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M 26.

I. $<»«« mr

Tuldaer

Zeitung

2. Blatt.

HW u» »Rtaf >« Selb«« Scfiwbtwml hi Seite.

X Was kau» dtp Linksblock leisten?

Ter SsMldemakrat Max Schippel sagt de» m oüblodrt^w»««* eitiige uuangeuehme Wahr- Herten. I» den,Sepatifti|d)<tt Monalsheste»' führt rr mt?z

ein 81 o# der Sfnfett kSv-n« sich viel eher t» bta Lanstage». al« m Reichstage betStignr. I» beit große» Machyro-en des Reiche- (Rüstung und Kolon alpoktas» falte jede foimote noch so einleuchtende Blockpolitik der Linke» immer toiebtr hilrto« aus­einander. Blorkdilvirngen ober, die gerade bei den ernstesten RetchLaufgaden uertagen würden, feie» keine öl rb ei tsmetzrheit, mit der sich gesetzgeberijch «mS- S omni en laste, «orlüustg, solange die Gosialvemo- rotte ihre alte, kradiknmeS« Aafiaffang der fragliche» Probleme a® richtig an teste «end daran fest halt», könne sich der enge« Zskammenfchlnß der verschiedenen 2mÖ- Parteien nur .ils «dmehrmehrheit geltend mache» und auch das Mir $6t einzelne Gebiete.

63 ist nichts nette«, was Herr Schippet da sagt. Wir habe» ja säo» oft genug de» Liberale» »u bedenken gegeben, doch sie »i» BündnlL mit der Nmsturzpartki nur zerstöre», aber nicht schaffe» können. Doch ist es lehr gut, da» ein fretmübget Sozialdemokrat den (Stoihlodid)ro ärmer n die kkn» srnst lbarkeit ihrer Taktik bescheinigt.

Herr Schippet weist ans die Rüstungs- und die (Mmiialfragea hin, nm die ArdertsMifahigkeit be» Linksblocks terzukm». Aber tote stehl'« den» mit her Finanzpolitik, 6er Wirtfchastspakitik nnb der So» «ialpokitik? Schm wir uns mrr die brennendste von piefen Aufgaben, die Erneuerung des Zolkta- tif S und-der Ha adel «vertrage, etwa- näher ?n. Da ergibt sich sofort, daß nrrt der Sozialdemo, ratic, die grundsätzlich und aus agitalo rischen Rück- lichten die Zölle cmf affe Lebensmittel und sogar auf plle Gegenstände des Massenverbrauchs überhaupt bettoirft, die alte, betvährte, unentbehrliche Wirt- fchaftspolM nicht weiter geführt wette» könnte. ^SMe sich aus diesem Gebiete er« Linksblock bilden und die Mehrheit behaupten, fa wäre der Konflikt wegen einer zweifellosen Reichsnotwendigkeit fertig.

Allerdings ist eine solche freihändlerische Mehr. Veit trotz aller liberal« Rechenkünste und aller Re- klamezettek des Hantahrmtes nichtvorhanden. Sobald au Stelle des MrasengeÜingels ter bittere ,Erust einer praktischen Aufgabe tritt, wird sich yt» 'ßett, daß efrr Teil der nationakliberalen Partei sich tutf die positive Seite schlägt und daß also ter bielgeprieserie Linksblock überhaupt nickst die Mehr­heit hat.

Herr Schippel schließt sich unseren Ausführun- ge« an, datz eS setzt einzig »nd allein auf btt A r- peits Mehrheit airfmwtt. Wer kann Mitarbei­ten? Wer toltt Mitarbeiten? Diese Sammlung bei brauchbaren Elemente ist keine Knnstpolitll, son­dern ein Natnrprozetz, der sich von selbst entwickelt, weil es so fern mutz. För nns ist das auch nichts neues; denn wir bete» wiestate aus dem Stand- Punkte gestanden, datz die feg. blauschwarze» Par­teien unter Ausschaltung des ganges Libera­lismus alles, allein nrachen mutzte«, sondern im Gegenteil das Dor zur Werkstatt für alle Arbeit-- willigen stets osfe» gehalten. DaS Gerede vom Linksblock und RecktMock ist noch ein Ueberbleibsel aus der BükowMeu Mackära traurigen Andenkens. Einen „fchwarz-vkauen Block" hat es niemals ge­geben. Wir hoffen, datz auch die Ausätze zu einem Links- oder Grotzökock. btt in ter Wahlagitation zu Tage traten, wäteend ter fetzt beginnenden A r- b c i t zunichte werte». Sollten aber die Fortschritt­ler oder ter linke Finget ter nationakliberalen Par­tei noch weiter tw bat starken Armen ter Sozial' demokratfe sich blockieren kaffen wolle», fo sind wir sicher, datz sie nur einen MiuderheitSbkock bilden weite», ater de» man bei einiger Krastan- stremzuuK zur Taaesordnung übergeben fa»*.

