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WochEUage: „Illustriette Sonntagzzeitung

39. Jahrgang,

Fulda, Dienstag den 9. Januar 1912.

6.

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ßrjchrtm tS-Uch mit «mnahme der Soi* «ndLeiertage.virrter. jührlichrrvezugsprei» otzne vriugerloh« rurd Bestellgeld i« Z«!da so» wie auswärts 1.5» Btt

Derarth». Redstteur:

Sarl Schütte;

filtdie Anzeigen: Z. parzeller in Z»k»«-

die katholischen Gotteshäuser den Katho­liken mit Gewalt fortgenommen;

di« katholischen Schulschwestern auS ihre» eigenen Schulen hinauSgewiesen,;

vie katholischen Krankenschwestern vom Krankenbette weggerissen;

den katholischen Religions - Unterricht au8 den Schulen entfernt, um ein glau­bensloses und chriftuSseindliches Ge­schlecht herauzubilden.

Christliches Volk! DaS ist liberale und sozia­listische religiouSseludliche Politik!

Darum christliche, besonders katholische Wäh­ler, wahret euer» heiligste« Gitter!

Rur ei« starkes Zentrum Kanu den liberale« und sozialdemokratische« Kulturkampf- geist zuriickdrängeu.

in Frankreich:

die katholischen OrdenSleut« vertrieben;

werden. . o n .

+ Die Entlaivmig dcS tzansabmides Zur Lob­rednerin des Hansabundes entwickelt sich mehr und mehr die ,Nationalzeitung'. Fast kein Tag vergeht, an dem das nat.«lib. Blatt nicht die „Verdienste des Hansabundes in den höchster- Tönen preist. In seinem Elser, Herrn Dr. Rteßer zu dienen, plaudert das Blatt aber etwas aus der Schule, wofür 19m Herr Rieß er gerade nicht sehr dankbar i'eiu_ rottb. In den neuesten L.bgesang zu Ehren des Hanfa- bundes heißt es wörtlich:

„Die Erweckung des liberalen Geda n t en» und die Au rültelung des politischen Beranlivort.t^- keitsgesühls, die auf die ausllärende Arbeit des pania- dundes zurückzusühren ist, haben das Ihre^>. a u beige- tragen, daß die liberale Verltandlgung so günstige Er>olge erzielt hat. Es wird ein bleibende- Verdienst der nat.-Iid. Partei sein, das gerade aus ihren Reihen Geheimrat Rteßer, der Prandenl des Hansabundes und langjähriges Mitglied des national­liberalen Zentralvorüandes, hervorgegangen ist, der durch seine rastlose Tätigkest im Dienste des Libe­ralismus daS Renaifsancezeilalter, das alle erwarten, mit vorbereitet bat"

Wahlkreis Hersfeld-Hünfeld-Rotenburg.

? Eitersrt», 8. Jan. 1912. Gott sei dank ist jetzt auch das Amt Eiterfeld aus aller Papiernot heraus: Der rote Volksvertreter hat uns seine Wahlzettel geschickt. Und der Austräger w rd ein schönes Stück Prozente abbekommen. Er hat's nämlich selbst ein- cestanden. Obwohl man ihm versicherte: „Hier wählt alles Zentrum!" erklärte er: .Rehmen Sie nur, ich bat? meine Prozente davon!" Geschäft! Es geht ihm, wie den Slowakenjüngern; wie der Verkauf der Blechwaren, so das Abendessen. Die Bilder in den Flugschriften besagen alles: Der Text ist die Sprache emes Großschnauzers und Allesbesser­wissers. Also die Bilder: Weil's einig« Menschen gibt, die Sekt trinken, und andere das nicht können, deshalb ist die Gesellschaft im deutschen Vaterlande verlottert. Toter Singer und Ihr andere Krösusse der roten Partei, habt Ihr nicht zum Gespräche von Berlin Eure Eektgelage gehalten? Die abge­bildeten dicknackigen Kerle mit den Sektgläsern können also ganz gut so rote Krösusse sein. Nehmt doch, Ihr Roten, den Arbeitern nicht soviel Geld für Parteizwecke abl Für 1100 Mark Einkommen trägi's an 120 Mark für Parteizwecke, darunter an 57 Mark für .Bildungszwecke", d. h. für den Druck der Elaborate eines Häckel «. a. Dann könnten sich die Arbeiter statt Hering und Pellkar- toffeln, wie es da abgebildet ist, auch eher Fletsch, ja, wenn's sein muß, sogar mal 'ne Flasche Sekt erlauben. — Bauernfeindlich will der Rote auch nicht sein. Da seht nur mal, wie ihm sein zottiges Fuchsfell wackelt, während er so etwas schreibt! Bauer! Weißt Du, daß durch Abschaffung der Zölle die Bauern, wie m den achtziger Jahren, maffen- weise unter den Hammer kommen sollen? Schnab- rich. Du bist nicht unser Ma-.n, bni Drinnenberg, de Raiffeisenmann, den wählen btt Bauern und Arbeiter, die nur ein Mu^en u..o ein paar Acker haben, in Rotenburg, Hersselb und Hünfeld!

