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4. Blatt.
vruck und Verlag der Selbe« Lcllendruckerel in Znlba.
den Krankenhäusern.
und andere wohl noch bessere. Aber für die Lehrzwecke
toren und Dozenten selbst, nunmehr hineingezwängt
der Studierenden, für die Demonstration des Krankenmaterials, für wissenschaftliche Forschung an den Krankheitsfällen find die Frankfurter Krankenhäuser bisher ganz und gar nicht eingerichtet. Es mutz sehr fraglich erscheinen, ob die Gebäude, deren Anlage von vornherein auf ganz andere Zwecke zugeschnitten ist, nachträglich so umgeändert und erweitert werden können, baß fie jenen völlig anderen Zwecken genügen; ja: wir wissen direkt aus dem Munde von rückhaltlos offenen Frankfurtern, datz die» in einigen Fällen un-
Spezialqebieten. Wegen dieser ihrer ärztlichen und administrativen Tüchtigkeit ist seinerzeit die Berufung in ihre dirigierenden Stellen erfolgt. Ihre etwaigen Leistungen als Lehrer waren dafür ganz und gar nicht maßgebend. ES ist allgemein bekannt, datz hervorragende Aerzte und Direktoren, gerade wenn sie sich als akademische Lehrer weniger bewährt haben, zu den
aber ist der Unterschied in bezug auf die Lehrtätigkeit für die fortgeschrittenen Studierenden. Diese soll der Universitätslehrer in der Methodik eigener wiflenfckaftlichcr Forschung ausbilden.' Hiervon hat natürlich von Amts wegen bei den Frankfurtern Instituten gegenüber ihren Zubörern, die im wesentlichen Laien sind, noch gar keine Rede sein können.
Es ist im höchsten Grade bedauerlich, datz die Frank
lische Arzt Dr. Graham hinzngerngen, dessen Untersuchung zu der Konstatierung kam, daß „der Tod durch zahlreiche Schläge auf alle Körperteile" der- ursacht sei. Gegenwärtig findet gerade wieder ein Examen statt. Die derzeitige Prüfungskommission setzt sich ans 4 türkischen Professoren aus Kcnstan- tinovel und 3 französischen Professoren aus Paris Lyon und Nancy zusammen. Die Kandidaten sind nach bestandenem Examen infolge einer zwischen der Türkei und Frankreich getroffenen Vereinbarung und nach Empfang des Doktordiploms — medizinisches Staatsexamen wie bei uns kennt man hier nicht — aus der Hand des französischen Generalkonsuls berechtigt, in der ganzen Türkei sowie in ganz Frankreich ihre Praxis ausüben.
der Berufung der naturwissenschaftlichen Dozenten vor allem auf die Gabe eines gemeinverständlichen Vortrages und auf die Kunst packender und schöner Demonstrationen Wert gelegt worden. In biesem Sinne, wenn auch im einzeln aus anderen Gründen, als bei
für den Binnenhandel geschaffen. Die Syrer, Nachkommen der alten Phönizier, sind kaufmännisch sehr rührig, wissen ihre Vorteile gut zu wahren und beherrschen durch ihre Kavitalkraft das Land. Vor allem suchen sie günstig einrukaufen, nicht ohne vorher olle Kurszettel und Privawotierungen zu Rate zu ziehen. Bon Caiffa und Damaskus. Tripoli, Homs und Aleppo kommen und gehen alle großen Sendungen durch Beiruter Kaufleute. Außerdem finden sich regelmäßig Kaufleute aus Mersina, Tas- rus, Adana, Cäsarea, Diarbekr, Urfo, Aintal. Most sul in Beirut ein, um Einkäufe zu machen. Jedenfalls ist der Wohlstand in den letzten 25 Jahren sehr gestiegen, infolgedessen auch die Bautätigkeit gewaltig zugenommen bat, wie denn von jeher Beirut durch vornehme massivstcinerne Bauart und komfortable Einrichtung der Häuser einrig dastebt int wohltuenden Gegensatz zu den Holzbarracken anderer türkischen Städte. Zu berücksichtigen ist noch, daß