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Samrtag 20. Jasuar (9(2

59. Aay»g«l«.

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Zehung

2. Blatt.

®rw<r ”«b Verlag 6er Snlbaer Xcftatottfriei i* Sui»«.

stand und Zentrum

Die Grundsätze der deutschen Zeutrumspartei in

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Die Vertrauens-

Von diesen Gesichtspunkten ging das Zentrum bei seiner Mittelstandspolitik aus. Gegenüber dem ängstlichen Bemühen des Liberalismus, ja nicht das Prinzip von der freien Entfaltung der Kräfte anzu­tasten, hat die Zeutrumspartei die Staatshilfe zu­gunsten des Mittelstandes als eine Pflicht des Staa­tes angesehen und durch Einschränkung der ungebundenen Gewerbefreiheit den Schutz der Mittlern und kleinern Existenzen gegen­über dem Großbetrieb in einer ganzen Reihe von

Ohne Organisationen kommt der Mittel­stand nicht mehr aus. Im Zusammenschlüsse lie­ge« für ihn starke Vorteile. Den» Zentrum, speziell Professor Hitze, hat das Handwerk es heute zu ver­danken, wenn ihm in dem Schutzgesetze von 1897 eine neue zeitgemäße Organisation geschaffen wor­den ist. Wie tft man in Zentrumskreisen nicht be­müht, auch den Detailhandel der Vorteile der Or­ganisation teilhaftig zu machen!

. 'M Tripoliskrieg hört mau nichts mehr Von Äesechten. dafür aber nm so mehr vorn Frie- den Erst hieß es, daß Rußland die Sache in die Hand genommen habe und unterstützt von Deutsch- la»d und Frankreich in Italien für den Frieden

nalliberole für Trimbor« (Köln) und Jtschert sicher erntreten." '

vermittele. Jetzt wird sogar gemeldet, daß in Rom eine Zusammenkunft europäischer Staatsmänner, darunter der demsche Reichskanzler und der englische Ministerpräsident Asquith, geplant sei, die über die Grundlage eines Friedens im Tripoliskriege ver­handeln würden.

Eine zweckentsprechende Mittelstandspolitik muß ausgehen einmal von der Ueberzeugung, daß der getverbliche und kaufmännische Mittelstand auch bei der heute herrschenden kapitalistischen Wirtschafts­ordnung lebensfähig sst, anderseits von dem Grundsätze, daß die Erhaltung seiner Lebenskraft einer Forderung des Gemeinwohls entspricht.

„Jeder Kandidat halt« Anhänger unter den An­wesenden, — und als dem Zählkandidaten der Schwar- ;en die erste Stimme notiert wurde, da wurde em

Und mut die aufopferungsvolle Treue, die er der Zentrumspartei bewiesen hat! Er starb in den Sielen, in der aufreibenden Arbeft für seine .._s. r m l„ im wahren Sinne des

Wortes sich a u f g e r i e b e n fiir unsere Ideale und

Die nassaussche Sozialdemokratie hat die Strchwahlparole ausgegeben: Im Wahlkreis Limburg-Weilburg für den nationalliberalen Kandidaten Hepp, gegen den bündlerischen Kandi­daten Reu einzutreten, ebenso im Wahlkreise Wetz, l a r-Altenftrchen für den Nationalliberalen vom Rath, im Wahlkreise Dillenburg, wo Stich­wahl zwischen Rationalliberalen und Christlichso- zialen erfolgen muß, hat die Sozialdemokratie Stim-1

wochen-Ruil-schau.

f:] Fulda, 19. Januar 1912.

