich, "aber bic Kauflust war außerordentlich schwach, so daß dir Preise weiter nachgeben mußten. Auch die russischen und argentinischen Forderungen waren leicht ermäßigt, und im Zusammenhang damit erfuhren auch die Lieferuugspreise eine Abschwächung von ca. 2 Mk. Unter der allgemeinen Unlust hatte auch Gerste zu leiden, die sich 2—3 Mk. billiger stellte, obwohl Rußland nur spärlich offerierte. Die Forderungen für Mais aller Art wurden seit der letzten Woche um 3—4 Mk. herabgesetzt.
Es stellten sich die Prelle für inländisches Getreide am letzten Markttage in Mark pro lOOO Kilogr. je nach Qualität, wobei da? Mehr l-s-f bezw. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche in Klammern () belgefngt ist wie folgt:
Weizen Roggen Hafer
Danzig 2-5 ( — 5 ) 185 ( -IV.) 192 ( —3 )
Berlin 211V. ( —2V.) 190Vi( —21 .) 208 ( —3 )
Frankfurt 220 ( -3V-) 201*/.( -IV»' 213 ( )
München 230 ( ) 213 ( ) 215 ( )
Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Mai 214.50 (—425), Budapest April 200.40 (— 2.2!»', Liverpofi März 177.00 (—O.oO), Paris Februar 219.30 (— 0.40), Chicago Mai 154.70 (— 4.80). Roggen: Berlin' Mai 193.50 (— 2.75). Hafer: Berlin Mai 191.50 (— 2.00). Futtergerfte cif. Hamburg Februar 154.00, (— 3 25', März 153.50 (— 2.00), Mais Mixed Febr. bis März 134 M(— 4.00), Odessa schwim. 133.00 (— 3.00», Donau schwim. 134.00 (— 4.00), La Plata Mai - Juni 117.00 (— 4.C0) Mk. per 1000 Kilogr.__;
Reklame», und Anzeigenteil,
Drillinge.
MS WS b» Himmel im Juli v. A. Drillinge schenkte, empfahl uns der Arzt bald, wir sollten die Kinder zn ihrer Stärkung und Kräftigung ständig Scotts Emulsion einnehmm kaffen. Wrr haben dies daher über ein Jahr lang regelmäßig dmchgeführt mW sind der ftftm llebtptugmta, es nut
SCOTTS
Emulsion
Ikurzer Setreide-Wochenberichi bet Preisbctichtsstelle des deutschen Landwirtschaft- rats vom 13. bis 19. Februar 1912
Angesichts des milden Wetters und der Aussicht auf baldige Beilegung des Eisenbahnerstreiks in Argentinien bekundete der Getreidehandel überwiegend matte Haltung. Die Weltverschiffungen zeigten in der Berichtswoche etwas größeren Umfang und mit der Wiederkehr geordneter Verhältnisse am La Plata rechnet man auf eine weitere Zunahme des Weltexports und damit allmählich auf eine reichlichere Versorgung, wenn auch die nächsten Wochen noch kleine Zufuhren bringen lverden. Bezüglich der Wintersaaten hört man aus einigen Gebieten Deutschlands Klagen über Winterschäden und schwachen Stand, doch nahm der Handel keinen Bezug darauf, zumal die Provinz wieder als Abgeber für Herbstlieferung auftrat. Auch in Amerika schien man, der günstigen Beurteilung des Cincinnati Prince Current mehr Beachtung zu schenken als den Klagen eines andern Fachblattes Dagegen befürchtet man, daß der häufige Wechsel zwischen Tauwetter und starkem Frost bei fehlender Schneedecke in Rußland nicht ohne nachteilige Folgen bleiben dürfte. Die Forderungen für ausländischen Weizen waren im allgemeinen ermäßigt. In Deutschland trug neben der schwächeren Haltung des Auslandes dies Schwierigkeit des Mchlabsatzes dazu bei, die Unternehmungslust einzuschränken, zumal auch ber Export mit Anschaffungen zurückhielt, und wenn andererseits das Angebot keineswegs dringlich war, so zeigte sich bei der milden Witterung hier und dort mehr Neigung zu Verkäufen. Im Lieferungsgeschäft verlor Weizen infolgedessen 4%—41Z, Mk., Roggen 2% bezw. 2y2, per September 2 Mk. Besonders fühlbar machte sich der Einfluß der milden
»us französischen Weinen
Hervorragendes Erzeugnis! der Cognacbrennerei:
Landauer a Macholl
Wuretfl Slt der Hammer-Schutzmarke, überall erhältlich.
ru verdanken, daß sich die Klemen (zwei Knaben und em Mädchen) fo ptitotig entwickelten und auch für die Zukunft das Beste versprechen. Der Appetit der Kinder ist andauernd ausgezeichnet, ihr Geist lebhaft: die Zähnchen sind, offne Beschwerden zu verursachen, durch- gebrocben, und alle drei, die ziemlich zu gleicher Zeit laufen lernten, bewegen sich letzt zu unferer grotzen Freude stink und sicher umher. Der Arzt hat kürzlich erst wieder bestätigt, die Drillinge seien kräftige, blühende Geschövtchm ohne irgend ein Zeichen von englischer Krankheit oder ähnlichem. Scotts Emulsion ist tatsächlich em wahrer Segen für unser« Drillinge gewesen.
Mitteilung vo« Herr« Rodert GHirp. Kbeesel». NedkaM. strotze 34. den SL Dezember 1910.