AuS dem Wahlkreis Hamm-Gelnhausen-Orb.

/:/ Kaffel-tzöchst, 7. Jan. 1912. In Höchst und Kaffel fanden gestern große öffentlich« Zentrums. wähler-Versammlungen statt. Der starke Besuch beider Versammlungen läßt einen guten Wahlerfolg erhoffen. In beiden Versammlungen sprach der Zentrumskandidat Geis-Aschaffendurg und entwickelte sein Programm. Herr Kaplan Hahn fordert« in packenden Worten zum rastlosen Eintreten für den Zentrumskandidaten auf uvd schloß mit einem begeistert ausgeuommenen Hoch auf den Zentrumskandldaten die glänzende« Ver- sammlungen.

* Wiesbaden, 6. Jan. 1912. Im Wahlkreise Wiesbaden-Rheingau entfaltet die Zentrum»- Partei ein« rege Agitation zugunsten der Kandi­datur des Generals v. Klo eben. In eöen Zen- trumC'ö erfammlungen macht sich eine stark» Begeiste­rung bemerkbar, so daß man die besten .Hoffnungen hat, v. Kloeden in die Stichwahl zu bringen. E» ist nur zu bedauern, daß sowohl die Christlich sozialen als auch die Konservativen ihre gänzlich ausfichtS- -?? ' Kandidaturen aufrecht erhalten.

[] Bochum, 8. Ja«. 1912. In einer zahlreich be- suchlen Versammlung der Zentrums Partei im Wahlkreis« Bochum-Gelsenkirchen gab Parteiführer Justizrat Di«ka mp unter allgemeiner Zustimmung die Erklärung ab, daß daS Zentrum f»r den nationallideralen Ka ndidaten Heckmann eintreten roetbe, falls dieser mit dem Sozialdemo­kraten Hue in die Stichwahl kommen sollte. — Unter dm Bochumer Palm machen sich Bestrebungm geltend, die auf eine Absplitterung von der nationab- polnischm Richtung Mielem Boraussichtlich

Deutsches Reich.

r Berlin, 8. Jan. 1912. Der Kaiser hörte Montag den Vortrag des Chefs des Zivilkabinelts v. Valentini. — Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg soll, wie verlautet, demnächst in den aktiven Kolonialdienst eintieten und den Gon- verneurposten von Togo übernehmen. Da diese Stellung aber nach dem AuSsleiden des Grafen Zech erst kürzlich neu besetzt ist, so muß angenommen werden, daß innerhalb der Gouverneurposten ein größerer Wechsel bevorsteht. ES verlautete schon mehrmals, daß der Herzog in den Krondienst ein« treten werde. .

