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Rotatioirrbruck v. 0erleg bet Lnldaer Ittienbruderel L$tti»a Lemtorecher Ur. 9.

Erstes Blatt

Fulda, Montag den 15. Januar 1912.

3». Jahrgang.

110

10,550

, 427

163, zusammen 590

v--j^eeesaesi

1643

480

398

814

53

14,256

14,705

In Fulda-Äodt in Fiilda-Land .

mmdestens geht mein nelli.

Stimmen für bl« Sozialdemokratie abgegeben.

ec, Ke an — emsr ftoyenb, voll go° Seine ganze Seele liegt in diesem drl mit wirklich nichts weiter zu b*n Kopf

also 232 mehr, wovon 37 auf das Land, 195 auf die Stadt entfallen. Das wird ungefähr der Ver­mehrung der nichtkatholischen Bevölkerung im Kreife Fulda entsprechen.

Auch in den katholische» Gemeinden der Kreise Gersfeld und Schlüchtern hat die Sozial« demokratie keine Fortschritte gemach', sie ist eher zurückgegangenf anders allerdings sieht es in den nichtkathollschen Gemeinden aus. In diesen findet man eine verhältnismäßig sehr starke Zu«

* Betrachtungen über die Wahl im Kreise Fulda - Gersfeld - Schlüchtern.

Die Entscheidung am 12. Januar ds. IS. hat gezeigt, daß b>e Stellung der Zentrumspartei in unferem Wahlkreise sich nicht verändert bat.

Im Jahre 1903 betrugen die für das Zentrum abgeaebenen Summen . . . . im Jahre 1907, wo fast der letzte Mann sich an der Wahl lleieiligte,.....

und im Jahre 1912 ist diese Zahl noch auf

gestiegen, obwohl ein Teil der Zentrumswähler sein Wahlrecht diesmal aus bestimmten Gründen in d n westiälischen Jndunriebezirken ausübke.

Von diesen 14,705 Stimmen sind etwa 140 bis 150 Stimmen von Angehörigen anderer Parteien iür das Zenlrnm abgegeben worden, rund 14,550 hat es aus eigener Kraft aufgebracht.

Für die gegnerischen Parteien wnrden insgesamt 3388 Stimmen abgegeben, davon:

Weise etwa 200 000 ZentruMSstlmmen zur Ver­fügung zu stellen, hat den Konservattven manche- Mandat gerettet und sogar 2 neu gewonnen.

Da? größte Interesse wendet sich natürlich der Zentrumspartei zu, der der Angriff der Lin- fen m erster Linie galt. Man hat mit den verwerf­lichsten Mitteln, mit der Veröffentlichung gestohlener Briefe und dergleichen gegen den ZentrumSturm an- gekSmpjr. Jetzt nach der Schlacht steht der Zen­trumSturm wie vorher unerschüttert da. Da» Zentrum hat 88 Mandate auf dm eeften Anhieb gewonnen, 2 mehr als in der Hauptwahl von 1907. ES hat auch diesmal wieder berechtigte Aussicht, sich auf der alten Höhe (zwischen 90—100 Mandaten) die es durch die Jahrzehnte gehalten, auch weiterhin zu behauptm. Die Wahlkreise, in benen da» Zentrum seine Wurzeln geschlagm, hüben heute, wie seit 40 Jahren, einen festen Damm gegen die So­zialdemokratie. sie rechtfertigen auch hmte wieder das Wort de? sozialdemokratischen Führers auf einem roten Parteitage: Zentrum besiegt, alles besiegt!