die eingeborenen Christen eine ziemlich kultivierte Bevölkerung darstellen und an Intelligenz, Bildung, in ihrem ganzen Auftreten nnd in chren Lebensge- wohuhetten West höher stehen als manche Südeuropäer. Tas spanische, süditalienische Bürgertum ist tatsächlich nicht so entwickelt wie das ihre. Man darf sie nicht etwa mit den Eingeborenen von Mana, Aleppo ober Damaskus auf eine Stufe stellen. Der Mittelstand lebt auf vornehme Art, kleidet sich europäisch, ißt nnd trinkt gut. Leider fehlt den Leuten vollständig jeder Idealismus, sie sind nur auf Gelderwerb. Alles ist Aeußerlichkeit, Patriotismus und Gemeinsinn sind ihnen unverständliche Dinge, klingende Münze die Hauptsache. Ich erinnere bei Schilderung dieser Zustände an einen Ausspruch des hl. Hieronymus, der vor etwa 1500 Jahren schon in einem seiner Briefe sagt: Omnium hominum cursi-
ganz des Vortrags oder der Demonstrationen sogar manchmal von Uebel fein kann. Noch viel wichtiger
futter medizinischen und naturwissenschaftlichen Institute und Dozenten, die ibre bisherigen Zwecke so ausgezeichnet erfüllen, zur Befriedigung der Frank-
Tie Pariser Mode ist durch Repräsentanten und durch Repräsentantinnen stark vertreten. Vor Beginn der Saison werden die Läden der Modistin- neu förmlich belagert. Beirut hat zwei Universitä- ten, eine französische mit einer theologischen, philosophischen, orientalischen und medizinischen Fakultät und eine amerikanisch-englische hauptsächlich für Medizin. Es ist das Eldorado der Mediziner. Von weit und breit, aus Aegypten und Mesopotamien kommen die jungen Studenten, die bei ihrem Eintritt nach unseren Begriffen etwa die Reife für Untersekunda haben. Nach 4jäbrigem Studium werden sie auf die leidende Menschheit losgelassen. Ein bedeutender deutscher Chirurg erzählte mir, daß er bei einer großen Operation dein arabischen Arzt« das Messer förmlich aus der Hand gerissen habe, da er diese „Schneiderei" nicht mehr habe ertragen können. Vor kurzem wurde der geheimnisvolle Tod eines Libanesen gemeldet. Die Regierung beauftragte arabische Aerzte mit der Sektion der Leiche. Diese erklärten, daß der Mann eines natürlichen Todes gestorben sei. Aber auf Bitten der dabei Internierten wurde der in Beirut angefebenste eng-
X Die Frankfurter Universität.
ES ist in den letzten Tagen durch die Blätter die Notiz gegangen, datz die geplante Frankfurter Universität auf den vorgeichlagenen Grundlagen vom Kultusministerium abgelehnt worden sei. Damit ist aber keineswegs gesagt, datz Herr Oberbürgermeister Adickes, der bekanntlich der Urheber des ganzen Planes ist Ger- gleiche die von ihm selbst verfaßte Notiz im Zeitge- nossenlexikon „98er ist'ö?") nicht auch seine Stadtverordneten für den gänzlich veränderten Plan zu gewinnen versuchen wird, obwohl die ursvrunglichen Wünsche der Stifter und Förderer der städtischen Universität Frankfurt dann gar nicht mehr in Erfüllung gehen werden. ES erscheint deshalb wohl angebracht, bei Zeiten aufmerksam zu machen auf neue Bedenken gegen den Frankfurter Universitätsplan, die kürzlich von der „Magdeburger Zeitung" gebracht wurden. Es heißt da:
Seitdem vor anderthalb Jahren der Plan der Begründung einer Frankfurter Universität zuerst an die Oeffentlichkeit trat, find von mehreren Seiten sehr gewichtige Gründe gegen diesen Plan geltend gemacht worden. Trotzdem fehlen unter den vorgebrachten Gründen doch noch einige sehr wesentliche, die rechtzeitig noch hervorgehoben werden sollen.