Herr Schippet testet iw beut erwähnten Artikel an, datz Nr Eosiaitem-ckratie i» bem „langsamen flttfttge» Umbildungsvrozetz« wohl dahin kommen konnte, pt de» Macktfragen des Reiche« eine andere Meklmrg emxntehmeu. Ja. wenn»? Wenn ein- nmk die ©^MltefRnTrtrfte mrfhörte, eine interna- tr»nale »ich Te»rl«ti»näre Partei zu sein, >uch sich zn einer nativnalen, wenn auch radikalen Reform Partei nmaestaltete, dann läget die Dinge ;ß®B4 anders. Aber werden wir ein solche« Ergeb- ms des „langsamen UmbildungsprozefleS" noch erleben? Unfern Enkeln und Urenkeln wollen wir

das allerschönste wünsche»; wir selbst aber besorgen die Geschäfte deS Staate« nnb des Reiches sowie die Wohlfahrt deS Volke» in Gemäßheit jetzt vor­handener Verhältnisse, Bedürfnisse und Mittel, und da gilt e«, den angewachsenen Kräften ter Ver­neinung und de» Umstürze» eine Positive, ar­beitswillige und arbeitsfähige Mehr­heit entgegenzustelle». Wir hoffen, daß sie auch im »euen Reichstag noch vorhanden ist. Sollte aber wider Erwarte» der Linksblock die Gesetzgebung lahm legen, so mag nur eine zielbewutzte Regierung von der verhetzten Wählerschaft an eine besser in formierte Wählerschaft chtpellieren.

Die Arbeitkprobe bildet die entschei­dend« Kraftprobel

deutscher Reich.

* Halbheit haben wir bet maßgeblichen Instanzen unserer Regierung wiederholt vorhalte» müssen, die )war unmittelbar vor der Wahl nach einer S am m- ung aller bürgerlichen Parteien gegen den revo- lutionären Umsturz rief, die aber kaum ein Wort des Tadel» sand für die sich bürgerlich und national nennenden Liberalen, die mit dem Umsturz ein Bnndni» auf Gcheih und Verderb entgingen. Noch mehr hat man sich verwundert darüber, daß die bayerische Staatsregierung zu den Stichwah­len auch nicht einen Laut von sich gegeben hat. Dr. Armin Kausen schlecht darüber in ter „Münch. Mg. Rundschau":

