Erstes Blatt
Fulda, Dienstag den 16. Januar 1912.
3 Jahrgang.
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Notation,»ruck
Unsere Parte freunde werden pebeten, bei den am 20. d. M. fiat-findenden Stichwahlen für die Kandidaten der deutsch foMen Parier eknZutretcn:
Im W hlkreise Marburg-Kirchhain-Frankenberg für Herrn
Schneidermstr. Rupp in Niederwalgern.
Im Wahlkreise Rinteln-Hofgeismar-Wolfhagen für Herrn Dürgermstr. Rich, tzerrog in Obernkirchen.
J»r Wahlkreise Fritzlar-Homberg-Ziegenhain für Herrn
Generalsekretär Qenningfen in Treysa.
Jnl Wahlkreise Efchlvege-Schmalkalden für Herrn
Sriehr. Will). Raab in Hamburg.
3m Wahlkreise HimfelS-Hersseld.Rotenlmrg für Hem, Schriftsteller Ludw. Werner in Berlin.
3-parMer i« Küda. wochesheilage: „Illustrierte bsnntagzzelknng
Die Stichwahlen.
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4- Die amtliche Feststellung der Wahftesuktaft liegt jetzt vor. Sie b«ft fH) mit bett bereits vorher brfannt gewordenen Ergebniffen. Ihr Wahlrecht ausgeübt haben 12188 337 Wähler von 14 233 722 Wahlberechtigten. Die .Partei der Richt. Wähler' ist allo Aber 2 Millionen stark. E, muß jetzt alle« aufgeboten werden, um für die Stichwahl einen mSgltchst großen Prozentsatz der Nichtwähler an die Wahlurne zu bringe«. Die ab g eg e b ene« Stimme« verteilen sich nach dar amtlichen Feststellung auf die größeren Parteien wie folgt: ES haben erhalten: Konservative 1 149916 (1907: 1060 209), Reich-Partei 365 087 (471 863), Zentrum 2012990 (2179 743), Polen 438 807 (453858), Nationalliberalr 1671297 (1637 048) Sozialdemokraten 4 238 919 (3259 020), Elsässer 84113, Lothringer 36 390. — Der Stimme«) «. reat&> beträgt also bet dar St^ialdemekratie rund 980 000, bet ben Konservativen etwa 90000. Die Reich-partet bot rund 100 000 Stimmen eingebüßt, die Nationalliberalen verlieren gegen 1907 rund 35 000 Stimmen. Reckt erheblich fft der Rückgang der freisinnige« Eiimmen: er beträgt rund 320 000 Stimmen. Der Verlust dq- Zentrum - um nabe» ju 170 000 Stimmen erklärt sich daraus, daß da« Zen» trum gleich im ersten Wahlgang in zahlreichen ftrei- fen für die Kandidaten der rechtsstehenden Parteien testimmt hat. Die Summe dieser Stimmen ist tn der ibrralen Presse auf wenigstens 200000 geschätzt worben. sodaß als» da- Zentrum statt eine» Verlustes noch einen Gewinn aufruweife« gehabt hätte, wenn e« diese« Teil seiner Wähler nicht für die rechtsstehenden Kandtdate« t« die Vagschale geworfen härte.
W-hlkrri» Fulda. «er-fel». Schlüchtern.