*♦ Eine angebliche Aenßerung des Kaisers. Lord LonSdale, einer der engltschen Freunde deS Kaisers, war von einem englischen Blatte aus- gefragt worden und hatte dabei mitgeteilt, daß der deutsche Kaiser ein entschiedener Gegner eines Krieges mit England sei, überhaupt den größten Abscheu vor einem Kriege habe. Soweit es sich mit den deutschen Interessen verträgt, habe England keinen aufrichtigeren Freund als den deutschen Kaiser. Es war in der Preffe vermutet worden, daß diese Aeußerungen vorher die kaiserlich« Billi- gung «rhalten hätten, ja, daß eS sich vielleicht um eine beabsichtigte indirekte kaiserliche Kundgebung an das englische Volk handele. Lord Lonsoale er­klärt jetzt aber in der ,Daily Mall', die Unterredung enthalte lediglich persönlich« Ansichten und Eindrücke und sei ohne jemandes Ermächttgung und gewiß ohne Billigung des Kaisers veröffentlicht worden. Auch das Wolff'sche Telegraphen-Bureau meldet, daß die Behauptung, di« Veröffentlichung sei mit Ermächtigung oder Billigung des Kaisers und Königs erfolgt, falsch ist.

)( Das MilitSiperjonal der Flotte tst für daS neue Etatsjahr auf rund 65000 Mann festgesetzt worden. Die Hauptvermehrungen werden auf di» Mannschastsbestände der Divisionen in Kiel und Wilhelmshaven entfallen.

♦ Di« uationalliberale Fraktion des preußische» Abgeordnetenhauses hat beim Bureau des HauseS eine Reihe von Interpellationen und Anträgen angemeldet. Sie beziehen sich auf die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche, aus die Sturmschäden an der Westküste Schleswig-Holsteins, aus den Uni« versitätsbesuch der Volksschullehrer, auf die Auf­besserung der Allpensionäre, die Regelung des Sud« missionswesenS, auf die Befreiung der Dissidenten- linder vom Religionsunterricht usw. Es ist eine ungewöhnliche Erscheinung, daß eine Fraktion schon eine volle Woche vor Eröffnung des Parlaments ihre Anträge anmeldet und veröffentlicht, zumal die Fraktion noch gar nicht versammelt ist. Aber das machen offenbar die — Reichstagswahlen.

♦ Alterspräsidenten und jüngste Abgeordnete. DaS Alterspräsidium hat tm Reichstag 1907/11 nicht weniger als viermal gewechselt. Durch Tod schieden aus die ältesten Abgeordneten von Winterseldt-Men- kin, Gras Hompesch, Fürst zu Inn- und Knyphausen, sodaß jetzt Träger Alterspräsident ist. Von den in den Nachioahlen gewählten Abgeordneten gehörten zu den jüngsten Mllgliedern de» Reichstages die Ab- geordneten Professor Dr. Spahn-Warburg (Zen­trum) Dr. Wernw-Gießen (Wirtschaftliche Vereini- aung) Zietsch (Soz.). Dir jüngsten Abgeordneten waren auch am Schluß des Reichstags wie zu Be- ginn Dr. Boehme (Deutscher Bauernbund), geb. 1877, und Dr. Sttesemanu (natlib.), geb. 1878.

Reu- Handwerkerkonseren,. Vor kurzem ging die Nachricht durch die Preffe, das Reichsarnt des Innern habe nicht die Absicht, di« im April v. I. zusammengetretene Handwerkerkonserenz überhaupt noch fortzusetzen. Wie der deutsche Handwerker- und Gewerbekammertag nun mitteilen kann, tunt diese Nachricht nicht zu, vielmehr sollen die Be­ratungen über Handwerksfragen im kommenden Frühjahre wieder im engeren Kreise ausgenommen

