M 37.
v-«»erriag 15. Zedrvar 1-12
39. Jahrgang.
* Tuldaer M Leitung *
2. Blatt.
•rat und Verlag der culdaer XtÄ<ntrM<«<t in Salta.
die sich feit 55 Zatzre« d««äi)kt bat.
heiten zu entwerfe«, dis fick feit seiner Erkrankung wgetr-ige» hatten. Da er sich der Beran twortunq bewußt war, die jetzt, wo die Brigantine ohne Führer war, auf ihm, als dem Vertreter der Schiffs- cK>ratfimer, allein lastete, lieh er Goring und den Bootsmann Hetzson in seine Kajüte kommen. Dort erklärte Hehson noch einmal, daß die Matrosen zwar alle Befehle ausführen, aber die „Marie Celeste" nicht ohne Kapitän leiten könnte», während Goring 'ich wiederholt verpflichtete, da? Schiff nach dem Hafen von Lissabon zu bringen Infolqedeflen über- tnig der Superrargo ans den Rat und die Emvfeh- lung Doktor Iophsons dem Quarterone die Leitung der Brigantine.
lung zu danken ist, hat dar Hoffmcmnsche Verfahren unter allseitiger Zustimmung seiner Kollegen in der Versammlung der Mecklenburgischen Herdbuch-Verbände als „Humbug" bezeichnet. Nach der Berliner „Tier, ärztlichen Wochenschrift" hat sich ferner Veterinärral Theurer, Ludwigsburg, m der „Ludwigsburger Zig." mit einer scharfen Kritik gegen das Hoffmann'sche Ver- fahren gewandt.
Daß das Eugoform, das übrigens keine Hoffmansche Entdeckung, wie man nach seinen Ausführungen au- nehuien mußte, sondern ein schon seit Jahren eingeführtes Präparat ist, eine heilende Wirkung entfaltet, ist bei seiner Zusammensetzung nicht zu verwundern. Dieselbe Wirkung haben aber auch eine ganze Reihe anderer Präparate unseres Arzneischatzes. Eine spezifische Wirkung gegen die Lokalaffektionen der Maul- und Klauenseuche kommt dem Eugoform nach den vor. liegenden Berichten keinesfalls zu.
Vor allzu großen Hoffnungen uiuß daher dringend gewarnt werden. Die von Professor Hoffmann ins Werk gesetzte große Reklame für das Mittel ist — das steht schon heute fest — nicht am Platze.
In tierärztlichen Kreisen hat der „Fall Hofsiuann" äußerst peinlich berührt. Zur Rechtfertigung des tier- ärztlichen Standes führt Wille in der „Berliner Tier- ärztlichen Wochenschrift" an, daß Hoffmann als Außenseiter gilt und die Tierärzte seiner exzeptionellen Betätigung schon lange mehr oder weniger ablehnend gegenüberstehen.
9hn echt mit träfet Mail«—demFgcher — tee emcrtie- Deichen bi« Scvü» lche» Zkitoiteul.
€$ Ht die
* Zirgenham, 13. Febr. 1912. In körperliche, Rüstigkeit und geistiger Frische feierten gestern di« Eheleute Landwirt H. Klaus Ringel in Immichen- hain das Fest der goldenen Hochzeit.
* Arailkenait. 13 Febr. 1912. In der Nacht auf Sonntag wurde in der Schule zu Tamrvde ringebrochen. Dem dortigen Lehrer, der verreist war, wurden etwa 60 Mark in barem Gelbe, zwei fast neue Anzüge, Schube u. s. w. gesto len. Die Diebe halten sich am Tage wohl erst gut orientiert, sodaß sie in aller Ruhe arbeiten konnten. Bon den Einbrechern, anscheinend kommen Hand- werksbnrschen in Betracht, fehlt bis jetzt jede Spur.
* Böhl, 14. Febr. 1912. Bürgermeister M ü l- l e r, der in 29jähriger Amtstätigkeit über das Wohl und Wehe unseres Ortes gewacht und seine Kräfte für das Gedeihen unseres Gemeinwesens eingesetzt hat, ist heute gestorben.
