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Zeitung

* Tuldaer

der Fritzlarer Meute entzog, sodaß keine weiteren

Todesfälle zu verzeichnen waren.

vermlschres

versucht, ein Liebesverhältnis mit dem

sucht. Das schwerverletzte Mädchen wurde sofort ins

Amt Geisa und Umgebung

sünfzehn Jahren Zuchthaus.

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Reklamen- und Anzeigenteil.

A

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Inhalt

Gedan- plötzlich

8 t

Die Einnahmen werden bewilligt.

Montag: Fortsetzung und kleinere Vorlagen.

gen am Tage zu öffnen und sie auf ihren zu prüfen.

Auch den Doktor quälten beängstigende ken. Daß die Chronometer des Schiffes

* Fahnenflucht vor 22 Jahren. Ein Deserteur, der vor 22 Jahren seinen Truppenteil, das 98. In« fauteriercgiment, heimlich verlassen hatte, hat sich der Militärbehörde in Treptow freiwillig gestellt. Nach seiner Angabe hat er zwölf Jahre be i derFrcmdenlegion in Algier gedient und ist dann 1898 nach Deutschland zurückgekehrt, wo er in verschiedenen Gegenden unter angenommenemNa- men als Arbeiter beschäftigt gewesen war. Arbeits­losigkeit und die strenge Kälte veranlaßten ihn schließlich, sich freiwillig der Behörde zu stellen, die ihn nach Halle a. S. transportieren ließ.

* Aussperrung in der deutjchcu Porzellan-Jndusirir Der Sckutzverband deutscher Porzellan-Fabrikanten hat für den 24. Februar eine allgemeine Aussper-

einigung der Bergarbeiter sind jetzt mit bestimmten Lohnforderungen an den Bergbaulichen Verein und den Zechenverband herangetreten. Sie fordern eine allgemeine Lohnerhöhung derart, daß der Lohn im allgenieinen den im im letzten Quartal 1907 gezahl­ten Lohndurchschnitt erreicht. Der Gewerkverein der

an, mit einer Gesamtleistung von ca. 20 Millionen Steinen. Der Anschluß des Wrekes Wenigentaft dürfte als Beweis dafür angesehen werden, daß sich der wirtschaftliche Zusammenschluß auch sür diese Industrie bewährt hat.

* Aus dem Werratal, 9. Febr. 1912. Der Schacht der Gewerkschaft Herfa hat Ende Januar

1912 eine Teufe von rund 230 Meter erreicht. Zuul 1, März 1912 gelangt eine Zubuße von 250 Mk. für den Kux zur Einzeichnung.

denen nur ein ernster Befehl des Kapitäns Einhalt zu tun vermochte.

So ließ sich die Reise schon am zweiten Tage ziemlich unerfteulich an. Wie sollte sic sich aber erst gestalten, wenn wirkliches Stnrmwetter eintrat?

Trüber Gedanken voll suchte der junge Robert an diesem Abend seine Koje auf, und als er sich in dem schmalen, kurzen Bett zurechtlegte, erinnerte er sich dessen, was seine schwarze Pflegerin von Ge­fahren, welche diese Reise im Gefolge haben sollte, gesprochen hatte. Ihn ergriff eine nnbestimmte Angst, daß Sarah mit ihren Ahnungen Wohl recht gehabt haben könnte.

Unwillkürlich fühlte er nach dem Amulett, das ihm die Negerin auf die weite Fahrt mitgegeben. Er trug es noch immer am Hals. Bis jetzt hatte er die Kapsel noch nicht geöffnet, wußte daher auch nicht, was sie enthielt. Es war ihm aber bekannt, daß die abergläubischen Schwarzen den gewöhnlich­sten und wertlosesten Dingen, wie einem Stückchen Holz oder Baumrinde, dem Zahn eines. Tieres und dergleichen geheimnisvolle Kräfte zuschrieberr. Des­halb glaubte er, auch Sarahs Amulett werde irgend etwas ähnliches umschließen. Um sich darüber zu vergewissern, nahm er sich vor, die Kapsel mor-

2Ins dem Uachbargebiete.