Die stolze Frankfurter Stadtverwaltung, an ihrer Spitze der Herr Oberbürgermeister, betont immer wieder, es sei in den medizinischen und naturwissenschaftlichen Instituten der städtischen Krankenhäuser, des Senckenbergianums und des Physikalischen Bereins bereits alles Wesentliche in diesen Gebieten au sachlichen Einrichtungen und Dozenten für eine Universität vorhanden. Bei oberflächlicher Betrachtung könnte dies
deren Zeuge eben das 20. Jahrhundert ist, kann gesagt werden, daß nach dem Erfolg oder Mißerfolg der Mission des 20. Jahrhunderts die religiöse Zukunft der ganzen noch außerhalb des Christentums stehenden Menschheit sich entscheiden wird. Nie zuvor hat die Kirche vor einem Wendepunkte von solch ungeheurer Tragweite gestanden. (Vgl. „Die gegenwärtige Lage der katholischen Heidenmission" von p. Schwager in der Zeitschrift für Missionswissen- schaft I 71, Münster, Aschendorff, der wir alle gebildeten Katholiken zu Lesern wünschen, neben den „Katholischen Missionen", Freiburg, Herder, in welchen die Missionäre aus ihrem Miffionsgebiet unmittelbar zu den Lesern sprechen und so über die Mssionsstationen in den verschiedenen Ländern orientieren.)
Mögen bei dieser ernste» Situation die Heidenmissionen nicht vergebens an den Opfersinn des katholischen Volkes appellieren!
Mosaikdilder and dem Orient
Reistkizzen von Dr Jos. Lammeqer, Beirut (Syrien)
(Fortsetzung.) Beirut.
Ei« Orientreisender tat einmal den Ausspruch: i»Die Städte deS Orients sieht man am besten von außen, von da sehen sie am schönsten aus." Ties ist eine sehr zutreffende Bemerkung. Noch ist mir in lebhafter Erinnerung der herrliche Anblick der Riesenstadt Konstantinopel mit seinen majestätischen Moscheen, als ich im vergangenen Jahre durch den Bosporus der Hauptstadt entgegenfuhr. Wer könnte je vergessen den herrlichen Anblick auf Kairo, den die Cidatelle gewährt, mit seinen zahlreichen Minaretts, Kuppeln, Gärten und beit aus dem Wüstenmeer emporsteigenden Pyramiden oder das zauberhafte Damaskus, das wie ein Märchenland in einem Oasengürtel der Wüste liegt, und mit seinen Gartenhainen und „Bächen fließenden Wassers" dem Araber als ein Abglanz des Paradieses erscheint! Betritt man dann das Innere der Städte, so wird allerdings der erste Eindruck etwas verwischt, der Enthusiasmus etwas abgekühlt. Trotzdem hat auch das Innere seinen Reiz durch seine charakteristischen Eigentümlichkeiten. Von den Städten der Türkei, die ich sah, macht Beirut einen für türkische Verhältnisse sauberen Eindruck,, wenn es auch auf gepflasterte Straßen keinen Anspruch macht. Es ist eine der ersten Städte in der Türkei, die Gas und elektrisches Licht besaßen. Um seine Wasserleitung, me vorzügliches Wasser liefert, wird es viel benerdet.
'st. es zu verdanken, daß seit 40 Jahren bte urk^'En, die ja vielfach durch das Trinkwaffer ver- elehritÄ6"'- «n Abnehmen begriffen sind. Eme et* tz^V^Enbahn durchfährt die Stadt.