Eingeweihte erinnern sich auch noch lebhaft, wie außerordentlich geschäftig verantwortliche und unver­antwortliche Steffen und Personen beispielsweise im Jahre 10OT am Werke waren, um durch sanfte oder auch zornige Worte — je nachdem — da» Zentrum zur Unterstützung be» „ffartterfrrttenten* Liberalis­mus gegen die llmfiurzpartet anzuhalten. Hinterher hat man Männer, die an bett damaligen lokalen Kom­promissen noch gänzlich unschuldig waren, e» noch lange nachfühlen lassen, daß auf sie und ihre Partei „kern Verlaß" fei. Solche Erfahrungen hat allerdings der in der bayerischen Bureaukratie und in den höchste» Aemtern und Chargen immer noch allmächtige Libe­ralismus nicht zu fürchten. Ihm ist schon im voraus affe» verziehen, wenn e» mir gegen da» verhaßte Zentrum geht, und wenn auch, wie ge- fckehen, Würzburg, die GeburtSstätt« de» vvjäh. rtflen Regenten, ter Umsturzpartei auSaeliefert wirb. Selbst am Tage nach bem vorläufigen Abschlüsse eine» ba» ganze Königreich umfassenden Wohkpoktes mit der Sozialdemokratie durfte der literale FraktionSchef, dank der Vorsehung wohlgeneigter Freunde in bet .Umgebung" (beS Prinzregenten) in vollem Glanze bet Hofgunst sich sonnen. ES gibt Leute, bie derartiges geradezu wundervoll zu „deichseln" verstehen. Auch die total verfahrene Situation in der habe« rischen Landespolitik bat ihre» tiefsten Grund in der von bem früheren LaubeSvocsihenden der natio­nalliberalen Partei gekennzeichneten „einseitigen Zen» trumSfurcht". I» Form einet ftötet krankhafte» Zentrumsscheu bat sich dieses liebet bis in die höchsten maßgebenden Kreise eingenistet und wird durch planmäßig vorgeh««be Setzet wie. durch seichte Slnek- dotenerzSblet fort und fort lebendig erhalten und nach Bedarf gesteigert. Wit könnten die Persönlichkeiten mit Kamen nenne», die sich in dieser unterantwort- licken Tätigkeit ganz besonders auSzeicknen und sich dessen unter Umständen sogar noch rühmen, wenn sie im Sbruch- ober Kegelklub, bei — Tand und Sport oder auf der Jagd beisammen sind. In einem rechts- liberalen Blatte würbe halboffiziöS daran erinnert, daß mehrere Minister, barunter bet Ministerpräsident, fick bei Gelegenheit über bie Unverträglichkeit der Be­amtenpflicht mit irgendwelcher Fördenrng bet Sozialdemokratie offen geäußert hätten. Da» will ebensowenig besagen, wie bie immer noch unbe- gsanbigie Kundgebung deS Kriegs.mnister» an bie in­aktiven Offiziere. Man weiß, wie e» bei solchen Din- gen zugeht. Einet, bet die PrariS der nationallibe­ralen Partei al« deren kangfährigen Londeschef am besten kennen muß, Direktor Tafel, äußert sich ht Rr. 3 bet „Allg. Zig." vom LV. Januar 1918 über daS Larck- tagSwablabkommen, da» er für einen schweren Feblcr hält, unb über seine „unerhörten Einzelheiten": „Man bat nicht nut bie Kreise, in tenen da» Zentrum be­kämpft werden muß, sonder» auch solche, in denen da» Zentrum gar nicht in strage kommt, an bie Sozialtemo- kratie verschachert, man hat be« Abkommen auf sechs Jahre gemacht, so baß sechs Jahre lang penstsnierle Offiziere, Beamte, ^lewerbefreibenbe unb anbete gezwungen werbe», sozialbemo- kratisch zu wählen." Man wirb sich übet viele Dinge, bie sich im Königreich Bayer» zutragen, kaum mehr säuberlich wunder» können, wenn da» richtig ist.

war der .Allgemeinen Rundschau" von einet sehr zu­verlässigen Seite al» verbürgte Tatsache mitgeteilt wird. Der verflossene Minister be» Innern, Graf Feilitzsch, StaatSrat im außerordentlichen Dienst, äußerte gegenüber Offizieren a. D.. welche Bedenken trugen, einem Sozialdemokraten ihre Stimme zu geben, mit großer Bestimmtheit: Benn in feinem Wahlkreise infolge de» Blockabkommen» ein Sozialdemokrat ausgestellt werde, so wähle et diesen, unb et wünsche, datz diese» verbreitet werde.

/v Dn» ,Si«8 dr» Liberalismus" bei der Reich»- tagSwabl wollen liberale Blätter mit aller Gemäss ihren Lesern einreden. Zum mindeste» wollen sie glauben machen, andere Parteien hätten noch mehr Pech gebebt als bit 8iberaten. So schreibt die .Köln. Ztg.":

Alle bürgerliche» Parteien, vor allem und am meiste» Ronfttoettee unb Zentrum, Haden Em- buten erlitten, unb zwar burchweg zugunsten der Sozialdemokratie, die al» die stärkste parlamen­tarische Partei in be» nächsten Reichstag «tnzieht.

