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Mittwoch 17. Januar 19(2 39. Jaifrgeig.
2. Blatt. ... .
*** vr«ck 18» Verlag Kr $niut Xcfieibnitr«d te Sein.
« Tuldair
Ludwig WinötHorst zum Gedächtnis.
Bravorufe.)
icoi»cnbe Brandung des Kulturkampfes hindurch ;i>; per zu einig ermaßen ruhigen kirchenvolitifchen V,
kirchenvolitifchen Vrr- Wiudthyvst-Feier -er Zenir»tMs>
'(rfhifffat zu führen.
KL KindchorstS Geist hat sich fortgcerbt über das iGrao hinaus und das kathoiiche Volk zufammeng»
kn « v unc* 803 latholiche Volk zulammeng» welche der Redner xu dem veremiate« »x», U -halten Wir wollen, das sei das Gelöbnis des Heu- Zentrums batte e£ SÄSÄ.S
Euer Schweigen, meine lieben Kinder, beweist S
WÄIü
Fraktion des Abgeordnetenhanses.
O. Berlin, 15. Ian. 1912.
Roch immer schweigt Orlando. Sein schlichter Sinn faßt noch nicht ganz die Bedeutung der rafft" nirrt gewählten Worte.
A^-Soll ich Ihnen ten Weg zeigen?" lächelt dv
Keine Antwort. Stumm verharren die beide« jungen Menschenkinder, wie betäubt durch den furcht barm Schlag, der sie gt troffen.
»Der Diamant muß dem Oberst Morgan» zurückerstattet werdenl fährt Orloff langsam, jede Silbe schwer betonend, fort. »Dann schlagen wtt ihnm offen ein Schnippchen — dm LungoS und den Skan- balbltttetn. Eine kurze Notiz von der Hand de» Herm Obersten, daß der Diamant sich wiedergefun- dm hat, gemlgi, um affe losen Mäuler für immer zu stopfen!"
Sonja hält dm Kopf tief gesenkt. Sie tennt thrm Großvater zur Genüg-, um zu wissen, daß er eine?« neuen Coup im Schilde führt.
Orlando jedoch, der in steigender Erregung zu-, gehört, tritt rafch näher.
»Der Diamant muß zurückerstattet hxrben — sagen Sie? In weffm Händm befindet er sich jetzt?"
Der tote zuckt die Achseln.
»Er befindet sich in Hamburg; mehr kann ich Ihnm nicht sagen. Durch meine Vermittelung wäre e» möglich, ihn in wenigen Tagm dem Oberst Mov- gan» zuzustellm. Er wird viel Mühe !oftcn; aber — wa» tut man nicht für seine Familie!"
Ein verächtliche» Lachen springt von Orlando» Sippen.
»Run, und —' fragt er tut», mit einer abweht renben Handbewegung.
»RatSttich brmrche ich Ihre Hilft dazu!"
„Was kann ich dabei tun?*
"Fortsetzung fol^.» ’ v
nur, daß ihr meine Bemühungen noch nicht genügend zu würdigm wißt", beginnt Orloff auf» neue in einem Tone, in dessen väterliche» Wohlwoffm sich etroas ironische Ueberlegenh-it mischt. »Ich möchre euch deshalb ein paar Zukunftsbilder vorführen — Da du meine teure Enkelin, unvorsichtigerweise dm Lungos gezeigt hast, daß ihre Jnformattonm für dich wichttg find, so werdm sie sich, sobald sie dich aufr gesogm haben, ein andere» Opfer auSsuchcn — wahrscheinlich zuerst Ihren Herm Bat«, mein Sohn. Seine Hochwohlgeborm der Marchese Silvio Cm», panelli ist ein überaus kluger Mann, der mit Personen von der Att der Lungos genau umzugehen weiß. Er wird sie mhig anhöcm und sie zur Erledigung der Angelegenheit an feinen Anwalt verweisen. Er weiß, daß er in diesem Fall nie wieder etwa» von ihnm hörm wird. Was dem Kinde der »schwarze Mann", ist Beuten von dem Schlage der LungoS eine Gerichtsperfon. Sofort find sie wie weggeblafm. — SB en werden sie nun vornehmen? Vielleicht dm Oberst Morgans. Der brave Oberst ist kein solch kluger Mann, wie das Parlamentsmitglied March.fe Silvio Campanellt; er wird eine kleine Summe zahlen, um Ihnm, mein Sohn, Unannehmlichkeiten zu erfroren. Aber der Bettag wird nicht groß genug fein, um die Lungos zu befriedigen. — Wem werdm sie dann ihre Informationen verkaufm? Der Presse. Sie werden wissen, daß manche Blätter ihre Haupterfolge Skandalgefchichten verdanken. Ein paar Joumale, die Ihrem Baler siindlich gesinnt sind, werden die Sache mit Frmdm aufgreifen, um ihn im Parlament unmöglich zu machen. — Schweigen von unserer Seite würde al» Zugeständnis ange- fehm werdm. Nn» bliche also nur der Klageweg."