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anaewacklen sPt , Einwohnern ist es auf 150 000 freiten in SRatntinfe bed aufblühenden Handels wwinfowederE^aren, Baumwolle, Seide, so- ^aphisch liegt es^st'^-iner Einwohner. wieder ungünstig, tceiA®«”
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die Eisenbahn bezw. Zahur^? allerdings letzt
Damaskus fährt und nach
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Auch auf die wissenschaftliche Forschungstätigkeit, die an der Universität aufs innigste zufammenhängt mit einer fruchtbaren Lehrtätigkeit für fortgeschrittene Studierende, wird bei der Besetzung der Direktorenstellen an den städtischen Krankenhäusern mit Recht nur untergeordneter Wert gelegt. Dies gilt zweifellos auch für die Mehrzahl der Frankfurter Kranken- Hausdirektoren, so hoch auch, wie oben gesagt, ihre Tüch- tigkeit alS Aerzte und als Direktoren zu bewerten ist.
Eine Sonderstellung unter den medizinischen Instituten Frankfurts nimmt das königliche Institut für experimentelle Therapie ein. Unter Leitung Paul Ehrlichs genießt es eine allbekannte Weltberühmtheit als Forschungsstätte ersten Ranges. Wenn die Stadt Frankfurt dieses ausgezeichnete Institut ihrer geplanten Universität einverleiben will, um ihr medizinisch wissenschaftlichen Glanz zu verleihen, so mutz sie zuvor dieses Institut vom Staate erwerben. Aber auch dann würde die Stadt damit noch kein Lehrinstitut besitzen, sondern ein Forschungsinstitut, auf das vorläufig jedoch noch der preußische Staat, nicht die Stadt, allen Grund hat, stolz zu sein.
Die naturwissenschaftlichen Institute des Senckenbergianums und des Physikalischen Vereins sind begründet worden von Vereinigungen Frankfurter Bürger, die für die Fortschritte der Naturwissenschaften ein hervorragendes Interesse hatten. Sie wünschten über dieselbe durch Vorträge und Demonstrationen auf dem Laufenden erhalten zu werden und auch selbst in den Laboratorien Gelegenheit zu finden, die Kennt- niS neu erfundener Apparate sich aus eigener Anschau, ung zu erwerben. Auf diesen Zweck sind die vortrefflichen Schausammlungen und tbeaterähnlichen Hörsäle der Frankfurter Institute zugeschnitten. DaS Bestreben der Frankfurter Bürger, das durch diese Einrichtungen seine Befriedigung findet, ist im höchsten Maße anzuerkennen: aber die Aufgaben, welche von naturwissenschaftlichen UniversitäiS - Instituten erfüllt werden sollen, sind ganz andere. An den Universitäten gibt es nur selten schöne Schausammlungen; an den Universitäten wird auf elegante und schöne Te- monstrationsversuche, die das Interesse auch deS Laien zu packen verstehen, wenig Wert gelegt. Da- für besitzen aber die Universitäten Lehr Sammlungen naturwissenschaftlicher Obsekte und sie besitzen Apparate und Einrichtungen, die in einer zwar weniger eleganten, aber strenger wissenschaftlicher Weise die Beschäftigung mit den betreffenden Gebieten ermöglichen.
Auch hier sind die vorstehenden sachlichen Erfordernisse maßgebend geioesen bei der Berufung der jetzt in Frankfurt vorhandenen naturwissenschaftlichen Dozenten deS Senckenbergianums und deS Physikalischen Vereins. ES ist in einer von den betreffenden Kuratorien wiederholt ausdrücklich bekannten Tendenz bei
# Für die Heidenmiisionen!
AuS amerikanischen Missionskreisen ist vor Jah- ßen die Parole ausgegeben worden: „Evangelisation der Welt in dieser Generation!" und man hat ge- (agt: „Die Verbreitung des Evangeliums über die ganze Welt kann durch diese Generation vollendet toerben, wenn sich Gehorsam und fester Wille, die Aufgabe $it lösen, finden. Wir sind nicht berechtigt tmzunehmen, daß es aus dem Erdkreis ein Land tibt. in das die Kirche, wenn sie ernstlich danach begehrt, keinen Botschafter Christi, seinen Befehl Mzurichten, aussenden könne." Dazu hat man rernerkt:
„Diese „Wenn" deuten darauf hin, daß in bezug auf Christi Befehl, der Welt das Evangelium zu ver- künden, etwas in der Kirche nicht richtig ist. .... Sie berlaugk nicht mit Ernst danach, das Evangelium in alle Länder zu tragen. Die Christen unserer Zeit sind nicht einmütig bestrebt, daS Werk zu vollbringen.
