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Erscheint tSglich mit A»rnahm« der Sami- pnd Feiertage. Viertrl- fkhrl ich« Vezugspreft ohne vringerlohn und veprllgeldinguldaso- toie auswärts 1.50 BH,

Verantw. vedattenr: Carl Schütte;

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Monatrd-ilage: „zuldaer Seschichtsblätter"

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Jif 3.

Erstes Blatt

Fulda, Donnerstag den 4. Januar 1912.

3), Jahrgang.

Die Kandidaten des Zentrums für die Reichstagswahl am 12. Januar find:

1. für ben Wahlk.eis Fiilda-Gersfeld-Lchlüchter«:

Rentner Richard Müller in Fulda,

2. für den Wahlkreis Hanan-Gelnhausen-Orb:

Redakteur Karl Geis in Aschaffenburg,

3. für den Wahlkreis Hünfelv-Hersfeld-Roterrburg: iändtagsabg. August Drinnenberg in Fulda.

Die Zentrumswähler in dm übrigen Wahlkreisen werden geb er en, ihre Stimmen abzugehen:

4. im Wahlkreise Kassel Melsungen

für Herrn Amtsgerichirrat Laffmann in 5chmalka!den,

6. im Wahlkreise Fritzlar-Homberg-Ziegerihain

für Herrn Generalsekretär henningsen in Treysa,

G int Wahlkreise Rinteln-Hofgeismar-Wolfhagen

: für Herrn Bürgermeister Richard Herzog in Obernkirchen,

7. im Wahlkreise Eschwsge-Schmatkatden

für Herrn Zriedr. wilh. Raab, Hamburg,

8. tut W ihlkreife Eisenach-Dermbach

für Herrn Landtagrabg. Baiser in Tiefenort,

ß. im Wahlkreise Marbnrg-Kirchhain-Frankenberg

für Herrn Landwirt u Schneidermstt. Rupp in Niederwalgern.

Der WGmslchuß her Iriitrwpartri in Des -Lei. Kassel URb Zachlea Weinar-SijeRaih.

K Lich nicht verblüffen lassen!

Wer den alten Bismarck'scheu Kulturkampf noch mite:lebt hat, erinnert sich lebhaft der gefälschten Bulle »Praesente eadavera", die im Jahre 1874 unmi teibar vor dem Wahltermin in der .Köln. Zig/ tzeröffentlicht wurde, um die Zentrnmswähler in .Verwirrung zu bringen. Durch die Fälschung sollte der Anschein erweckt werden, als ob der Papst die Verfassung der Kirche in ihrer Grundlage erschüttern Ünd die ordnungsmäßige Wahl feines Nachfolgers hindern wolle. Das falsche Aktenstück wurde erst SM letzten Tage der Wahibewegimg veröffentlicht, mn eine Aufklärung über den Schwindel vor dem Wahlakt unmöglich ;n machen.

Der saubere Trick hat damals seinen Zweck nicht erreicht. Die Zentrumswähler ließen sich nicht be­irren. Wir hoffen, daß die gegenwärtige An­hängerschaft des Zentrums ebenso viel Urteilsfähig, keil und^Charakterfesligkeit beweisen wird, wenn in diesen Tagen die Gegner versuchen sollten, mit irgend einer sensationellen .Enthüllung* die öffent­liche Meinung zu überraschen.

Ein solcher Versuch ist keineswegs ausgeschloffen. $n dem Ruhrgebiet hat stieben ein sofialdemokra- tffches Blatt einen gefälschten Brief aus M.Gladbach ausqelischt. In der Silvester-Nummer Halle es die Veröffentlichung angekündigt mit dem Bemerken: Drei Tage vor der Wahl solle die Blase platzen. Der angesetzle Termin ist nicht ein­gehauen worden, vermutlich wegen der dränaenden Ungeduld in der eigenen Anhängerschaft. DaS AktenItück selbst ist so minderwertig ausgefallen, daß man den Urhebern der Fälschung mehr Mitleid als Entrüstung weihen darf. Ader der Vorgang ist doch bezeichnend. Es handelt sich um einen angeb­lichen Brief des Abg. Dr. Pieper-M.Gladbach, guS dem hervorgehen soll, daß der Volksverein bn antisemitischen Fahrwasser segele. Die beteiligten Personen, der angebliche Absender wie der angebliche Empfänger, erklären ausdrücklich, einen solchen Bries Nicht geschrieben, bezw. empfangen zu haben.

