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der Stadt Frankfurt a. M.,

verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. -' O ->'

(Expedition am H. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

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Ao. 37. Samstag den 13. Februar 1875.

Akberblick -er Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 13. Februar.

An den Bun de sr ath ist seitens des Reichskanzler» amts der Antrag gerichtet worden, das Zehn-MarkstückKron e". das Zwanzig-MarkstückDoppelkrone" zu nennen.

Gestern tagten die Ausschüsse für Rechnungswesen, für Zoll- und Steuerwesen und sür Handel und Verkehr.

Von der in Umlauf befindlichen Summe von im Ganzen 18,250,000 Thlrn. preußischer Kassenanweisungen sind bis letzt ca. 3,500,000 Thlr. eingezogen und dagegen ca. 10,500,000 Mark Reichskassenscheine in 5- uud 20-Mark-Scheinm aus- Gegeben.

4 Die Verhandlungen über die BriggGustav" sind )er Wes. Ztg. zufolge noch in der Schwebe. Der Abschluß ^è^'N ist so lange vertagt, bis das Resultat der spanischen Inters Eichung vorliegt.

Berlin. Bekanntlich ist die durch Verwaltungs- Be Hör den auszuführende Zwangsvollstreckung an gewisse ge- ' setzliche Formen gebunden, die für die verschiedenen o(ten_ Lande > besonders geordnet sind. Nmerdings ist Seitens der Etaats- Anwaltschasten Anlaß genommen worden, auf genaueste Jnne- ' ' mng dieser Formen Bedacht zu nehmen, da nur, wenn die 1 Rede stehenden Vorschriften strengstens befolgt sind, die ^ ^angsvvllstreckung eine rechtmäßige, der Exekutor in recht- ßiger Ausübung seines Amtes und nur dann ein ihm ent- angelegter Widerstand aus § 113 des ReichSsrrafgesetzbuchS .affällig ist. Ist dagegen jenen Vorschriften nicht entsprochen, 3 bietet daS letztere keine Handhabe, eine bei der Pfändung bekommende Widersetzlichkeit zur Strafe zu ziehen.

Berlin. Das Abgeordnetenhaus setzte die Berathung des Entwurfs der Provinzialordnung für die östlichen Pro­vinzen fort. Berger spricht in einstündiger Rede für die Vor­lage im Ganzen und hebt hervor, die Majorität der Rhein­länder und Westfalen wünsche die Einführung der Kreis- und der Provinzialordnung. Die Reformgesetzgevung müsse auf die westlichen Provinzen ausgedehnt werden. Gneist ist im Ganzen für die Vorlage, welche einen bedeutenden Fortschritt 'ilde. Das Haus beschließt die Verweisung der Vorlage an ine Commission deren Mitgliederzahl später bestimmt werden

soll. Es folgt ein Antrag Virchow's auf Vorlegung der Ge­setzentwürfe über Reform der Gemeinde-, Kreis-und Provinzial­ordnung in Rheinland und Westfalen. Der Minister des Innern ist gegen dm Antrag, dessen Form inopportun sei; die Regierung habe den festen Willen, bte geforderten Gesetze tzorzulegen, bei den zeitraubenden Vorarbeiten könne jedoch die Vorlegung für diese Session nicht verbürgt werden. Der Minister ' fordert auf, die vorgelegten Arbeiten zu erledigen und nicht auch diese zu vereiteln, weil nicht alles zugleich er­reichbar sei. Der Antrag Virchow's wird in namentlicher Abstimmung mit 292 gegen 28 Stimmen angenommen.

Berlin. DieGermania" veröffentlicht eine von 23 deutschen Bischöfen erlassene Collectiverklärung des deutschen Episcopats in Betreff der Circulardepesche des Reichskanzlers über die künftige Papstwahl, worin sie behaupten, daß die Circulardepesche einen Angriff auf die volle Freiheit und Un­abhängigkeit bei der Wähl des katholischen Kirchenoberhauptes enthalte, gegen welchen sie Protest erheben, da über die Gültig- leit einer Papstwahl nur die Autorität der Kirche entscheide. Der Bischof von Straßburg hat die Erklärung mit unter­zeichnet, der Bischof- von Metz nicht.

Wien. (Proceß Ofenheim.) Der Sachverständige, Nord­bahndirector Fillunger, finbet daß die Bauverträge der Con­cession entsprechend seien. Aus diesen Bauverträgen sei eine Begünstigung des Bauunternehmers nicht ersichtlich; er hält die Grnndeinlösuüg für vertragsmäßig durchgeführt und meint, daß aus der Tracenwahl nicht zu schließen sei, daß man hätte billiger bäum wollen. Aus der Anzahl der Reconstructionen, aus dm Verkehrsstörungen, sei noch nicht auf die Unsolidität des Baues zu schließen' und die Erhaltungskosten seien nicht übermäßig gewesen. Fillunger findet, daß es nicht Gesell- schaftèinteresse war, den Bauunternehmer für den Mihuczeny- dämm nur für 2 SÄonate verantwortlich zu machen; er hält den Fahrpark für genügend, das Sâudirungsprotocoll über­treibend. Der Sachventäudige Hellwag sagt im Großen und Ganzen dasselbe aus wie Fillunger, hält aber die Bahnerhal­tungskosten für zu hoch, und glaubt, daß Brassey bet erster Lime 5 Procent, bei zweiter gar nicht» verdiente.

Pest. (Unterhaus.) Nach einer Rede Trsza'S, monn derselbe erklärte, von seinen jüngsten Auslassungen nichts weg­zunehmen noch etwas denselben hinznzusetzm, stürmte die ganze compacte Majorität für die Budgeworlage. Der Minister­präsident ersuchte hierauf die Verhandlungen zu toertagen, da die Regierung über die veränderte Situa ion der Krone be­richten wolle.

Pest, Betreffs Bildung eines neuen Ministeriums ist bisher kein Schritt geschehm. Thatsache ist nur, daß der Mi-