. . Wenn die Versicherungen und Glaubensbekenntnisse der Christen wahr wären, bann, könnten sie ihren Beruf nicht so sehr versäumen. . .“
Das ist von der anglo-amerikanischen Kirche gesagt worden; allein haben die Katholiken nicht auch allen Grund, sich einmal barscher das Gewissen zu erforschen, ob bei ihnen die Mission der Heidentän- ber daS erforderliche Verständnis und ans diesem heraus die erforderliche Begeisterung und Unterstützung finde?
Nnd doch wie leicht tväre das zu schaffen! Unser ganzes Vereinswesen — ganz abgesehen von den pigeus zu diesem Zwecke der Unterstützung der Hei- denmissiou geschaffenen Veremen — müßte diesem großen Zwecke dienstbar gemacht werden. Es brauchen nicht bloß Geldsamrntungen veranstaltet zu werden; Vorträge über das Missionswesen, über die betreffenden Missionsländer, die sich mit den von der Jugend so gern gehörten Vorträgen aus dem Gebiete der Geographie, der geographischen Entdek- kungsreiseu und der Völkerkunde verbinden lassen und eine freudig begrüßte Abwechslung in das Bor- tragsgebiet hineinbringen, würden die Begeisterung Wecken und den Missionen eine nicht zu unterschätzende Hilfe bringen. Auf diese Weise würde bem Rufe der Kirche der erforderliche Resonanzboden geschaffen werden.
Denn hxfe der Amerikaner seiner Kirche zum Vorwürfe macht, daß bezüglich des Mtssionswefens etwas nicht richtig fei, das trifft für die katholische Mrche nicht zu, da sie als die katholische, d. h. Weltkirche, sich der Missionsptl'cht st-ts b-wußt gewesen ist. Aber was nützen alle Rufe, wenn der Rufer dem Rufenden in der Wüste gleicht, will sagen, wenn sein Wort nicht das erforderliche nachhaltige Echo findet. Darum gilt es für diesen Mahnruf der Kirche zur Hilfe für die Missionen das entsprechende Interesse zumal bei der Laienwelt jedes Geschlecht und jedes Alters zu wecken: alle ohne Ausnahme müssen für das gewaltige Werk der Erobe- ntng der Welt für Christus begeistert werden.
Daß für die Laienwelt das Interesse für die Mission zugleich ein Anlaß wird, sich selbst etwas mehr mit — Religion zu befassen, ist ein allgemeine Erfahrung.
„Sie Wirkung dieser Bewegung (Laien), heißt eS in einem Bericht der amerikanischen Missionsagitation, ist auf die Männer ganz überraschend. Viele Männer, die gleichgültig, kritisch, ja sogar feindselig zur Mission «stauben, find heute aufrichtige und tätige Förderer derselben ; Hundert« sind ernste Beter geworden und haben eine Vertiefung deS geistlichen Lebens erfahren. 'Staatsmänner, Richter, Kaufleute und Handwerker .haben in diesen Beriammlungen für die Mission bai Wort ergriffen. Die Stellung der weltlichen Presse <ur Mission ist durch sie eine durchaus andere geworden. Diese Bewegung hat auch eine Vermehrung der Missionsbeiträge gebracht."