g'qtn Anwürfe gegen da» Zentrum einer vernichtenden ritik unterzog. Er enttotdelte dabei eine so hinrei­ßende Beredsamkeit, daß er die rund 400 köpfige Zu­hörern-engt bi» zum letzten Wort in Spannung hielt und einen Beifallssturm nach dem andern entfesselte Nach ihm sprachen di« Herren Redakteur Heil und Arbeiter- sekretär Heck, beide tbenfaH» auS Frankfurt, klar und sachlich zu demselben Thema. Da die Diskussion auf allgemeinen Wunsch fr«,gestellt war, meldete sich ein armer verhetzter von Auswärts zum Worte, mußte aber trotz seiner Vibelweisheit unrühmlich in der Meng« wieder untertauchen. Der warme Schlutzappell de» Referenten begeisterte vollend« die Menge, btt. mit brausend«« Hoch auf die Redner, unser» verdienten Abgeordnete» Herr» Richard Müller unb das Zentrum "E^Ä^hligititim tu der Stabt Fulda wird am Wahltag« m derselben We.se geschehen rote bet der letzten ReichstagSwahl im Jahr« 1907. BneitS vorher wird allen Wahlberechtigten ein Aufruf zur Ausübung deS Wahlrechts mit mehreren Stimmzetteln — durch die Post zugestellt. Für den Wahltag selbst wird der Wahlausschuß in jedem Wahlbezirk ein besondere» Wahlbüro einrichten. Im Wahllokal werden zwei Kontrolleur« die Wähler- listen führen, um festzustellen, wer bis mittags 1 Uhr fein Wahlrecht noch nicht ausgeübt hat. Der Wahlausschuß bittet deshalb alle Parteifreunde, ihrer Wahlpflicht mSglkchst vormittags zu genügen. Bald nack Mhrtreten die Wahlbüros u. dieVerlrauens- leute in Tätigkeit, um die Säumigen, dir bis bahnt noch nicht gewählt haben, an ihre Wahlpflicht zu erinnern. Bei der letzten Reichstagswahl machten von 4141 Wahlberechtigten 3443 von ihrem Wahl- recht Gebrauch, d. i. 83e/o. Dies« Zahl mutz diesmal nicht nur erreicht, sonder« überschritte« werde«! Für die Agitation am Nachmittag ist eine größere Anzahl von BertranenSmännern erforderlich. Der Wahlausschuß ersucht alle Gesinnungsgenoffen, die sich dieser Kleinarbeit widmen wollen, sich der Partei am Nachmittag deS Wahltages zur Ver- fügnng zu stellen. Eine JnstruktionSversammlung sindet heute, Dienstag, abends 81/« Utjr, in der Harmonie statt. Die Begeisterung unserer Partei- freunde in Köln, Dortmund usw., die zu so groß- artigen Zentrumsstegen geführt hat, soll auch für unsere Gesinnungsgenossen in Fulva ein Ansporn fein, unserer Zentrumssache im Wahlkreis Fulda- Gersfeld-Schlüchtern zu einem glänzenden Siege zu verhelfen. lDgl. auch den heutigen Leitartikel!)

K Der Stundenp a» für den 12. Januar.

An dir Geschäftsreisenden richtet da» linMiberale »Berliner Tageblatt" die dringend« Bitte, zum Wahltag an ihren Wohnort zuruckzrcke^ ren, um ihre Stimme ab geben zu können. Zugleich Ivcrben die Geschäftsin h a der ersucht, ihren Reisenden die Ausübung des Wahlrechts zu ermög­lichen Da°s hört sich so an, als ob die Geschäfts- reisuiden und deren Auftraggeber durchweg Großblock gehörten. E» mag wohl fern, daß die Mehrzahl der Geschäftsreisenden linksliberal ge­richtet ist; aber ein erheblicher Teil derselben sicht doch gewiß auf der positiven Seite, und wir hoffen, daß gerade die Reisend-», die sich zur Zentrums» Partei bekennen, aus dem gegnerischen Appell an di« freisinnigen Standesgmofsen einen Antrieb entneh­men, auch ihrerseits am 12. Januar sich vor d-r Wahlurne einzufindm. Ebenso müssen die Ge- schästsinhaber, die aus dem Zentrumsstandpunkte Stehen, ans dem Verhalten auf der Gegenseite die Nutzanwendung ziehen.

