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Intelligenz-Blatt

der Stadt Frankfurt a. M., verbunden mit den Frankfurter Rach richte« als Extrabeilage.

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(Expedition am H. Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

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I No. 41. Donnerstag den 18. Februar 1875.

Staatsanwalt entwickelte sodann die Anklage in sechsstündigem Plaidoyer.

Pest. Die Erklärungen Tiszas in der Audienz bei dem Kaiser bestimmten den Letz eren die Fusionsverhandlungen zwischen den beiden großen Partheien fortsetzen zu lassen. Als Vertrauensmann bei den Verhandlungen bestimmte der Kaiser den bisherigen Cabinetschef Bitto.

Versailles. (Nationalversammlung). Saisset und Lor- geril von der Rechten werfen dem Präsidenten vor, die Ge­schäftsordnung verletzt zu haben, indem er zugelassen habe, daß die Entwürfe Waddington und Äautrain an die constitutionelle Commission verwiesen worden. Dieselben führen aus, daß, nachdem das Senatsgesetz verworfen sei, der Geschäftsordnung zufolge vor Ablauf von drei Monaten auf die Frage nicht zurückgekömmen werden durfte. Der P äsident weist dem gegenüber nach, daß einBerletzung der Geschäftsordnung nicht vorliege.

Paris. „Moniteur" sagt, gegenüber der anderslauten- den Mittheilung einer ausländischen Zeitung, es sei unrichtig, daß der Herzog von Decazes den diesseitigen Generalkonsul tn Belgrad aufgefordert habe, den Titel eines diplomatischen Agenten abzulegen. „Moniteur" fügt hinzu, daß in dieser Beziehung bei der französischen Regierung ein diplomatischer Schritt nicht gemacht worden sei.

London. Im Unterhause beantragt der Secretär des Schatzamtes, Dyke, anläßlich der heutigen in Tipperary er­folgten Wahl Mittchel's zum Parlamentsmitgliede, Namens der Regierung die Vorlegung der Proceßakten gegen Mittchel wegen Theilnahme an der irländischen Conspiration, seiner Verurtheilung und Flucht im Jahre 1848. Nalau protestirt gegen das Vorgehen der Regierung. Disraeli kündigt an, er werde am Donnerstag beantragen, daß Mittchel, welcher wegen Hochverraths für schuldig befunden, zu 15jährlaer Deportation vcrurtheilt worden sei, aber weder die Strafe verbüßt noch einen Gnadenerlaß erlangt habe, nicht wählbar sei und daß der Sprecher des Parlaments eine Neuwahl anordne. Sullivan und Bowyer Protestiren lebhaft und suchen die Rechtsgültigkeit der Wahl Mittchel's aufrecht zu erhalten. Der Antrag Dyke wird darauf mit 174 gegen 13 Stimmen angenommen. Dyk« beantragt sodann, die Schriftstücke über die Verurtheilung Mittichèl's drucken und unter die Parlamentsmitglieder ver- theile.i zu taffen und dieselben Donnerstag zu besprechen. Bowyer protestirt nochmals gegen die Vornahme einer Neu- ' wähl. Martin kündigt für morgen einen Antrag an, auf Vor­legung der Dokumente, woraus sich die Zusammensetzung de» Gerichtshofes, welcher Mttchel abgeurtheilt habe und die

Aeberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Berlin. (Abgeordnetenhaus). Nach Erledigung mehrerer unerheblicher Vorlagen folgt die erste Lesung der Vorlage über die Vermögensverwaltung' katholischer Kirchengemeinden. Zur Debatte hatten sich 8 Redner für, 6 Redner gegen die Vor- ^'ge eingeschrieben. Reichensperger spricht in mehr als ein- s.nndiger Rede gegen die Vorlage, die wider die Verfassung sei uno auf neue Verfolgung der katholischen Kirche hinaus- : laufe, gegen welche er mit der Centrumspartei protestire. ■ Windthorst (Bielefeld) spricht für die Vorlage, welche den katholischen Gemeinden die angestrebte Selbstständigkeit gebe. Cultusminister Falk vertheidigt die Vorlage, die lediglich eine [ Ergänzung der Maigesetze und wie diese bestimmt sei den l Widerstand der katholischen Geistlichkeit gegen den Staat zu , brechen. Der Entwurf sei durchaus verfassungsmäßig und ! basire auf Artikel 15 der Verfassung. Der Mimster tritt den Ausführungen Reichenspergers entgegen und führt zum Be- ! weise der Bedürfnißfrage des Gesetzes an, daß die jetzige Staatsverwaltung des bischöflichen Vermögens des Bisthums Gnesen Jahre lang hindurch vorgekommene Unterschlagungen ' ergeben habe, wovon die bischöflichen Behörden Kenntniß ge= i habt hätten. Der Minister verliest einen Bericht des betref- ' senden Rechnungsbeamten und hebt sodann hervor, die katho- ’ tischen Kirchengemeinden müßten in den Stand gesetzt werden, I ihr Eigenthum nicht von Fremden mißbrauchen zu lassen. Der i Minister führt auf Verlangen Windhorst's die Namen der i betreffenden Geistlichen aus den Rechnungsberichten an, die er nur aus Schonung habe verschweigen wollen. — Schorlemer- l Alst spricht in eingehender Rede gegen die Vorlage, die er 5 eine Vergewaltigung der katholischen Kirche nennt.' Ein An- I trag auf Schluß der Debatte wird abgelehnt.

I Malchin. Auf Anregung des Verfassungs- Comites stimmt der Landtag darüber âb, ob die Erhaltung Der Ritter­schaft und der Landschaft als politische Korporationen als Bedingung des Eingehens auf Verhandlungen über die landes­herrlichen Propositionen aufrecht zu erhalten sei oder nicht. Die Landschaft erklärt sich als Stand für die Beseitigung der 1 Ritterschaft und der Landschaft; die Ritterschaft stimmt mit gegen 19 Stimmen für die Erhaltung beider. Diese Be-I I Wüste werden den Commissionen mitgetheilt.

: Wien. (Proceß Ofenheim). Der Staatsanwalt und,

' Vertheidiger einigten sich über neun Schuldfragen. 'Der