Er macht eine kleine Pause, um seine Worte besser tottfen zu lassen. Voll Genugtuung hat er be» mettt, wie affe seine Pointm zündeten.
»Sich mit den Zeitungen in einen gettchtlichm Streit einlassm, ist stets unklug. Die Sache kommt dann erst recht in die Oeffmttichkett, und der Skandal vergrößert sich. — Wa» also tun, um diesem drohend« Unheil au»»uwetchen? — Ich wüßte einen
s „Denn er war rmser!"
Es ging ein Beben durch das Land, al» am 14. März 1891 der Telegraph die Kunde bebrütete: Windthorst ist gestorben. Richt nur die Katholiken Deutschland» wurden mit tiefer Traun erfüllt. Mich Millionen Andersdenkender wurden schmerzlich getroffen von der Trauerkunde.
WaS e uns gewesen ist, jmer einzige Mann, da» drängt sich Henle, wo wir die Jahrhundersseier seiner Geburt begehen, mächtig in die Erinnerung. Sein Unbenfen stehl bei uns in unaeschwächttr Kraft und Blüte. Windihochs Name lebt unsterblich im katholischen Volke fort, und begeistert singt man fein «ob im Palast der Großstadt wie in der denbeften Hütte des fernsten Dorse».
Windlborst, der nur durch seine persönliche Tüchtigkeit fiel» eine so glänzende Stellung in der Geschichte verschafft hat. Windthorst, dessen Wirkein die Zeit nicht verlöfchm wird, Windthorst, der die Baude fprengte, in die man die Kirche geschlagen, der seinem Volke erfocht die Frecheit des Glauben»!
»Ein Parlanu» arier ersten Ranges, ein bedeutender Politiker ein ganzer Mann und ein freuet Sohn feiner Kirche." .Richt nur ein Politiker und Parlamentarier von Weltruf, sondern eine durchaus volkstümliche Persönlichkeit." „Windthorst, ein Mann be» Rechts, ein Anwalt der Volksrechte, ein Wächter be» Verfassungsrechts." »Einer der einflußretchstm Männer Deutschlands," „dessm große Gabm der Stol'- des Vaterlandes gewesen sind," „ein lauterer Charakte-, gütig mild und hülssbereit, von gewinnender Freundlichkeit gegen Jedermann." „Die Ehren, die betu Toten erwiestn werden, berfünben, was er der Welt gewesen ist, sie gelten dem Streiter, der gefallen ist auf dem Felde der Ehre, dem Arbeiter, dec ein großes Tagewerk rühmlich vollbracht hat." „Ein hervorragend kluger, fabelhaft gewandter, selbstlos« und fleißiger Parlamentarier, der in der inneren Gestaltung Deutschlands epochemachend angegriffen hat." , . . . So zeichneten am Grabe des großen Mannes gegnerische Blätter fein Bild .
darf ich fragen, zu welchem Entschluß Sie nach diesm selfsamm Mitteilungen gekommen sind, Herr Marchese?"
„Daß Sonja im Ftebattvahn sprach; daß vielleicht momentane Geistesgestörtheit--•
Orlando- anfangs feste Stimme zittert merklich. Er kann nicht Wetter sprechen und blickt traurig auf Sonja, die mit starren Zügen noch immer unbeweglich dasteht.
»Ganz reckt — momentane Geistesgestörtheit!" nickt der tote lebhaft. „Das erklärt alle»."
Sein Ton ist so spöttisch überlegen, daß Orlando die Geduld verliert.
»Haben Sie den Diamanten gestohlen oder nicht?" ruft er drohend.
Der tote lächelt.