* Hersstld, 10. Febr. 1912. Von der hiesigen Polizei wurde ein Fürsorgezögling, welcher der Anstalt Sannerz bei Schlüchtern entsprungen war, auf dem hiesigen Bahnhöfe in dem Augenblicke festgenommen, als er nach Kastel weilerfahren wollte. Er wurde durch einen Polizeibeamten in die Anstatt zurückgebracht. — In der letzten Sitzung der Strafkammer zu Kastel wurde ein hiesiger Schuhwarenhändler wegen unlauteren Wett­bewerbs zu 100 Mark Geldstrafe, Tragung sä - t- licher Kosten und Veröffentlichung des Urteils verurteilt. Der Staatsanwalt halle 4 Wochen Ge­fängnis beantraat.

* Offenbach, 10. Febr. 1912. Eine schwere Bluttat ereignete sich nachts in dem Kleinen Biergrunde. Der 17jährige Arbeiter Johann Dörr aus Homburg war aus der Straße mit einem Ar-

Darnistädter Krankenhaus gebracht.

* Würzburg, 10. Febr. 1912. In Schwein­furt wurde der 18 jährige Klempner Behlendorf aus Karbe verhaftet, der seine Geliebte ermordet und deshalb von der Staatsanwaltschaft in Halber­stadt verfolgt wurde.

gestört.

* Ein Barbar Das Schwurgericht in Ratibor verurteilte den 44jährigen Maurer Winkler aus

2. Blatt.

vruck Verlag der zuldaer Aettentrnckerel in Zulda.

Aus Gberhessen u- den Hess. Aemtern-

△ Marburg, 11. F br. 1912. Die dem Reichs­tagspräsidium angehörenden Abgeordneten Paasche und Scheidemann stehen zu unserer Stadt in engen Beziehungen. Ersterer war hier lange Jahre als Universitätsprofessor und letzterer als Schriftsetzer tätig.

M 34-

Montag 12. Februar V>U

59- Jahrgang.

- Ziegenhain, 10. Febr. 1912. Gerichtsassessor Dr. Keck, bisher Hilfsrichter bei dem Amtsgericht zu Ziegenhain, wurde zum Amtsrichter ernannt und an das Königliche Amtsgericht zu Rauschen- b e r g versetzt, und zwar vom 1. April d. I. an.

* Wabern, 9. Febr. 1912. Eine für unseren Ort sehr wichtige Einrichtung ist geplant, nämlich die Errichtung eines großen Kornhau­ses für den Kreis Fritzlar. Die Sache wird von der An- und Verkaufs-Gesellschaft Hesscnland zu Kassel gefördert und wird sicher zustande kommen. Als Ort sür das Unternehmen ist vorläufig Wabern in Aussicht genommen, wohl wegen der günstigen

in Lengfeld als Schweizer bedienstete, aus Luzern stammende, .10 Jahre alte Knecht Kasvar Christen ' überfiel plötzlich die im Stalle mit Melken beschäf-! tigte Dienstmagd Marie Hild und brachte ihr mit ‘ einem langen Messer zwei lebensgefährliche Stich-1 wunden un Rücken bei. Der Mordgeselle hatte früher !

nicht mehr übereinstimmten, war ein so seltsames Ereignis, daß er sich dasselbe gar nicht aus dem Kopf schlagen konnte. Aber je länger er darüber nachdachte und grübelte, mit desto intensiverer Ge­walt regte sich in ihm der Verdacht, daß Goring der Sache nicht fern stehen dürfte. War er nicht un nämlichen Moment überrascht worden, als er einen der vorhandenen Chronometer geöffnet vor sich lie­gen hatte und das Werk betrachtete? Wenn er et­was daran in Unordnung gebracht hätte? Und wenn dies etwa nickt aus Versehen oder Vorwitz, sondern mit Absicht geschehen wäre?

(Fortsetzung folgt.)

Preußischer Landtag.

AbgeordnetenhanS.

Sitzung vom 10. Februar 1912.

Stuf der Tagesordnung steht die Interpellation Dr. Schifferer (nallib.) betreffend die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche an der West- käste Schleswig-Holsteins.