Der Gesamteindruck der Wahlen ist bet, daß Rechts und Links gleichsam feste Türme ra­gen, während zwischen Rechts und Links ein verwov- rmeS und unfiareS EhaoS zu herrschen scheint. Die Geister haben sich geschieden. Man erkennt deutlich, daß zu guter Letzt nur noch zwei Weltan­schauungen auf der Wahlstatt einander gegen« überstehen.

soz aldemokralische, liberaler Bauernbund, freisinnige und christlichsoziale (radikalliberale), (Stimmen zersplittert.

weitere fünftausend Franken schicken, Mann zum Marchese Silvio Campa-

Das ErgebnV der Hauptschlacht läßt sich fetzt überblicken, und bestätigt es die erste Wahmeh« mung, daß die Partei der äußersten Linkm den Lö­wenanteil der Erfolges erzielt hat. Die r o 1 e F l u t ist getoaltig gestiegen: aber das, was bet Linksblock, ber Block von Baffermann bis Bebel an­strebte, die Beseitigung der Mehrheit der Rechten, ist jedenfalls in der Hauptwahl nicht erreicht worden. Wenn eS bei der Stichwahl erreicht werden soll, bann müssen die liberalen Pal leten an sich selbst Harikiri verüben. Die Parken des „schwarzblauen Blocks" haben dank ihrer vo • .ldlichen Taktik im ersten Anlauf 136 von 208 Mandaten be­kommen. Zur M Hoheit gehören 199 Mandate Es fehlen ihnen also noch 60 Maibdate.

Auf der bürgerlichen Linken haben die Fort­schrittler sowohl, wie die Liberalen schon jetzt zu gunsten der Sozialdemokratie so viel Sitze verloren, daß sie ihre alte Zahl auch bei intensivster Wahlhilse der roten BundeSgenossm nicht wieder erlangen kön­nen. Sie haben ja die meisten Sitze an die Sozial­demokraten verloren und so die Wohltaten des „Block? der Linkm" zuerst am eigenen Leibe fühlen müssen. Ditz verlegenen Wahlbetrachtungen der liberalen Blät­ter lassen auch dmtlich erkennen, daß sie schwer ent» tauscht find von diesem Wahlaussall, von dem sie die Wiedererstebung des Liberalismus erwarteten und der ihnen die größte Schlappe von allen bürgerlichen Parteien einbrachte. Die Stichwahl bringt infolge deffin für diese Parteien ernste Schwierigkeiten.

Die Rechtsparteien haben sich verhältnis­mäßig besser gehalten, als die gewissenlose Hetze der linksliberalen Blockblätter und der skrupellose Kampf des HansabundeS (Unarten ließen. Die meisten Ver­luste von biefen Parteien hat bie Reichspartei zu verzeichnen, dieselbe Partei, die am tängften an dem Bülow'schen Blockgedanken festhielt. Die kluge Wahl­taktik de? Zentrums, btffen straffe Parteiorganisation es ermöglichte, dm Konservativen in ber selbstlosesten

(Graf (Baien), 80. Illertissen (Hebel), 81. Köln-Land (Kuckhoff), 82. Taube rbischofsheim (Zehnter).

Die Sozialdemokraten haben die aus Grund ihrer ungeheuren Ag-tasion und aufgewandtcn großen Kosten erwartete Stimmenzunahme nicht erhalten.

Im Kreise Fulda (Stadt und Land) haben sie geradezu kläglich aba.cschnittcn; an dein gesunden Sinn itn]ttec Landbcvälterung sind sie völlig ge­scheitert. Im Jahre 1907 betrug bie sozialdemo­kratische Stimmen zahl

Dalherda Günthers Tann Hintersteinau Stemau Weichersbach

zusam. 218 821 , , 6u3 sorld. St.

während der Kreis Fulda 1907 590, 1912 822, also Zunahme nur 232 soziald. Stimmen bei erheblich größerer Bevölkerung als Gersfeld und Schlüchtern Mammen auiwerst.

Die freisinnigen und christlich-sozialen (radikal- liberalen) Kandidaturen können als reine Verlegen« hettskandidaturen außer Betracht bleiben.

Das Gesamtergebnis ist ein hoch- erfreuliches; es zeigt

1. daß die Stärke des Zentrums unverändert geblieben ist und daß ferne Wählerschaft m ge­schlossener Einigkeit hinter ihrer Führung stehl;

2. daß die Sozialdemokratie unter der tathol. Bevölkerung des WahltreiseS gar keine Fort« schrttte gemacht hat;

3. daß der Liberalismus in unserem Wahlkreis« völlig bedeutungslos geblteben ist.