»Bad Salzschlirf, 16. Jan. 1912. Inf unfern Uxt batten bte Sozialdemokraten e* bei bet jetzige« RetchStagSwabl ganz betonberS abgesehen. Er wurde von ihnen eine Agitation betrieben, wte sie dis jetzt noch nie hier vorgekommen ist. Außer dem befatm» ten .tanbboten' tc/tb« au« dem Nachbarorte Lan. benbaufen eme große Menge Flugschriften unb Wahl. Mel ,«gesandt. Die Rote« hofften hier auf HUB« I besten« 60 Stimmen; aber durch bi« vorzüglich« Kleinarbeit der Sertranenlminner, bw unermüdlich «ab mit Begeisterung für unsere gute Sache arbeitet«, w ird« diese Erwartung zusckan. den. Von 336 Wahlberechtigten macht« 800 do« ihrer Wahlpflicht Gebrauch, davon fiel« E34 Stimmen auf Herrn Richard Müller. Angenehm berühr« et, daß auch ein großer Teil der hiesig« Richüalhotidn
Rinteln, 16. Jan. Der buafa>efaÖene national« liberale Kandidat Prof. Hebel» Cassel fordert seine Wähler auf, m der bevorstehenden Stichwahl »wisch« Herzog lwtrtsch. ®gg.) und Grzfinikp (Soz.) Ufte Stimme Mann für Mann abzugeben für den national« Kandidaten Herzog. — Bus diesem Wahlkreise wrrb uni geschrieben: Was bi« Auf« klärungSarbeit in der Wadlzett durch die Press« und Wahlversammlungen nützt, bai tun jetzt die Wablresultate bar, bte auS den einzel nen Ort schäft« bei Kreisei Fulda vorliegen. Wohin ei aber kommt, wenn es an Aufklärung fehlt, mag man aus ben Resultat« ergeben, bte sich in »rod Ortschaft« bei Kreijei Rinteln mit größtentetli ländlicher BeoSlkerung ergeben haben. In der einen, die etwa 1200 Einwohner hat, wurden abgtgeb« 84 sozialbemokransch« Stimmen, 100 liberale unb 47 konservative (Seulsck-soz.) und in der anderen, bi« ungefähr 500 Seelen, 88 sozial« demokratische Stimmen, 23 liberale unb 19 konservativ« Stimm« (Herzog.) Diese zahlreichen „rot«* Baue« scheinen von ben Ziel« bet Eozialdemo« fratw auch «lebt bai geringste zu wissen. Demi sonst müßt« man ja auf ft« das Wort beziehen: R« bte allergrößt« Kälber wähl« ihr« Metzger seiber.
• Kassel, 15. Januar 1-12. Die Landes« «ganiiatlon der nationalliberale« Partei für Kurhess« gab für b« Wahlkreis Hofgeismar« Rimeln-Wolfhaq« bte Ettchwahtparvle für ben Antisemit« Herzog (gegen d« Sozialdemokrat«(
• Frankfurt (Main), 14. Jan. 1912. Die .Franks, ßtq/, ^kleine Bresse' und bie übrigen liberalen Blätter hier miss« nicht genug daraus hinznweis«, bat Frankfurt nicht sozialdemokratisch vertreten sein wolle, da den 66 700 sozialdemokratisch« 38 300 vichtsozialdernokratnche Stimmen gegenüberft5nben, und man bezeichnet ei als Pflicht der bürgerlichen Parieren, in der Stichwahl für Oefer zu stimm«. Unter dies« bürgerlichen Stimmen befinden sich aber 7000 der rechtsstehend« Pannen und hierunter 5700 bei Zentrums. Während man also hier da? Eintreten aller bürgerlichen Pannen für Oefer fordert, will man eine gleiche Pflicht den rechts- stehenden Partei« gegenüber nicht anerkennen, denn die .Franks. Zlg.' schreibt im Abendblatt vom 13. b. MtS. u. a.:
Für die Stichwahlen kann nur gelten, was seit Mei Jahren Ziel aller polittichen Werbearbeit war: die Schaffung einer möglichst starken Linken. Dieses Ziel darf von der Bollsparler und dem Ge,amt» Ilberalismus auch nach einem Kampfe rote dem jetzt
Der Reichstag ist die Vertretung bet deutsch« Volkes. Die Sozialdemokratie aber macht ihn zum Tummelplatz ihrer internationalen Interessen. Welcher bürgerliche Wähler wird ihr habet behilflich siin'k
Die ,’Rationaljtg/ schreibt:
Wie verlautet, soll bte Reichiregierung sich mit der Absicht trag«, bet den maßgebenden Führern der liberalen Parteien, namentlich der National- liberalen, im Sinne der vom Reichskanzler ausgegebenen Stichwahlparole ein,u wirk en, um eine direkte oder indirekte Unterstützung der Sozialdemokraten zu Un« guusten des Zentrums (Rheinland und Westfalen' oder der Konservativen zu verbinde«. Von diesem Wechsel der Frontstellung erhoffe bte Retchsregierung einen günsttg« Ausfall der Stichwahl«.