Abg. Tr. Schifferer: Unsere Interpellation richtet an die Staatsregierung die Anfrage, welche Mittel sie ßtmitoenben gedenkt, um die Schädigungen, welche die Landwirtschaft, Handel und Verkehr in Schleswig. Holstein durch die Anwendung der Bestimmungen zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche erleiden, zu mildern. Wir find der Ueberzeugung, daß die gegen die Seuche getroffenen Abwehrmahnahmen nicht in richtigem Verhältnis mit der allgemeinen wirtschaft­liche Lage der Landbevölkerung stehen. Auch in an- deren Gebieten Preußens werden gleiche Klagen wie bei uns laut. Ein großer Teil der gesetzlichen Be­stimmungen geht zu weit.

Landwirtschaftsminister Dr. von Scherlemer-Liese: Die Maul- und Klauenseuche ist im letzten halben Jahr starr zurückgegangen. Man darf wohl sagen, daß die Maßnahmen der Veterinärpolizei zur Bekämpfung der Seuche nicht erfolglos gewesen sind. Daß die Be­kämpfungsmaßnahmen für die großen /nd besonders für die kleinen Landwirte große Härtr, nut sich Brin­gen, weiß ich sehr wohl. DW MatznHmen haben nicht immer und überall den gewünschten Erfolg, aber ich möchte noch wenigstens die Zentralinstanz gegen den Vorwurf in Schutz nehmen, daß sie auf eine zu sche­matische Beobachtung der einzelnen Bestimmungen hin-' dringe. Es ist uns bis heute nicht gelungen, ein Mittel zu finden, das die Maul- und Klauenseuche nicht nur beseitigt, sondern auch das Vieh schützt. Wohl ist das Löfflerifche Serum imstande, das Vieh eine Zeitlang zu schützen, aber das Mittel ist vorderhand noch so teuer, daß es zur allgemeinen Verwendung nicht ge­eignet ist. Sollte im kommenden Frühjahr, wenn das Vieh zur Arbeit herangezogen werden muß, in einzelnen Gegenden die Maul- und Klauenseuche noch nicht erloschen sein, so werde ich ftlr eine liberale Handhabung der Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung forgen.

Mit der Besprechung der Interpellation wird die bei der Beratung des Landwirtschastselats erwartete allgemeine Besprechung über die Maul- und Klauen­seuche verbunden.

Die Abgg. Duus (natlib.), Brütt (freikons.), von Kessel (kons.) treten entschieden dafür ein, daß die Spcrrmaßregeln den örtlichen Verhältnissen ange­paßt fein müssen.

Abg. Höveler (Ztr.): Durch das Mißjahr ist unsere Landwirtschaft in mehr als einer Beziehung in harte Kalamitäten hineingeraten. Die Landwirtschaft er­kennt den guten Willen unserer Regierung an, aber sie muß doch bitten, daß etwas mehr als bisher ihrer Notlage Rechnung getragen wird. ' Die Sperrbezirke dürfen nicht größer genommen werden, als unbedingt notwendig ist, denn von den großen Sperrbezirken profitieren die Viehhändler. Auf die Verwendung von Knechten und Mägden und auch von Stallgeräten, die vorher in verseuchten Stallungen im Dienst gewesen waren, in anderen nichtverseuchten Ställen muß scharf acht gegeben werden. Ich will nicht soweit gehen, die Kosten für die Untersuchung der erkrankten Tiere ganz dem Staate aufzubürden, aber ich hielte es doch für wünschenswert, daß die Regierung bestimmte Taren für diese Untersuchungen festsetzen würde. Auch die Strafbestimmungen für die lie6crtretungen sind viel 8U rigoros. Es sind Gefängnisstrafen ausgesprochen worden in Fällen, wo ohne jeden bösen Willen nur k-'”cr Rot Vorschriften übertreten sind. Schließ- nch durfte doch eine möglichst allseitige Entschädigung für die r.bschlachtung der erkrankten Tiere erwünscht

Landwirtschaftsminister Frhr. v. Schorlemer nimmt die Tierärzte gegen den Vorwurf eines Red­ners in Schutz, daß die Beobachtungsgebiete eine Gold- gruue für sie seien. Die Tierärzte haben bei der Be­kämpfung der Seuche in vollstem Maße ihre Pflicht getan. (Bravo! rechts.) Die Wünsche, die der Vor­redner bezüglich der Milderung der Strafen geäußert hat, werden berücksichtigt werden.