»Tiefe direkte Frage ist zum mindesten unüberlegt, mein Sohn —"
.»eine Phrasen, wenn ich bitten darf! Ja »der nein? —•
»Nun wohl denn: nein! Wenn ich eine andere »ntrnort gäbe, würde sicherlich auch ich bei Ihnen in den Verdacht der - GeMSgestörthett kommen", er- wtbert Orloff mit sanftem Vorwurf. .Seien Sie doch vernünftig, mein Sohn! Wa» nützt eS, ein gute» Merd zu Tode Hetzen zu wollen? Seien Sie froh daß ich noch Here aff meiner Geisteskräfte bin! So-' »irf aber steht fest: Sonja- Befürchtungen in bezug auf die Lungo« find keine Hirngespinste. Die Ehre der Familie befindet sich in Gefahr, und ich bin gekommen, um sie zu retten."
Orlando wirft sich in einen Sessck und starrt, da» Kinn in die Hände gestützt, abwechselnd den alten Mann und Sonja an. Richt längqr kann er an ihrer Schuld zweifeln.
Da» ist als» feine Frau! Da» ihr Großvater! Beide — Abenteurer, Diebe, Betrüger, mit denen sein Leben unlösbar verknüpft ist!
Sonja bemerkt seinen verächttichen Wick kaum; rhr He^ ist wie erstarrt. So muß den Armen zu- mute lein, die nach einer bestimmten Anzahl von Hi», ben die Rmrte nicht mehr fühlen, bi« ihnen da» »tteifch zerreißt . . ,
Weg, damit der Name Ihre» hochwohlgeborenen Herrn Baiers unangetastet Hiebe; damit ihr beide — Sie, mein Sohn, und Sonja — euer Haupt wieder frei erheben könnt; damit die Ehre der Familie wieder so stolz und rein dasteht, wie nur je zuvor!"
Gixbthorstbe nfmof in Meppen, allgemeiner gespannter Anfmerksamkett führte et
In unseren beiden Fraktionen sind nur noch iueuiae fcmLtoe^Lin fr stolzen Zeit des Zentrums u,°t-->e Führung unser:» großen Führer» Windt- Kampfe gestritten. Gleich mir werdm diese Herren mit wehmutsvoller Freude daran zuruckdenken, welcher Jubeltag allemal der 17. Januar war fr [fir. beiden Fröttionen
to05- a’er Hm naher stand, der ging früh in seine beÄÄk,tttoumen auSgestatttte Wohnung in Per Jakobstraße, dann kam er freudig bewegt in beide Parlamente und abends bereinigte man sich zu einem LiebeSmahl, beide Fraktionen in brü- «tüSfrmit Kunden der Fraktion und des M?fr fr °? "an geahnt hätte, daß Windthorst die Vollendung des 80. Lebensjahre» nicht erleben werde, hat man im Jahre 1891 an sei- nem 79. Geburtstage ben 80. in besonderer Weise gt» feiert. Bald darauf wurde er un» entrissen. Wir aber hatten uns vorgenommen diesen 17. Januar al» Fest, tag m gemeinsamer Festfeier beider Frattionen festzu- halten. Aber d,e parlamentarischen Verhältniss: haben dies oft vereitelt. Um jene Zeit nahm in den letzten Jahren der Reichstag meist erst seine Arbeiten wieder aus, und das Abgeordnetenhaus trat eben erst um diese Zeit toller zusammen. So war e» nicht möglich, die- fen Tag al» Freudentag der beiden Fraktionen gemein»
N DaS gedenken wir Windthorst in dankbarer Treue. Denn nicht so sehr ist es die Bewunderung für ben jAükularmenschen, ben fieggefrönten Vorkämpfer in bet 'Zeit der schwersten Kämpfe um die höchsten Güter, .die un» erhebt, viel mehr die Dankbarkeir und Ver- tehruug die Liebe zu dem edlen, oft fo schwer b ernannten Mamie, dem treu glaubiaen, bemütrgen Sohne «etner Kirche und unerschütterlichen Patrioten, dem ^twbrhafl uneigennützigen Charakter, der für sich nichts Züchte, sondern nur Gott feiner Kirche und dem Ba- jtedanbe dienen wollte und gedient hat mit der ganzen Kraft seines glänzenden Geistes, freu bis zur Todesstunde! Rur mis dieser kindlichen Liebe zu dem einzigen Manne begreift es sich, daß er fo un- sumschränkt die Herzen von Millionen beherrschte und -daß fein Andenken noch immer das katholische Volk j beherrscht. Seines Windthorst benft das katholische Molk beim Arbeiten, wie beim Beim, bet aff’ seinem .Sorgen und Streben und Hoffen im öffentlichen Le- ben. ,