** Tas Zentrum und die Stichwahl«. In seiner Ansprache gelegentlich der klein« Feier, die die ZmtrumsfrrTtion des Abgeordnetenhauses gestern ab«d in den Restauralionsräum« des Hauses veranstaltete, besprach Herr Avg. Dr. Porsch auch die ReichStagSroahlen, bei braen schon in der Haupiwahl das Zentrum sich wieder als der feste Turm bewährt habe. Aus seinen Ausführung« über daS Verhalt« der Zentrumspartei bei den Stichwahl« geht hervor, daß die oberste Leitung der Zenlrumsparlei keine allgemeine Stich- Wahlparole audgeben wird. Ihrer bisherigen Stellungnahme entsprechend wirb sie dagegen tunlichste Unterstützung der rechtsstehenden Parteien wünschen. SDtit anderen Parteien erscheint eine feste Abmachung für bte Stichwahl nur auf Grunb besonderer, auf Gegenseitigkeit beruhender Vereinbarungen angezeigt. Keine Wahlabmachunaen sollen mit der Sozialdemokratie getroffm werden.
T»S Siichwahlvrogramm beS Bundes bet Landwirte gibt die,D. Tagesztg.' in folgenden Leitsätzen bekannt:
.Unsere Grundsätze bleiben unverändert. Gegen die Sozialdemokrane Unterftütmng aller bürgerlich« Partei«. Selbstverständlich unter Voraussetzung gleichwertiger Gegenleistung«. Hiernach ist die Stichwahl einzurichten.'
+ Liberal-Sozioldemokratiscke». In seiner Angst über den drohend« Kladderadatsch bei der StlchpoU sinnt der LinkSliberaliSmuS unermüdlich auf Mittel und Wege, wie « sich gpt heften au* d er P at sche ziehen kann. Wie das Berl. Tageblatt zu meld« weiß, wird von verschieden« Seiten, .die mit sozialdemokratisch« Kreis« Fühlung ha- 6en*, die sozialdemokratisch» Parteileitung dringenb aufgeforderi, den Liberalen ben Verzicht auf bie konservative und klerikale Stichmablhtlfe zu erleichtern. Zu diesem Zweck solle die sozialdemokratische Parteileitung vor d-r Stichwahl in einer groß« Anzahl von Kreis«, wo der Liberalismus ben Sozialdemokraten nur mit Hilfe der rechtsstehmdm Parteien besieg« könnte, die sozialdemokratischen Sranbibaturen zurückziehen. Al» einzige Gegenleistung soll« bie Liberal« dort, wo ein So- zialbemokrat mit einem Kandidat« de» „schwarz- blauen Blocks" in Stichwahl steht, dm Sozialdemo- kratm unterstützen. — Das Tagebl.' ist natürlich begeistert von diesem Vorschlag; eS glaubt sogar zu wissen. daß wenigsten» tn gewiss« sozialdemokratischen Kreisen — wie weit ihr Einfluß reicht, vermag er freilich nicht zu sagm — Neigung besteht, dem Vorschlag zuzustimmm. Wer eS muß zu seinem tlefften Bedauern zugesteh«, daß bisher im besten Falle nur von ganz unverbindlichen An-
WaUkreis stellen werd«, und rücksichtslos klare Antwott zu verlangen. Es müsse ganz rücksichtslos Medervergelwng ausgeubt werd«. Unterstützen * d- die Fortschrittler TrimbornS WaU in Köln Eft- 0«t, so lasse man in Lennep-Mettmann-Rem- schetd Herrn Eickhoff glatt gegm dm Genossen unterlieg«. Smrimmtalität wäre ein Fehler der sich bitter räch« wird. Wollen stch die Linksliberalen durchaus als Leibeigene der Sozi fühlen, so lasse man sie prompt gegm ihre Herren und Gebieter buttffat- f«. Daß die Rationalliberalen eine derartige selbst, mörderische Taktik nicht mitmachm tonnen — sie stsben tn 36 Stichwahl« mit ben Genossen, in b'er mit b« Freisinnig« unb nur In 23 mit „Schwarz- blauen" — darüber braucht man eigentlich kein Wort pt verlieren. Auch bte Freisinnigen in ber Provinz werb« wohl zum Teil noch rechtzeitig zur Besinnung kommen.
Wahlkreis Marburg-Kirchhatn-Frankeiiberg.