Tie Herren Gegner sind mit ihrer Wahlhetze allmählich auf das Trockene geraten. Sie haben in her langandauernden Agitation den Puloervorrat erschöpft. Es liegt für sie di? starke Versuchung vor, in den letzten Tagen und Stunden noch irgend eine Sensation zu fabulieren. Vor persönlichen Angriffen und vor dem Mißbrauch von .verwehten" Aktenstücken hat man heutzutage noch weniger Scheu

vor 37 Jahren. Es besteht also immerhin die Möglichkeit, daß in den allerletzten Tagen oder Stunden vor der Wahl etwa? .enthüllt* wird, was ganz oder halb unwahr ist und zur Irre­leitung der Zentrumswähler dienen soll. ' V. Gegen solche Uederrumpelung durch die Lüge M eS ein einfaches und probates «Mittel. Der ^?»ier, der sich sein Urteil gebildet und seinen Mmmzettel bestimmt hat, muß alle .Enthüllungen" ■33/ Aufrufe, mit denen ihn die Presse oder die

Wortführer der Gegenparteien in der letzte» Stunde verblüffen wollen, mit vollständiger Nicht­beachtung strafen. Nichts glauben von den überraschenden Behauptungenl Sie sind ja dadurch schon höchst verdächtig, daß sie erst in der letzten Stunde vorgebracht werden, wenn keine Wider­legung vor dem Wahlakt mehr möglich ist.

Solche Ausfälle, Enthüllungen re. verdienen nichts anderes, als daß die ehrlicl)en und ver- nüuftigen Leute über sie zur Tagesordnung über- gehen.

Nichts glauben von dem hinterlistigen Ge­rede der Gegner, sondern nur seiner redlich ge- wonneuen Uederzeugung folgen und seinem wohl­erwogenen Entschlüsse treu bleiben.

Wer ein rechter Mann ist, läßt sich nicht ver- bküsfen!

Die linksliberalm „Süddeutschem Monatshefte" drucken einen kirchenpolitischen Brief ihres „Spek- tator novlls" mit einigen Schriftstücke,» ob, wovon verschiedenen Blättern wie Tägliche Rundschau und Frankfurter Zeittmg sogenannte Aushängebogen zu­gegangen und von diesen alsbald veröffentlicht wor­den sind. Es handelt sich um zwei Berichte des rfr mischen Korrespondenten der .Kölnischen BolEzei- tung" an seine Redaktion, und einen Brief aus der RckmkViou der @ethtania an einen ungenannten Freund. Zu den Berichten an die Köln. Bztg. be­merkt dieses Blatt: Sie .behandeln die in Rom be­stehenden Stimmungen und Strömungen gegen die christlichen Gewerkschaften, die man ohnehin kannte. Sie liegen einige Jahre zurück. Die Be- siirchtung, daß im Sinne dieser Stimmungen und Strömungen irgend ein Schritt gegen die christlichen Gewerkschaften geschehen werde, hat sich inzwischen mcht erfüllt. @8 ist daher keine Veranlagung, sich zurzeit naher mit diesen damaligen Dingen zu be­schäftigen. In der Zwischenzeit hat es ja auch nicht an Aufklärung von autoritativer Seite über die wirk­liche Lage der Dinge in Deutschland mit Bezug auf bie christlichen Gewerkschaften und was damit zu- sammenhSngt gefehlt' — Der Brief aus der Redcck- tion der Germania ließ sich über die Stellung eines deutschen Kirch-nsürsten zu der sog. .Kölner Rich- ümg" aus. Wie die Germania dazu bemerkt, Han» delt es sich um einen Privatbrief eines früheren Redakteurs der Germania der, wie er selbst be- kennt damals bereits ,kaltgestellt' worden und über drr internen Vorgänge nicht mehr, oder nicht hinrei­chend unterrichtet war. Die Mittellungen in feinem ©riefe beruhen dem, auch gum erheblichen Telle auf Irrtum und mangelhafter Kenntnis der Vorgänge, zum Teil find dteselbm vollständig falsch. Der Ver- saffer des Briefes, der inzwischen aus der Redaktion Mtsgefchieden toar, ist vor kurzem nach' längerer Krankheit infolge einer schweren Gehirnoperation ge» ftorben." lieber die Persönlichkeit des „Sprttatoe nobuS* wird, bemerkt die Germania noch, in weite- ren Kreisen ton Zweifel mehr bestehen. Jedenfalls