Die Rationalllberalen haben erheblich stärkere Einbußen erlitten als das Zentrum. DaS Zentrum verlor von 103 Mandaten 10, die RationaUiberalen verloren von 51 dagegen 7; das Zentrum hat elfe vo» seinem bisherigen Bestände nur 10 Pr->z. ver­loren, die Rationalliberalen aber haben 14 Prozent verloren. Die Rationalliberalen würden noch sehr viel größer« Verluste erlitten haben, sie würden zur kleine» Fraktton geworden fern, wenn das Zentrum sie nicht in einer Reihe von Wahlkreisen gegenüber der Sozialdemokratie herauSgehauen hält', so in Wiesbaden, Eisenach, Pforzde m, Friedberg, Dufebura, Bochum, während da« Zentrum noch er­heblich stärker geworden wäre, wenn d e National­liberalen für sein« Kand baten gegenüber der Sozial­demokratie gestimmt hätten.

= Ei» Schwindel. Das „Neue Jahrhundert" erzählt, im Dezember 1907 sei „etacS schönen TageS von Rom die telegraphisch« Ortet" ergangen, drei Professoren der katholische» Theologie in München und zwei m Würzburg „seien sofort abzufeven" und zwar sei diese Order nicht an die Nunttatnr er» gangen, sondern an daS Ministerium des Auswär­tigen „zu Händen von Herrn v. PodewilS". DaS i»S Vertrauen gezogene Kultusministerium habe keinen anderen Rat gewußt, „als beit Nuntius zu veranlassen, daß er m Rom in wirkfemer Weise bedeute, wie schwierig die umgehende Ausführung deS päpstlichen Wunsches fei". — DaS ist ein vollendeter Unsinn. Die „Franks. Ztg.", die ja in Sachen „Reform" deS Katholizismus mit dem Reuen Jahrhundert Hand in Hand geht, bezeichnet zwar diese „Reminiszenz" als geeignet, „darzutun, wie man sich in Nom die deutschen Verhältnisse vortzellt". Wir betonen ater uschmals, datz die Historie ein haltloser Unsinn ist. der nur beweist, wie sich in gewissen „deutschen" Köpfen die Welt malt Wenn man solche Tartarenuachrichten In die Welt fetzt, fo beweist man damit nicht, tote naiv dicseniger. sind, auf deren Kosten man sie erzählt, sondern weit eher, wie einfältig man selbst ist und für tote dumm man sein so gern al» „aufgeklärt" angesprockienes Publikum in Wirklichkeit hält. Den größten Blödsinn gibt man dann unbedenklich wei­ter, wen» man „Rom" dadurch glaste blamieren zu können. Sonst will man nichts glauben, aber im Kampfe gegen Rom zeichnet man sich durch einen ->Fvz besonders starken Glauben auS.

d* München, 31. Jan 1919. Der bayerische R-stblock erläßt zu te*t Lavdtaaäwabv't einen Auf­ruf, worin er anffordert, „dem Mißbrauch der geistlichen Gewalt zur Wahlbeeinffnfsnna" entaeaen zu treten, imh dem V-»llz»asauSsckmß solche Fälle ru melden. Man ist nickst weniq erstaunt, aus dem Mnnte von Liberalen unb Soziaktemakraten so et­was zu hören. Die Liberalen haben in ter? ffndustriebezncken von t-ber dis artete Wabkkvran nek getrieben und in Bayern im Jahre 1881 ter vom Zentrum beantragten Einführung des a «Hei­men Wahlrechts sich widersetzt. Welche» WahlterrorismnS die Spriakdemokmten treiben, ha­ben sie bei den letzte» SandtagSwabken m Berlin bewiesen, wo sie GeschästSleute, die liberal gewählt betten, bovfottieren. Und ba redet man von „geist­licher Wahlbeestrffussunq". Die katholischen Geist­liche» lasten ssch nicht irre machen durch diese Ma­növer. Sie üben ihr staatsbürgerliches Recht aus, indem sie sich an den Wahlen in der ihnen zusagen- den Weise beteiligen. Diese Rechte lassen sie sich

durch Rotblock-Drohungen nicht verkümmern. Dik­tatorisch erklärt der Blockaufruf: Geistliche machen Zentrumrmandate ungiltig durch Mißbrauch bei geistlichen Amtes." Ob ein solcher „Mißbraucht vorliegt und ob ein Mandat ungiltig zu erklären ist, darüber bestimmt nicht der Rorblock, sondern die Abgeordnetenkammer. Solche dummen Drohungen mach«» den Rotblock nur lächerlich.

