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M 55.

Vienstag 13. Zedruar 1912

59 Jayrgang.

* Tiildaer W Zeitung *

2. Blatt.

vkitck Mn» verlas der 5«Idaer AetiendrMSer«» in Znlda.

2lus -em Nachbargebiete.

V Petersberg, 12. Febr. 1912. Gestern feierte unsere ©enteint* das erste M i s s i o n s f e st. Der hochw. p. Petrus vom Frauenberge sprach am Morgen im Hauptgottesdienste über die Aufgabe der Kat^liken in der MWonsfrage und am Nach- miitage im Kindheit-Jesu-Verein über den Segen dieses Vereins für das christliche Kind und für das Heidenkind. Die Gläubigen wurden sich ihres Glaubensglückes wieder so recht bewußt und be­geisterten sich für die große Sache. Ergreifend war der Augenblick, als am Nachmittage die Kinder vor dem Bilde des göttlichen' Jesukindes freudestrahlend ihre kleine Opfcrgabe niederlegten rind mit ihren hellen Stimmen die Strophe sangen: „Oeffne deine Segenshand, Auch für jene Kleinen, Die im fernen Heidenland, So verlassen weinen! Segne die Ge­bet' und Spenden, Dte wir gläubig ihnen senden, Laß dein Heil sie finden!" Die kirchliche Feier war beendet, aber es sollte nach dem Vorbilde der Bischofsstadt ein ganzes Missionsfest sein und dar­um war für den Abend in einem Saale eilte Mis- sionsversammlung angesetzt. Um %7 Uhr waren Saal und Empore dicht besetzt. Der hochw. Herr Pfarrer Rübs am eröffnete mit dem Ausdruck der Freude die Versammlung, begrüßte die so zahlreich Erschienenen und wies kurz hin auf die Bedeutung des Tages. Dann wechselten nach einem reichhal­tigen Programm Musik und Gesang und nach dem Gedichte: „Ich bin der gute Hirt" hielt der hochw. P. Karl vom Frauenberge einen Lichtbildervortrag über die Franziskanermission in Japan, der uns in klarer und leicht faßlicher Weise den Stand und die Erfolge der Missionen, sowie Land und Leute von Japan verführte. Pfarrer Rübsam dankte allen, die mitgelvirkt hatten zum guten Verlauf des Festes und drückte seine Freude aus über das großartige Gelingen. Besondere Anerkennung verdient die Musikkapelle des Männervereins in Petersberg, die mit ihrem kundigen Dirigenten, des Herrn Lehrer Rausch, sich in den Dienst des Missionsfestes stellte und durch ihre verschiedenen Vorträge die erhebende Feier noch eindrucksvoller gestaltete.

Flieden, 12. Febr. 1912. Gestern feierte, wie schon kurz gemeldet, in noch vollständiger körper­licher und geistiger Rüstigkeit das hiesige" Arbeiter- Ehepaar Johann Adam Kreß und dessen Ehesrau Maria Anna, geb. Bischof, das Fest ihrer golde­nen Hochzeit int Kreise ihrer 6 Kinder und 30 Enkelkinder. Kreß zählt 79 Lebensjahre, seine Ehe­frau 74. Vor dem Nachmittagsgottesdienft holte der hiesige kath. Arbeiterverein, dessen Miwlied Kreß ist, mit der Vereinsfahne das Ehepaar in der Wohnung ab und geleitete es in die Kirche, wo nach dem Got­tesdienst Herr Pfarrer Winter eine kurze Ansprache hielt und das Ehepaar beglückwünschte. Arn Abend hielt der Arbeiterverein in seinem Vereinslokal zu Ehren des Paares ein kleines Fest ab. Den: Paare wurde ein kaiserliches Geschenk von 50 Mk. und auf telegraphischem Wege Glückwünsche übermittelt. Auch Landrat Springorum hatte telegraphisch einen Glückwunsch gesandt.