* Zimmersrode, 14. Febr. 1912. In größter Lebensgefahr schwebte heute der Verwalter eines benachbarten Rittergutes. Tie Pferde seines Fuhrwerkes, ein paar mutige Tiere, scheuten vor einem ankommenden Zuge und ginge» durch. Der Verwalter wurde aus dem Wagen geschleudert, kam jedoch glücklicherweise mit einigen leichten Hautab- schürfungen davon; der Wagen jedoch wurde voll- ständig demoliert.
vermischter.
* Der Verband deutscher Tetarlgeschäfte der Ter» tilbranche ist in Berlin zu seiner 6. ordentlichen Generalversammlung vereinigt. Aus der großen Reihe der Referate waren von besonderem Interesse, die sich mit den Aufgaben und den Mitteln zur Förde- ruug des Verkaufspersonals, .besonders der B e r- k ä u f e r i n n e n, sowie mit der Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs beschäftigten. Durch Gründung von Verkäuferinnenschuleu nach dem Muster der von dem Verbände fiir Spezialgeschäfte in Berlin errichteten Schule und durch sorgfältige Unter« Weisung in zweijähriger Lehrzeit soll vorhandenen Mißständen abgeholfen werden.
* Em Opfer der Svieiwnt. In G a n d e r k e- i e e (Oldenburgs wurde der Landmann Meyer wahnsinnig, nachdem er 80 000 Mk. verspielt hatte.
* Vom Prozeßaegner ermordet. In Grufach bei Saargemünd wurde die französische Gendarmen- wttwe Millicher ermordet aufgefunden. Ein Polizeihund hat den Prozeßgegner der Frau als Mörder ermittelt.
* Die englisch-französische Telephonverbindung. Das englische General-Postamt kündigt an, daß nunmehr eine Fernsprechverbindung zwischen Paris und alten bedeutenden Orten Englands möglich ist. Die nördlichste Grenze ist Aberdeen mit einer Entser- nnng von 1200 Kilometer.
21ms dem Nachbaraebkie.
(...) Margretenhaun, 14. Febr. 1912. Am Sonntag fand hier eine Versammlung des Obst- ba»Vereins Hauntal statt, in der Schulverwalter Gutberlet aus Fulda einen sehr anziehenden Vortrag über Oöstbaumpflege hielt, der von dem Vorsitzenden Müller-Melsdorf noch in lehrreicher Weise ergänzt wurde. Die Bestrebungen des Vereins verdienten wohl noch mehr Förderung und Teilnahme, als sie bisher gefunden haben. Für das Frühjahr Plant der Verein die Anpflanzung von Beerenobst (Stachelbeeren und Johannisbeeren). Für den Jahresbeitrag von 50 Pfq. erhält jedes Mitglied je nach dem Stande der Kasse entweder einen Baum oder ein oder zwei Beerensträucher.
— Bad Orb, 14. Febr. 1912. Der Karneval- Verein Bad Orb wird auch in diesem Iabre am Rosenmontag einen Fe st z u g verau'talten. an dem ca. 100 Personen in 16 großen Gruppen be- teiligt sind. Ernste und heitere Ideen werden dor- gestellt. Die Musik stellt die Kapelle des Eisen- bahuer-Regiments Nr. 3 in Hanau/ Der Zug wird an Glanz und Farbenpracht den vorigjährigeii noch ubertereffen.
deren eine, die aus sämtliche» Weiße» bestand, der Bootsmann Hehson kommandierte, während er die '.weite, aus den Neger-Matrosen zusammengesetzte Wache unter seine eigenen Befehle nahm. Dadurch wollte er, tote er vorgab, allen Reibereien zwischen den Rassen Vorbeugen; denn die weißen Seeleute beschuldigten die schwarzen «ach tote vor der Ungeschicklichkeit, namentlich aber einer unüberwindlichen Faulheit.
Vom Moment an, da Goring die Hütte, da- Heiligtum des Schiffsführers, einqeränmt wurde, gingen merkwürdigerweise auch die Chronometer wieder richtig. Keines der drei Instrumente dif- ferterte mehr um eine Sektmde von den anderen, und das war von. großem Vorteil für die Brigantine. Denn jetzt konnte der Quarterotte richtige Berechnungen anstelle».