* Die Ausfichle« der Ptzttoksgie- Studiereuden.

Bon den Aussicht«» der Philokogie-Studiereiiden in Preußen entwirft em auf ringetenvem statistischen Material teruhruder Aufsatz in Rr. 2 des deutsche» Philologenblattes ein ziemlich trübes Bild. Rach den Berechnungen deS Verfassers wird die eigent­liche Rot wegen Uederftillung erst um das Jahr 1914 oder ISIS emtreten; augenblickllch und bis in aas nächste Jahr hinein werben sich Angebot uni Nachfrage noch ziemlich decken. So wer »en am I. Mar 1912 einem Bedarf von jährlich 759 bis 775 Kandidaten etwa 750 Kandidaten gegenüber- stehen, fo daß die Verhältnisse dis etwa 1914/15 noch als normal gelten lännen. Aber von Ba ad werden die Zahlen mit jedem Jahr mehr ins Un­geheure wachsen, und 1919 dürften etwa 6000 an- fteöung» ät}ige Kandidaten vorhanden sein. Das enlspräche einerWartezert von acht Jahren, abgesehen von Seminar« und Probejahr, mit der d:e Abiturienten, bie von jetzt an Philologie stu­diere» wollen, zu rechnen hätten. 1000 bis höchstens 1200 Abiturienten jährlich würden in Zukunft ge­nügen, um den jährlichen Bedarf zu decken, und diese müßtm noch dazu aus wirtschaftlich durchaus keiftinrgSfLhigeu Kreisen stamm«». Der Versaffer schließt feine Abhandlung mit den Warten:

„Angesichts dieser Zahlen bürste e» nun Sache der PrSomgawerem«, bezw. Orklgrupven und Pfiuh. jede» empinen Kollegen fern, bte Kbittrrr«:te» der höhere» Lehranstakken auf dies« drohenden G fahren aufmertfara z» machen und fe de» Zustrom zum Slubntm der Phitologre [im letzt«» Jahre baten stch wxh 2238 von 4445 «biteriemm gleich 60,2 Prozent Ser Pyrtotogie zugernandt lj mentg8in» »och Möglich­keit eruznjchränken. ES liegt nicht mehr in ueltree Macht, eme Ueterfüllimg zu v«hmd«r» rote st« tn der Feschrchtt deS Odettehrerstande» drstzer nicht zu ver­zeichnen war."

Dieselbe Nummer de» Philologenblattes enthält eine amtlich« Warnung vor tem Studium d« Philologie in Bayern. Dort hat sich tm« solche lledertüffrnig bemerkbar gemacht, daß der tämtürben Lehrfächern, namentlich bei dem Lehramt der Mathematik, bet Ralurwissenfchas e» und für Zerchnrn geprüfte LehraMtSkantedate», die auf Grund ihrer Rote für eine Verwendung im Staats«, dienst in Frage kommen, aus ^«l« Jahre hinaus zur Verfügung stehe». Trotzdem unb ungeachtet wiederholter Warnungen i» früheren Jahren ist ein Nachlassen im Andrang zu dem Studium rote zu des Prüfungen sicht zu betm&n. - ' 1

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Mus dem Nachbaraebiete. ' . ,

5 Kammerzelk, 31. Jan. ISIS Der hie^ge Kriegerverer» bat in seiner letzten Sitziwg be« schloffen, {ein ältestes, treue« Mit gl wo, den SäjLhrigen Veteran Samson Helcker zrmr Ehrenvorsitzenden zu ernennen. Ein diesbezügliche» Ehrendrplom wurde rh« üb rrrlcht. Der für feto Atter noch recht rüstige Veteran genügte seiner Dienstpflicht im Jahre 1848. Er nahm an dem Feldzug m Baden teil.