Weiter äußern sich noch die Abgg. Meyer-Rott- mannsdors (freikons.), Dummrath (natlib.), Heine (natlib.), Königs (natlib.) und Hoff (Vp.) zu der Ma­terie. Sie bringen in der Hauptsache örtliche Beschwer- den vor.

Abg. Dr Liebknecht (Soz?) wendet sich dagegen, aus dem Bestehen der Seuchen Forderungen auf ver­stärkten Seuchenschntz und eine Rechtfertigung der hohen r;lei,chpreise herzuleiten.

Eblers (Vp.) hält die Hoffnungen des optiniisiisch? ^uche werde bald verschwinden, für zu Hierauf begann die zweite Beratung des Land- wirtichaftsetats.

rung beschloffen. Hiervon werden etwa 12,000 Ar­beiter betroffen. Anlaß zu der Aussperrung gab der Streik in einigen Porzellan-Fabriken wegen an­geblicher Maßregelung in einer Berliner Fabrik.

* Die Kunst geht nach Brot. Die Direktion des Westfälischen StädtebundtheaterS sieht sich, tvie auS Soest geschrieben wird, genötigt, wegen des schlechten Besuches der Vorstellungen die Spielzeit abzubrechen. Die Direktton gibt dies in Form „Statt besonderer Anzeige" bekannt und schließt mit dem Bemerken: „Nur wenn sich eine größere Anzahl Herrschaften zu einem Theaterverein zusammenfchließen und so das Unter- nehmen unterstützen, kann eine hiesige Saison gerettet werden. Sonst gedenke ich hier einen „Kientopp" zu eröffnen. Um stilles Beileid bittet usw." — Diese Anzeige zeigt deutlich, welch große Konkurrenz die Lichtbildertheater überall der Bühnenkunst bereiten.

* Wieder ein Schülerselbstmord. Der 14jährige Obertertianer Leder schoß sich aus verletztein Ehr­geiz im Reformgymnasium in Kiel eine Kugel in die Brust. Er wurde sofort operiert, doch ist sein Zustand bedenklich.

♦ GroßeL,Vermächtnis. Ein früherer Angehöriger der Universität Heidelberg hat dieser für natur­wissenschaftliche Zwecke ein Legat von einer Million Mark binterlaffen.

* Leipzig, räumlich die größt« Stadt Deutsch­lands. Durch den von der Leipziger Stadtverord­netenversammlung gefaßten Beschluß, die Vororte Keutzsch und Schöneseld dem Stadtgebiet einzuver­leiben, erfährt Leipzig eine Vergrößerung feines Flächeninhalts um 930 auf 8300 Hektar. Mit 8300 Hektar wird Leipzig dann die räumlich größte Stadt Deutschlands sein. Gegenwärtig woh- neii im Leipziger Stadtgebiet 605 000 Personen, nach dem 1. Juli wird Leipzig mit 636 000 Ein­wohnern die drittgrößte Stadt Deutschlands sein und M ü n ch e n endgültig überholt haben.

* Predigten gegen den Selbstmord. Das könig­lich sächsische Kirchenregi ment hat ange­ordnet, daß angesichts der erschreckenden Vermeh­rung der Selbstmorde in Sachsen die Geistlichen der Landeskirchen am 6. März, dem ersten Bußtag die- ses Jahres, in ihren Predigten vor solcher Sünde ernstlich warnen.

* Wegen Brandstiftung in einem Sägewerk wurde der Professor von Friederichs tu Riga (Rußland) zu acht Jahren Zwangsarbeit ver­urteilt.