Doktor Jevbion und die Matrosen beobachteten ihn, wie et, nachdem er am ersten Mittag nach seiner Ernennung zum Befehlshaber die Höhe und Breite ausgenommen, in der Hütte sich tief über die Seekarte benate und Zahlen auf Zahlen in seine Brieftafek schrieb.
Als Goring mit feiner Rechnung fertig war, trat er aus der Hütte und kam auf den Doktor zu.
»Die „Marie Celeste", sagte er, „ist bereits über fünfhundert Seemeilen vom Land entfernt; aber der Sturm bat sie nordwärts von ihrem Kurs abgetrieben. Es ist aut. daß ich beit Fehler so bald attfgefnnden habe, sonst wären wir irgendivo aitf den Hebriden oder den Orkueviuseln gelandet, statt in Portugal."
Daun wandte er sich an den Man«, der in diesem Augenblick am Ruber stand.
„Hoi auf das Steuer!" befahl er.
„Das Steuer ist auf, Sir'" meldete der Matrose, nachdem er das Rad gedreht hatte.
„Sxtit ein Süd-Snd-Oft!"
Wieder ein Ruck am Rad.
„Süd-Süd-Ost ist's, Sir!" tönte dann die Untwort zurück.
„Allright! So Recht der Kurs, bis ich es ander» befehle"
(Fortsetzung folgt.)
Aus diese Weile war Gorina, ofei obl er im Kontor der Firma White Russe! zu Boston feine» Widerwillen, zu Schiffsarbeiten heranaezoaen zu werden, eigens betont hatte, sogar Befehlshaber über das gleiche Schiff geworden. das er als einfacher Passagier befliegen batte Wes» sonderbarer Widersvruch! Bielleicht waren die Umstände mächtiger gewesen, als sein Wille. Hatten Ne d^ch auch d--n Suvercargo gezwungen, jene unklaren Erinnerunaen für unzutreffend zu holten, die Gorina mit einem andere» Mischling in Verknnditng brachten, welcher im nord- amerikanischen Westen mehrere geheimnisvolle Morde beaanaen haben sollte.
Die „Marie Celeste" setzte also ihren östlichen Kurs ohne Unterbrechung fort, und Goring beseh- tigte dieselbe. Daß dieser aber seine Sache verstand, merkte man schon in den ersten Stunden; er gab '*"e„ Anweistmae, kurz trab knapp, doch klar und verständlich. Seine Stimme klang immer leise und sanft, war aber cfleichtoobl durchdrinaend und über ganze Schiff hi» vernehmbar. Mit dem Ser- lanten. und den anderen Instrumenten ging er »m, ote hatte er do» Jugend auf nut astronomische Ortsbestimmungen Vvraenommen, tmd die Namen aller Schiffsteile, der Seqel, Raaeir trab Stengen, hxiren ihm so geläufig, als wäre er Seemann von Beruf.
Auch wußte ec die Matrosen vortrefflich zu behandeln. @r teilte dieselben in zwei Wachen ob,
Nur Gberhesien u. öen heff. Aemtern.
„ A. Marburg, 13. Febr. 1912. Wie der Oder- b-rgermeister in der gesteigert Stad tverordneten- s l tz u n g gelegentlich seiner Ekalsrede bemerkte, ermögliche es die günst'ge Finanzlage der Stadt, die trotz erhöhter Leitungen eme Erhöhung der Steuern iür die nächsten Jahre nicht nölig mache, eine Auf. hoffetung der Ortszulagen der Lehrer und der Wolunmgsgeldzuschüffe für Vic Beamten einireten W lassen. Betreffs des Planes der Errichtung eines städtischen Eiswerks wurde eine Kommission gewählt, welche diese Frage eingehend vrü'en toll.