ist so viel sicher, daß nicht er der Adressat war, an den tuet „Geheimbrieft gerichtet war. Das ist auch der Redaktion »er Süddeutschen Monatshefte zwei­fellos bekannt. Um so miffallender muß es erscheinen, daß diese Redakrion trotzdem keinen Anstand genom-- men hat, Schriftstücke zu veröffentlichen, die einen groben Bruch des RcdaktionsgeheimnisseS in sich schließen, und daß sich Blätter gefunden haben, die nun diese auf einem Bruch des Redaktionsgeheimnis- ses beruhenden Indiskretionen wetter verbreiten. — Die liberale Pr^ke macht überhaupt viel Aufhebens von btefen Dincftn, die alle der Vergangenheit ange­hören und eine Bebrütung für die unmittelbare Gegenwart in keiner Weise beanspruchen können. Wir leaen die neuesten Zwischenfälle zu den übrigen und beschäftigen uns mit dem, worauf es zunächst an­kommt: den Reichstagswahlen, bei denen erftenl'chcrweise überall der Wille zum Leben auf Seiten der Zentrumspartei in einer Geschlos­senheit und Entschiedenheit zutage tritt, wie kaum bei einer früheren Wahl. Dies läßt daher auch, trotz aller Treibereien offener und versteckter Gegner, das beste Ergebnis erhoffen.

In t>em Artikel der Südd. Monatshefte war auch behauptet worden, daß die Fachabteilungen inner­halb der Arbeitervereine (Sih Berlin) in der letzten Zeit Verluste von 75 000 Mark gehabt hätten, die Kardinal Kopp zum großen Teil aus seiner Tasche oedeckt habe, da großes Interesse daran bestand, diese Sache bis nach den Wahlen zu verheimlichen. Der Arbeiter, das Organ bes Verbandes der katholischen Arbeitervereine (Sitz Berlin) erklärt diese Behaup­tung für eine blanke Unwahrheit. Weder die Ver­bandskasse noch eine Kasse der Wohlfahrtseinrichtmu gen des Verbandes habe ein Defizit aufzuweisen ge­habt. Richt einen Pfennig hätten die Verbandskas­sen weder jetzt noch früher aus freiwilligen Zuwew bringen von irgend einer Seite erhalten.

Wahlkreis Fulda > Gertfclv - Schlüchtern.

* Lütter, 4. Jan. 1912. Die Wählerversammlung am Samstag wird, wie auch hier berichtigend mitge­teilt sei, im Gasthaus Rehberg stattfinden.

'! Wüstensachsen, 4. Jan. 1911. Eine sehr gut besuchte Zentrums - Wähleroersammlung fand gestern abend hier statt. Herr Pfarrer Fühl- rott ermunterte die Anwesenden zur regen Wahl­beteiligung, Herr Rentamtmann Schöps-Fulda verbreitere sich über die Finanzrefor.n und wichtige lokale Fragen.

& Schlüchtern, 3. Jan. 1912. Die .Vereini­gung reichstreuer Wähler* hat hier be» schloffen, einen Kandidaten gegen das Zentrum nicht aufzustellen, da Herr Richard Müller die Jntereffen des Wähltreifes vertritt. Die Parole lautet: Gegen die Sozialdemokratie.'

Wahlkreis Hiinfeld-Hersfeld-Rotenburg.