* Walsische im Mittelländischen Mror. Wie aus Tanger berichtet wird, erstattete der Kapitän des norwegischen Dampfers „Hans Bryde", der mit de­fekter Maschine im Hafen cinlief, die Meldung, daß er in der Meerenge von Gibraltar mehrere^ Wal­fische gesehen habe, auf die die Besatzung während der Ueberfahrt erfolglos Jagd machte. Die Tatsache ist seither auch noch von anderer Seite mit dem Hin- zufügen bestätigt worden, daß es sich um einen gan­zen Schwarm von Walfischen handele, die einen Ab­stecher nach dem Mittelländischen Meer gemacht ha­ben. Es ist seit Jahrhunderten das erstemal, daß man hier wieder Walfische zu Gesicht bekommen hat. Bis zum 18. Jahrhundert wurden sie noch im Gas- cagnischen Meer häufig angetroffen, und ihre Jagd bildete für die Reeder und Fischer der kantabrischen Küste ein reiche Erträge abwerfendes Geschäft. In Gibraltar und Tanger ist man entschlossen, mit Rücksicht auf die Gefahr, mit der die Walfische die kleinen Fahrzeuge bedrohen, den seltenen Gästen energisch zu Leibe zu gehen.

* lieber Nacht z«m Milliardär geworden ist ein junger Gehilfe in Newhork, ein Neffe des Eiseil­bahnmagnaten Edward Hawleh, der testamentslos gestorben ist. Seine Hinterlassenschaft von fast einer Milliarde fällt nunmehr einem Neffen zu, den er einst wegen dessen Heirat mit einer Telephonistin verstoßen hatte.

— Bo-hast. „Merkwürdig, m.in Junge ähnelt weder mir noch meiner Frau." — „Sie haben recht; es ist ein rettendes Kind."

* Infolge Versagens einer hydraulischen Druck­pumpe kippte auf dem Bessemer Stahlwerke des Mädchen anzuknüpfen, war aber von ihm a b g e - Bochumer Vereins ein mit 9000 Kilo flüssigen wiesen worden und ist wahrscheinlich durch diese Stahles gefüllter Converter um. Der glühende In- Abweisung zu der Tat veranlaßt worden. Er ist halt mischte sich mit dem 'm der Gießgrube befind­flüchtig und wird von der Staatsanwaltschaft gc- . sichen Kühlwasser. Es erfolgte eine heftige E x- p l o s i o n, die das Werkstättenhaus und benachbarte Wohngebäude erzittern machte und göße Verheerun­gen an richtete. Der Arbeiter Grahe erlitt tödliche Brandwunden; eine Anzahl Arbeiter wurden schwer verletzt. Der Betrieb des Bessemerwerkes ist

Das Amulett.

4] Seeroman von Jos. Baierlein.

, „Ein Passagier der „Marie Celeste", wie ich einer 6m. Er ist gestern abend vor Ihnen an Bord gekonnuen, aber sofort in seiner Koje geblieben." habe ich ihn gestern nicht mehr gesehen! Und dock — es ist sonderbar!"

cinÄf sonderbar?" fragte der Doktor, dessen ^ntc^epe getoedt war, angelegentlich.

rirf-t'k ÄcrI mit stinem braungelben Ge-

M)t dennoch betannt vorkommt. Wissen Sie viel­leicht, wie er heißt?" "

„Er hat sich als Septtmismus Goring, Planta- genbefitzer von New-Orleans vorgestellt, und so steht ?r auf Grund des von ihm unterschriebenen Fahr­scheins auch in der Pafsagierliste eingetragen.

„Goring — Goring?" meinte der Süpercargo. „Nein, der Name stimmt nicht; den habe ich noch niemals gehört. Abei es kommt mir vor, als hätte ich den Menschen schon irgendwo gesehen, — auch nicht in New-Orleans, woher er fein will — son­dern in Ohio ober noch weiter im Westen —■, ich komme im Auftrage unserer Firma mitunter in die entlegensten Gegenden und kann mich an den genauen Punkt heute nicht mehr erinnern. Aber h>enn ich mich nicht täusche, so hieß der Bursche —- rrnmtr vorausgesetzt, daß es der ist, den ich schon ge-

en y1 haben meine — damals nicht Gorina. Er r auch nicht in New-Orleans zu Hause, sondern ^eveland, ober bort wo herum."

^rrn Hartons war so verklan- F^it unb berart nut „wenn" und „aber" gespickt, daß Doktor ^ephson derselben nur entnehmen konnte, daß --crr Harton der Meinung war, Goring schon einmal im Leben begegnet zu sein. Der Dok­tor merfte aber ganz gut, daß der Superrargo die- fer Begegnung allem nicht den eigentlichen Wert veimaß, sondern daß noch andere Umftänbe vorhan- den sein mußten, Sie sie in seinen Augen erst beben- dingsvoll machten. Drum fragte er:

„Wenn nun Goring wirklich der Manu wäre, ben Sie einmal gesehen zu haben glauben, — welche Erinnerung für Sie würbe sich dann an feine Per­son knüpfen?"