A Marburg, 14 Febr. 1912. Der gestrige Früh- rüg der Bahn Marburg—Kreuzthal überfuhr bei Station Ludwigshütte den 25 Jahre alten Babn- arbeiter Röttger. Dem Unglücklichen wurde in der hiesigen Klinik ein Bein und ein Arm adgenommen. — Zu H a ch b o r n, int hieftaen Kreise, wurde gestern der Sägewerksbesitzer Schneider beim Holz- icgneidcn aus der Kreissäge so unglückl'ch von einem ab spring enden Holzstück getroffen, daß er tot zu Boden stürzte.
Ami Geisa und Umaebmrq.
* Dermbach, 14. Febr. 1912. Das Bauerngut Lückert-Marschall ist für nahezu 50 000 Mk. in den Besitz des Landwirts Johannes Kircher aus Oechsen ühergegangen, nachdem letzterer sein Besitztum zum größten Teil an die Gewerkschaft Heiligenmühle verkauft hat.
-T- Schleid, 14. Febr. 1912. Infolge der Beschwerde des Erwin Waffermann in Schleid gegen die Gemeinderatswahl da'elbst war die Wahl des Gregor Schütz aufgehoben und Neuwahl angeordnet wurde. Diese fand am 5. Februar statt. G. Schütz wurde mit 42 geaen 29 Stimmen wiederg-wählt.
* Oechsen, 14. Febr. 1912 Gestern verunglückte her erst seit 14 Tagen im Schacht Heiligenmühle beschäftigte 19jährige Arbeiter Müller ai'.s Urnshausen, indem von oben ein Gegenstand herabfiel und ihm die Hirnschale zerschlug. Bewußtlos wurde er heraufgebracht und alsdann ins Krankenhaus nach Dermbach überführt. —- Das Basaltwerk Dietrrchsber g will noch 100 Mann einstellen An der Verladestelle bei Mies- warts werden demnächst drei Steinmühlen aufgestellt, um den Basalt zu zerkleinern.
* Dorndorf, 13 Febr. 1912. Der Landwirt Christoph Stübling biet feierte heute seinen 90. Geburtstag in seltener Rüstigkeit. Sein Pfeifchen^ läßt er den ganzen Tag über nicht ausgehen. — Nachdem nunmehr die hiesige Wasserleitung ihrer Vollendung entgegengeht, wird auch ein Schulbad eingerichtet tverden.
* Leimbach, 14. Febr. 1912. Gestern hatte ein .Hanbwerksbrtrsche ein Paar Schuhe gestohlen u-kd damit das Weite gesucht. Der Diebstahl wurde entdeckt, itnb eine große Anzahl Einwohner verfolgte den Flüchtling über die Wiesen nach der Werra zu. Um sich den Verfolgern zu entziehen, l p r a n g der Handwerksbursche in die eisig kalten Fluten und fand darin seinen Tod.
dis Er'aub^n wird dir Packung von Scott- Lebertran-Emulsion vielfach nachgemacht, um ja den Eindruck des Original- präparates zu erwecken. n
Dcrs Amutetf.
7] Seeroman von Jos. Baierleirt.
* «Gut, Herr Doktor! Was würden Sie aber sagen, wen« ich behauptete, es sei überhaupt nicht notwendig, die Reise abzubrechen und nach Amerika -uruckzukehren?"
„Wie meinen Sie dos'?"
? am\. einig« Kenntnisse in der besitze. Auf meinen zahlrei- .b?be. ich mich aber auch mit SS™ 'Pb bm darin so sattelfest geworden, daß ich.mrch> auf bte Handhabung aller Jnstruntmte versteh«, di« bei Leitung eine« Schiffe« 1« Betracht kommen. Ja, ich wäre bei meiner Beliebe für das Seewesen sogar gerne bei unserer Marin« eiagetrefen. wenn nickst" — hier warf der Ouarterone einen schmerzlichen Blick auf feine ver- stümmelle Hand — „dieses mein Wrperliches Gebrechen ein unübersleigliches Hindernis gebildet hÄte."
„Wenn ich Sie recht verstehe, Mister Goring, glauben Sie also, Sie selbst wäre« imstande, die „Marie Celeste- nach Liffabo» zu bringen?"