~ Hünfeld, 4. Jan. 1911. Heute fand hier im kaihol. Vereinshause eine Zentrums-Wäh­ler v e r s a m m l u n g statt. Der Vorsitzende des Zentrums-Wahlausschusses, Herr Pfarrer Gut- b e r l e tMackcnzcll, eröffnete die Versammlung. Im Anschluß an seine Begrüßungsworte verbreitete er sich in längeren Ausführungen über die vielgehörten Vorwürfe unserer Gegner. Herr Rentner Richard Müller- Fulda ergänzte nach mehreren ©eiten hin die Ausführungen des Vorredners. Dann legte er den Standpunkt des Zentrums dar gegenüber den bewilligten und den von der Regierung als un- i annehmbar abgelehnten Steuern. Besonders hob er das Bestreben des Zentrums hervor, das mobile Kapital mit Steuern zu treffen, hingegen den kleinen Besitz ,ju schonen. Als dritter Redner sprach der Kandidat der Zentrumspartei für den hiesigen Wahl­kreis, Herr Landtagsabgeordneter Drinnenberg- Fulda. Er besprach den Wahlaufruf der Liberalen, dabei hervorhebend, daß die Taten dieser Herren sich durchaus nicht mit dem decken, was in ihrem Auf­ruf als Programm ausgesprochen wird. In ein­gehender Weise fegte unser Reichstagskandidat hier­auf die wirtschaftlichen Schäden, klar, welche die ge­plante Ausdehnung der Erbschaftssteuer auf die Hin­terbliebenen Gatten und Kinder namentlich für den Bauernstand gehabt haben würden. Ferner besprach er die Segnungen unserer Schutzzollpolftik und strafte jene Lügen, die behaupten, durch Oeffnung der Grenzen würde die wirtschaftliche Lage gebessert. Mft einem Mahnruf an die Wählerschaft, treue An- ’ Hänger der Zentrumspartei zu sein und zu bleiber und am 12. Januar Mann für Mann an der Wahl­urne zu erscheinen, schloß Herr Drinnenberg feine interessanten Ausführungen. In gleichem Sinne richtete noch der Vorsitzende der Versammlung, Herr Dvhant Schmelz-Hünfeld, und Herr Oberpoft- assistent Kuhn-Fulda warme Worte an die An­wesenden, chrer Wahlpflicht zu genügen. Hoffentlich sind diese wohlgemeinten Worte auf guten Boden gefallen. Ja, hoffen wir, daß auch nach dieser Wahlschlacht dem Kreise Hünfeld das Lob gespendet werden kann, den höchsten Prozentsatz Wähler auf­gewiesen zu haben.

= Hersfeld, 3 Jan. 1912. Hier fand eine stark besuchte Wählerversammlung statt, einbe­rufen von der deutsch-sWialen Parteileitung. Es sprachen Seltmann und Werner. In der Diskussion sprach! der Sekretär der fortschrittlichen Volkspartei, Drewitz. Die „HerSfebder Zest tung" berichtet von seinem Auftreten, daß er „B e- schimpfungen gegen die katholische Kirche auSstieß" Es kann manchem Katholi­ken nützen, wenn er erfährt, daß die liberalen Agtta- toren eS nicht so sehr für ihre Aufgabe hotten, poli- llsche Fragen zu erörtern, sondern als echte Vertreter der fanattschrn Kulturkampfspartei mit Beschimpfun­gen gegen die katholische Kirche ihr Hell bet den Wählern versuchen.

* Die konservative Stichwahlparole. Die rechts­stehenden Blätter bringen eine bemerkenswerte Aeußerung der „Konservativen Korrespondenz" zur konservativen Stichwahlparole. Darin heißt e»: Da, wo bi» jetzt schon ein lokales Stichwahlabkommen Mischen Liberalen und Konservativen oegenübet den

Sozialdemokraten bestanden hat, bleibt es dabei, wo das nicht zutrifft, da wird anzustreben sein, ein auf gegenseitiger voll- und gleichwertiger Verpflich­tung beruhendes Stichwahlabkommen zwischen den Leitungen der Parteien für weitere geeignete Fälle herbeizuführen. Gelingt das n sch 1, dann tre ­ten von selbst die in Königsberg angenommenen Stichwhalbedingnngen ein, falls man auf die kon­servativen Stimmen rechnet, sonst ist auf konserva­tiver Seite Stimmenthaltung geboten. Selbstver­ständlich sollten in Königsberg nur Grundzüge ge­geben werden, keinerlei Schwächung der versafsungs- mäßigen Rechte der kaiserlichen Gewalt, volle Sicher­stellung eines ausreichenden Zollfchutzes für die Landwirtschaft und Industrie und Sicherstellung der bürgerlichen Gesellschaft, und des einzelnen gegen ben Terrorismus der Sozialdemokratie. Diese Grund­züge dürfen unter keinen Umständen aufgegebett werden, während die Formulierung des Abkommens selbst dem Takt und der Gewissenhasiigkeit unserer Vorsitzenderr überlassen bleiben muß.

Bebel über das Zentrum.

Bebel hat nach dem dänischen konservativen Ta­geblatt „Wort Land' ausgeführt: Auch in unseren Tagen ist bas Zentrum nicht reichsfeindlich oder kul­turfeindlich. Eine Part ei, die so viel gelei­stet har für nationalen und sozialen Frieden wie das Zentrum im deutschen Kaiser­reiche seit 1871, kann keinesweg 8 kultur- seindlich genannt werden. . . Das deutsche Zen­trum hat es jedenfalls in feinem Kreise verstanden, jede schärfere Reichsfein^lichkeit von sich fern zu hatten.

♦ Was haben wir Katholiken von einer Linksblockmehrheit zu erwarten?

Dasselbe wie im Musterblocklande Frankreich: Zerstörung des Organismus her katho­lischen Kirche,

Vertreibung und 9 er au 6 n g der Or­den,

Soziafistische GewissenCthrannei und sozialisttschen Terrorismus durch die Einrichtung der religionslosen u. religionsfecknd- lichen Staatsschule!

Deutscher Reich.

* Berlin, 3. Jan. 1912. Der Kaiser machte heute dem Reichskanzler einen Besuch. — Die Er­nennung des Kronprinzen zum Obersten wird, wie eine Nachrichtenstelle wissen will, für den Ge­burtstag des Kaisers erwartet. Das Gerücht, daß der Kronprinz die Führung seines Regiments vor­läufig bis Ostern abgeben wird, well er das Klima nicht vertrage, trifft nach der „Deutschen Tagesztg." nicht zu. Ter Kronprinz wird nur während der Hofseste in Berlin von Danzig abwesend sein. — Im preußischen Etat wird eine Erhöhung der Mit­tel für das ländliche Fortbildungsschul­wesen gefordert werden, und zwar handelt es sich um eine Förderung der Wanderhaushattuirgsschulen.

e. Die Sttasrechts-KoWMission wird in ben näch­sten Tagen ihre Arbeit wieder ausnehmen. Bekannt­lich hat die Kommission bisher den allgemeinen Teil der Strafrechts-Reform in 81 Sitzungen durchberaten. Es soll die Hoffnung bestehen, mit dem besonderen Teile bis Ostern fertig zu werden.

* Eine neue Torpedo-Abteilung. Dem Vernehmen nach wird in Emden oder Cuxhaven eine neue Torpedoabteilung formiert.

)( Jumurgeu in Preußen. In Preußen bestanden nach der neuesten amtlichen Zusammenstellung 5803 freie Innungen, 3005 Zwangsinnungen und 310 Jmiungsausschüfse. Gegen das Jahr 1902 ist die Zahl der freien Innungen um 221, die der Zwangs­innungen um 824, die der JnnungSanSschüsse um 170 gestiegen.

♦ Dresden, 3. Jan. 1912. Bei der Jahres-Kon­ferenz der sächsischen Bezirks - Schulinspektoren im Kultusministerium gab Kulturminister Dr. Beck be­kannt, daß der Entwurf des neuen Volksschnl- Gesehes, um das seit Jahren zwischen dem sächsi­schen Lehrerverdande und den Regierungs- und den Kirchen-Behörden der Kampf tobt, vollendet ist und Mäte Januar dem Landtage vorgelegt wird.

Ausland.

* Militärische Disziplinlosigkeit in England. Im Lager von Longmor in der Nähe von Peterfield brach nach einer Silvesterfeier eine Meuterei aus, die erst jetzt bekannt wird. Es scheint, daß einige schottisch« Soldaten empört darüber waren, daß ihnen nicht der ganze Neujahrstag fteigegeben wor­den war. Sie versammelten sich, als die Lichter ausgeloscht waren, warfen einige Baracken um und bombardierten unter Verwünschungen das Quartier der Osfizierr mit Steinen. Die Offiziere und Unteroffiziere kamen sofort in Nacht- gewandern aus den Baracken, worauf die Leute ein Karree bildeten, in das einige Sergeanten einzu­dringen versuchten. Sie erhielten dabei Bajonett­stiche und einer von ihnen wurde erschossen. Schließlich forderte ein als guter Boxer bekannter Offizier den besten Boxer von ben Soldaten zum Einzelkampf. Der Offizier besiegte den Soldaten. Darauf kehrten die Leute langsam in ihre Baracken zurück.

♦* Am Vorabend der Revolution? Der Korrespoi!- denk des spanischen Blattes ,Prensa Asoclada' berichtet von der portugiesischen Grenze, daß die portugiesischen Earbonarios an der spanischen Grmze mehrere Kisten mit Bomben bereit« halten. Für die spanische Revolution werden von Portugal her 10000 Gewehre bercitgestellt. Der Sozialrevolutionär Pablo Iglesias roeUte kürzlich in Lissabon, um Abmachungen mit den Carbonartos zu treffen. De, gleiche JglefiaS begab sich dann nach Paris, wo er mit dem iranzöfischen Sozialisten­führer Jaurös und Fabra Rivas verhaadrtte,