* Offenbach, 12. Febr. 1912. Unter Führung des Kriminalkommiflars Becker wurde» heute von 80 Kriminal- u n d P o l t zeib e a m t e ,t taussuchungeit in den Zigeunerwohnungen, Born- raße 5 und 7, veranstaltet. Die Polizei wollte lediglich feststellen, Hier von diesen Zigeunern im Besitze der erforderlichen Ausweispapiere ist und welche Beschäftigung die einzelnen Individuen hat­ten. Als die Schutzleute das Haus Bornstraße Nr. 7 betraten, fiel plötzlich ein Schuß, der aber nie­mand traf. Die gesamte Zigeunerschar, weit über 100 Personen, wurden sistiert und einer genauen Twrchsuchung unterzogen. Bei der Haussuchung wurden eine Menge geladener Revol­ver, Dolche und mehrere Geigen beschlagnahmt. Ein Teil der verhafteten Zigeuner, die im Besitze der erforderlichen Ausweispapiere waren, wurde im Laufe des Morgens wieder freigelasien, während die übrigen ausgewiesen wurden.

* Oberursel, 12. Febr. 1912. Die Holzwoll­fabrik und Gewürzmühle Joseph Georg Mohr u. Co. an der Hohemarkftraße hier ist fast vollständig niedergebrannt. Der Maschinen- und Materialscha­den werd aus 80 000 Mark geschätzt.

* Darmstadt, 12. Febr. 1912. Eine Verhaf­tung, die mit dem Zusammenbruch der Spa r-

und Darlehnskasse in Nieder--Modau und mit der aus Amerika erfolgten Einlieferung des Rechners Adam in Verbindung steht, ist hier erfolgt. Der Untersuchungsrichter hat jetzt auf Grund der belastenden Aussagen des Rechners Adam auch die Festnahme des Rendanten der Land- wirtsch. Genossenschaftsbank, Heinrich Beck, ver­anlaßt. B. war Revisionsbeamter auf der Landw. Genossenschaftsbank und wurde vor Jahren dem Rechner Adam mit dem Wachsen der Geschäfte der Nieder-Modauer Kaffe als Gehilfe beigegeben. B. hat von den Verfehlungen des Kassierers Adam nicht nur gewußt, sondern sie auch unterstützt und gefördert, statt der vorgesetzten Behörde Anzeige zu machen.

Amt Geisa und Umgebung.

* Geisa, 12. Febr. 1912. Zur diesjährigen M u st.erung haben sich im 4. Verwaltungsbezirk 817 Militärpflichtige zu gestehen. Im Vorjahre betrug die Zahl der Gestellungspflichtigen 730, so­daß ein Mehr von 87 zu verzeichnen ift.

* StaSklengsseld, 12. Febr. 1912. Der Schutz­verband deutscher Porzellanfabriken hat für den 24. Februar ds. Js. eine allgemeine Aussperrung beschlossen. Der Anlaß zu dieser Aussperrung gab ein Streik in einigen deut cheu Porzellanfabriken wegen angeblicher Maßregelung mehrerer Arbeiter in einer Berliner Fabrik. Ta nun die Lengs­felder Porzellanfabrik A.-G. auch zu bieiem Syndikate gehört, so wurde am Samstag den 325 Arbeitern der Fabrik gekündigt.

* Tiefenort, 11. Febr. 1912. Das Birkenfeld'sche Ehepaar feierte in noch seltener Rüstigkeit das Fest der goldenen Hockzeit. — Die Arbeiten zur Wasserleitung in Dorndorf sind schon in vollem Gange. Die Quelle liegt bei Völkershausen.

* Salzungen, 12. Febr. 1912. In hiesigen Tage­blatt findet sich folgendes m er k w ü rd i ge In s e r a t: Rach dem Bestich des gestrigen Gastw rteballes bin ich zu der Erkenntnis gekommen, daß ich und meine Familie in Bezug auf Bildung und Anstand nicht dazu gehören. Ich melde mich hiermit öffentlich von de« Verein ab. Wilhelm Otto, Bärenwirt.