Es handelt sich aber nicht bloß um kausmannilch« Betriebe, die mit Reisenden arbeiten/ sondern um ,lle Geschäfte, in denen die übliche Berufstätigkeit die Prinzipale oder die Hilfskräfte an der rechtzei- tigen Ausübung des Stimmrechts hindern könnten. Dort muß für den Wahltag eine außerordent­liche G esch äst»ordnung. ein besonderer Stundenplan aufgestellr werden, um den Wahl» ö.rechiigten in einem zweckmäßigen Schichtwechsel ben Gang' znm Wahllokal zu ermöglichen. Mit der Ausstellung dieses außerordentlichen Arbeits­planes darf man natürlich nicht bis zum MorgM' yder aar bis zum Mittag des 12. Januar warten. Wenn" einige Tage vorher die geeigneten Anord­nungen getroffen werden, fo wird sich eine allgemeine Beteiligung des ganzen Personals wohl ermöglichen lassen, ohne daß der Geschäftsbetrieb eine schädliche Störung erreicht. .

Die rechtz.ii'ge Ausstellung eures Srundenplane» empfiehlt sich für alle Wähler überhaupt; auch für solche, die nicht in einem größeren Geschäfts­betriebe slehcn. Die Erfahrung lehrt, daß mancher Staatsbürger, der die bifte Absicht hatte, leicht von der Ausübung seines Wahlrechts abgehalten wird, wenn er sich am Wahltage seiner gewöhnlichen Le­bensweise hingibt in der Meinung, es- werde sich spättr" schon Zeit zum Gange nach dem Wahllokal finden. Da stellt sich „später" fo manche unerwartete Abhaltung ein, daß es 7 Uhr abends wird, ehe man bis zum Wahllokal gelangt ist. Der kluge Wähler lagt sich vorher: Am 12. Januar (und ebenfalls am Stichwahltage) ist das erste^und wichtigst^ für d e ganze Tagesordnung entscheidmde Geschäft die Stimmabgabe. Die ganze übrige Tätigkeit an diesem Taae (Arbeit, Besuche. Mittagsschlaf, AuZfluge Veranügungen usw.) muß so eingerichtet tverden, daß ich sicher um die und die Stunde im Wahllokal dm!

Wenn es sich irgendwie machen läßt, setze man feinen Gang zum Wahllokal auf die früheste Stunde an. Wer vormittags abkommen kann, soll nicht bis zum Nachmittag warten, und wer erst nach der Mittagspause abkommen kann, der warte nicht bis nach dem Kaffee. Tie frühzeitige Ausübung des Wahlrechts sst vorteilhaft nach zwei Serien hin. krsrens tveicht man selbst den Hindernissen aus, die ich oft in den vorgenickten Stunden der Ausübung des Wahlrechts entgegenstellen, und zweitens erlerch- tert man dcu Organen unserer Partei, welche die Stimmabgabe kontrollieren rmd die säumigen Partrt- genossen heranholen müssen, ihren schweren und wich- tiaen Dienst. Mit b-.n frühzeitig erschienenen Wah- lr'r haben die .Schlepper" keine Last mehr; die frei- aewordene Straft und Zett kann verwendet werden, um desto mehr .unsichere Kantonisten" heranzuholen.

Wer am Wahltage wenig oder gar keine geschäft­lichen Obliegenheiten bat, also frei über die Stunden -erfügen kann, der möge erst recht frühzeitig sich auf den Weg zpni Wahllokal machen. Er findet leicht Gelegenheit zum Helsen. Sei es als fteiwilliger Mitarbeiter der örtlichen Organisation der ZentrumZ- vartei sei ■.% auf eigene Faust, indem er Verwandte unb Bekannte aufsucht und zur prompten Ausübung ihr-Z Wahlrechts anhalt.

Also wollen wir allzumal sofort einen zweckmätzi- g n Stundenplan ausstillen für den 12. Januar!

Wahlkreis Fulda • Gertfekd • Schlüchtern.