gesetzt Er wußte und leistete, was er der Berliner Obrrgkeft und dem gesamten Baterlande schuld'g war, m vollstem Maße; aber er bsieb auch ein treuer Hannoveraner. Seine Anhänglichkeft an das angestammte Herrscherhaus war um so löblicher, als der blinde König Ernst August ihn keineswegs rmt Gnaden überhäuft hatte. Das hannoversche Mini- stermm, in dem Wiudthorst so erfolgreich gewirkt durch eine .Hofkamarilla gestürzt worden. Wlndthorst selbst war vorsichtshalber aus der Hauptstadt entfernt und als Kronoberanwalt nach Eelle geschickt worden. Diese politische Kaltstellung des erfahrenen und klugen Staatsmannes wurde für den Thron verhängnisvoll. Mit Recht konnte Windthorst gegenüber späteren Anzapfungen im Reichstag darauf Hinweisen, daß er in den kritischen Tagen von 1866 vollständig ausgeschaltet gewesen sei. Hätte er damals die Krone beraten dürfen, so wäre gewiß ein Ausweg gefunden worden, der die Z^uastie und die Selbständigkeit des Landes ae- v«hrt hatte. Aber Wiudthorst ließ sich nicht von kJL* '""r1““8 a“ seine Entlassung und Richt- etien- sondern gerade er bewahrte dem StS?- ®ra-^r,au?e sEne Treue, die ma. che bisherige Guustlmge vermisse» ließen.

..,3“ der Treue gegen das .Heimatland gesellte n defle" b« Kirche und das un-nt- wegte Festhalte« an der katholische» Welt- «nfepauung, die der edelgesinnte Jüngling sich ^udthorst an die Spitze der aal^^^"? trat, deren erste und höchste' Aus- gäbe d;e.Vertech^ung der kftchlicheu Freihest und der religiös-sittlichen Interessen war, da setzte er ^Drm?,< und mit größeren Mitteln dieselben Bestrebungen fort, die er berefts als Ab­geordneter und Minister von Hannover betätigt hatte. • *

Unpolitische Zettiavfe.

N- Berlin, 18. Jasnar 1918.

iRachdruck verboten.)

Wenn er, dessen wir in diese« Tage« gedenken, wenn Wiudthorst w-eder-käme. würde« wir uns schä- S nn*7rltolJ£Ü,t'm Elnge? Ich glaube, er würde KAalr^8.^ Wahlergebnisse vom 12. Januar lebt noA K.a i?2en‘ Dw alle Zentrumsgarde mssoni?^^^Turm steht noch; ich habe nicht b-etftobt' Stritte* und gelitten! ,ra attl“ alter lieber Windthorst

N^tage Ui senschaft herunterschauen dü!fen. <£r öF.' ltn.c wrr femer gedacht haben. uub

absteigenden Gedanken begegnete« sich in Treue und in Hoffnung.

unsere Interessen. Mancher oberflächlicher Beobach­ter, der von dem Ruhme Windthorsts hört, stellt sich das so vor, als ob Windthorst an der Spitze der grüßen Partei ein glanzvolles Herrscherdasein ge­führt hätte Ach nein, es waren Jahrzehnte voll zahe-r, schwerer, harter Arbeit, voll Sorge und Mühe vcnl fische» Morgen bis in den späten Abend, durch­setzt mit viel .Kümmernis und Aerger. Je mehr sich in dem Kopf und den Händen Windthorst's die Geschäfte der Partei konzentrierten, desw schwerer lastete die Verantwortlichkeit auf seinen Schultern, und das wollte ungeheuer viel besagen in jener kritischen Zeit, als das geistige und vielfach auch das körperliche Wohl und Wehe vieler Millionen von seinem Rat und seinen Maßnahmen abhing, als jeder Mißgriff geradezu verhängnisvolle Folgen haben konnte.

Dem gewöhnlichen Beobachter kommt das parla­mentarische Getriebe vor wie der Gang einer wohl­versorgten Maschine. Das sieht so einfach aus, als ob es „von allein" so geben müßte Aber welche Mühe und Sorgfalt ist erforderlich, um eine richtig arbeitende Maschine in Gang zu bringen und im ungestörte» Gang zu erhalten?