Möge es immer so bleiben 1

sich hebt er die Klappe des Kuverts unb schiebt zwei Finger hinein.---

Ein zusammengelegtes Papier kommt zum Vor­schein.

»Ein Scheck, auf bie Santa b'Jtalia lautend? Was bedeutet das?*

»Zahlen Sie an die Marchese Sonja Campanelli oder deren Ordre die Summe von zweitausend Franken.

Borgoni.*

— liest et mit vor Entsetzen fast erstarrten Gliedern.

Eiir gurgelnder Laut entringt sich seiner Kehle. Heiß strömt ihm das Blut zum Hetzen. Sonja war alfo tatsächlich in dec Alhambra aufgetreten.

Das Feuer im Kamin brennt herunter — er merkt es nicht. Es geht ganz aus — unb noch immer starrt Orlando, zitternd vor Aufregung unb Kälte, in die verglimmende Asche.

Erst als Morgendämmerung heraufziehi, wankt et nach seinem Arbeitszimmer unb wirst sich erschöpft m'.f bie Chaiselongue. —

Als Sonja gegen Morgen aus unruhigem Halb- schlummer erwacht, bemerkt sie, baß ihres Gatten Bett unberührt ist. Hastig kleider sie sich an unb betritt zögernd das Arbeitszimmer.

Minutenlang steht sie mit gefalteten Händen und beobachtet angstvoll den Schlafenden.

Ach, wie bleich unb bekümmert ist sein siebeS Gesicht! Wie ist der Ausbmck so ganz anbers als sonst! Ein Hefe« Wehgefühl beschleicht das Herz bes jungen WeibeS. Ganz vorsichtig breitet sie eine warme Decke über ihn unb verläßt auf ben Zehen­spitzen ba8 Zimmer. Ihr graut vor ber Zukunft.

Wenn er sie gestern wirklich erkannt hat unb ihr auf ben Kopf zusagt, baß ste bie »maskierte Dame* war — was soll sie antworten? Soll sie weiter lügen unb heucheln? Immer weiter unb weiter, bis es schließlich nicht mehr geht? Fast fühlt sie sich jetzt schon zu schwach, um bie begonnene Rolle weiter zu spielen. Allmächtiger Gott, wie soll baS erst spä­ter werden?

Arme Sonja! Sie wollte recht handeln unb

fanb in ihrer Kurzsichtigkeit nicht ben richtigen Weg! Zu spät sieht sie ein, baß jede Lüge im Leben eine andere Lüge zeitigt unb daß es töricht ist zu glau­ben, man könne durch einen Betrug sein Glück er­kaufen.

Das Frühstück steht unberührt.

Sonja sitzt still am Tisch unb wartet auf Orlanbo — wartet, wartet.

Endlich erscheint er auf ber Schwelle mit tiefen Rändern unter den Augen, um Jahre gealtert.

Sonja springt auf unb eilt ihm entgegen.

„Orlanbo! Was fehlt bir?*

Abwehrend hebt er bie Hand. Die Kehle ist ihm wie gugefdjnürt

„Was ist geschehen, Liebster?* fleht sie angstvoll.

„Sonja, bu warst in ber Alhambra,* ringt cS sich heiser von seinen Lippen. Er hält ihr das zerknitterte Kuvert mit dem Scheck vors Gesicht.

Sie greift nach dem Blauen Kuvert, und ihr fällt ein, daß Borgoni es ihr geftem abend zustcckte. beoo: sie in seinem Automobil davonfuhr. Ein Blick auf den Scheck sagt ihr, daß er das Honorar für ihr Aus treten in ber Alhambra sein müsse. Sie senkt beim Anblick bes Schecks, im Bewußtsein ihrer Heimlich­keit dem Gailen gegenüber schuldbewußt bie Lider

Dann öffnet sie eine Schublade ihrer Kommode unb nimmt zwei Briefe heraus

»Diese beiden Briefe, die ich gestern erhielt, en'- heben mich einer langen Erklärung. Lies!"