•% Rach dreitägiger Waffenruhe beginnt hier ber Kamps von neuem, allem Anschein nach mit größerer Erbitterung. Professor Bredt hat bereits Sttchwahlparole ausgegeben für Rupp! Werden feine Wähler folgen? Man darf berechtigte Zweifel hegen. Ein gebildeter Mann, Beamter auf verantwortungsvollem Posten, erklärte dir Tatsache, baß Rupp in bie Stichwahl gekommen sei, für eine Gemeinheit! Dieser Herr ist em politisch äußerst tätiger Mann, barum muß man sein Wort anders bewert«, al- baS eine- böien Jungen! Denken Pfele so wie er? Wir werd« jeden. Wenn ja, wie wirb eS bann mit den KaiferSgeburtStagSred« roerbro? — Die Wahl Rupp- ist keineswegs gesichert! DaS findet Herr von Gerlach sehr gut heraus. Wohl hat bie Rechte In der Haupt mahl an 5000 Stimmen mehr aufg.bracht als bte Linke. Aber Herr v. Gerlach schreckt ganz richtig in ber »Hess- LandeSztg.', Nr. 11: .Wer die Plychr deS Volke- kennt, wundert sich darüber nid)t'; er weiß aber auch, »daß tn ber Stichwahl bie rechtsstehende Wählerschaft keineswegs geschlossen vorgedf. Besonder- rechnet Herr v. Gerlach da rott, daß die Nationalliberalen und große Akademikerkreise nicht für den Schneidermeister unb , Kuhbau er* stimmen werden! Ei, Herr v. Gerlach, daS ist ja allerliebst. Wie roär'8 denn, roeitn nun mal alle »Kuhbauern" der drei Kreise sich dtese feine Bemerkung fest hinter die Ohr« schrieben unb sich darüber klar würden, daß, wmn ei für ein« studierten Her« eine Schande ift, für einen .Kuhbauern* zu stimmen, es doch auch konsequenterweise für einen .Kuhbauer* eine Schande ist, für einen .Federfuchser" zu stimmen? Dai ist ja ein famoser Demokrat — Demokrat bedeutet einen Mann, der will, daß daS Volk herrschen soll rmd nicht die Fürst« und Könige — ber 50 Ptvz. bei deutschen Volkes at J „Kuhbauer" zu Bürgern 2. Klasse stempelt f Herr v. Gerlach scheint schon wieder eine neue Verwandlung anzutanzen, diesmal zum BSrsmjournaltst«! Dann wäre er allerdings bet richtige Vertreter für ben zu 80 Proz. ländl. Wahlkreis, in dem übrigen- die .Kuhbauern die Mehrheit bilden. — Ihr oberhefftfche Bauern, solltet ihr nicht doch gescheidter tuen, wenn ihr b« tüchtigen tebege» roanbm ,Kuhbauern* Rupp wählt, statt deS Schrift» tellerS Hellmut von Gerlach, der darauf hofft, ba| die studiert« Leute euer« Standesaenossen, den Kubbanern nicht wähl« werben. „Ueberlegts euch mal.'
Wahlkreis Rinteln-Hofgeismar.
regungen unb Wünschen gesprochen roerbro könne, und weber eine Aeucheruny offizieller Parteiperiön- lichkeiten, noch gar kein Vorschlag ober sonst kgenb etwas biefer Att liege vor. — Wie wentq bte 2ib^ rat« ihren Blockbruder doch kenn«! Die Sozialdemokratie wirb selbst nicht entfernt daran denk«, eine -Mize Reihe von Mandat« bem Liberalismus zuliebe preiszugeben.
