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Intelligenz-Blatt

her Stadt Frankfurt a. M.,

verbunden mit den Frankfurter Rachrichte« al« Extrabeilage.

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(Expedition am h. Geistpförtchen, Schlachthausgasie 21.)

Ns. 51

Dienstag Se« 2. März

1875.

Bern. Der VerwaltungSrath der Jura-Bahn hat ein- stimmig beschlossen, der Generalversammlung, welche am 14. März stattfindet, den Ankauf der BahnJura indüstriel" zu empfehlen.

Paris. DerAgence Havas" wird gemeldet, daß die Carlisten einen Angriff mit größeren Streitkräften auf Puy- aerda vorbereiten. Eine carlistische Abtheilung in der Stärke von 7 Bataillonen und 12 Geschützen griff am 26. d. Bilbao an und bombardirte die Forts Puente-Micero und Arbolancha. Diese Positionen wurden dreimal genommen und wieder ver­loren. Der Kampf dauerte mit großer Heftigkeit den ganzen Tag, bis die Carlisten schließlich mit beträchtlichen Verlusten zurückgeschlagen wurden. Die Garnison von Bilbao hatte einen Verlust von 150 Mann. General Loma schickt Ver­stärkung.

Paris. DerAgence Havas" zufolge würden die. Fractionen der Linken einem nicht der Majorität entnommen neu Ministerium ihre Unterstützung versagen. Die gesaninite Linke wird Casimir Perier für die Präsidentschaft der Natio­nalversammlung vorschlagen, falls Dufaure die Candidatur ablehnen sollte. .Journal officiel" publicirt das Gesetz über die Organisation der Gewalten und das Senatsgesetz.

Paris. Bei dem Empfange des spanischen Gesandten Molius im Palais Elyssee sagte derselbe in seiner Anrede an Mac Mahon: Er sei beauftragt, die freundschaftlichen Be­ziehungen zwischen Spanien und Frankreich aufrecht zu er­halten' 4md fester zu knüpfen; die beiden Völker, durch die Pyrenäen getrennt, seien durch Verwandtschaft der Race und Sprache brüderlich vereint. Der Gesandte drückte sodann den persönlichen Dank des Königs Alfons für die in Frankreich genossene Gastsreund'chast aus. Mac Mahon antwortete mit Wünschen für das Gedeihen und den Frieden Spaniens.

Paris. Ueber die Absichten Buffet's hinsichtlich der Cabinetsneubildung sind einander widersprechende Gerüchte verbreitet. Es scheint, daß derselbe die Uebernahme bi Cabinetsneubildung abgelehnt habe, '»^ß wird gehofft/ er die Aufgabe doch noch übernimmt. Die Neuwahl des präsidentschaftlichen Bureaus der Nationalversammlung, welche Montag stattfinden sollte, wird wahrscheinlich vertagt werken.

«ersailles. Buffet wird hier erwartet, es ist indessen noch ungewiß, ob er den Auftrag "zur Neubildung des Cabinets annehmen wird. Die Neuwahl des Präsidentschaftlichen Bureaus der Nationalversammlung ist nicht vertagt und wird beute skatenden. Alle Fractionen, ausgenommen die äußerste 8te und die BonapaLsten, würden Buffet eventuell zum Präsidenten wieder wählen.

Ueberbiick öer Ereigilissc im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Berlin- Hiesige Z itungen veröffentlichen eine Erklä­rung mehrerer katholischer Abgeordneten gegen die päpstliche Encyclica vom 5. d M., worin sie entschieden bestreiten, daß die kirchenpolitischen Gesetze die Verfassung der Kirche umstür- zen und die Gerechtsame der Bischöfe vernichten. Die Erklä­rung protestirt ferner gegen die, die Autorität und die Exi­stenz des Staats gefährdenden Principien, welche der päpst­liche Erlaß ausspricht und gegen die Berechtigung des Papstes, Staatsgesetze für ungültig zu erklären, denen nach katholischer Lehre Gehorsam zu leisten sei. Die Unterzeichner fordern schließlich alle gleichgesinnten patriotischen Katholiken auf, dem Protest zuzustimmen. , t m

München. Das Schwurgericht verurtherlte den Re­dacteur derNeuen freien Volkszeitung", Joseph Forster, wegen Beleidigung des deutschen Kaisers in contumaciam zu 10 Mo­naten Gefängniß. _ c

Tübingen. Pr»fessor Laschka, hervorragender Lehrer der Anatomie an der hiesigen Universität, ist heute nach längerer Krankheit gestorben.

Wien. DieMontagsrevue" meldet aus Belgrad, daß der d utsche Generalconful Rosen dort angekommen ist und fügt hinzu:Die durch den Rangstreit herbeigeführte Differenz zwischen Serbien und Deutschland ist nunmehr auch äußerlich abgeschloffen. Diese rasche günstige Lösung ist auf das Ein­greifen des Wiener Cabinets zurückzufuhren, welches von Seiten Serbiens um feine wohlwollende Vermittelung in Berlin angegangen wurde und sich derselben entgegenkEmend unterzog. Der deutsche Botschafter am hiesigen Hof, General von Schweinitz. erhielt den Auftrag, dem Dank des Berliner CabinetS für die loyale Intervention Austro-UngarnS freund­lichen Ausdruck zu geben.

Pest. Das neue Cabinet ist nunmehr zu Stande ge- kommen: dasselbe ist folgender Maßen zusammengesetzt: Prä­sident und Minister am'Hoflager Wenkheim, Inneres Tisza, Finanzen Szell, Communicationen Peechy, HaydAMmonM, Landesvertheidigung Szende, Unterricht Trefort, Minister für Croatien Pejacsewich, Justiz Bela Perczel.

Bern. Die vom Berner Großen, Rathe beschlossene Staatssubvention von 16 Millionen Franc für das Berner Eisenbahnnetz ist mit 36,000 gegen 22,000 Stimmen vom Volke genehmigt worden.