Wie mechanisch überfliegt er ben ersten:

„Signora! Mein Mann wünscht, daß ich Ihnen mitteile, daß wir uns nicht länger durch Lumpereien abspeisen lassen. Für ben Anfang ging das. Aber jetzt müssen wir binnen einem Viertel­jahr bie ganzen zweihundert tausend Franke» ha­ben. Wenn Sie uns bis nächsten Samstag nicht

In der Staot Schlüchtern stieg die Zahl der Sozial. Demotaiten von 8 auf 61, in der Stadt Gersfeld von 0 auf 15!

Der ganze Kreis Schlüchtern zeigte

1907 1912

dier-mal in Fiuda-Sladt 622

in Fulda-Land . . . 200, zusammen 822

136 629 also Zunahme 493

der ganze Kreis Gersfeld 82 192

cP Die Reichstagswahlen in Hessen haben ein außerordentliches Anschwellen bei sozialdemokrati­schen Stimmen gebracht, wie es in diesem Umfang von keiner Seite ernstlich erwartet wurde. Zwar war der Boden für ein Anwachsen der radikalen Stimmung sowohl in den Städten als auch auf dem flachen Lande durch die schamlose und verlogene Hetze der Sozialdemokratie und der liberalen Partei geebnet; aber die diesmaligen Wahlresultatte zeigen einen solch entschiedenen radikalen Zug, daß man wohl in Bälde neben einem roten Sachsen auch von einem rotenHessen sprechen kann. Der Wahl­kreis Offenbach-Dieburg, der mit Aus­nahme einer einzigen Legislaturperiode seit langer Zeit zum sicheren Besitzstand der Sozialdemokratie gehörte, wurde mit einem Plug von nahezu 5000 Stimmen gleich im ersten Wahlgang von ihr erobert. Der Wahlkreis Mainz-Oppenheim kann nur durch ben Zusammenschluß aller bürgerlichen Par« teieu ber Sozialdemokratie entrissen werden. Dies wurde in früherer Zeit ermöglicht, indem die Na­tionalliberalen dem Zentrum als der stärksten bür­gerlichen Partei in der Stichwahl zu Hilfe kamen. Aber schon 1905, als das Zentrum den Geh. Rai König aus Berlin aufftellte, war der Gegensatz zwi­schen Zentrum und Liberalismus int Reich soweit gediehen, baß bie Wahlhilfe der Liberalen sich als nicht mehr ausreichend erwies, um dem Bürgertum ben Wahlkreis zu erhalten. Tas Zentrum schlug sodann sowohl 1907 als auch diesmal in dem Kom­merzienrat Molthan einen im Kreise angesessenen unb sehr zugkräftigen Kandidaten vor, ber sowohl in ber Stabt als auch auf dem Land, das er zum Teil seit vielen Jahren im Landtag vertritt, allgemein be­kannt unb mit ben wirtschaftlichen Interessen bes Kreises auf baS beste vertraut ist. 1907 versagten bie Liberalen in ber Stichwahl unter bent Einfluß ber Blockstimmung zum großen Teil bie Gefolgschaft, sodaß ber Sozialist David mit rund 900 Stimmen siegen konnte. Diesmal stellten bie Liberalen bie weniger zugkräftige Kandidatur eines Oppenheimer Neallehrers auf, bie für sie einen Ausfall von über

Als sie mst müben Schritten, die seltsam mit ihrer formierten Lustigkeit kontrastieren, nach dem Schlaf­zimmer geht, blickt Orlando ihr kopfschüttelnd nach. Dann beginnt er, unruhig im Zimmer auf unb ab zu schreiten.