„Ich glaube er nicht nur, sondern ich bin davon überzeugt."
Der Doktor atmete auf. So war als» doch noch ein Mensch an Bord, der etwas von Schiflahrts- J«nbe berftanb und in Stunden der 9tot mit seinen •««Met aushelfen konnte.
„Da» ist sehr erfreulich?« fQQte „ deshalb. KS^Lh^rung der Brigantin- wird^""geZ Fch SS Zup-rcargo anvertraut in Ihrer Koleanfgesucht, Hen Dostor/um A? b? Mister A'» für mich
in Portugal notwendig zu tun unh S toäre mk unlieb, noch einmal nach Amerrka zurück z» müllen " ’ „Auch mir kamt die Abbrechung der Reise nich» ganz gelegen."
„Dann ist uns beiden gedient, wenn die Fahrt Wester gebt.. Wollen Sie als» dem Superrargo lagen, daß ich mich vervflichte, die Brigantine in ber nämlichen Zeit nach Lissabon zu führe», als dies dem Kapitän Tibbs möglich gewesen wäre? Und falls Herr Harton eine Okirantie verlangt, so möge er bedenken, daß ich als Schiffsleiter dach auch meine eigene Haut zu Markte trage. Wenn ich meiner Sache nicht ganz sicher wäre, würde ich meine Dienste nicht anbieten."
„Gut, Mister Goringl Ich werde Ihre Angelegenheit, die eigentlich uns alle mit berührt, dem Supercarao mitteilen, sobald ich vernünftig mit ihm sprechen kann."
„Wann wird dies möglich fein?"
„Wenn das Meer ntpger wird; denn dann wird auch die Seekrankheit bei ihm abnehmen und er in ein Stadium treten, worin mit ihm über wichtig« Dinge zu verhandel« ist."
Zeitpunkt werden Sie nicht lange Doktor! Der reine Hirn- ’t*rP"** "«en klaren Tag, und wen» die sichln sieben, so werden fie
Ä knne bS"® bC" to°W etlDa§ besänftigen. niA?’e*.^®,if-QLe Mawageub-sitzer» trog "?f; ***** f,ewtobe Sonne die Morgeu- vw». ^rscheucht hatte, erschien der Himmek tief. mäLtet?tnb Assisi' aber nicht wX» ?nb ktfsien Nachmittag hatte der Wel- ^s^asi sich s° weit berubiat, daß die Bewegung LsTL gleichmäßig und stetig wurde' Str fe® DÜr ** bi-smal vorüber und
dlatz gemacht, wie sie sich kein Seemann, der von Amerika nach Europa fährt günstiger wünschen konnte. P
“W* Sutzrt« auch ihren Einfluß auf die zwei ^Seekranken. Beide erholten sich rasch aus ihrem apanschen Hindarnrnern, und als Mist-r Iephfon dem Superrargo am Abend das «»er- bieten GonngS zur Bescheidung vortruq, war der Kranke schon fast Völl« wieder hergestellt. Und so vermochte auch Herr Harton sich aus des Doktors Mitteilungen ein Bild von den tragischen Begche«.
in der Verzweiflung erhängt. Es liegt Ehestvist vor. — Das am Montag bei einer Gasexplosion in G o- t h a schwer verletzte Dienstmädchen ist gestorben. — Die städtische Theaterkommission in Jena fordert öffentlich auf, Beiträge zum Umbau deS Theaters zu leisten. Es sind 150 000 Mk. nötig, wovon aber erst 90000 Mk. bereit liegen. .
♦ Homburg V. d. H., 14. gebt. 1912. In der Wadtverordnetenversammlung wurde die Mitteilung gemacht, daß der Kaiser die ihm zum Geschenk gemachte Nachbildung einer Jupiterstiule aus der Zeit Neros, in natürlicher Größe, bei der Saaldurg auf ft eilen lassen wird. Die 14 Meter hohe Säule trägt oben eine Bronzefigur.
♦ Mainp 14. Febr. 1912. Der frühere Besitzer einer Flaschenagentur, Jean Müller, sollte sich vor der Strafkammer wegen Konkursvergehens verantworten. Müller stürzte sich vorher vom dritten Stockwerk seines Hauses in den Hof, wo er t o t liegen blieb.