Ma» verlange trnb kauft nm Scotts 5maTR«u
©cottS Smiilflim wird von nnS -mAchlietzlich im otofies berkmttt. und zwar nie lose nach Gewicht oder Matz. feeSni mir m derk-gelte« Oriainalfloiche» in Karton nut unserer Schutzmarke izischer mit dem Lorsch) Scott * Bowae 6.m.6.£>., FraiSturt a. M.
Beflandieile: flüster Mediztnal-Lebertrau 1WA vnma Wteerui 60,0, nut-rvdodvdoriglaurreKalr 44. uatervd»»pdo. riglaure» Ratroa 1.0, »nld. Tragant SA semiier auik Summ» ' 1er 1S»,O. Alkohol 1IA Hierzu aromatische
WrthhPl» lillh te 9 «S’-rnh^erT
Legen Sie sich eine Stunde schlafen! Im Salon stehen Sophas, die einen guten Ruheplatz bieten." ~ „Ich Werde Ihren Rat befolgen", antwortete der Supercargo, wiederholt schläfrig gähnend, und verließ das Verdeck.
Da gesellte sich der Bootsmann Hehson zum Doktor.
„Sir!" begann er, „ich bemerke schon seit einiger Zeit ein Ding, aus dem ich nicht klug werde. Blicken Sie einmal scharf über Backbord nach 9torben", — er deutete mit der ausgestreckten Hand die Richtung an — „und sagen Sie mir, was Sie dort sehen."
Doktor Jephson sah aufmerksam über das Meer hin und sagte endlich:
„Niir scheint, es ist ein dreieckiger Gegenstand, ein stumpfer Kegel, dessen Spitze sich in den Wolken Verliert; vielleicht ist es selbst nur eine Wolke."
Hevson schüttelte den Kopf.
„Nein, Sir", erwiderte er bedächtig, „eine Wolke ist das nicht! Nun ich weiß, daß ich mich überhaupt nicht täusche, weil auch Sie das dreieckige Ding erblicken, will ich Ihnen sagen, daß das dort im Norden ein Berg ist. Mein Seemannsauge kann sich nicht irren. Sie sollen auch erfahren, für welchen Berg ich ihn halte: für den Pik von Teneriffa!"
„Unmöglich!" rief der Doktor erschrocken.
„Ich habe voriges Jahr mit dem armen Kapitän Tibbs, dem Gott die ewige Ruhe schenken wolle, eine Reise nach den kanarischen Inseln gemacht und mir den Berg bei jener Gelegenheit zu genau betrachtet, als daß ich ihn jetzt nicht wieder erkennen sollte."
„Aber Hehson! — Mann! Was sprecht Ihr? Wenn das dort der Pik von Teneriffa wäre, dann Ijätte ja das Schiff einen um viele hundert Seemeilen von seinem Bestimmungsort abweichenden Kurs. Dann steuerten wir statt nach Lissabon nach der afrikanischen Küste."
„Womit ftimmt, daß wir schon eine Woche unter tropischem Himmel segeln. Daher die unerträgliche Hitze." _
„Heyson! Wie erklärt Ihr Euch das? Sollte
Goring einen so groben Schnitzer gern ar'sich in feinen Ortsberechnungen so entsetzlich geirrt haben?"
Der Bootsmann zuckte die Achseln.
„Cs ist mir längst aufgefallen, daß wir stets Süd-Süd-Ost steuern", sagte er; „den gleichen Kurs nahm Tibbs, als ich mit ihm nach den kanarischen Inseln fuhr."
_ „Wir müssen Goring sofort mitteilen, daß Ihr nördlich den Pik von Teneriffa zu erblicken glaubt. Wo befindet er sich?"
„In der Hütte, wo er wieder Berechnungen macht. Herr Jephson, meinen Sie nicht, das es doch besser gewesen wäre, wenn der Supercargo nach des Kapitäns Tode den Befehl gegeben hätte, die „Marie Celeste" zu wenden und nach Amerika zu- ruckzufahren? Ich wenigstens bin dieser Ansicht."
Der Doktor gab keine Antwort, sondern ging raschen Schrittes auf die Hütte zu, worin er Goring antraf, der eifrig die Seekarte studierte. Als dieser hörte, um was es sich handelte, lächelte er verächtlich.
„Hehson", sagte er, „will von hier aus den Pik von Teneriffa im Norden sehen? Der Manu deliriert, Herr Doftor! Denn das Schiff befindet sich auf diesem Punkt", er bezeichnete mit dem Daumen seines Handstumpfs eine Stelle auf der Karte —> „und es wird binnen zwei Tagen in den Haien vcn Lissabon einlaufen. Der Pik von Teneriffa aber liegt fünfhundert Seemeilen von uns im Süden.
„Dann bitte ich Sie doch, aus der Hütte herauszukommen und uns zu erklären, welchen Berg man von hier aus im Norden erblickt."
Goring erfüllte das Ersuchen des Dottors; er verließ die Hütte, ging an das Backbord und fcch einige Minuten schweigend darüber hinweg in bie Ferüe, wo tief am nördlichen Firmament ber rätselhafte Berg sein Haupt in bte Wolken streckte.
Dann brehte er sich um unb sagte zu Heysonk
„Bootsmann, ich mache Euch mein Komplimenü Ihr habt gute Augen und ein ebenso gutes Gedächtnis. Es ist wirklich der Pik von Teneriffa!"
(Fortsetz«ng folgt.)