* Schlitz. 30. Jan. 1912. Infolge eine« Streites um ein Mädchen gerieten d» juAMdliche»Textil­arbeiter Schmidt mb Sippe! van hier in Streit. Schmidt zog em Messer rmd verletzte seinen Gegner durch drei Stiche fa schwer, daß er na* 6em Spital geschafft werden wußte; an seiner» Aufkommen wird gezweifelt. Schmidt wurde durch die Gendarmerie oerhaitet.

• Wehrte (KrS. HLnfekdl, 81. Jan. ISIS. Dem Förster Vock von hier gelang es, ernt» Fischreiher mit der Kugel z» eriegev, der sich in unseren Fluren verirrt batte. Der Vogel hatte eine Fkügel« ipannnng von 2 Meter. — Auch eine Schor Schnee- gänf« (10—12 Stück) ist in de» letzte» Tagen hier gesehen »»orten.

bi» ihr mit mitgeteilt habt, wo ihr einen gewissen

bi» ihr mit mitgeteilt habt, wo ihr einen gewissen 1 „In Scheck aufbewahrt, ben ihr die Güte hattet, fut mich f Gleü im Hotel be llEntope abzuholen Ihr erinnert Hosentaf euch, daß ich euch schwor, nicht- würde mich bewegen, 555t den Scheck zu unterzeichnen. Aber ich schwor auch, das

Auge «er.

i» Ehre» grau werten können, schlechtes Weib geheiratet hätten.

teewn Sie nicht ein

Idealistin!" lachte bet Alte

Sten tnrnteu Tattw

Er hält einige Sekunde»

Opfer

jtidjt mehr lange m Anspruch

tnch ich dieses Haus nicht ohne jene» Scheck verlassen wurde. Nun denn, ment lieber Bernardo — fön»

,Sieht ihr ähnlich. Das Mätel war stets eine auf „Freilich^, be#

leichtgläubige Ting konnten Sie durch Bersprrchme- ge» kirr« machen — «ich eiM. Ich habe feine Lust, auf dem Weg« »ach Eibiri« zu Berenten.”

*** Lieber» Ja, ja. Sie sind eine Östliche 9Tatet und zum Utüerotbae« prätesti.

Waltzen bringen wird. — Habe» SU feine Angst, SÄernarte? Ich halte Sie «her fät em« Natten, SLfe” r«ch svhte ich mich Ihn« Srivtfierwatzen verpflichtet. Eie wat« «t mckr nut ei» Mer Tjener; Sie haben mit

Ae W SertMrten.

Ö9i Semen wett Adele Bättchrr.

-Sw» hi-r ist meine aufmerksame Wirtin", lä-

_ 1 — meinet Tasche —"

Gleich darauf liegt der Inhalt von Bernardos Hosentaschen in einem Häufchen auf dem Tifch.

land ttansportieren pt lassen —"

„Das bezweifle ich. Sie können noch stbkeg«. fesseln, knebeln — aber niemals mich pnn Atm«

Mtttelchen vertncken. die sie bei mir anzuwente» für gnt befand? Sie willen schon: Frnqernägel. Ra- teln, brennende Stteichhölzer nnb derlei Keine

Während der Geheimpolizist de» Schlüssel nimmt und das Büfett ausschließt, — eine Manipulation, bet bie Lnngos in ohnmächtiger Wut mit den Augen folgen — tasten die Finger des blinden Greise» über den Tisch nnb eignen sich ben Heinen Revolver an, den Bernardo ihm vorgestern fort»

neu Sie mir sagen, tvo besagtes Papier versteckt ist?"

Unruhig nickt Bernardo auf feinem Stuhl hin und her, während feine Keinen, stechenden Augen den drohend vor ihm steheichen Greis ängstlich an- starren. Schon öffnet er den Mund — da gibt ihm Nina einen leisen Stoß.

„Nein", murmelt er matt

„So —? Weiß Ihre Frau, wo et steckt?"

Meder ein Fußstoß be» Weibe» — diesmal hef­tiger, zorniger.