An; Oberhessen u den heff. Remtern.

* Marburg, 11. Febr. 1912. Der Geflügel- züchterverein für Marburg lind Umgegend beschloß, die 4. Hessische I u n g g e f l ü g c l s ch a u am 3 November in der städtischen Festhalle hier abzu­halten. — Die Leiche des Dienstmädchens S., das mit 15 Dezember v. Js. den Tod in der Lahn ge­sucht und gefunden hatte,wurde in der Nähe von Roth gelärchet. Zur Zeit sind noch zwei Dienst­mädchen aus Ncaöbnrg verschwunden, die sich wahr­scheinlich das Leben genommen haben

* Frankenberg, 11. Febr. 1912. Der Waffer- stand der Eder ist feit heute eisfrei und führt Hochwasser. Der Fluß ist schon ausgetreten und noch im Steigen begriffen. Orke und Ruhne und alle Nebenflüßchen der oberen Eder sind stark angeschwollen.

* Zimmersrode, 12. Febr. 1912. Der 7jährige Sohn der Witwe Martin im benachbarten Walters- rück spielte mit mehreren gleichaltecigrir Knaben auf einer Eisscholle der hochgehenden Schwalm Plötz­lich löste sich die Scholle vom Ufer ab und wurde in die Strömung gerissen, wo sie mit dem Knaben umschlug, der vor den Augen seiner Kameraden versank. Die Leiche konnte noch nicht geborgen wer- den.

vermischtes.

* Rudolf Baumbach's „Lindenwirtnr". Tie allen ehemaligen Musensohnen der Bonner Hochschule be­kannte „Lindenwirtin" Aennchon Schumacher und ihre Schwester Gertrude Rieck haben ihren 1747 gegründeten Gasthof zu Godesberg zum Preise von 290 000 Mark au den früheren Inhaber der Kai­serhalle in Bonn, Restaurateur Graßnick, verkauft.

* In der Trunkenheit Selbstmord verübt hat der 4G Jahre alle Bureaudienec Stemmler in Berlin. Er hatte alle Gashähne geöffnet und sich so vergiftet. Stemmler war ein Gewohnheitstrinker und hatte

Der Doftor wunderte sich im Stillen, daß

Ka-

Das AmuLett

5] Seeroman von Jos. 53 ai er lein.

niemand außer dein Quarterone sich etwas mit den Instrumenten zu schaffen gemacht. Aber der Ka- pttäu wußte auch nichts von dem, was Herr Har­ten dem Doktor erzählt batte, und deshalb war fein Argwohn bisher nicht geweckt worden.

W „^icht begreiflich, daß unter den obwalten- den Umstanden die Stimmung an Bord in dieser $Mt M^t bte beste war. So kurze Zeit auch seit dem Berlassen des Hafens verflossen war, fühlten sich doch weder die Seeleute noch die Paffagiere mit der Fahrt zufrieden. Auf aller Gemüter lastete ein dmnpfer Druck; allen schien es, als schwebe über der „Marie Celeste" eine unheilvolle Wolke, die sich über kurz oder lang entladen würde, um die In­sassen der Brigantine mit Entsetzen und Grauen zu überschütten

Am nächsten Morgen verschlechterte sich das Wetter von Stunde z>t Stunde, sodaß Robert und der Supercargo ihre Kojen nicht verlassen konnten, weil sie gleichzeitig von der Seekrankheit ergriffen waren. Auch die Frau des Kapitäns und ihr Toch- wrchen blieben unter Deck. Denn da der Sturm N schnell steigerte und die Brigantine stark auf der Wette lag, wäre der Aufenthalt aitf dem Oberdeck £fenU9en ^ofahr für sie verbunden ge-

gingen die zwei gesund ge« bsieb.nen Pasiagiere Doktor Jephson und Goring in den Salon, um iyte gewöhnlich dort mit dem Kapüan, ferner tfta» unb dem Kinde das Diner hinzu nehmen. Der Tisch stand schon in Bereitschaft, der Kapitän war anwesend und ber Koch, der zu­gleich die Dienste eines Aufwarters mit versah, trug die Schusseln auf, die heute des Sturmes we-

