Die Zweck der Gesellschaft ist die gesellschaftliche Unterhaltung unser Landsleuten und deren Familien. Es ist für die junge Gesellschaft erfreulich, mittheilen zu können, daß die meisten ihrer Mitgliedern, hier Geschäftstrcibende und theilweise viele Jahre in Frankfurt wohnende Schweizer Bürger sind.
Was das Finanzielle der Gesellschaft anbetrifft, so ist dieselbe, ourch die vielen theils großen freiwilligen Beiträge ihre Mitglieder, schon jetzt in die Lage versetzt, einen ansehnlichen Gründungsfonds anlegen zu können.
Die Gesellschafts-Abende sind vorderhand auf Montag und Donnerstag festgesetzt in welchen den Mitgliedern ein großer Lesezirkel von schweizerischen Zeitungen beider Sprachen, wie auch eine bedeutende Anzahl illustrirter Zeitschriften zur Verfügung gestellt wird. Sonntags steht das Lokal den Mitgliedern und besonders ihren Familien in geschlossener Gesellschaft, offen.
Nichtmitglieder können auf Erlaubniß des Vorstands ein- geführt werden.
Der Eintritt ist auf 5 Mark und der monatliche Beitrag auf 2 Mark festgesetzt. Tas Gesellschaftslokal befindet sich im Casè Göthe, 1. Stock, wo auch am Montag den 5. April die nächste Hauptversammlung abgehalten wird.
Die drei ^ zur engeren Wahl zugelassenen Bewerber um die an der Weißfrauenkirche erledigte Pfarrstelle stehen noch in jungen Jahren. Herr Prediger Dechend, 25 Jahre alt, ist seit zwei Jahren Hausgeistlicher am Versorgungshaus. Herr Prediger Schneider 31 Jahre alt, hiesiger Bürgerssohn, war zuerst Hausgcistlicher im Versorgungshaus und ist jetzt Krankentröster im heiligen Geisthospital (dessen Probepredigt findet kommenden Sonntag statt) und Herr Candidat v. Seydewitz, 24 Jahre alt, aus Sachsen stammend, wirkte seither als Hauslehrer in der v. Mumm'schen Familie.
Die Thätigkeit des'hiesigen Vereines zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger mit welchem gegenwärtig der hiesige Vaterländische Frauenverein verbunden ist, war auch während des Jahres 1874, seinen soeben darüber erstatteten Berichte zu Folge, eine sehr ersprießliche. Der Verein besitzt Grüner Weg 16 bekanntlich ein eigenes Krankenhaus.
In demselben wurden vom 1. Januar bis 31. December 1874 durch die Pflegerinnen des Vereines, deren derselbe jetzt 17 zählt, gepflegt: volle Tage (Tag und Nacht) 2683, und während der Nacht 42.
In dem Kranken-Pensionat des Vereins sind im Laufe des Jahres 1874 41 Kranke verpflegt worden, mit 1669 Vcr- pflegungstagen. In demselben werden die Kranken von ihren eigenen Aerzten, d. h. von den Aerzten ihrer eigenen Wahl behandelt. Der Verein hat keinen eigenen Arzt der Anstalt.
Leider haben die erforderlichen Aufwendungen des Vereines immer noch ein Zuschuß von 873 fl. 55 kr. aus dem Vereins- Vermögen erforderlich gemacht und spricht auch dieser Verein den Wunsch aus, daß ihm fernerhin namhaftere Zuwendungen zu Theil werden möchten. Derselbe besitzt zwar einen Vermögensstand von 31,123 fl. 29 kr. der jedoch bei den sehr erheblichen Ausgaben des Vereins seinen kundgegebenen Wunsch, keineswegs ungerechtfertigt erfcheinen läßt. Der Verein hat
zudem eine Altersversorgungskaffe für seine Pflegerinnen zu subventioniren.
Der Zahl der Vereinsmitglieder beläuft sich gegenwärtig auf 298.
Der öffentliche Badeplatz am Obermain auf den Floßen kommt bei seiner weit östlichen Lage zur Zeit nur mehr einem Theile der Bevölkerung zu gut, da die sonst am Untermain bestandenen öffentlichen Badeplätze in Folge der in den westlichen Stadttheilen entstandenen Anbauten, verbunden mit einer bedeutenden Verkehrssteigerung, unhaltbar geworden sind. Bei diesem Stande der Sache hat der Vorstand des Vereins zur Förderung des öffentlichen Verkehrslebens auf mehrfache Anregung' hin die Errichtung einer Volks badeanstalt unterhalb der Kleeblatt'schen Schwimmanstalt in nähere Erwägung gezogen. Eine von ihm gebildete besondere Commission ist mit den Vorstudien für die Ausführung dieses gemeinnützigen Werkes beschäftigt, um demnächst sowohl den Behörden — an deren Zustimmung und Unterstützung man nicht zweifeln zu dürfen glaubt — sowie dem Verein selbst und der Bürgerschaft im Allgemeinen bezügliche Vorlagen zu machen. Die Kosten der Herstellung der mit einer Schwimmschule für die städtischen Knabenschulen zu verbindenden und für einen an warmen Sommerabenden füglich zu erwartenden gleichzeitigen Besuch von 500 Personen einzurichtenden Volksbadeanstalt werden sich kaum unter Rm. 10,000 beziffern. Ob der Eintritt in die Anstalt — abgesehen von einer für gewünschtes Entleihen von Badezeug, Aufbewahrungen in der Garderobe rc. selbstverständlichen Vergütung — ganz unentgeldlich sein werde, steht noch nicht fest. Jedenfalls besteht die Absicht, eventuell hierfür nur einen ganz geringen Preis von 5, höchstens 10 Pfg. festzusetzen, damit Niemand, und sei er auch noch so wenig bemittelt, von der Wohlthat eines ' Flußbades ausgeschlossen werde. — Möchte durch dieses Vorgehen des Verkehrvereines nun endlich auch für die Privat-Jndustrie der Anstoß zur Errichtung eines komfortablen Schwimmbades für alle Jahreszeiten in centraler Lage der Stadt gegeben sein, einer Anstalt, die nach deM Vorgänge anderer 'Städte sich gewiß auch hier gut rendiren würde.
Mannichsaltiges.
Coblenz. Die Kaiserin hat dem Sergeanten Langlotz vom 4. Garde-Grenadier-Regiment Königin, welcher bei Moselweiß mehrere Kinder aus den Wellen der Mosel ans Ufer rettete, für diese wackere That eine goldene Uhr mit goldener Kette übersandt.
(Telegraphistinnen.) Der deutsche General-Post- director Stephan, bekanntlich ein abgesagter Feind von Fremdwörtern, hat nun auch die Leitung des Telegraphenwesens anvertraut erhalten. Es wurde nun sofort der Vorschlag gemacht, man solle dem Puristen Stephan zuliebe die Telegraphistinnen künftig mit einer gut deutschen Bezeichnung einfach Blitzmädel nennen.