tonnen. Wieder Haden die parkamenkarffcken tsrk hältnisse e» unmöglub gemacht Unsere Sltzwefterfrat. ii-m im Reichstage drüben ist noch nicht be,kämmen. Ja, sie ist noch nicht einmal vollständig gewählt Drum mußten wir auch diese Feier aus eine spätere Zett hin. ausschieben, wem, bte Steutz» tagrfraktum be» Zentrum» sich konstituiert hat Wir tm »baeordneken Hause aber haben geglaubt, wir dürften nicht so zusammenkommen, ohne de» großen Führer« in einer würdigen Fei-r zu gedenken llebh. Bravo«, und wenn der selige Windthorst heute auf un« bemteberfeben kann, wird er sich am meisten darüber freuen, daß wir seinen Geburtstag feiern können, nachdem wir chen einig und gestärkt au» schwerem Kampfe heraus« gekommen find. «Sehr rrchtig.) Wenn wir dieser Kämpfe gedenken, daun drängt r» un«, hier öffentlich den Gedanken auSzuiprechen, den ich heute schon im engen Rahmen der Fraktion aussprechen durfte: Wir stolz und froh find wir darüber, daß die ZentrumS» männerimDeutschenReichesichsowacker bei diesen Wahlen gehalten haben. (Lebh. Bravo.) Wenn wir die Mandatslift- der bürgerlichen Parteien durchlasen, so mußte e» einem mit freudigem Stolze erfüllen, daß aus ihnen wie ein Turm die Zentrumsfraktion in ihrer Mandatszahl her- vorragte. (Lebh. Beifall.) Mit berechtigtem Stolz: konnten wir un» sagen, daß auch andere Mandat«, nicht bloß konsn:vat,oe, auf der tatkräftigen Mit« hülfe der Zentrumsfraktion beruhen. Darum is es meine Pflicht, an dieser Stelle auch in Ihrem Name« allen den wackeren Männern im Deutschen Reiche zu danken, die dazu beigetragen haben, daß wir stolz aus diesem schweren heißen Wahlkampfe ctfter Beifall und
II n» war er mchr! SS a 6 er uns gewesen, mag Mir bet annähernd ermessen können, der die schwere Keil hatten Ringens um die Freiheit der katholischen Kirche in Deutschland mit durchlebt hat. Wohin der Ilnsturm des Kulturkampfes, wäre er nicht gebrochen tvorden, den deutschen Katholizismus getrieben hätte r~ wic wissen cs nucht. Lesten sind wir gewiß: nur lote felsenftstr lleie^euaunq von der Berechtigung cher Forderungen der katholischen Kirche, sowie ein !raftvolleS Festhalten an ihren anaestsmmten Rechten, nie sie einem Windthorst eigen waren, konnten die fischt verleihen, die katholische Kirche durch die wild-
Aus Anlaß des hundettjöhrigeu Geburtstages von Ludwig Windthorst hatte sich, wie gestern schon kurz gemelbet, die Zentrumsfraktion des AbgccrdnetenhaufeS am Morttag abend zu einem zwanglosen Essen in den Reftaurationsräumen des Abgeordnetenhauses zusammengefunden. Besondere Einladungen waren nicht ergangen, da die eigentliche Festfeier erst dann ftattfinbet, wenn sich der Reichstag konstituiert hat. Trotzdem wohnten aber der Feier verschiedene Mitglieder der Zentrumsfraktion des Reichstages bei, so Dr. Frhr. v. Bertling, Graf Galen, Mülle c-Fulda und Erzberger. Außerdem hatten sich verschiedene Vertreter der Zentrumspresse zu der Feier eingesunden. Die Fraktion des Abgeordnetenhauses war nahezu vollzähig erschienen. Nach dem ersten Gang nahm Geh. Justizrat Tr. Porsch da- Wort zu der Festrede. Seine Ausführungen beanspruchten infolge der Beziehungen,
Gestern von 6 bi» 10 und heute von %10 bis 1 Uhr haben in vereinigter Sitzung die Vorstände be« Reichsausschusses und de» preußischen Landes, ausschusse» der Zentrumspartei getagt und die Wahlen durchbesprochen. Schwer: S tichwah l en t f che i düngen waren zu treffen und schwere Kämpfe ftrb noch durchzukämpfen. Wir hoffen, daß da, wo da, Zentrum noch in Stichwahl steht, unsere Freunde ihre Schuldigkeit tun werden wie bisher schot im ersten Rennen, um die Fahne des Zentrums zum Swge zu führen. (Beifall.) Ader ich muß e3 auch öffentlich aussprechen, daß diese Wahlkämpfe nicht bloß einen großen Aufwand geistiger Kämpfe verlangen, sondern leider auch einen großen Aufwand von deut bösen schnöden Mammou. Die Hauptwahl hat viel Geld ge. kostet, auch die Stichwahlen werde» un» noch viel Geld kosten. Drum rufe ich von dieser Stelle auö die Bitt« ms ganze Reich hinaus, daß man unsere Wahlka. s. fen aufs nette füllen möge.