Pitäu Tibbs nicht selbst auf den Gedanken kam, Goring müßte bei dem sonst rinerklärlichen Borfcckl die Hand int Spiele gehabt haben. Es hatte doch

oen nur feste und keine flüssigen Speisen enthielten Frau Tibbs und das Kind fehlten noch.

„Rufen Sie meine Gattin und Helene!" befahl der Schiffsführer dem Koch.

Der Mann verließ den Salon, den Auftrag zu vollziehen, kam aber bald zurück mit der Meldung:

„Kapt'u Tibbs! Ihre Frau und das Heine Mädchen befinden sich nicht in ihrer Kabine."

„Unsinn!" knurrte der ohnehin mißgestimmte Kapitän „Wo sollten sie anders sein? — Entschul­digen Sie meine Herren? Ich will mich selbst nach ihnen umsehen."

Er erhob sich vom Tische und begab sich nach der Kajüte feiner Frau.

„Jenny! Helene!" hörte man ihn dann laut rufen, wo seid Ihr?"

Er mußte keine Antwort vernommen haben; denn der Ruf „Jenny! Helene!" wiederholte sich fünf, sechs Mal immer tönender, immer durchdrin­gender. Schaurig erklang er, während draußen der Sturmwind durch das Takelwerk heulte und die schweren Wellen an die Rippen des Schiffes klatsch­ten.

Plötzlich stürzte Tibbs mit aschsahletii Gesicht wieder in den Salon.

„Gentlemen!" schrie er, und feine Augen flacker­ten gleich denen eines Wahnsinnigen, „hat einer von Ihnen meine Frau und mein Kind gesehen?"

Doftor Jephson und Goring verneinten.

„Sie sind fort! Sie sind fort!" schrie er wieder­holt mit dem Ausdruck der Verzweiflung. „Sie sind nicht mehr im Schiffe!"

Jetzt sprangen auch der Doktor und Goring von ihren Sitzen ans; sie starrten den Kapitän wie geistesabwesend an. Heiliger Gott! Was hatte das zli bedeuten? Frau Tibbs und die kleine Helene sollten verschwunden sein? Tas war ja unmöglich —- ganz unmöglich. Wer konnte denn aus dem

I Schiff hinauskommen?

I Im Nu war die gesamte Mannschaft alarmiert.

sich am Abend vorher noch zwei Seltersflaschen voll Schnaps holen lassen und über Nacht ausgetrunken.

* Der Streik im b lgischen Kohlenrevier. Tie Zu­sammenstöße im Streikgebiet des Borinage haben sich wiederholt, wieder wurden die Wagen mit Lebensmittel angegriffen. Als die die Wagen be­gleitenden Soldaten Schüsse in die Lust adgaben, wurden durch zurückschlagende Kugeln ein Arbeiter und eine Frau verletzt. In die Fenster des Hauses des Bürgermeisters von La Boverie wurde geschossen. Die Unruhe wächst zusehends rind auch" die Not. Fast sämtliche Geschäfte im Streikgebiet haben heute ihre Läden geschlossen, weil sie Plünderung befürchten. Samstag nachmittag sind nun auf Veranlassung des Provinzialrats der Provinz Hennegau Vertreter der Grubenbesitzer und der Streikenden zusammen­getreten, um <n beraten, ob ein Vergleich mög­lich fei. Vorläufig haben die Vertreter sich daraus geeinigt, daß nunmehr ein Versuch auf drei Monate mit dem Weiterbestehen der achttägigen Lohnzahlung gemacht werden soll, und daß der Provinzialrat die Kosten sür die erweiterte 1 urchführung tragt, die durch die Einführung der neuen Alterspenfion her­vorgerufen wird.