„Nein."

Der Alte küchelt sarkastisch.

finbgefeffelt? Wie nun, wenn ^*56m tekamin«- iw wwhm^S *2** Oder mit Radeln f£ sm meine Unter» ÖWIÄ ÄsittM filier Ärt rze erMvpkk»»-

da fitzt ro noch römatib irrteI, treuer Gatto. 9*

genommen.

Rach einer halben Minute schließt der Geheim- Polizist da» Büfett wieder zu.

„ßafen Sie den Scheck gefunden?" fragt 6a» mueloff auf russisch.

„Das kann Ihnen gleichgiltig sein. Sie echcck- ten ihn doch nicht?"

Ironische» Lacke» versieht die Mundwinkel des Greises.

„3(6 kenne russische Verhältnisse zu gut, nm auch nur ein« Moment an Der Richtigkeit ihrer Behauptung zu ztoeisel». Ich frage nur au« be» grerflichem Interesse: hab« Sie ih»?"

„Ja . . . Und nun will ich Ihre Enkel« hol«, die im Retensimmer auf uns wartet."

„Wozu? Das hab« Sie mit ihr Vst?"

„Eie hat sich ter russisch« Regierung anteelie- fett, um ihren Großvater aus bete Händen ferner

Leite« Stöhn« entrinnt sich der Brost be« SB* bei Ae mochte anfspnngen, fliehe», und wagt doch nrckt, sich p» rühren, unter dem starren Glan» meset furchtbaren, Mtnben Augen, der cht bi« auf den Grund ihrer Seele Brennt.

„9htn?" spottet der Alte. „Ist Ihr Driröchtni» noch tmm« schwach? Muß ich wirWch Gewaltmatz- «gem —

„Erbarmen! Erbarmen, Herr Fürst!" wimmert Bernardo. „Sofien Sie meine Frau! Ich will Ihn« alles sagen —"

„Also schnell! Do ist der Scheck?"

„Dort — tat Büfett — auf dem Bte« ter

srn falten, stahlharten Man» beschleicht jenes im- erklärkiche Gesiihk von Furcht in der Nähe des blin­den gebrechlichen Greises.

„Wenn ich Sie mm wirklich hier zurückließe —" sagt et nach einer Weile in zweifelndem Tone —1 „was würde an» Ihnen? Sie ftab in den Händen ter Lnngos —"

„Ick — in den Händen bet Lunaos? Sie sind ra meinen Händen!" «st bet Alte mit triumphie­rendem Spott

Der Geheimpolisist schüttelt ben Kopf. Et Be* areist ben Alten nicht. Doch was kümmert es schlietz- kich tim, was dieser sonderbare Konz twt hat!

„Wenn Sie beim durchaus wollen — meinet* tofwn!" ettoitert et mit tunem Amflachen. T« rustifch« Regierung ist ohneht» au Ihrer Enkrtta mehr gelegro. al« an Ihnen. Aber — Sie teerte» sich noch eine» andere» besinnen unb mit tttti kam- ntar —*

„Niemals Wenn ich bi» morgen anderen Sta­re« werte, fömre» Sie mit mir mach«, was Sie wollen. — Jetzt schaffen Sie mich wieder htaauf in meta Zimmer und überlass« mich mir selbst!"

„Und Ihre Enkelin ? Sie wird Rom nicht eföte Sie verlass« wolle»."

„Ta» bezweifle ich"

Noch einmal blickt der Geheimpokisist be» mr* tetatiüte» Akte» pveifrinb an. Temr tetentet er Petrowitsch, ihn wieder hinaufzugeletten.

W« er gl«ch darnach da« Zimmer betritt, in tem er Stach, vorhin jnritfgelafiew, sitzt diefe noch rrer 186, bewegm^kos ans demselben Fleck.

Abenddämmerung tert Rh hekabgefe»kk, ten^yn- Hxu Otinen Raum mit eurer Art vo» mystische IN Dunkel füllend

Jgntx ist ter Scheck. Machen Eie damit, wag Sie wolle»? Und bonr — kommen Sie? Kasch! Boris Eamuelo^ ist bereit- mit meinem Kolleg«