Die schwere Aufgabe, uns mit der Stellung de» Zentrum» in den Wahlkreisen zu befassen, in welchen Stichwahlen zwisch :» and er en Parteien stattfinden, haben wir ebenfalls in vielstündiger 83er« Handlung durchbesprochen, desgleichen die Stellung de« Zentrum» im künftigen Reichstage, und die Arbeiten int kommenden Reichstage. Eine ganze Reihe von Stichwahlkreisen haben wir ins Ange gefaßt und die Möglichkeiten erwogen. Ich darf darum die zu verficht, liche Hoffnung hegen, daß die einzelne» Landesverbände entsprechend unserer vollständig einmütigen U »»spräche Stellung nehmen werden, und so im Ein- vernehmen mit unserer Stellungnahme auch die ein- Seinen Landesorganisationen handeln werden. Die Ausgabe einer allgemeinen Stichwablparole erübrigt sich.
Im übrigen müssen wir uns im wesentlichen damit bescheiden, die Grundsätze zu wiederholen, die wir schon vor der Hauptwahl fixiert haben: Wir wünschen für die Stellungnahme bei den einzelnen Stichwahlen die möglichste Unterstützung der mebr rechte stehenden Kandidaten. (Sehr richtig und Zu- ftimmung.) Wir wünschen und erwarten, daß, wenn wir Wahlhilfe leisten, unS Gegenseitigkeit gewährleistet wird. (Zustimmung.) Wir find der Mei- nung, daß keinerlei Abmachungen mit bei «ozialdemokratie zulässig sind. (Lebh Beifall mrd Zustimmung.) Diese Grundsätze werden genügen, um unseren Freunden draußen im Lande zu sagen, welche Stellung sie bei den Stichwahlen einzu- nehmen haben.
Darum hoffe und meine ich, daß lvir bet. trauens doll in d i e Stichwahlen hinaus, gehen können, aber nicht, ohne daß wir in diesem Augenblick in der kurzen Rast zwischen den schweren Kämpfen der Hauptwahl und der Sttchwahlen in treuer Liebe be» großen Manne» gedenken, dessen lOOjähriger Geburtstag übermorgen stattfindet, bei Manne», der die Verkörperung der Zenttumsidee war
45s Roman von Adele Böttcher.
fr fr allerhand seltsame Dinge er- Et. die ich unmöglich glauben kann", fällt Orlando «n. Ich heiße Cie willkommen in der Er- waramg daß Sie jene Hallnzinmiomn dementieren Iperoen.
seinen grinzenden Zylinderhuk neben ßeftefft und die Handschuhe uusgezogen. In noncholanttr Haltung liegt er jetzt in dem Fauteuil bingeftrerfr, die Ellbogen auf die Lehnen gestützt, die bütren feinen Hände mit den glänzend polierten Näseln gefaltet, die Beine übereinander geschlagen die Wße mit tadellosen Lackschuhcn bekleidet — ein Bild Vornehmer Selbstgefälligkeit und lemscliger Ruhe.
»Ich werde mich glinklich schätzen, alles zu demen- tieren, was irgend einen Mißton in unser verwandtschaftliche'» Verhältnis bringen könnte", lautet seine höfliche Erwiderung. „Darf ich fragen, toa» Ihnen Meine Enkelin erzählt hat'?"
.Daß Sie nicht wegen politischer Umtriebe nach ßibitlen verbannt wurden, sondern — al» Teiln'.h- ‘|ner an einem Diebstahl —"
Dfaurig Müttelt der tote den Kopf.
.Armes Kind!"
t..Mu ~ ^“6 Sie sich mit Ihrem Kamimrdiener her» Ob rft 8$±"' ,!m J^en Gastfreund, den guten krma 9ano öu bestehlen -*
■ .Armes, armes Kind!!"
Kroßen''-^en bei dem Diebstahl dr»
' behilflich war
.Oh! Oh!"
fNt Orlando mit An- ■teCLUung pin^u „Sie beibe -flempinfAm st* Uinge legten, in der ich Ginwel mich 'verfangen
.Ist es denn möglich?" Ist p-nn möglich?" tzuft Orloff. die l'anbe zu jamme n>ch7a'> end. Nnd