[] Fulda, 9.3cm. 1912. In der sehr gut besuchten genllUmSwählerversammlung, die gestern abend in Rencnberg ftaltjanö, sprach Herr CÄrnd über die christliche und soztatdemokralische Weltanschauung, Herr Kaufmann D. Schmitt über die Bedeutung der bevorstehenden Wahl und Herr Amtsgerichtsrat Nh iel »der den Bülowdtvck und dir Finaiizre-orm, Der Vor. fitzende, Herr Domkapian Alsheimer, ergänzt« die Ausführungen der Redner nach verschtedmen R.ch- tnngen und wies noch besonders auf die Wichtigkeit der Wahl hin. — In Petersberg wies Herr Stadtv. Reith die Angriffe der Sozialdemokratie gegen dre Reichsfinanzreform zurück; alsdann sprach Herr Schreiner P lock über den Schutzzoll und die Religions- fetndlichkeit der Sozialdemokratie. verr Pfarrer Rub- |<im, der zu den Ausführu!.^en t * Zehner noch einen kräftigen Nachtrag lieferte, begeisterte dre Versammlung mm treuen Festhalten an der «Sache deS Zentrums. Kn einer überaus stark besuchten Versammlung m Rothemann, in der Herr Kaplan Horst-Haltenhos Den Borfitz führte, ging Herr P'älat Prof. Dr. 3^9«' Fulda auf alle Fragen ein,.die im diesmaligen -roagi« »ampse tm Bordergruude des Interesses stehen. Seme ifinbenbe Mahnung zum Festhalten am Zentrumspamer S-r,5um restlosen Eintreten für unseren Kandidaten JRuuer-guiba wurde durch Herrn Kaufmann Haas« Falda wiilungsvott unterstütz.. — Die Versammlung in Palmünster am Sonntag gestaltete sich zu einer glän- gr Kundgebung für unsere Partei. Nachdem der jcnbe, Herr Pfarrer Schul- von Soden, die Ber- lung mit einem Hoch «uf Religion und Vaterland :et hatte, übergab er da» Wort dem Referenten Herrn Vollmann aus Frankfurt, der die sozialisti-

merden die Polen au3 Ost- unb Westpreußen schon bei der Hauptwahl mit dem Zentrum gehen, während die Polen aus Obertchlesien unb Polen dem national-pülnifchen Zählkandidaten Chociszeroski ihre Stimme geben werden.

♦ Ein amtliches Wahtdurean wird für die Zeit der Reichslagswahlen im ReichSamt deS Innern zur Sammlung unb Bearbeitung der Wahlnach­richten eingerichtet werden. Mit Hilfe eines be­schleunigten Nachrichtendienstes, um dessen Durch­führung b« Bundesregierungen ersucht find, glaubt die Regierung durch eine am 18. Januar mittags erscheinende Sonderausgabe des Reichsanzeigers für d.e Mehrzahl der Wahlkreise die Ergebnisse der Reichstagswahl auf Grund der vorläufigen । amtlichen Ermittelungen veröffe.'tlichen zu können. Von emet Angabe der auf die einzelnen Kandidaten entfallenden Stimmenzahl wird im Jntereff« der 1 Beschleunigung der Veröffentlichung abgesehen werden. , ♦ Arbeiterrückfahrkarten. Wegen der Reichstags» wähl ist angeordnet worden, daß die am 8. d. Mts. gelösten Arbeiterrückfahrkarten zur Rückfahrt auch am 11. und 12. d. Mts. gelten und Arbeiterrück­fahrkarten ausnahmsweise auch am 11. oder 12. d. Mts. gelöst werden dürfen.

* Eine Kundgebung der Beamte» unb Staats­arbeiter gegen die Sozialdemokratie. Im Architekten« Hause zu Berlin fand am Sonntag zwischen Ver- trrtern einer größeren Anzahl der bedeutendsten Beamten- unb Staatsarbeiter - Verbänbe eine Be­sprechung statt, die zu einer Einigung über eine Wahl-Kungebung gegen die Sozialdemo­kratie (übrigens ohne Festlegung auf das Programm bestimmter bürgerlicher Parteien) führte.

* Blüten konfessioneller Hetze toerben von den sich auf ihre Toleranz brüstenden Liberalen im protv- stanttschen Osten Preußens unb im protestantischen Sachsen gezeitigt. Dort wird eine konfessionelle Hetze entfaltet, so rmehrlich, so nichtswürdig, so widerlich, wie wir ste kaum je einmal erlebt haben. Konser­vative Redner, die im Osten Preußen» und in Mich« sm ben Kampf gegen ben Liberalismus führen, be­richten, wie liberale Redner und Agitato­ren mit der Borromäus-Enzyklika, mit dem Modcr- nistenetd und dem letzten Motuproprio über die Gerichtsbarkeit für die Gefftlichen von Ort zu Ort zieben, die Protestanten gegen Rom unb gegen di« deutschen Katholiken in fanattschem Haß aufzustacheln suchen und jedesmal die Rede schlirßm mit dem Ruf:

»Können Vrotefianten da noch einen Konser­vativen wählen, ein Mitglied der Partei, die mit dem Zentrum und Rom sich verbündet hat unb )en deutschen Protestantismus Rom aus­liefern will!"

