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Intelligenz- Blatt

der Stadt Frankfurt a. M.,

verbunden mit den Frankfurter -r ach richten als Extrabeilage.

(Expedition am h. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

Ro. 31. Samstag d« 6. Februar 1875.

Aeberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 6. Februar.

, DieNordd. Allg. Ztg." meldet, daß die Creditive für den Grafen Hatzfeld als kaiserlich deutschen außerordent­lichen Gesandten in Madrid am 1. Februar vom Kaiser voll­zogen und schon auf dem Wege nach Madrid seien-

Nachdem die CorvetteLouise" gestern in die erste Re- strve gestellt und die Mannschaft an Bord commandirt sind alle für die spanischen Gewässer designirten kaiserlich deutschen Schiffe bereit auf eventuellen Befehl sofort abzugehen.

WV^s"' (Abgeordnetenhaus.) Erste Berathung des Etats. "s^âmpft denselben, besonders den Cultusetat, der formell -"Mgeihaft, materiell unklar sei; Richter spricht speciell gegen ®eantragte Gehaltsverbesserung der Geistlichen. Der bie Ausstellungen Richter's und setzt Me bisherige Politik auseinander, die, wie die Verhandlungen rrfnit^r » . Provinzialsynoden ergeben hätten, keineswegs dB . Die von Richter als Aeußerungen der Schwäche ffnVs'^e-!n .Stritte bezweckten die Wiederherstellung der Selbst-

L^ Kirche. Nachdem Rickert und Schorlemer-Alst mnftm^^cnt^ert befriedigt über die Finanzpolitik des und die Lage des Etats ausgesprochen motivirt W o F . die Nothwendigkeit technischer Hülfsarbeiter für v.^Mdwirthschaftsministerium. Der Finanzminister erklärt »rauf auf eine Anfrage von Hoppe, daß Preußen in der der Verlegung des Etatsiahres vom Reiche abhänge, U das Reich die Verlegung des Etatsjahres auf die April bis 31. März belieben sollte, dasselbe thun

Für 1876 werde ebenfalls ein Budget für das erste Melzahr bewilligt werden müssen. Der Minister dankt für die wohlwollende Behandlung des Etats und er« der Steuerreform daß der Staat auch hier sem Möglichstes thue, aber nicht dauernd Neubewilligungen ge« tnff ""d alte Einnahmen entbehren könne. Der Handels- » Wer rechtfertigt darauf die Positionen der Eisenbahnver- iehÄ er sei nicht für ein absolutes Staatsbahnsystem, das

System sei bewährt. Die Regierung habe sich auf bie ""^Wichen Anforderungen für die Aufrechthaltung der

Leistungsfähigkeit der Eisenbahnen, welche ein hohes Landes­interesse bilde, beschränkt. Schließlich wird ein Antrag Laskers, nur die bekämpften Etatsgruppen an die Budgetcommission zu überweisen, angenommen.

Schwerin. Nach hier eingegangenen Nachrichten sind der Capitän und der Steuermann der BriggeGustav" in Sicherheit.

Bern. Der Bundesrath hat vom Staatsrathe des Cantons Genf Auskunft über das neueste wühlerische Treiben des früheren Pfarrers in Genf, Mermillod, an der dortigen Grenze verlangt.

Paris. DerAgence Havas" wird gemeldet, daß bei San Cristobal in der Nähe bei Estella, zwischen den Carlisten und den Regierungstruppen ein Kampf stattgefunden hat, in welchem beide Theile behaupten, gesiegt zu haben.

Paris. Aus Oteiza wird vom 3. Februar gemeldet: Heute Morgen fand bei San Cristobal ein leichtes Treffen statt, welchem der König beiwohnte. Etwa ein Dutzend Soldaten wur­den in der Nähe des Königs verwundet, so daß General Iovellar denselben veranlaßte, sich hinter die Gefechtslinie zurückzuziehen. Die Truppen halten die Dörfer Lorca, Murillo und Cacar in dem Thäte von Rio Saldo besetzt. Man erwartet Nachrichten von Moriones, um mit diesem gleichzeitig zum Angriffe überzu­gehen. Aus Hendaye, 4. Februar, wird gemeldet: Gestern hat General Loma neuerdings die Carlisten auf der Höhe, welche die Ortschaften Cestona undZuwaya beherrscht, geschlagen. Die Car­listen zeigten sich demoralisirt. In einem gestern bei Meagas statt­gehabten Gefecht verlor die Armee 150 Mann , die Carlisten büßten an Gefangenen einen Obersten, 2 Capitäns und 20 Sol-

baten ein.

Derfailles. Die National-Versammlung berieth die Vorlage, betr. die Freigebung der Fabrication von Pulver und Dynamit an Privatpersonen. Der Finanzminister sprach sich gegen die Vorlage auL _

London. Eine von den Blättern veröffentlichte Depesche Lord Derbh's au den Petersburger Gesandten, Lord Loftus, führt aus, daß der Verlauf der Brüsseler Conferenz die Unmöglichkeit einer Einigung über die wichtigsten Punkte des Kncgsrechts dar­gethan habe. Das Interesse der Angreifer und der Angegnffenen sei unvereinbar, die Aufrechterhaltung der aufgestellten Kriegs- Regeln unmöglich. England lehne deshalb seine Theilnahme an der zweiten Conferenz ab, und werde unter Festhaltung seiner früheren völkerrechtlichen Grundsätze jedem Uebereinkommen fern bleiben, welches die Angriffskriege erleichtere und den patrio- tischen Widerstand der Angegriffenen hemmen könnte.

Madrid. General Loma besetzte Zumaya und gewann die Straße nach Cestona. Die Carlisten ziehen sich auf Cestona