* Bei dein Brande eines Arbriterwohnhauses in Moskau sind drei Arbeiter verbrannt. Fünfzehn Arbeiter erlitten schwere Brandwunden.

— Ter Weinliebhaber. Beamter (bei der 93er« nehmnngs: , Warne?" — „Johanna Nicklichl" — „Geburtsort?"--„Rüdesheim!"--„Jahr­gang ?"--

Märkte.

* Frankfurter Gctreidemarttl erichi vom 12. Febr. Am heutigen Marti war fast gar fein Geschäft. Tie Mühlen beten 22 Mk. für Lm dmesten franko Mühte, die Händler, die bei diesem Preise ihr Geld verlieren, konnten sich nicht entschließen, zu vertäuten. Landroggen tag gleichfalls malt. Fremde Ware komm! genügend herbei, Hafer bei selten Preisen unverändert. Mehl ruhig. Fuiterartikel unverändert fest. — Es notierten nach Qualität: Weizen: hiesiger und Wetterauer 22.20 bi5 22 30 M, aus dem Lande abgeholt 21.50 - 2160 Mk., kurhessischer 22.20—22 80 M., uord- i eut eher 00.00—00.00 M., Amerik. Redwinter 00.00— 00.00 M., Kansas 24.00—24.25 M., russischer Nicolaiefs 28.50—24.60 M., Saxonska 23.75—24.00 M., Nlka 23 50-24 00 M., Azinia 28.50—24 00 M., La Plata 23.25-23.75 Mk., rumriu. 23.00 -23.50 Mark, Malta Walto 00.00—00.00 M. — Roggen: hiesiger, 20.10 bis 20.21 M., auf dem Laude abgeholt 19.50—19.75 Mk., Pfalzer 00.00-00.00 M. russischer 09.00—00.00M., rumänischer 00.00—09.00 M. — 01 erste: hies. 00.00 bis 00.00 Mark., Pfälzer 00.00-00.00 Mk, fränkische 00.00-00.00 M., Riedgerste 00.00 -00.00 M., ungarische 00.00-00.00 M., Futlergerste 00.00-00.00 M. — Hafer: hiesiger und Wetterauer 21.25—21.50 Mk., kur Hess. 21.25- 21 50 Mk., bayer. 21.50-21.75 Mk., La Plata 19.00—19.25 Mark, russischer 20.50-2200 Mark. — Mais (Mixed> 18 10 -18.25 Mark, Donau- inofS 18.40—18.50 Mark, La Plata 18.35—18.50 Mark, Odessa 18.75-00.00 Bi., russischer 00.00-00.00 Mark. — Alles per 100 Kilo netto, effektiv loko hier. — Mehl: stetig. — Es notieren je nach Qualität: Weizenmehl, hiesiges, Nr. 0 32.25-32.50 M., südd. Ar. 0. 3 >.25-32.50 M , hiesiges Nr. 1 3025 -33.50 M. süddeutsches Nr. 1 30 25 30.50 M, hiesiges Nr. 3 27.25 - 27.50 M., süddeutsche? Nr. 3 27 25—27.50 M , hiesiges Nr. 4 23.50-23.75 M., süddeutsches Nr. 4 23.75—24.00 M. — R oggenmehl. hiesiges, Nr. 0 28 00 bis 28.25 M., do. Nr. 01 27.00—27 25 M., do. Nr. 1 26 00—20.25 Mk. Alles per 100 Kilo inklusive Saa loko hier. — Futterartikel: fest. — Wetzeit­ichalen 14.75-15X0 Mk , Weizetttleie 14 25—14.53 Mk, Roggenkleie 14.00—14.25 M., Weizen-Ftillermehl 16 00 dis 16.50 M, Biertreber, getrocknet, 15.35—15.53 M, Malzkeiute 13.90-14.10 M., Rapskuchen 14.50-14.75 Mk., Pointkuchen 15.00—15 25 Mk, Melasseptodukte 00.00-(0.00 Mk., Kartoffeln 0.09-0.00 Mark. Alles ver 100 Kilo netto effektiv loko hier bei Abnahme von 10000 Kilo.