Mt diesem konfessionellen Hetzruf suchen dir libe- ralen Agitatoren die Protestanten gegen die Konser­vativen aufzustacheln. Wo der Evangelische Bund mit seinen liberalen Führern Everling und Genossen Bereits vorgearbeitet hat, gelingt es tönen leichter. Ernst christliche Protestanten aber müßte ein wahrer Ekel packen bei solchen Reden liberaler Agitatoren, bk sich sonst das ganze Jahr um die protestantische Religion und Kirche keinen Deut kümmern ober sie auf Schritt und Tritt bekämpfen. Wie lange wird es noch bauern, bi» allen gläubigen Protestanten bie Augen aufgehm über den auf religiösem Gebtztt zwei­felsohne desttuktivm Liberalismus.

** Gimpelfang.

Das Magdeburger fozialdemokratische Blatt, die »Volksstimme", ftihri den Wahlkampf b-fonders al» einen Kampf gegen die Millionäre unb bringt auch eine Aufzählung derselben, soweit ste in Magdeburg wohnm. Ueberschrieben ist dieser Arti­kel: »Die da nehmm im Gegenwartsstaate". Run versteuert der sozialdemokratische Kandi­dat für Magdeburg, Rechtsanwalt a. D- Landsberg, ein Jahreseinkommen von 60 000 Mark. Da er seinen Beruf aufgegeben hat, dürst« diese Jahrcseinnahme ein reines Renteneinkommen sein, der sozialdemokratische Kandidat ist also gl ei ch- allr Millionär. Das sozialdemokratische Blatt bringt die Liste der Magdeburger Millionäre, „v e r- giß t" aber darunter ausgerechnet den sozialde­mokratischen Reichstagskandidaten. Jeder Kommentar könnte die Wickung dieses Wahl- kampf-Episödchens nur abschwächen.

» „Politik hat mit Religion nichts z» tim", fo versuchen die Liberalen und Sozialdemokraten dem christlichen Volke, besonders den Katholiken, so gern einzureden. , . ,

In In- und Auslände, wo immer eine liberale oder sozialdemokratische Mehrheit ist, wird diese Redensart mit Vorliebe zur Bekämpfung deS Christentums und der Kirche verwandt.

1. In Deutschland und den Einzel­staate n haben die Liberalen einen einseitigen erbitterten Religionskrieg gegen die Katholiken mit staatlicher Unterstützung ins Werk gesetzt; den sog. Kulturkampf, der heule noch in Gesetzgebung und Verwaltung zum Teil in Geltung ist.

2. In Preußen bedürfen heute noch Nieder- laffungen katholischer Krankenschroeflern der Ge- nehmigung zweier Minister; protestantische Schwestern dagegen können frei unb unbe­schränkt Niederlassungen gründen.

3. In Städten mit liberaler ober sozialberno- . krottscher Mehrheit, z. B. Düsseldorf, wurden die : christlichen Krankenschwestern aus städtischen Anstal­ten hinausgewiefen, obwohl durch ihre Zulassung die Stadt und damit die Bürger jährlich 100,000 M Steuern gespart hätten!!

. Welcher innere Haß gegen alles, was sich chrift- ttch nennt, spricht allein aus diesem Verhallen der : Liberalen in Düsseldorf gegenüber bloßen Kranken- I , sthwestern!

i 4. In anderen Ländern, z. B. Frankreich i und Portugal, wird mit allen Mitteln seitens der Liberalen und Sozialdemokraten gegen Kirche und Christentum gearbeitet

i So hat die sozialdemokratisch-liberale Mehrheit

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