Die Germania spottet über de» Liberalismus Sticbwahlnöte nickt Übel:
liebet die Wahlresultatenliste gebückt fitzt er da unb rechnet unb kombiniert und rechnet, ber Schweiß rinnt von seiner Denkerstirn, ber Stundenzeiger ereilt auf feinem Weg Ziffer traf Ziffer, au* Morgen wird Abend, und noch immer fitzt er ba und rechnet. Endlich al* die Mitternack'stunde dumpf und dröhnend von ber Turmuhr durch die Stille der Rächt angezeigt wird, erhebt, er freudestrahlend fein Angesicht von dem mit ungezählten Ziffern bedeckt« Pavierkwaen. unb sich reckend und streckend richtet er sich in Sie Höhe unb ruft frohlockend an«: »Heureka, ich hab«, wenn e, fo’ unb nur s o gemacht wird, bann schlag« wir bte »Sckwarzblauen* mit einer Stimme Majorität, unser ist die Mehrheit tm Reichstags. Nachdem er also gesprochen. setzt er sich gut Kontrolle de» genau« Resultate» abend» nieder. — aber • weh, bald erkennt er: bte Sache stimmt noch immer nutzt und bie schweißtriefende Arbeit beginnt von neuem. So fitzt nicht etwa nur ein anarcholiberaler A-daktenr. sondern bereit einige Dutzend tm Deutschen Reich unb zermartern sich ihr Gehirn, au« 0.0 eine Vielheit zu machen, die .Null" der fretfhmigen Mandate zur andich lag gebenden Partei im neue* Reichstag zu erheben unb habet natürlich ben .Schwarzblauen' ben Hal« umzudrehen. Die Arbeit ist anstrenaend. aufregend unb, fruchtbringend ist sie jedenfalls auch nutzt.
0.0 Mandate hat der sireisinn .erkochten', 4 Ne Nationalliberalen. Die Freisinnigen befaßen im alt« Reichstag zum Schluß 48, bie Nationattibera!« bl Dkandaie. Lm also auf die alte Höhe von 100 Mandaten zu kommen, müßt« sie in 96 von 120 Stichwahlen, ober da sie sich viermal gegenseitig bekämpfen, in 96 von 116 Stichwahlen siegen. Damit aber ber ®to^ block ber Linken' auch nur eine Stimme Mehrheit besitzt. mutzten bie toten G-uossen weitere 84 Sitze erobern. um die notwendig« Stärke von 99 Mandaten zu erreichen.
Da nun die Liberal« in 60 Stichwahlen mit den 6ogi unb in 68 mit den .Schwarz-lauen" stehen, s» hätten fte, wenn sie auch alle .schwarzblauen" Stichwahlen siegreich bestehen.^ noch 40 Sitze ben Genossen abzunehmen. Ersteres tStinten sie aber nur mit völ» Itger aufapferungSsähigster Hilfe der Sozialdemokia. ten, letzteres nur durch geradezu Idiotenhafte Uneigennützigkeit der .Schwarzblauen^ erreichen. Auf diesem Weg läßt sich als» bte Sache unter keinen Umständen machen.
Der Artikel betont zmn Schluß, eS sei jetzt am Zentrum und an den Konservativ«, bet ben Liberal« beider Schattierung« awzusragro, wie sie sich bet d« Wahl« tn jedem in Betracht kommenden
Herrenhaus.
Auf Vorschlag de- ffürsten Hatzfeld wird, da ber bisherige Präsident eine Wiederwahl abgelehnt hat, Herr v. Wedel-PieSdorf durch Zuruf zum Prä- fideriten gewählt.
Herr V. Wedel-PieSdarf nimmt die Wahl dankend an und verspricht, dem Hause diejenige Wirksamkeit zu verschaffen, die dem Geiste der Verfassung entsprech«. (Lebh. Bravo!)
Die bisherigen Bix-'präfidenten v. Becker unb Frhr. b. Landsberg-Steinfurt werden auf Vorschlag des Grafen (Eulenburg wicderaewäblt.
Nächste Sitzung Dienstag 12 Uhr.
Abqkordtleten? aus.
Der Präsident der vorjährigen Session v. Kröchet troffiicte die Sitzung mit einem Hoch auf den Kaiser. Die Si«ialdemokraten sind im Saale noch nicht anwesend.