^ckechrene Landwirt beim Lesen Schilderungen zweifelnd den Kopf ge^chuttel., so haben sich die Tierärzte von vornherein SUP größten Teile sogar direkt ablehnend verhalten. Für die Tierärzte war es zunächst sehr auffallend, daß Hoffmann nicht die Fachpresse, ^r Veröffentlichung seines s c. ,-Cn2fL luc5P.e- Ganz unverständlich ober war es, .voffmonn bte zum Zwecke der Nachprüfung seines Heilverfahrens von der Wurttembergischen Regierung verlangte Stallkontrolle nicht zulassen wollte. Stichhal- ttge Grunde für sein ablehnendes Verhalten hinsicht- % blr Stallkontrolle konnte Hoffmann nicht angeben.
Gegentest, er selbst hatte das größte Interesse daran, fein Verfahren,eder gewünschten Prüfung un- rerziehen zu lassen und damit den Beweis seines wirklichen Wertes zu erhärten. Trotz aller Gegenvorstel- lungen blieb Hoffmann bei seiner Weigerung, was zur Folge hatte, daß die Württembergische Regierung die Verhandlungen betreffend die Nachprüfung seines Verfahrens mit ihm abbrach.
».„/'sich nicht vier Wochen find seit der Veröffentlichung deS Professors Hoffmann ms Land gegangen und schon kommen dem dielen Seiten die Meldungen, daß die auf das Eugoform gesetzten Hoffnungen sich nicht erfüllt haben In einer Weise, die an Deutlichkeit nichts zu wimichen übrig läßt, teilt zunächst Dr. Dettweiler, Rostock, in Nr. 1 der „Deutschen Landwirtschaftlichen vteile' mit, „daß da» Eugoform in Mecklenburg völlig versagt hat, bis auf einige wenige Fälle, wo die Salbe an Eutern gewirkt hat." In dein Falle Vllner, den Hofsiuann nr der „Franst. Ffg." ausführlich beschreibt, J??ie ,ZÄ7^lge unter Mitteilung eines von dem
^et n!"er ” „Kuksdorf ausgestellten elnL2U^ro^e^11? erfreulich bezeichnet, r . Abreise Hoffmanns unter den be-
nne schlimme Wendung eingetreten.
29 handelten Kalbern sind 9 eingegangen, der Zeft nmßte notgeschlachtet werde», die behandelten gexfcl find sämtlich krepiert. An den Klauen sind die üblichen bösartigen Geschwüre aufgetreten und der ganze Bestand ist schwer erkrankt. Wie Dettweiler weiter berichtet, konnte selbst der Fabrikant des Eugo- L°5',!S; keinen einzigen erfolgreichen
? m8 Mecklenburg anführen. Der KreiStierarzt 75er unserer tü-btigsten und erfahrest- stcn Praktiker, dem unter anderen die heute auSgezeich. nete und erfolgreiche Methode der Milchfieberbehand-
hile sich vor solche» v...ch- ahmungen »nd besteh« darauf, die echte ScottS Emulsion zu erhattk», wenn man sein Geld nutzbringend anwenden will.
echte 5coit§ Lmulfisn,
Eugoform zur Bekämpfung der Maul- und Klaueufcuche.