Es ist auch nicht richtig, wenn man denkt, Windt- hvrst sei der unumsckräiEt gebietende Herr in der Fraktion und in der Partei gewesen, der nur seinen Willen auszufprechcn brauchte, um ihn sofort erfüllt zu sehen. Nein, so einfach ist die erfolgreiche Füh­rung einer Riefenpartei doch nicht, selbst wenn der Führer das Ansehen eines Windthorst genießt. In einer Fraktion von Hunderten von Köpfen gibt es trotz aller grundsätzlichen Einigkeft auch verschiedene Sinne. Die Temtvramente, die örtlichen lieber« sicferungen und Interessen, die Eigenart der Stände und Berufszweige und des individuellen Bildungs- «nd Ersahnmgsaangeß — alles wirkt auf Mannig- falt:gleit hin, und aus der Mannigfaltigkeit der Stimmungen und Ansichten ergeben sich oft Reibun­gen, die auch bei freundschaftlichem Ausgang doch dem Führer stets neue Schwierigkeiten machen. Auf eine große parlamentarische Fraktion, wie das Zen-

| Zentrumsleute sollen es aber nicht empörend finden, wenn die Fortschrittler Köln und noch so mannen Zentrumssitz der Sozialdemokratie ausliefern wollen; wir sollen eS nicht empörend finden, daß die Fort­schrittler di« Parole ausgeben: Keine Stimme nach rechts, eher den Sozialdemokrat als den Zentrums- | mann! Wie es in den Wald ruft, schallt es auch | wieder zurück. Wenn den Fortschrittlern ein So­zialdemokrat lieber ist als ein Zentrumsmann, so sind wir doch reichlich entgegenkommend, wenn wir sagen, uns ist ein Fortschrittler so lieb wie ein Sozialdemokrat. Was aber den Herrn Hauß­mann angeht, so wäre es doch ein tragisches Miß­geschick ,wenn er auf Zentrumskrücken in den Reichs­tag einziehen müßte, ausgerechnet Herr Konrad Haußmann, der in Freiburg am 19. Dezmber 1911 nach einem Bericht der „Bad. Landesboten" von ,Lentrumssklaven" gesprochen hat, die da und dort austauchen. Will Herr Konrad Haußmann jetzt auch unter die „Zentrumssklaven" gehen?

Wahrend im Reiche noch der Wahlkampf tobt, ist ber Preußische Landtag wieder zusammen« getreten, um sich allerdings sofort wieder bis zur Beendigung der Stichwahlen zu vertagen. Außer der Einbringuna des Etats durch den Finanzmini- ster Dr. Lentze im Abgeordnetenhaus nahmen beide Hauser des Landtages die Präsidentenwahl vor. In bechen Häusern hat sich ein Wechsel im Präsidium vollzogen. Anstelle des langjährigen L Präsidenten b. strocher, der eine Wiederwahl ablehnte, wurde Frtzr. v. Erffa znm Präsidenten des Abgeordneten- GS? NK»<KkL^LLNL LI «• >■»«, sundheitsrückfichten gezwungen, eine Wiederwahl ab- I n len P art ei Westfalens, die

Öen. Sein Rachsolaer ist Grak I ^eu e $,ei lvgte, um zu den Strchwahlen Stellung

»g Hal in dieser Seffwn ein rmfar^^es Ar- bem^TSt u m^n ÄS9”“ Ä9, mÜ beits Pensum zu erledigen Anker dem I, . ? trum tn Verhandlungen behufs gegen»

er sich v' alle n mi^ Unterstützung in den Wahlkreisen Dort­gen haben. Steuerreform ,u beschaftr- mund-Hörde, Bochum-Gelsenkirchen-Witten,

y <1: v a » e v -u . .->- •« .. . .. I ® f f * n und Duisbur g-Mülheim einzutreten,

mein hla ncMvV1 'ß- ’t- Teil aus den Truur-1 Die Verhandlungen zielen dabin, daß die National- ^ndmetts Earllaux das Mun- 1 liberalen dem Zentrum in Dortmund und Essen Ij^'uPv'ncaree, das g^ße Kabmett' ge- Wahlhilfe leisten und das Zentrum dafür die natio- ■ In dtesemMtmstenum sitzen meh- nalliberalen Kandidaten in Bochnm-Gelsenkirchen u. 1Uf '.rn^re Mmffterprafidenten, und daher gab Duisburg-Mülheim unterstützt, man rhm den Namen das „große Ministerium", den * Bielekeld 17 Qan 1912 frieden sei», als mit einem Kabinett Delcaffee, das in der Schwebe war. Bon dem neue» Ministerium wird erwartet, daß es wenigstens nicht unfreundlich Deuffchland gegenübertritt Superkluge Politiker wollen schon wisse», daß mit diesem „großen Mini- stermm" die Aera der deutsch-französischen Berstän- dlgmig anbräche, sie vergessen dabei aber, daß eS nicht darauf an kommt, ob einige Minister die »er« ständigung »vollen, sondern daß u» Volke noch Gegensätze fortleben und Stimmungen vorhanden sind, die sich nicht durch diplomatische Reden aus - ber Seit schaffen lassen.