Herr Harton kratzte sich verlegen hinter ben Ohren.

„Mein lieber Doktor," sagte er langsam, „es ist bas eine bebenkliche Sache! Ich wiederhole, daß ich mich irren kann, und möchte niemand zu nahe treten."

„Reden Sie ohne Scheu!" drängte der Doktor. „Mein Wort zum Pfände, daß ich mit Ihren Eröff­nungen keinen Mißbrauch treiben, sondern verschwie­gen sein werde wie das Grab. Mich reizt nicht Neu­gierde, daß ich gerne erfahren möchte, was Sie von wnem Manne etwa wissen, sondern er erregt mein Interesse, weil feine Erscheinung, sein ganzes Be­nehmen mich gleichzeitig anzieht und abstößt. Mir kommt er vor, als trüge et eine Maske, hinter wel- cher er etwas verbirgt, was ich ergründen möchte." r ■ ™ beim," flüsterte der Supercargo, indem er

bem Ohr des Doktors näherte, „dann will ich Ihnen sagen, daß damals drüben int We­sten der Bereinigten Staaten mehrere geheimnis­volle Mordtaten votfielen, die meines Wissens nie­mals aufgeklärt wurden. Nicht einmal Richtet Lynch konnte so viel Beweise aufbtingen, um den Mörder zu hängen, obwohl man von einem Detzetone oder Quatierone munkelte, bet die Morde aus dem Ge­wissen haben sollte."

„Nun —- und?" forschte bet Doktor weiter, da Herr Hatton eine Pause machte.

„Tann wurde mir irgendwo in Ohio ein Mensch gezeigt, ein Mischling, den die öffentliche Meinung für den Verbrechet hielt, dem sich aber gleichwohl nicht das Geringste beweisen ließ, und jeder Mensch, Herr Doktor, hatte sehr viel Aehnlichkeit mit dem Manne, welchen Sie Goring nennen, und der sich als Passagier auf diesem Schiffe befindet."

Unwillkürlich war Doktor Jephson einen Schritt zurückgetreten. Die Eröffnung des Süpercargo gab chm titel zu denken.

4. Kapitel.

Als der Dokwt nach einer unruhigen Nacht, welche chm Herrn Hartons Mitteilungen bereitet hatten, wieder an Deck erschien, hatte sich das Aus­sehen des Firmaments verändert. Schon am Abend war der Barometer beträchtlich gefallen, und es schien kälter werden zu wollen. Jetzt hing der Himmel voller Wolken, ein dicket Nebel lagerte über dem Meere und' versperrte nach allen Seiten die Aussicht. Infolge dessen konnte bet Kapitän heute keine Ortsbestimmungen machen; auch behauptete er, bie brei Chronometer, welche das Schiff mit- führte, stimmten nicht mehr mit einanber überein, säubern zeigten anffallenbc Abweichungen. Wenn also bie Sonne auch geschienen hätte, würbe er den Sextanten nicht haben benützen können, da er nicht imstande wat, genau die Mittagszeit zu fixieren.

Das machte ihn sehr verdrießlich, umsomehr, als er sich den Grund der Abweichung der Instrumente nicht zu erklären vermochte. Gestern, als er mit Goring und dem Dokwt tn bet Hütt: eine Flasche Portwein leerte, waren sie noch richtig gegangen; heute bifferierten sie um mehr als fünfzehn Mi­nuten.

Kapitän Tckbs konnte bähet nur eine Wahr- scheinlichkeitsberechnung anitellen und nahm an, daß das Schiff seit feiner Abfahrt aus dem Bostoner Hafen rund zweihundertundfünfzig Seemeilen zu­rückgelegt habe. Ob es aber den Kurs nach Lissa­bon noch immer hielt, ober ob es nördlich ober sab­wärts bation abgekommen wat, darüber wurde et sich selbst nicht flat.