Zur Einbringung des Etats für 1912 erhält baß Wort Finanzminister Lentze. Er beginnt seine Aus- fftbnmgen mit dem Etat von 1910 und beschäftigt sich eingehend mit dem vor mehreren Jahren geschaffenen Ausgleichfonds. Die im Jahre 1910 erfolgte Neu- regelung dieses Fonds habe sich, trotz der Zweifel unb Bedenken, die im Herrenhaus geäußert worden feien, bewährt. Die Ergebnisse der Eisenbahnverwaltung ssiid durchaus zufriedenstellend. Ihre Einnahmen ftirge»r infolge deS vermehrten Transports durch die Dürre des ©ontmerß in dem Mähe, dass 110 Millionen dem AuSgleichfondS zugeführt werden konnten. Die Einnahme wäre noch größer gewesen, wenn sie nicht -u einem Teile durch die Tarifherabsetzungen wettge- »acht tvorden wären. WaS den vorliegenden Etat an- langt, so haben wir unS große Sparsamkeit auferlegt. Wir haben wieder größere Mittel zur Urbarmachung der Moore eingestellt, desgleichen find auch namhafte Summen für die Besiedelung von Oedtändern und für die Entwässerung der Niederungen ein. gestellt warben Unsere Staatsforsten haben wir durch Anlage von Waldwegen in weitem Umfang erschlossen. Die neue .Einkommensteuervorlage, welche am 1. April inkraft treten soll, wird dem Hause dem. nächst vorgelegt. Die Bergwerke nehmen eine erfreu. Hdje Entwicklung. Den Arbeitern der Eisenbahnver. chaltunki konnten wir im Jahre 1911 eine namhafte Lohnaufbesserung zugute kommen lassen. Durch die vermehrimg deS Wagenparke« hoffen wir, den Ansprü. chen an bie VeNvaltung gerecht geworden zu fein. ®al da» Kohlensyndikat anbetrifft, so hoffen wir diese schwierige Frage in einer für daS Allgemeinwohl befriedigenden Weise zu lösen. Der Etat schließt mit einem Betrag von 4,3 Milliarden, also mit 72 Mil- Honen mehr als ber laufende Etat. Die Mehrrin.
des Jahres 1911 haben den Etat günstig be- «Mrc1 $’e Staatsschuld beläuft sich auf 9,4 i m < n,,.toobon jedoch 72 Milliarden rein werben, «u Wenn e» auch nickt gelungen ist. den
6taat§t»au8boit zu balancieren, so ist doch festzustellen, y* "*.z .««rbaltnisse gebessert haben. DaS D e f t- |j 1 H .8.1.? m..Jn ^rmehrab. Wenn wir auf diesem
'""den die preußischen Finanzen ** einer gesunden Brundl-we
tejen. Daz ’J bte; Regierung« unb ber Lmw.
‘)i^T^aAtVO0en- (Lebhafter Beifall.)
Damit rst ine xofitSorbnuno erlzhinT r firBdict teilt mit, bafi #r txxAt bi her
Lage sei, eine Wiederwahl al, Präsiden «nb spricht dem Hause und den Beamt!^ ftinen Dank »r die Unterstützung «u8, bie er während'seine, ftdmm» gesunden habe. * v
; Eine zweite Sitzung findtt abend, 6% Uhr Auf der Tagesordnung steht die Wahl be, qjräft diumS. E» werden 356 gütige Stimmen abgegeben. Hiervon lauten 347 auf ben «bg. Frhr. v. «offa w) * ^.aerlplittert
v. @rffe nimmt die Wahl an unb dankt fjft »"^aenoebra^te herzliche Vertrauen, »r brften Kräften bestrebt ,u sein, die De. StS^rft«““^? und unparteiisch zu führen, ■/etr bu^ «ur.8?räfibcnt wird Abg. Dr. Porsch Ment Tr.K r^u7'^^wählt. al, zweiter Bi^ ^Präsckent F-h^ v, Orff»^uet u!ck'erhält di. Lr di'e 6ttück«ÜnL''L:.°n-°bl°ck> feine, Gebur» ditzunll Luberbrrogen.
Prensüscher Vauvtag
Der preußische Landtag ist am Montag mittag im Weißen Saale des königlichen Schlosse, zu Berlin mit dem üblichen Gepränge eröffnet worden. Die feier- liche Eröffnung wurde dadurch etwa» beeinträchtigt, daß nicht der Kaiser selbst, sondern Herr o. Beth. mann-Hollweg den Landtag eröffnete unb die Sestern bereits gemeldete Thronrede zur Ber- lesuvg brachte. Wesentlich Neues bringt die Thron- rede nicht und sie wurde ohne besondere BeifallSkund- aebungen von den Mitgliedern des Herrenhauses und Abgeordnetenhauses ausgenommen.
uldaer W Zeitung
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Monakbellage: „Zuldaer GeschlchtrbMer" "LrLVL'ü'