' Frankfurter amtliche Notierungen der Viehmnrkt- preise vom 12. Februar 1912. Austrieb: 1024 Rinder linidilietlid) CO östetreichische', darunter 324 Ochsen, 28 Bullen, 672 Färsen und Kühe, 0 Fresser 262 Kalber, 230 Schafe, 2928 Schweine. Preise für 1 Zentner: Rinder- A. Ochsen: .->. vollsieischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes höchstens 7 Jahre alt iLebeiidgetvicht) 5)—55 Mark, (Schlachtgewichi) 91—95 M., die noch nicht gezogen haben (vngejocht) Lebendgewicht) 00—00 M., (Schlachtgewicht) 00-00 Mark, b. junge fleischige nicht ausgemästete und ältereausgemästete(Lebendgew? 46—49Di., (Schlachtg.)

genährte junge, gut genährte ältere (Lebendgew.) 42-45 M., (Schlachtgew.) 77—83 Mark, 6. gering genährte jeden Alters (Lebendgew.) 00-00 M., iIchlachtgew.) 00-00 M. L. Bullen: ».vollfleischig , ausgewachsene höchsten Schlachtwertes (Lebendgew.) 41- 46 M., (Schlachtgewicht) 73-76 M., '-".°?^lschtge jüngere (Lebendgewicht) 33-40 Mark, (schlachtgew.) 63—66 M., c. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere (Lebendgewicht) 00 00 M., ^„^^^>bw.)00 —00 M., 4. gering genährte (Lebdgew.) 00—00 M., (Schlachtgew.) 00 -00 M. C. Färsen upb, ühe: a. vollsieischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes (Lebendgewicht) 44—43 M., (Schachtgew.) 79—86 M, b. vollsieischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren (Ldgew.) 40—45 M., (Schlachtgew.) 74—79 M., c. 1) wenig gut entwickelte Färsen (Lebendgew.) 39—43 M., (Schlachtg., 75—79 M., do. 2) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe (Lebendgew.) 34—39 M., (Schlachtgew.) 63—72 M., ch mäßig genährte Kühe u. Färsen (Lebendg.) 27—33 M., (Schlachtg.) 54 -66 M„ e. gering genährte Kühe und Färsen (Lebendgew.)21—23 Mk-, (Schlachtgew.) 48—52 M. D. Gering genährtes Jungvieh (Fresser) (Lebendgew.) 00—00 M., < Schlachtg.) (00 — 00 M. Kälber: a. Doppelender feinste Masi Lebendgew.'00 - 00 M., (Schlachtgew.) 00—00 M., b. feinste Mast- (Vollmilchmast) und beste Saugkälber (Lebendgew.) 00—00 M., (Schlachtgew.) 00-00 M., c. mittlere Masi- und gute Saugkälber (Lebendgew.) 55—60 M., (Schlachtgew.) 93—102 M., d. geringe Saugkälber (Lebendgew. 50—54 M., (Schlachtgew.) 85—92, e) geringe Saugkälber sLdgew.s 43 -46,fSchlacht- gew.s73—78M. Schafe: A. Weidemastschafe: ».Btast- lämmer und jüngere Masthämmel fLebendgew.f 43—00 Mk., (Schlachtgew.) 90—00 M., b. ältere Masthämmel und gut genährte Schafe sLebendgewichts 00 - 00 M., sSchlachtgew.s 00—00 M., c. mäßig genährte Hammel und Schafe (Merz-Sc! ie (Lebendgewichts 00 -00 M., Schlachtgwichtj 00—Oo Mark, d. Marschschafe oder Niederungsschale sLebeiidgew.s 00—00 M. fSchlacht- gew.s 00—00M. B. Stallmastschafe: 00. S ch wein e: a. vollsieischige Schweine von 80—100 kg Lebendgewicht sLebendgew.s 47V,-50 M, sSchlachtgew.s 60-63 M., b. vollsieischige Schweine bis 80 kg Lebendgewicht sLebeiidgew.s 46-47 M., sSchlachtgew.s 59 60 M., c. vollsieischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht sLebendgew s 487,-52 M., sSchlachtgew.s 61-63 M., d. vollsieischige Schweine von 120—150 kg Lebend­gew. sLebendg.s 487,-51 M„ sSchlachtg^s 61 bis 63 Mark, e. Fettschweine über 150 kg Lebendgewicht sLebdgew.s 00-00 Ai., sSchlachtgw.s 00 - 00 Mark, t. unreine Sauen und geschnittene Eder sLebendgew.s 00-00 M., sSchlachtgew. 00—00 M. — Marktverlauf: Am Riiidcrmartt war bei Ochsen lagsames, sonst leb­haftes Geschä t; es wird ausverkaust. Bei Kälbern und Schweinen wickelte sich das Geschäft lebhaft, bei Schafen ruhig ab; nur bei Schweinen verbleibt geringer llederstand.