Daß die ganze katholische Welt, das ganze katholische Volk in allen feinen Klassen sich auf feine Missionsaufgaben gegenüber der Mission besinnt, das ist eine dringende Forderung der Zeit, der unmittelbaren Gegenwart. Denn bei der heutigen Verbreitung der europäischen Kultur und deren An- nahine von fetten der außereuropäischen Völker,
möglich ist. Die Direktoren der Frankfurter Krankeckhäuser.....„ „
sind zum Teil ganz hervorragende Aerzte auf ihren i furter sowohl, als auch zur Befriedigung der Direk.
und heraufgeschraubt werden sollen zur Erfüllung -von Zielen, für die sie nicht geschaffen und nicht berufen sind. Unbefriedigt auf beiden Seiten wird die Folge sein: für die leitenden Persönlichkeiten die Leistung von Aufgaben, für die sie nicht berufen waren, für die Studierenden die Erkenntnis, daß ihnen an Qualität Stellen als Direktoren der großen städtischen Kranken- nicht das geboten werden kann — und daS soll kein Häuser gerne übergehen und in sie berufen werden. , Vorwurf fein für die Dozenten, sondern nur ein Vor-
dissimi sunt Syri, d. h.: Von allen Menschen sind die Syrer die habgierigsten. Wie er zu solch harter . _______ „ , . „
Kritik kommt, erzählt er selbst. In seinem Eifer i Nach einem kürzlich erlassenen Gesetz sind auch und seiner Lieb« zur Wissenschaft wollte er gern die ! die Christen zum Militärdienst verpflichtet, inhebräische Sprache -erlernen. Er ging zu einem ! folgedessen sehr diele auswand-rn. Plit 50 türkische« Syrer, der aber zuviel Honorar verlangte. Des- ; Pfund (etwa 1000 Mark) kann man sich loskauftn.
i halb suchte er einen anderen Gelehrten auf, der noch ! Bei den Syrern herrscht ein großer Familiensinn, höhere Ansprüche stellte. Daher die sarkastische Be- Es kann deshalb niemals vorkommen, daß Not da merkung dieses großen gelehrten Kirchenvaters, die ist. Witwen und Waisen haben nicht.zu leiden, noch heute ihre Geltung hat. Seine Bildung ver- dafür ist eft besser gesorgt als in Europa mit seinen । dankt der Syrer meistens Frankreich, wie auch fast sozialen Justitutiönen. Im allgemeinen ist es nuyi jeder bessere Syrer französisch lernt und spricht. . leicht, mit den Leuten fertig zu werden. Zhre An-
als zutreffend erscheinen, bet genauerer Betrachtung ober stellt sich heraus, baß dies nickt zutrifft, wenn - .. -
man bte Institute und Dozenten ttach den Fächern, den medtzmtfchen, pnd vtelmch an Ne ^011^01^01 na» die sie vertreten, abzäblt, ohne zu bedenken, zu welchem turwnsenfckaftlicken Inütiute__ UnivernmiS-Dozent^, Zwecke die Institute, seinerzeit begründet wurden und berufen worden, bte getabe bte für Frankfurt gewunsch- nach welchen Gesichtspuitkten bte Ernennung ihrer Let- ten Beoabungen und ^Befähigungen tn b"vorragen- ter seinerzeit erfolgt ist, im Gegensatz zu dem Zweck dem Maße besaßen, ^amtt tst aber keineswegs gründ denjenigen Zielen, tvelche sie in Zukunft als Uni-! fas* bafe fte auch die für entert U n t ver f 11 a t 3 • versitäts-Institute bezw. Universitäts- Mehrer wichtigsten Dedmaungen ebenw erfüllten. Denn Dozenten zu erfüllen berufen fein sollen. ! "r einen Universitätslehrer der Naturwissenschaften
Beginnen wir bet bet einzelnen Betrachtung mit kommt es vor allem darauf an, baß er bte wichtigsten ben Krankenhäusern. Diese sind als solche für bie wissenschaftlichsten Grundsätze ,n möglichster Klarheit, Zwecke der Stabt begründet. Jede andere graste Stabt und wenn nötig, sogar Nüchternheit, .leinen Schulern hat mindestens ebenso gute Krankenhäuser, Hamburg zur Erkenntnis bringt, wahrend eine übertriebene Sie-
Wurf für bie UnitoerfitötSbeftrcbungen — waS ihnen normalerweise im UmversikätSunterricht geboten werden soll. Denn bie Frankfurter Bürger werben mit Recht daran festhalten, baß ihre Krankenhäuser und bte naturwissenschaftlichen Institute des Senfenbergia« numS und deS Physikalischen Vereins dasjenige für Stabt und Bürger leisten, zu dessen Erfüllung ihre eigenen Stiftungen gemacht und ihre städtischen Mittel gewähtt haben: Vortreffliche Krankenhäuser für tyce Stadt und allgemeine Bildungsstätten für die Bürger selbst zu sein.