trum, wirken auch manche Einflüsse von mißen em, mit denen sich eine gute Führung umsichtig und vorsichtig abfinden muß. Das war gerade das größte Verdienst Windthorsts, daß er alle Gefahren für, die Eintracht, die kleinen alltäglichen wie die großen weltgeschichtlichen, mit ebenso viel Geschick wie Geduld zu überwinden verstand. Möglich wurde es ihm nicht durch einfaches Kommandieren, son­dern durch zielbewußte Selbstaufopferung. Ein philosophischer König hat einmal gesagt, her Mo­narch sei der erste Neuer des Staates. Windthorst war in diesem Sinne der König ber Zentrums- Partei, er war ihr erster Diener, ihr opferwilligster Diener.

Das Meisterstück seiner Polittschen Weishett war die bekannte Gürzenichrede von 1887, durch welche er die Gefahr überwand, die den Bestand der Zen- trumspartei durch die von Bismarck veranlaßte Ver­öffentlichung römischer Noten bedrohte. In jener berühmten Rede sprach er warnend von ber etwai­gen Grabschrift für das Zentrum: „Von den Fein­den nie besiegt, aber von den Freunden verlassen." Aus diesem Stoßseufzer kann man erkennen, daß manchmal die Eigenart ber Freunde ihm schwieri­gere Aufgaben stellte, als die Angriffe der Feinde. So begreift man auch, daß in den letzten Jahren seines Lebens, als die körperliche Gesundheit wankte, häufig ihn der Gedanke beschäftigte, sich zursickzu- ziehen und die drückende Last ber Führung auf jün­gere Schultern zu legen. Er überwand aber stets diesen natürlichen Trieb und hielt Treue bis zum letzten Rest seiner Kräfte

Seine hervorragende Stellung jahrzehntelang zu iebaupten, war mir^dadurch mögluh, daß alle Welt eine lautere Treue anerkannte und sowohl bei den Freunden als bei den ehrlichen Gegnern die lieber« zengung herrschte, Windthorst fei in seinem Denken und Handeln vollständig s e l b ft l o s, er kenne we­der Eigensinn noch Eigennutz in irgend einer Form, andern opfere sich vollständig seiner Sache

Aus dieser Selbstlosigkeit erklärt sich em Dop­peltes. Erstens seine erstaunlich b es_ch_e i d e n e

---------- ber Fortschrittlichen Volkspartei im W-chl- kreffe Bielefeld-Wiedenbrück beschlossen, den Wählern die Entscheidung zu überlassen. Damtt dürste der Sieg des Grafen Posadowskh über den So­zialdemokraten Severing entschieden sein.

* Limburg, a. d. 2„ 17. Jan. 1912. Der Vor­stand des Landesausschusses der Zentrums- Partei für Nassau bat hier heute in einer mehr­stündigen Sitzung Stellung zu den Stichwahlen ge­nommen. Für den Wahlkreis Stabt Frankfurt, in welchem Dr. Quarck (Soz.) und Oeser (Fortschr. Bolksp.) zur Wahl steben, wurde Wahlenthaltunq Proklamiert. Für den Wahlkreis Wiesbaden-Rhein- gau (Stichwahl zwischen Bartling (Natl.) und Leh­mann (Soz.) konnte eine endgültige Parole nicht aus- gegeben werden. An die Führer der nationallibera- len Partei in Wiesbaden und Frankfurt wurden folgende gleichlautende Telegramme abgefchickt: „Zentrum wählt energisch Bartling, wenn Natio-

Jn China soll die Abdankung der Mandschu- dhnastie unmittelbar bevorstehen. Auf den Staats­retter Iuanschikai wurde von den Revolutionären ein erfolgloses Attentat verübt.