Wie, wenn er sein Weib doch zu Unrecht beschul­digte — sei es auch nur in Gedanken? — Wenn jene »maskierte Dame* doch eine andere gewesen wäre? — Gibt es nicht Menschen, die einander bis in? Kleinste ähneln — seltsame Naturspiele, für bie ber menschliche Verstand keine Auslegung findet? —

Er zündet sich eine Zigarette an unb spinnt biefen Jdeomgcmg weiter aus. — Dabet machen ihn fein gutes Herz unb feine noch immer leibcnschastliche Liebe zu Sonja blinb für manche Schwächen unb Widersprüche in diesem Jbeengang. Der Gedanke, Sonja habe doch vielleicht kein Unrecht begangen, sie sei nach wie vor feiner Liebe würbig, bcruhigt ihn unb erfüllt ihn mit neuer Hoffnung für bie Zukunft.

Tiefe Stille. Nichts stört ihn in feinem wohligen Nachdenken. Da? schwache Geräusch, bas aus bem Nebenzimmer bis zu ihm herüberdringt, erhöht noch dies neu erwachende Glücksgefühl.

Ja, er will an Sonja glauben, ihr vertrauen bis zu feinem letzten Atemzuge! — Sie ist nervös, exal­tiert vielleicht tarnt. Aber was gibt ihm ein Recht, an ihren Wotten zu zweifeln? —

O, wir er ft in Weib liebt! —

Er ergreift ben taubengrauen Abmbmcmtel, ben Sonja vorhin achtlos über einen Stuhl geworfen unb streichelt zärtlich den weichen Pelz, als wäre er ein Teil von ihr selbst.

Dabei gleitet ein Kuvert heraus unb fällt zu Boden.

Er hebt ö auf und betrachtet es verwundert. — Merkwürdig! — Keine Adr-.fiel Unb dabei offen! Wie kommt es in die Manteltasche? — Vielleicht eine gedruckte Geschäftsanzeige. —

Unschlüssig dreht er baS Kuvert zwischen ben Fingern hin unb her — mit lener spielenden Gleich­giltigkeit, welche ben Menschen nach einer heftigen Gemütsbewegung manchmal überfällt. — Unwilllür-

Wieder blickt

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natjme der fozialdemokrat. Stimmenzahl, |o z B. wurden m Den tetn evangel. Orlen

Sie TWer Berbmleil.

43 Roman von Adele Böttcher.

„Gewiß. Wo denn sonst?*

Orlando schweigt einige Sekunden. Dann geht er auf fein Weib zu und dlickr ihr fest in bie Äugen.

»Sonja! Hast du mir nichts zu sagen?*

Rasch wendet sie sich ab, um etwas an ihren Haaren zu ordnen, bie sich scheinbar gelockert haben.

sprudelt sie sich überstürzmd her­aus. „Diese Frauen mit ihren merkwürdigen Auf- uS%Ä -unsere Pflichten*,

ffT*, ^1- unrklrch zu verschroben - hahaha: Ich wunschre nur, du hättest sie gehört!*

Und mit fieberhafter Hast unb erstaunlicher Fun gengdäufigfeU erzählt sie alles, was iie bei ihrem kurzen Besuch bei bei Gräfin Labriola erfahren — erzählt es so, als habe sie kS selbst mit erlebt.

Schweigend hört Orlanbo zu.

Ist es möglich, baß Sonja sich betört verstellen Ian»? — Er möchte sein n Kopf verwetten, baß er abend nicht geirrt, daß es nicht eine fit» jtptefte Schauspielerin war, bie seine Finn täuschend kvpre te, sondern sie selbst — Sonja, fein Weib

„Tie dumme Geschichte hat mir wirklich Kopftuch Genui^t!" schließt sie ihren Bericht mit formiertem 7*®en- »Sieh nur, wie meine Backen glühen! Ich Wb?" $ gleich niederlegen, du kommst doch auch

Ae ReichMMW.

TaS Gesamtergebnis

ber Hauptwahlen liegt ruinmehr vor. Ungenauigkeiten finden fick allerdings noch vielfach, auch ergeben fick noch Schwierigkeiten aus der Unsickertieit der Parier« angehörigkett beziehungsweise der Parieibezeichnung. Das Gesamtbild steht indelfcn feit.

