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Anteilige nz-BZatt

der Stadt Frankfurt a. M.,

verbunden mit den Frankfurter Nachricht^« als Extrabeilage.

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(Expedition am H. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

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Ko. 13. Samstag den 16. Januar 1875.

Akberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

' Frankfurt, den 16. Januar.

Das Reichs-Eisenbahnamt hat in letzter Sitzung Bestimmt, daß von jeder Tarifveränderung demselben spätestens zugleich mit der öffentlichen Bekanntmachung Anzeige zu machen und jede Aufhebung oder Beschränkung einer direkten Expedition nach» Stationen einer anderen Bahn unter kurzer Angabe der Gründe sofort zur Anzeige zu bringen ist. Auf Grund der eingeforderten Nachweisungen über den Umfang der direkten Verkehre nimmt das Reichs-Eisenbahn-Amt — mit Ausnahme einzelner Fälle — für jetzt davon Umgang auf Vermehrung der direkten Expeditionen hinzuwirken, indem es annimmt, daß das Publikum selbst, wenn die bestehenden Einrichtungen nicht genügen, an entsprechenden Anträgen es nicht fehlen lassen wird.

An neuen Reichsmünzen wurden bis zum 1. Januar insgesammt ausgeprägt: in Goldmünzen: 1,107,766,840 Mark; an Silbermünzen: 47,501,258 Mark; an Nickelmünzen: 6,3^9,885 Mark; an Kupfermünzen: 2,535,919 Mark 24 Pfennige.

Berlin. Dem Bundesrath ist gestern ein Gesetzent­wurf zugegangen, welcher den Reichskanzler ermächtigt, 17 Millionen Mark zur Erweiterung der Straßburger Stadt­befestigung zu verwenden und zur Deckung der Baukosten die durch Hinausschiebung der Festungswerke entbehrlich werdenden und für di- Reichsverwaltung nicht erforderlichen Grundstücke an die Stadt Straßburg für 17 Millionen Mark zu verkaufen.

Berlin. Der Reichstag nahm in dritter Lesung den Gesetzentwurf betreffs Einführung der Reichsgesetze in Elsaß- Lothrmgen in der von Marqardsen beantragten, die ursprüng­liche Vorlage wiederherstellenden Fassung an. Die Vorlage über Ankauf des fürstlich Radziwill'scheu Gru-dstückes für das Reich wird, vom Präsidenten des Reichskanzleramts befür­wortet, in erster und zweiter Lesung angenommen, ebenso der Auslieferungsvertrag mit Belgien.

Berlin (Reichstag.) Zweite Berathung des Civilehe- gesetzes: Die Paragraphen I und 2 werden, letzterer unter Ab­lehnung des aus dèm Centrum gestellten Antrages, die Bil­dung der Amtsbezirke und die Bestellung der Standesbeamten

den Landesregierungen zu überlassen, genehmigt. § 3 wird mit dem Anträge Seydewitz, betreffend die Uuwiderruflichkeit der Anstellung der Standesbeamten, und § 4 mit unerheblichen Zusätzen angenommen. Die §§ 5 bis 26 werden sodann nach der Vorlage angenommen.

Cöln. Bei der vorgestern Abend in öffentlicher Sitzung des Stadtverordneten-Collegiums vorgenommenen Bürgermei­sterwahl wurden 30 Stimmen abgegeben. Im ersten Wahl- S,ge erhielt Herr Geheimrath Nieberding 13, Dr. Becker, er-Bürgermeister von Dortmund, 10 und Beigeordneter v. Weise 7 Stimmen. Im zweiten Wahlgange Dr. Becker 17, Nieberding 12 und V. Weise 1 Stimme. Dr. Becker ist dem­nach zum Ober-Bürgermeister unserer Stadt gewählt.

Wien. (Prozeß Ofenheim) Der frühere Minister Grocholski, als Zeuge vernommen, producirt die seiner Zeit im Reichsrathe zur Verhandlung gekommene Interpellation über den schlechten Zustand der Bahn und deponirt, daß die Meinungen über den Bauzustand getheilt gewesen seien. Zeuge wird vereidet. Die Zeugen Zapalowicz (gewesener Ober- Ingenieur der Carl-Ludwrgsbahn), Krzeczunowitz (Gutsbesitzer), Schellenberg (Vicepräsident der Lemberger Handelskammer) und Quitzor (Bahnbeamter) bezeichnen im Allgemeinen den Bahnbau und Bahnbetrieb als mangelhaft, so daß häufig Ver­kehrsstörungen bedingt waren. Die Aussagen über die Qualität der Schwellen lauten widersprechend, Krzeczunowitz undHoenig- schmidt (Ingenieur) hörten, daß Ofenheim die Lieferung von Schwellen um 40 Kreuzer per Stück übernommen habe. Der Vertheidiger beantragt die Vorladung des Statthalters von Galizien, Gölnchowski, des Landmarschalls der Bukowina, (Kochanowski, und des gewesenen Statthalters der Buko­wina, Pino. Der Director der Aldrechtbahn, Klosawski, sagt über den Zustand der Schwellen und der Bahn günstig aus und gibt als Grund des Einsturzes der Pruthbrücke die große Spannweite, als Grund der Verkehrsstörungen i. J. 1869 die Elementarereignisse dieses Jahres an, Oberingenieur Ziembicki hebt die nicht ausreichende Ueberwachung der «ubunternehmcr, die Mängel des Oberbaues und die Schwellenfehler hervor. Jnqenier Patik bezeichnet den Unter- und Oberbau als einen anten, die Fäulmß der Schwellen und die Rutschungen als durch die Terrainbeschaffenheil bedingt. Lampel, Jnspector bei der Generalinspection für Eisenbahnen, deponirt über die 1872 erfolgte Entgleisung zweier Züge. Ursache war Bet einer Entgleisung eine dreizöllige Gleiserweiterung, bei der zweiten die Uebèranstrengung und Unaufmerksamkeit des Zug­führers, das Protocoll über den Thatbestand labe die Schuld dem schlechten Oberbau rugeschrieben, die Hälfte der Schwellen sei augefault gewesen. Auf bte Fragen des Vertheidigers er-