Wie wir in der Landwirffchaft neben dem Groß­grundbesitz eine breite Schicht mittlerer Bauern­güter erhalten müssen, die man mit Recht eine Quelle der Volksgesundheit und der nationalen Stärke bezeichnet, so müssen wir auch neben dem Großbetrieb eine möglichst breite Schicht mittlerer unb Hein er er Unternehmer, — —«Bl|ura Ul

°c‘e' bcrlt Anforderungen der kapitalistischen ber Auffassung ber Mittelstandspotttik sind die einzig Wtrtschaftvwelse sich anpassend, danach streben, richtigen. Auch die Praxis der Partei auf dem Ge- durch Hebung der Leistungsfähigkeit, durch das Ein- biete ber Mittelstandspolitik kann sich sehen lasse», gehen au| '»dividuelle Bedürfnisse, durch Darbie- Wenn der Mittelstand aus alledem die richtigen iung von Qualitätsarbeit, unter Umständen unter 1 Konsequenzen zieht, wird er sich selbst am meisten Slittofeufig des genossenschaftliche» Zusammen-1 nützen! chlusses, neben dem Großbetriebe konkurrenzfähig I —------—

zu bleiben. I

unwilliges Brummen la t. Was, tn Hamburg gibt es noch so dumme Menschen? Auch in Hamburg gib! es noch mehr als taufend so dumme Menschen."

Seite 13 preist aber der Hamburger „General­anzeiger" ein ganzes Heer von Wahrsagerinnen für seine Intelligenzen an; da steht z. B.:

„Weltberühmt. «Handlsten und Karten, auch Unterricht. Nur firne Zeit. «. . . . üiaße " — „Frau L. . . ., Karlen und Sympathie." „Aegyptische Karlen deutet einzig nach 2 Uhr . . — .Frau M......

Soll ich die Persönlichkeit Windthorft'z mit einem durchschlagenden Eigenschaftswort kennzeichnen, so foge ich: Getreu bis in den Tod! In der Treue steckt der Schlüssel zu seinem ganzen Wc 'tu und seinem ganzen Lebeuswcrk.

Als 1866 das Königreich Hannover seine Selb­ständigkeit verlor, wußten viele Hannoveraner mit großer Schnelligkeit und großem Vorteil vom sin­kende,i Schiff auf das siegreiche Schiff $u springen, eie vergaßen ihren blmden König und das ange­stammte Herrscherhaus, die ihnen nichts mehr bitten konnten. Windthorst hätte als rühmlichst bewährter Justrzmmister und volkstümlicher Staatsmann in ™r* -'n- glänzende Karriere machen können, hannoverschen Bergan- blrt to«- l’0,Ie.n- Er tat es nicht. Er u d 4be^n\,TVtbi‘' ,CTnen Etn Grundsätzen firfe iS Ä unglücklichen Herrfchcr- ,treu- Nicht aü ob er die Pflichten gegen« ub« der neuen Ordnung verletzt ober versäumt

den Sielen, in der auftech * •*'***•

besetz-» durchgeführt. In diesem Sinne sind — um nur emige Maßnahmen aus ber letzten Zeit an« zufuhren — kleiner Befähigungsnachweis, Siche- rung der Bauforbernngen, Gesetz zur Bekämpfung des unlautern Wettbewerbs usw. unter tatkräftiger SMarfctt bn Zentrilmspartei zustande gekommen. >5» denselben Richtlinien bewegen sich auch die Maßnahmen auf dem Gebiete ber Gewerbe- su.tder»ng wo die Zentrmnsabgg. Trimbom und Irl bahiibrechend tätig waren. Der Mittel­stand muß aber auch die Möglichkeit haben, seine