Endgültig gewählt sin» 208 Abgeordnete, Nämlich 27 Kowervawe, 5 Re cbsparteiler, 2 von der Wirtschaftlichen Vereinigung, 82 vom Zentrum. 15 Polen, 4 Rattonaüiberale, 1 vom Bund der Landwirte, 64 Sozialdemokraien, 2 vom EUaß. Lothringischen Zentrum, 1 Lothringer, 1 Däne, 1 Vexlreter des Bauernbundes, 1 Wilder.

Sin den 189 Stichwahlen sind beteiligt: 46 Konservative, IW Reichsparteiler, 3 von der Deutschen Reformpariei, 12 von der Wirtschaftlichen Vereinigung, 32 Zeirlruinsleute, 10 Polen. 67 Nationalliberale, 2 Londbüntler, 56 oder 57 von der Fortschrittlichen Volkspartei, 120 oder 121 Sozialdemokraien, 2 unabhäng ge Lothringer, 5 Welfen, 5 Wilde.

Die Gewin n- n»d Verluflrechnung stellt sich solßendermaßen: Kon-croative 4-2 — 9, Reichspartei 4-2, — 10, Wnlickattliche Vereinigung 4- L — 8, Zenlium — 4, Polen — 1, Rational- liberale 4- 2. — 16, Fornckrittliche Volkspartei — 12, Sozialdemokraiie 4- 28, — 2.

Die Zahl der Zentrumsmandate, die in der Hauptwahl erzieblt wurden, bet ägl 82; wenn man die früher der Reichskagsfrakiioa des Zenlrums beige'retenen elsaß-lordiingnchen Abgeordneten (bezw. ihre yiadilolger) miizäh t, beträgt sie 84, dagegen 88, wenn man alle Abgeordneten aus den Reichslanden hmMcchnet, die sich dem ellaß-lot rtngischen Zen'- rum gugelchlosfeu ha^en. Dos Z-nkrum siegte in:

1. AxauuSberg-Heilsberg (Proust), 2. Alleustein- stein-Nössel (Srir), 3. Glatz-Hab-lschwerdt (Spetlich). 4. Frcmkenstein-Mün.sterbcrg (Graf Praschina), 5. Neiße (.Horn), 6. Leobschütz (Klose), 7. Ratibor (Sap- lettn), 8. Neustadt (Strzoda), 9, Fa lkenberg-Grottkau (Hubrich), 10. Heiligonstadt-Worbis (Poppe), 11. Mep- Pen-Lingen (Engelen), 12. Teckleuburg-Steinfurt (He­rold) , 13. Münster-CoeSfeld (Frhr. v. Hortling), 14. Lüdinghausen-Beckum (Frecker), 15. Borken-Reckling- hnuftm (Schiffer), 16. Paderborn-Düren (von Savig- ich'>, 17. Warburg-Höxter (Frhr. von Kerckering), 18. Olpe Pioschcdc (Becker), 19. Lippstadt-Brilon (Schwar­ze), 20 .Montabaur-Et. Goarshausen (Dahlem), 21. Fulde Schlüchtern (Müller), 22. Borgheim-EuZkirchen (Fastbeicher), 23. Bonn (Spahn). 24. SiegkreiS-Wald. broel (Becker), 25. MnIheim-Wipperfürth (Marx). 26. Cledc-5)elbern (Tr. Marcour), 27. Kempen (Chry- santi. 28. Dk.-GIadbach (Dr. Hitze), 29. Krefeld (Dr. Pieper), 30. Neust-Grcvenbroich (Am Jehnhoff), 31. Neiiwled (Äring§), 82. Koblenz-St. Goar (Wöllstein), 38. Mayen-?! hrweiler (Wallenborn), 84. Sldeuau- CochciN (Pauly), 35. Daun-Prüm (Fürst Löwenstein), 36. Wittlich-Bernkastcl (Astor), 87. Trier (Hartrath), 86. Merzig-Eaarolouis (Noeren), 39. Schlcidcu-Mal- medy (FervcrS), 40. Eupen-Aachen (Nacken), 41. Nachen Stadt (Siitart), 42. Düren-Jülich (Fürst Salm), 43. Gcilenkirchcn-HcinSberg (Stupp), 44. Sig­maringen (Belzer), 45. Aichbach (Sandizell), 46. Traujwtu (Angerpointcr), 47. Ingolstadt (Ponschab, 48. Rosenheim (Nauner), 49, Straubing (Scheffbeck), 50. Wasserburg, 51. Weilheim, 52. Landshut (GlcitS- mmiii'. 53. Passau (Matzinger), 54. Deggendorf (Schcd'bauer), 55. Kehlhcim (Steindl), 56. Neumarkt (Kohl', 57. Neustätt (Speck), 58. Kitzingen (Bau- manu), 59. Lohr (Stamm), 60. Dillingen (Jaeger), 61. Negcnsburg (Trendel), 62. Stmberg (Sir), 63. Neünbürg a. W. (Schirmer), 64. Aschaffenburg (Ger- ftenbetfler), 65. Neustadt (Häusler), 66. Donauwörth, 67.Kaufbeuren, 68Aalen-Ellwangen (Bolz), 69.Blau­beuren (Gröber), 70. Biberach (Erzberger), 71. Ra­vensburg (Leser), 72. Schopfheim-Waldshut (Birken- rnaher), 73. Lahr-Walfach (Fehrenbach), 74. Baden- Rastakt (Lender), 75. Gcbwciler (Thumann), 76. Schlettstadt (Will), 77. Hagenau-Weißenburg (Haust), 78. Soargemünd-Forbach (Schatz), 79. Delmenhorst