Di« Hoffnung«», die auf das Eugoform gesetzt wurden, haben sich nicht erfüllt. Auch in diesem Blatte waren gute Wirkungen der Behandlung mit Euposorm berichtet worden. Die hochgespannten Erwartungen aber, die zuerst gehegt wurden, sind sehigeschlogen. Das Amtsblatt der Landwirtschafts- kammer sür de» Beiirk Kaffei schreibt in Nr. 8:
Die Erfolge des Mittels bei seiner Anwendung auf zwei Gütern bei Kassel find sehr bescheiden gewesen. Bei dem letzten Versuch, der streng wissenschaftlich durch, geführt wurde, hat daS Eugoform vollständig versagt. Inzwischen scheint auch anderwärts das Vertrauen zu der EugoforrnbeHandlung stark erschüttert zu fein. So veröffentlicht z. B. Kreisarzt Dr. G r e b e in Bonn in der landtorrffchastlichen Zeitschrift für die Rheinprovinz folgendes:
In der Nr. 340 der „Franst. Zig." 1911 schildert Professor Hoffmann-Stuttgart sein neues „System" der Maul- und Klauenseuchebehandlung mit Eugoform. Bei den angeblich erzielten, geradezu verblüffenden E^olgen des Systems kann es nicht wuudernehmen, ®?b die Veröffentlichungen Hoffmanns in der politischen^ Presse vielfach besprochen wurden und in landwirtschaftlichen und tierärztlichen Kreisen großes Auf. sehen erregten. Wurde doch von Hoffmann nicht mehr uiw nicht weniger in Aussicht gestellt, als eine völlige, in toenigen Wochen zu erreichende Tilgung der gefürchteten Seuche. 0
.. ~*e «Franks. Ztg." hielt es sogar für angebracht, rne Hoffmann'sche» Ausführungen in einem Leitartikel politisch auszuschlachten. Sie ging von der Sicherung der sleischnahrung für unsere Bevölkerung aus, er- wahute die großen Verluste und die wirtschaftlichen Schädigungen die die Maul, und Klauenseuche zur hat rind ichilderte die Bemühungen ber gort.
Volkspartei, mehr Mittel als bisher für die Erforschung der Maul- und Klauenseuche bei der Regierung flüssig zu machen. Dabei feierte sie ihren Par- teifreund Hoffmann, den früheren Reichstagsabg. der Deutschen Volkspartei, der als liberaler Manu der Landwirtschaft in ihren schweren Nöten zu Hilfe Hoffmann als einen Mann, desien Wissenschaftlicher Ernst außer Zweifel stehe und sehen" feieiT^ ° S objektiv richtig unbedingt anzu-
ö Hanan, 13. Febr. 1912. Im bcuad,brüten Alzenau waren krir lick, die !6ertretet der an ö ih Eisenbahnprojekt Alzena u-Ossenbach in. fercflirrten Ortschaflen versam nelt, um über da? Zustandekommen genannten Projektes zu beraten, pberinqenieur Becker aus Friedenau bezeichnete die Liiuennihmng von Alieuau über Seligenstadt« Lamn:erspiel.Mühli,eim-Offenbach a. M. mit lieber. vruQung des Mains bei Seligenstadt als die rentabelste. Die Kosten dieses Projektes sind auf 3 425 000 Mark veranschlagt. Die Versammlung beschloß, biete Strecke zur Dnrchführuna ,1, brm>ro
• Offenbach, 14. Febr. 1912. Die Stadt Offen« boch plant die Errichtung einer Ueberland- t e ff k r a l e. Als Interessengebiet komntt der ganze Kreis Offenbach mit einigen Rachbarqemeinden in Betracht.
* Alto Thüringen, 13. Febr. 1912 Der Scha n- » - b i n e r grausigen Szene wurde der Bahnhof G ö s ch w i tz un Großherzocsium Sachsen. Em plötzlich irrsinnig gewordener junger Mensch nn Alter von etwa 25 Jahren erkletterte während der Fahrt von Nothenstein nach Göschwitz die Wa- gen und schlug am Wagen des Zugführers mit gro- ;er Gewalt einige Fensterscheiben ei». Dann ftat- tete der Geisteskranke dem Lokomotivpersonal einen Besuch ab und bombardierte es inft Kohlenstücke», die er dem Tender entnahm, worauf bie Bedrohten mit einem kalten WastrrstrM antworteten. Schließ- ttlh gelang es, den fast Völlig Entsteideten zu über- wäliiaen: er wurde in warme Kleider aehüllt und wgesührt. — Aus K 0 bu rg ist die Ehefrau des Buchdruckers Bucherl mit ihren drei Kindern ab- gänqig. Ma« befürchtet, daß sie mit den Kinder» tn den Tod gegangen ist. Ter Ehemann hat sich
Rettame«« und Nuzeigeuteil.