Man kann gewiß den Frankfurtern einen Stolz auf daS, was sie bis jetzt geschaffen haben, als durchaus berechtigt anerkennen, und wenn sie eine richtige und sachgemäße Ausbreitung und Weiterbildung de» Bestehenden wünschen, so gibt es auch die Möglichkeit, baß sie eine solche erlangen. Für bie Krankenhäuser liegt eine solche vor, in beten Ausbildung zu einer medizinischen Akademie, wie z. B. Köln und Düsseldorf eine solche besitzen. Der Zweck dieser medizinischen Akademien ist nicht die Unterrichtung von Studierenden, sondern die praktische Weiterbildung von geprüften und approbierten Medizinern durch Assistenten in bet Praxis, bie Ausbildung von sogenannten Mebizinal- praktikanten.
Dazu sind bie Frankfurter klinischen Anstalten und ihre Leiter vortrefflich geeignet. Und iun-3 die Ausgestaltung der naturwissenschaftlichen Institute Frankfurts betrifft, so ist von Frankfurt selbst vor etwas mehr als einem Jahre eine ausgezeichnete Anregung ausgegangen: Bildung einer freien Volks Universität. Die University extension. die in England und Amerika so ausgezeichnete Erfolge erzielt hat zum Wohle der Volksbildung und int Geiste einer Hebung der inneren Befriedigung auch der weniger bemittelten Klassen, hat in Deutschland bisher nur noch geringe Betätigung gesunden. In Berlin bestehen in bet Hum- bolbt-Akabemie, in der Urania und ut ähnlichen Einrichtungen Verwirklichungen bet Idee der University extension. Tie bestehenden Universitäten selbst sind gänzlich außerstande, einer derartigen Aufgabe gerecht zu werden. Einerseits reichen die Gebäude und sachlichen Mittel an ihnen nicht zur Einrichtung von Volkshochschulkursen auch nur im entferntesten auS; es ist aber auch für die Kräfte der Dozenten unmöglich, neben ihrer Berufstätigkeit als Universitätslehrer, die auch mit einer gewissen wissenschaftlichen Forschungstätigkeit untrennbar verknüpft ist. neben dieser Tätigkeit noch eine regelmäßige populärwissenschaftliche Tätigkeit auszuüben. Wenn Frankfurt eine freie Volksunivei- sttät begründen will, so besitzt eS dazu so ausgezeichnete Institute und Dozenten, wie vielleicht nur in Hamburg in seinen ähnlichen Instituten. Die Erfüllung einer solchen Aufgabe wäre eine dem freien Bürgersinne der Frankfurter ganz besonders würdige. Tie Begründung einer freien Volks-Universität wäre eine Entlastung für bie bestehenben Universitäten, eine GewissenSent- lastung burch bie Erfüllung eines Bedürfnisses, hoffe» Berechtigung bie bestehenden Universitäten anerkennen müssen. daS aber zu erfüllen sie sich außerstande sehen.
Unter Dozenten, wie unter Studierenden der alten Universität Marburg herrscht ein so ausgezeichnetes frisches Streben, verbunden mit einer natürlichen, studentischen Fröhlichkeit, daß es wahrhaft jammerf.hade wäre, der in so lebhaftem neuen Aufblühen begriffenen alten Universität durch die Begründung der Universität Frankfurt, deren Begründung ein unnatürliches Kunstprodukt wäre, ein Hindernis in den Weg zu stellen. Hoffen wir, daß eS nicht dazu kommen wird; wünschen wir aber Frankfurt von Herzen eine medizinische Akademie und eine freie Volks Universität zu feinem eigenen Nutzen und zu seiner Ehre und zum Wohle und zur Ehre Preußens und Deutschlands.