Ich teile Ihnen

zern mit, daß mir der regelwäwae Gebrauch von Stottl Emulsion vorzüglich bekomme» ist- Bffmders stelle ich fest, daß sich mein Appetit wieder einarffesit bat und mir da? Esten Vortrefflich Ichmeckt. Sntolnebtflen bat sich mein Gewicht ansehnlich vermehrt, Mtd ich fühle mich sonst eine allgemeine Kräftigung meines KörverS Meine Nerven sind viel ruhiger geworden, und das Mann'.e nervöse Flimmern hat scsi gänzlich aufgehörL,

Scotts Emulsion

hat mir also wirklich recht gut getan!

MiUeUnnz Don (wrt ffrirdrich »leitet, Arrenvffeget, 3Usn bei Hannover, Anstaii Köthenwald, den 5. August 1910.

Der regelmäßige Gebrauch von Scotts Emulsion ist in der Tat häufig Von ganz auffallender Wirkung aiff die Eßlusi. Es gibt so viele Fälle, denen mau nut beiknmmen f inn, loenn es gelingt, den Appetit zu be­leben, d. h. die Eßlust anzuregen. Es gilt dies nicht cüvn nur sür Kinder, sondern mindesteiis ebensogut für Erwachsene; ein Versuch wird überzeugen.

8c°t!S Emulsion wird von nnä auSschlletzilch tm grobe« »n-enuft und -war nie lote nach Gewichi oder Matz, sondern mit iii »erii‘■leiten Oriainalstaschen in »tnrton mit unserer Schn^. niarle iAsch-r F U dem Dorsch). SeoN & Bowne, ®. a. b. &

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Die dienstfreien Matrosen, Doktor Jephson und Goring, der Kapitän überall als Erster, rannten ivie besessen durch alle Kojen, jene der Seekranken nickt ausgenommen. Sie durchsuchten anderthatb Stunden lang alle Gänge und Winkel. Umsonst — es war keine Spur von den Vermißten zu ent­decken. Der unglückliche Kapitän wurde ganz heis-r von dem fortwährenden Stufen ihrer Namen. So­gar die Matrosen, die gewiß nicht allzu weichherzig sind, ftihlten Mitleid mit dem Mann, der unbedeck­ten Hauptes und mit verwilderten Blicken auf dem Deck hin und her rannte, während er in fieberhafter Angst die unmöglichsten Stellen absuchte.