Die Hmipkwahlen znm Reichstage liegen hinter uns. Ans dem Ausfall können allerdings noch keine weitergehenden Schlüsse über die Zusam­mensetzung des kommercheu Reichstages gezogen werden, da die Entscheidung in den zahlreichen Stichwahlen liegt. Die vom Großblock erträumte Zertrümmerung des „schwarz-blauen Blocks" hat die Hauptwahl, nicht gebracht. Die Entscheidung wird auch in dieser Beziehung erst bei den Stich­wahlen fallen. Sie steht auf des Messers Schneide >md von den rechtsstehenden Parteien und vom Zen- trum wird alles mifgeboten werden müssen, soll ein ®*c9 des Großblocks endgültig verhindert werden. Nus steht jedoch fest. Kommt eine Grotzblockmehr« heit zustande, dann nur auf Kosten des Liberalis- muZ und jum Nutzen des Umsturzes Ein weiteres Anfchwellen der roten Flut zu vermeiden muß die Hauptaufgabe ber bürgerlichen Parteien sein. Die; Regierung hat bereits am Tage nach der Haupt- i Wahl ihre Parole gegen die Sozialdeulokratie aus- . gegeben. Das Zentrum hat selbstvechändlich die | MLViTL*13 Da§ -Lerttrum

Parole gejen den Umsturz ausgegeben, hn übri- /’L ^n, Sozialdemokraten auslrefern

gen aber vm einer allgemeinen Stichwahlparole ab- , die Zentrumswahler einem

gesehen, du eS zwecknüißiger ist, den Landes- und I d^anover nicht zusttmmen ioerben. Zunächst Kreisorganifattonen freie Hand zu lassen. Auch die e8 nt"’t ^»hg, daß das Zentrum die Parole Konservatwen werden jede Unterftützuna ber Sozial- $m<ann~ ?usgegeben habe, tatsächlich

demokrotie ablehnen. Bleibt der Liberalismus Im die Parole: Keine Stimme für Haußmann!" Norden haben die Nationalliberalen mit den Kon- ■ Haußmann ist

ferbatiben bereits Abkommen zu gemeinsamer Ab- I -'^r der wütendsten aittiultramontanen Kultur- Wehr des Umsturzes getroffen. Iw Süden dagegen kampfer Er hat speziell in den letzten Jahren die gehen sie mit dem Umsturz zufanimen. Bon aner ^°ye5bften ^?rai*n gegen päpstliche Kundgebungen Allgemeinen Stichwahlparole sehen die Nattonallibe- Die „Franks. Ztg." findet die Stellung

talen ab: die Kandidaten der Fortschrittlichen Volks- V* Zentrums gegen Haußmann empörend. Wir Partei sollen unter ber Voraussetzung ber SegenlX ‘ "s

stung unterstützt werben, im übrigen wirb de» Kreisorganifationen freie Hand gelassen. Bo» einer Abwehr des Umsturzes ist mit keinem Wort die Rede. DaS ist recht bezeichnend für die „nationale" Gesiniiung der Bässermcmnpartei. Der Linkcklibe- ralismn- tritt natürlich stramm für die Sozialde- »nolratie em.

:: Konrad Haußmann ein Zentrumssklave? Die „Frankfurter Zeitung" weiß chren Lesern zu berich­ten, daß die württembergische Zentrumspartei in den Wahlkreisen, wo sich Liberale und Sozialdemokra- ten gegenüberstehen, Wahlenthaltung üben werde, nur im Wahlkreise des Demokraten Haußmann werde die Parole heißen: „Gegen Haußmann". Die „Franks. Ztg." findet ein solches Verhalten empö­rend, sie findet e8 empörend, daß das Zeiltrum

wirtschaftliche Entwicklung hat bie 8 e b e » s= DCUtf(f)6$ Rffd).

abigfeit des Mittelstandes betotefeu. Rein I ”