Aus -em Nachbargebiete.
X Bad Salzschlirf, 8. Febr. 1912. Der Gemeinde-Ha uShaltSplan 1912 bedeutet auch in diesem Jahre einen Schritt vorwärts in der Gc- undung unserer Finanzen. Di« Einnahmen und Ausgaben für 1912 schließen ab mit 83153,49 M. gegen 80 771,45 M. im Vorjahre. Der Steuersatz konnte erfreulicherweise um 5 Prozent ermäßigt werden. An Kreissteuern wurden im verflossenen Jahr« 13 706,18 M. gezahlt, ein Beweis dafür, welche Bedeutung Salzschlirf im Kreise Fulda hat. Di« Gemeinderechnung von 1910 schloß ab in Einnahme mit 112967,68 M., in Ausgabe 107 290,93 Mark; mithin konnte ein Bestand von 5676,75 M.> für daS Rechnungsjahr 1911 vorgetragen werden.
-- Mackenzell, 10. Febr. 1912. Dem Brut- Maschinen- und Mödel'abrikant Johannes Wehner-
fchaunngsweise und Urteilskraft ist der unserigen oft diametral entgegengesetzt. Was wir schön nennen, finden sie häßlich, was uns groß erscheint, tft. ihnen Nein. Da» richtige Augenmaß scheint ihnen zu fehlen. Wenn fie jemanden herbeirufen wollen, machen sie eine abwehrende Bewegung. Kopfschüt- teln zum Ausdruck der Verneinung kennen sie nicht, wollen sie etwas verneinen, so machen sie eine Bo-^ wegung mit dem Kopfe nach oben. Teru und Glauben ist ihnen unbekannt, und em Versprechen zu halten verstehen sie nicht. Wenn eine bestellte Ware- mittlerweile billiger geworden ist, halten sie nicht an dem Vertrag. Die Gerichte versagen. Dis. Richter, deren Bildung nach unserer Anschauung eine minderwertige ist, werden schlecht bezahlt und so kommt es leicht vor, daß sie sich von den Parteien bezahlen lassen. Tas Gerichtsverfahren ist sehr schwerfällig und das Los der ost unschuldigen Untersuchungsgefangenen sehr traurig und beklagenswert und treibt die Angehörigen der unschuldig Ju- haftierten zu wahren Verzweiflungstaten.
So hat ein junger griechisch-orthodoxer Christ vor kurzem einen Gendarm erschossen, weil dieser feinen Onkel verhaftet hatte, der nun schon ein ganzes Jahr in Untersuchungshaft sitzt und nach Aussage aller unschuldig ist. Wenn man den Schuldigen nicht findet, dieser durch Flucht sich der Strafe entzieht, so werden einfach dessen Bruder oder die armen Eltern verhaftet, einer muß der Sündenbock jaüt. Um nur ein Beispiel zu erwähne», so hatte vor einiger Zett em Libanese bei einer französischen Firma flOO Ficks, unterschlagen und war geflüchtet. Ta man feiner nicht habhaft werden konnte, wurde fein Bruder festgenommen, obwohl dieser mit der Sache gar nichts zu tun hatte. Soeben erfuhr ich, daß ein junger Bursche auf einen Polizisten, der ihn auf der Straße anhielt, geschossen hatte. Der Töter flüchtete, statt seiner mußte sein Bruder m3 Gefängnis wandern. In einem Zivilprozeß muß jede Partei, auch die obsiegende, die Gericbtsko ren felbst bezahlen. Da die Advokaten keine Taxe haben, so verursacht selbst ein gewonnener Prozeß große Kosten. Tas Grundbuch wird schlecht geführt, weshalb die Besitzverhäftnisse recht unklar sind. ^as Klima ist in Beirut im Winter sehr milde, Schnee ; kennt man nicht. Wenn hier mehr getan würde, ; so könnte diese Stadt wegen ihrer gesunden Lage du • Rwiera des Orients sein. (Fortsetzung folgt.)