Der schreckliche Vorfall blieb in Dunkel gehüllt. Niemand hatte die Frau oder das Kind seit mor­gens, wo der Kapitän den Tee mit ihnen eingenom­men, aesehen. Es blieb keine andere Annahme üb­rig, als daß Frau Tibbs trotz der damit verbunde­nen Gefahr Helene auf das Oberdeck geführt hatte und daß beide von einer hereinbrechenden Sturzsee über Bord gespült worden waren.

Was immer aber auch die Ursache dieses entsetz­lichen Unglücks sein mochte, es erfüllte alle, welche die „Marie Celeste" beherbergte, mit tiefer Nieder­geschlagenheit. Frau Tibbs, namentlich aber die reizende, rosige Helene waren so beliebt gewesen.

5. Kapitel.

Der Kapitän, durch das furchtbare Ereignis bis ins innerste Mark gebrochen, war in seiner Kajüte stundenlang in einer Art Betäubung liegen geblie­ben. Erst als gegen Abend der Sturm nächließ und der Wellenschlag ruhiger wurde, erschien er wieder an Teck. Dort starrte er mit gleichsam versteiner­tem Gesichtsausdruck hinaus ins wellenschäumige Meer, das sein Liebstes verschlungen hatte.

Von den Passagieren befand sich nur Dokwr Jephson ans Teck. Er näherte sich dem armen Ka­pitän und wollte ihm ein paar tröstende Worte sagen. Doch Mister Tibbs drehte sich schnell um und begann, gesentten Hauptes auf dem Verdeck hin und her zu wandern. Er sah wohl um zehn Jahre

alter ans als am Morgen, und in seinen Augen loderte ein Feuer, das Doktor Jephson beunruhigte.

Der Arzt trat daher zu dem Matrosen, der da- Steuer führte, und sagte zu ihm:

„Der Zustand des Kapitäns macht mir Sorge. Ich fürchte, der harte Schicksalsschlag, der ihn ge­troffen, hat ihn so sehr niedergebeugt, daß er eine geraume Zeit lang außerstande sein wird, persön­lich Befehle zu erteilen. Ich glaube nämlich, es leidet v’ ''t nur sein Herz, sondern es ist auch sein Geist e» rrt. Befindet sich nun jemand unter Euch ‘w ffen, der beit Befehl übernehmen und das <£u*. j führen kann, wenn meine traurige Ver­mutung zur Wahrheit werden sollte?"

Hehson — so hieß der Mann am Steuer — schob seine Teermütze verlegen von einer Seite des Kopfes auf die andere und erwiderte, indem et sei­nen von Kautabak braun gefärbten Speichel weit hinaus über Bord spie:

„Ruht denn ein Fluch auf dieser Brigantine? Wir sind doch an keinem Freitag in See gegangen! Soll zu allem Unglück, das uns schon heimgesucht bat, jetzt auch der Kapitän noch irrsinnig werden? Denn nicht wahr. Herr Doktor, auf so etwas haben Sie mich doch vorbereiten loollen?"

„Leider ist es so."

„Freilich — freilich! Nun, vielleicht würde auch ich verrückt, wenn ich tragen müßte, was Mister Tibbs zu tragen hat Was aber für den angenom­menen Fall, die Führung der Brigantine anbelangt, so muß ich Ihnen sagen, daß keiner unter uns das Steuermanns- oder das Schiffer-Examen gemacht hat. Ich bin zwar als Bootsmann für diese Fahrt geheuert, verstehe auch das Segelsetzen aus dem Fundament und steuere das Sckiss, Ivie man nur - befiehlt Aber wohlverstanden! — cs muß nur alles zuerst befohlen werden. Ich verstehe nichts von der Führung eines Schiffes.

„Das ist schlimm! Was ist da zu tun, wenn Mister Tibbs wirklich unfähig wird, zu loniman- dieren?"

(Fortsetzung folgt.)