zahlenmäßig wirb uns bet Nachweis durch die Er- ** Nochmals das Motuproprio. Der Redakteur gebniffe der Berufs- und Betriebszählung geliefert I der Neiffer Zeitung hatte, wie gemeldet, das bischös- Rund-16 Rüllionen Menschen gehören heute zum liche Ordinariat zu Limburg um die Genehmigung siewerblichen und kaufmännischen Mittelstand. Die I gebeten, gegen den Geistlichen Dr. Karl Maria Vorteile, die unser Staats- und Wirtschaftsleben Ißauf mann zu Frankfurt dir Beleidigungsklage t’on, bet Erhaltung möglichst vieler selbständiger I erheben zu dürfen. Der Redakteur hat kürzlich den Existenzen hat, liegen teils nach der wirtschaftlichen, Bescheid erhalten: „Auf die Eingabe erwidern wir teils nach der allgemeinen, sittlich-ethischen Sette. I Euer Wohlgeboren, daß Herrn Dr. Kaufmann zwar Nach der wirtsckastlichen Seite ist es der Drang 'N unserem Bistum sich aufhält, aber bentfe" nach wirtschaftlicher Selbständigkeit, der den Fort- nicht untergeordnet ist. Daher sind wir zur Er... schritt und das Gedeihen des Wirffchaftslebens ver-1 tung der erbetenen Genehmigung, bereit es übrigens bürgt. Eine Wirtschaftsverfassung, in dex neun bekanntlich in Deutschland nicht be- Zehntel in abhängiger Stellung sind, als Ärbetter d " r s, nicht zuständig." — Damit entfallen alle jene und Angestellte u. bergt., wird daran zugrunde I Verdächtigungen, die bie liberale Presse selbst nach geben, daß diesen die Verantwortting für das wirt-1 bent Bekanntwerden der Erklärung des Kardinal- schastliche Gelingen der Unternehmung durch den staatssekretärs hinsichtlich der angeblichen tatfäch- Unternehmer abaenommen ist, und sie sich gewöh- wichen Gültigkeit jenes päpstlichen Erlasses erhöbe« nen, als einzige Hemmung ihres BorwärtskommenS | bat. den Mangel an Entgegenkommen von feiten des Arbeitgebers zu sehen. Das Verständnis für die Schwierigkeiten, ein Unternehmen aufrechtzuhalten und vorwätts zu bringen, wird diesen Abhängigen immer mehr abgehen, wenn nicht einer großen Reihe ber Ihrigen der Weg offen bleibt, sich selb­ständig zu uiachen. Die Sorgen und Mühen der kleinern und Mittlern Unternehmer geben die beste Korrektur jener überspannten Anschauungen. Nach der allgemeinen Seite stärken die selbständigen Exi­stenzen bie Sicherheit der bestehenden Staats- und Wirtschaftsverfassung. Die selbständige Verantwort­liche Leitung ber Güterherstellung und Güterver- teilung bietet neue und wirksame Motive zur Streb­samkeit und zum wirtschaftlichen Fortschritte. Die wirtschaftliche Selbständigkeit fördert die Entfaltung bet Persönlichkeit, weckt Selbst- und Pflichtgefühl und behütet vor radikalen Besttebungen.

T* ber ^roIe: Keine Stimme WÜN^; Ml^ iwr ’bS

bem Ehrrstlrchsozralen! Parteien gegenüber zum Ausdruck zu bringen

------ • I Wenn man dem Staate die Pflicht zufpricht, zugun- - Q Iften der schwächeren Existenzen in das Wirischasts-

^GrundsätzllcheszürFrage: Mittel- Iebeu etnäugreifen, so muß man diesen auch Sprach- ~ rohre schassen, um sich bemerkbar machen zu lön-

nen. Sv sind die Handwerkskammern unter hauptsächlicher Mttarbett des Zentrums ent­standen. so hat das Zentrum auf die Einrichtung bzw. Ansban der K l e i n h a n d e l s a n s s ch ü s s e gedrängt.

** Ein linksliberales Jntelligenzblatt. Wie sehr der freisinnige Mißerfolg bei den letzten Hauptwah­len nach all den großsprecherischen Prophezeihungen ! auf bie liberalen Blätter gewirkt hat, kann man aus den mannigfachen Wutausbrüchen klar erken­nen. Wenn Blätter dieses Schlages das Gcjohto eines halbwüchstgeu Janhagels bei der Verkündi­gung von Zentrumssiegcn in Großstädten schmun­zelnd registrieren, so kann man darüber noch mit« leidig hinwegsehen — es sind ja bloß moderne Jn- telligenzpächter, die ihre Weishett mehr im Munde als im Kopfe haben. In seiner Nr. 18 vom 16. Januar leistet sich aber ber Hamburger „G ene- ral-Auzeiger" eine Brüskierung, die verdient, jedem Zentrumswähler bekannt gemacht zu werden Da steht auf Sette 2 zu lesen: