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Au unsere Mitbürger!

Unsere Mitbürger haben vielfach Gelegenheit gehabt, sich von der zwar stillen. aber reich gesegneten Wirkiamkert der

Kaiser Wilhelm-Stiftung

,u überzeugen. In einer grollt Zeit hat dieselbe die Aufgabe übernommen, :ür die Hinterbliebenen Derer zu sorgen, welche sü" des Vaterlandes Befreiung und Einigung in treuer Pflichterfüllung das L:ben einsctzten. Nicht minder ist sie bemüht, den Vielen, welche ols Siecke. als Krüppel, ganz oder theilweise abeitS unfähig, aus dem Kriege $ die Hümath zurück' kehrten, die Sorge für das tägliche Brod zu erleichtern und ihnen in ihrer mannigfachen Noth mb Bedrängniß diejenige v:isSnl'iche Theilnahme au erweisen, welche der Staat außer Stande ist, durch seine Organe zu gewähre».

Der Frankfurter Zweigverein verwendet die Mittel, welche die Beiträge seiner Mitglieder und die Opfer« freudigst seiner Mitbürger ihm zur Verfügung stellen, für Angehörige des Kreises Frankfurt a. M. Die Be- richte der Verwaltung t aSen zu wiederholten Malen darauf hmqewiesen, daß aus naheliegenden G-ünden die Zahl der Unierstützungsbedürstigen beständig im Zunehmen begriffen ist. Viele haben an den Folgen des Felszuses schwer zu leiden, ohne einen Anspruch an die HiUs-lèistung des Reiches erheben zu können, w.!il düse Folgen erst nach Ablauf der im Gesetz bestimmten Anmeldefrist fühlbar wurden; Andere — und ihre Zahl ist gleich groß — beziehen zwar eine Pension auS den Mitteln bcS Reiches, bedürfen aber, weil die Pension zur Befnedigung der nothdürftigsten Lebensbedürfnisse in einer großen Stadt nicht ausreicht, noch dringend anderweitiger Unterstützung.

Die Summe, welche dem Frankfurter Zweigverein bisher znr Verfügung stand, wird schwell erstöpft sein. Während die Arforderungen sich mehren, sind die regelmäßigen Einnahmen geringer geworden, — ja, ein sehr bedeutender Theil deS angesamweltin Kapitals, drei Achtel desselben, haben bereits verausgabt werden müssen; eS läßt sich berechnen, daß der hiesige Zweigserein, wenn ihm nicht neue, reichliche Gaben Zuflüßen, nach Verlauf weniger Jahre seine so wohlthätige Wirk­samkeit einzustellen genöthigt wäre.

Die Unterzeichnet.n wenden sich deshalb an ihre sämmtlichen Mitbürger mit der herzlichsten. Bitte, dem Frankfurter Zweigverein der Kaiser Wilhelm-Ntiftung, die Unterstützung gewähren zu wollen, leren er so dringend bedarf. Es ist ein freudiger Anlaß, die Nähe eineS seltene« Festes, welche uns das Vertrauen einflößt, diese Bitte gerade jetzt auSzusprechen und deren Erfüllung zuversichtlich entgegenjusehen.

Am 11. Jimi dieses Jahres begeht unser deutsches Kaiser paar die Feier seiner goldene« Hochzeit.

Ihre Majestäten haben tS abgelehnt, persönliche Geschenke entgegenzunehmen, dagegen wiederholt dem Wunsche Aus­druck verliehen, es möchten alle Gaben der Liebe zur Errichtung neuer oder zur Erweiterung und Kräftigung bereits be» stehender Stis ungen verwendet werden.

Überzeugt, daß cs diesem Allerhöchsten Wunsche entsprechen wird, wenn Viele Zusammenwirken, um die Wunde» zu heilen und zu lindern, welche der große Krieg geschlagen hat, dem Deutschland seine Wiedergeburt verdankt, erlassen die Unterzeichneten diesen Aufruf zur Unterstützung des Frankfurter Zweigvereins der Kaiser Wilhelm-Stiftung.

Wir werden die bei uns eingehenden Gaben in den hiesigen Blättern veröff rülichen, nicht zweifelnd, daß uns die vielbewährte Wohlthätigkeit und die Vaterlandsliebe unserer Milbürger in den Brau sctzm werden, recht erfreulich? Er­gebnisse zu berichten.

Frankfurt a. M, den 22. April 1879. 4424g

Adolf Bär, Weiherste. 1.

Louis Brentano, Tannusplatz 16.

Dr. Eckhard, Appell.-Ger.-Rath, Myliusstr. 52.

Dr. Ehlers, Pfarrer u. Cons.-Rath, Weißfrauenstr. 7.

Wèlh. Gucke, Weißadlergasse 6.

Dr. med Fridberg, Zeil 70.

Dr. jur tönst. Getz, Justizrath, Taunusplatz 19.

Adolf Grunelius, gr. Gallusgsfse 16.

Hergeuhah«, Polizei-Präsident, Guiollettstr. 58.

Wilhelm Hohknemser. Untermainquai 11.

Dr. Jucho, G-H. Justrz-Rath, neue Mamzerstr. 10.

Dr. Jung, Pfarrer u Cons.-Rath, Barsüßergaffe 1 L. Kohn-Speyer, Bleichstr. 30.

Wilhelm Köster, neue Mainzerstraße 11.

C. Leykam. Jnip-ctor, Fichardstcsß; 15.

Siegfried Löwenthal, Tonsul, Taunuèstr. 10.

Arthur May Gockenheimer Anlage 11.

Wilhelm Meister, Savignystr. 3.

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Wilhelm Metzler, Mainzer Landstr. 22.

Dr. Mumm v. Schwarzenstein, Obtrbgrmstr., OeMw.56.

Hermann Nestle Boâ-nh-imer Anlage 45.

G«st. Ad. de Neufville, Geh. Comm.-Rath, kl. Hirschgr. 4.

Charles Oppenheimer, Klüberstr. 12.

I PH. Welsch, Comm.-Rath, Münzgasse 1.

Eugen Pfeifer, Gutleutstr. 34.

I Reiß Geh. Comm.-Rath, Untermainquai 9.

Paul Reiß, Rechtsanwalt, gr. Gallusgasse 21, Wilh Rußmauu-Wchmidt, Sömmeringfiraße 30. Wolfgang Speyer, Hermesweg 31.

Rudolf Sulzbach, Bockenheimer Anlage 53.

I Tillmanns, Gchnurgasse 4.

Bierhans, App.-Ger.-Präs. u. Geh. OK'-Just.-Rath, nm: Mainzerstr. 11.

Georg von Weißweill r, neue Mainzerftr. 51.

Adam Wolff, am SalzhauS 3.

Otto Ziegler, Bauk-Director, Bockenh. Landstr. 126.

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