Das Zentrum derNert Reichenbach-Neu­rod e (an Eoz); Pfarikiichen (an Bbd.); es hat ferner auf Bingen durch Kompromiß mit ben Nationalliberalen zugunsten des Rechtsliberalen Dr. Becker von vornherein verzichtet. Außerdem ist das Mandat des beulsch-hannoverfchen Zentrrims- bospitamenGötz v. Olenhusen in Göttingen- Duberstabt verloren.

Das Zentrum steht in Stichwahl 32mel

mit Konservativen 0;

mit 12 Eozialbemokraten: Danzig- Laub, Tortmunb, Harburg (Welfe mit Soz.), Kro­nach, Schweinfurt, Stabt Köln, Essen, Höchst—-Hom- bürg, Würzburg, Augsburg, Tüflelborf, Gif­horn—Peine (Welfe mit Soz );

mit 3 Fortschritt l. Bolkspartei: Fraustabt—Lissa (Graf Oppersdorf mit Fortschr. Volkspartei), Germersheim, Freiburg;

mit 15 Nationalliberalen: Neustadt- Nienburg (Welfe mit Nationalib.), Ulzen-Lüchow (Welfe mit Natib.), Ottweiler—St. Wendel, Mörs- Rees, Jmmenftabt, Saarbrücken, Lüneburg—Win­sen, Osnabrück, Lörrach, Konstanz, Melle—Diepholz (Welfe mit Ratlib.), Hamm—Soest, Donaueschin­gen—Villingen, Lublintz—Tost—Gleiwitz, Zwei­brücken;

mtt Baueinbunb: Straubing;

mit Lothringern: Bollen—^iedenbofen.

Von biefen Wahlkreisen gehörten zuletzt nicht zum Besitz beS Zentrums: Dortmund, Düsseldorf, Saarbrücken, Ottwcller-St. Wendel, Beutben-Tar- nowib. Lublinitz-Gleiwitz, Danzig-Laub, Jmmen- stabt-Kempten, Konstanr-'Ueberlingen, Lörrach-Müll­heim unb Fraustabt-Lissa.

Ergeb enst

Ama ßungo. (Fortjetznug iolgt.)

' Eie schüttelt

ro’aeHlt Ede Gute Nacht!*

ton. Er j-d^ch',i^diX^/^" ömn Kuß zu bie. »rüst und küßte sie innig ««ft Sn fdnt

1907

1912

15

59

3

20

28

87

1

28

9

51

9

22