Zudem flaute gegen Abend der Wind ab und bei Anbruch der Nacht lullte er so sehr ein, daß der Luftzug die Segel nicht mehr füllte. Das Schiff lag in einer schweren, hohlen See, die mehrere mühsame Manöver notwendig machte, und da ergab es sich, daß die neu angeworbenen zwei schwarzen Maltosen ihrem Dienst wirflich nicht gewachsen waren. Die Weißen Seeleute fluchten übet die ungeschickten Faulpelze, und es kam zu unerquicklichen Szenen,

Bahnverbindungen.

* Gudensberg, 8. Febr. 1912. Aus dem Ver­zeichnis der von den Gemeinden des Kreises für in Krankenanstalten untergebrachten Personen zu zah­lenden Verpflegungskosten ist zu ersehen, daß un­sere Stadt den höchsten Betrag, annähernd 300 Mk., zu zahlen hat, während bie viel größere Stabt Fritz- beitsköllegen namens August Mehsing in Streit ge- lar nur etwa bie Hälfte zu entrichten hat. Es ist raten, in besten Verlauf er fein Messer zog unb sei- daraus kem günstiger Rucksch.uß auf bie Verma­uern Gegner b r c i Stiche in den Kopf und einen üensverhaltnffse unserer AAbewohnor zu ziehen, itt die Brust beibrachte. Mehsing wurde lebensge- 1 * Mitzlar, 10. Febr. 191^ Cicgen bte stabtoir«

fährlich verletzt ins Krankenhaus gebracht, während Wallung von Fritzlar sind nach der „Ftitzl. Ztg Dörr verhaftet wurde. j mehrere Besitzer solcher-Hunde, die sich durch die für

* Darmstadt, 11. Febr. 1912. Lieber den schon Krähen ausgelegten Glftarocken tödliche Veigistuii- kurz gemeldeten Mordversuch des Dienstkiiech- 9-n zngezogrn, wegen s$ aib tiiitc r j a tje■£> les Christen ist noch zu berichten: Die Tat geschah klagbar geworden. Eia.Gluckj war der Untritt in Lengfeld im Odenwald. Der bei dem Landwirt dos Schneefalls, der die „Leckerbissen den Blicken

* Kirchhain, 10. Febr. 1912. Nachdem bie

< .,., 4 k , M a u l- u nd Kl au e n s e u ch e in Nieberklein e r-

n^orgarbelter Hw sich an der Eingabe Aschen ist, scheidet die Gemarkung Kirchhain aus bereits ^ine^i-böbuno «Stmiu dem Bevbachtungsgebiet aus. Auf Auflage des hie-

'o in’* sigen Magistrats traf die Antwort ein, daß der für

haben unbbet eurer Anzahl von Zechen ben <.rbev h Mts. vorgesehene Schweinemarkt

t«''bereits durch die Beamten Lohnerhöhungen zu- abgehalten werden kann.

0f'a9‘ l'-10 * a;,«»nrirtin in Stobr 1912 Gei-icktts-issekwr

volkswirtschaftliches unb Soziales.

)( Eine Lohnbewegung unter den Ruhrbergleu- ten. Der alte Bergarbeiterverband, der Hirsch-Dun- ckersche Gewerkverein und die polnische Berufsver-

Autischkau, der seine Frau und seine zehn Kinder in her rohesten Weise mißhandelte und seiner Ehc- * Stadtlengsfeld, 10. Febr 1912. In Merkers frnu ein Schemelbein in den Leib gestoßen hatte, wurde durck Gcnbarmeriewachtmeister Licht aus sodaß sie verblutete, zur gesetzlich höchsten Strafe von Tiefenort ein kroatischer Bahn ar bei ter v er- r" r ' ~ v “

hastet und dem Amtsgericht Hierselbst zngkführt.

Der Verhaftete hat einen Diebstahl begangen.

* Wenigentaft, 11. Febr. 1912. Die vor einigen Blonaten in Betrieb genommene Dampfziege- l e i Wenigentaft, G. m. b. H. Wenigentaft, hat sich dem Verkailfsverein der Ziegeleien der Vor- dcrrhön, G. m. b. H. Vacha angeschlossen. Dem Vorderrhön-Konzern gehören nunmehr vier Werke