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Gemeindeautonomie vorlegen werde. Nach der ohne Debatte erfolgten Annahme einer Begrüßungsadresse an den Fürsten wurde die Skuptschina auf 6 Wochen vertagt.

* Petersburg, 9. Dec. Ein heftiger Nordweststurm trieb in der vergangenen Nacht das Wasser 9 Fuß über das Normalniveau. Die niedrigen Stadttheile wurden theilweise überflutet, jedoch ging kein Menschenleben verloren. Mit Hilfe der Polizei wurden über 1000 Obdachlose anderweitig untergebracht. Auf Anordnung des Stadtverwesers wurden Silfsküchen errichtet. Das Wasser ist rasch gefallen und die esorgniß vorüber.

* Washington, 8. Dec. Ein Bericht des Schatz-Se- cretärs Bristow gibt die Einnahmen des Finanzjahres 1873 auf 322 Millionen, die Ausgaben auf 802 Millionen an. Pro 1874 betragen die Einnahmen 293, die Ausgaben 273 Mill., excl. 32 Mill, zur Schuldentilgung.

Frankfurt, den 10. December.

In den nächsten Tagen werden die Rohrlegungsarbeiten für die Quellwasserleitung im Nürnberger Hof, in der Neu- gasfe, Kruggasse und auf der Hânauer Landstraße in Angriff genommen werden.

Die Abrechnung der Bonameser Armen-Verwaltung für das Jahr 1873 schließt mit einer Einnahme von 679 fl. 54 kr. und einer Ausgabe von 537 fl. 49 kr. ab, hat also für dieses Jahr einen Ueberschuß von 142 fl. 5 kr. ergeben. Außer den hauptsächlich sich aus Hypotheken und Stiftungsgeldern . bezif­fernden Einnahmen, ist unter Anderem hervorzuheben: ein Ge­schenk der Frau Schmidt-Metzler von 60 fl., ferner ein Er- trägniß von 2 fl. 43 kr. aus den in den Wirthshäusern auf­gestellten Armenbüchsen, sowie ein Erträgniß von ca. 37 fl. durch monatliche Sanimlungen in der Gemeinde, und die Summe von ca. 6 fl. 30 kr. aus Schulversäumnißstrafgeldern. An Ausgaben sind hervorzuheben: 305 fl. 8 kr. für Lebens­mittel, 12 fl. für Hauszins, 23 fl. 58 kr. für Arzt, und Arz­neien, ferner Ausgaben für arme Wöchnerinnen, für Beschaf­fung von Schulbüchern rc. für arme Kinder u. s. w.

In der dieser Tage abgehaltenen Generalversammlung der Gartenbau-Gesellschaft machte der Vorsitzende, Herr R. Jaeger, die Anzeige, daß durch die Centralcommission des Deutschen Reiches für die Wiener Weltausstellung von 1873, versehen mit einem besonderen Begleitschreiben, die den hiesigen, sowie den Sachsenhäuser und Oberräder Gärtnern für ihre Gemüse-Ausstellung in Wien zuerkannte goldene Fortschrittsmedaille nebst einem geschmackvoll ausgestatteten Zueignungsdiplome, an die Gartenbau-Gesellschaft emgesendet worden sei. Diese Medaille, ein wahres Meisterwerk der Prägekunst, war aber keine goldene, sondern aus Bronze an­gefertigt. Dieselbe wurde zur Ansicht präsentirt und später in der Bibliothek der Gartenbau-Gesellschaft aufbewahrt. Nach­dem der Vorsitzende den Eingang verschiedener Prerscourante und Zuschriften angezeigt, wurde die Neuwahl der Verwaltung vorgenommen.

Der land wirthschaftliche Monatsclub hielt gestern eine zahlreich besuchte Sitzung. Herr Dr. Weiden­hammer berichtete über Mllchverwerthungs-Gesellschaften. Der­selbe wies darauf hin, daß derartige Gesellschaften in Deutsch­

land immer größeren Umfang annehmen: er hielt es für höchst zweckmäßig, wenn auch in hiesiger Gegend zur Grün­dung einer derartigen Gesellschaft die Initiative vom Club aus ergriffen werde. Referent hielt die Form der eingetra­genen Genossenschaft für das Beste. Herr Schaum, als Vor­sitzender, erklärte, daß seine in dieser Richtung in der Gegend von Büdingen stattgetabten Bemühungen von keinem Erfolge begleitet gewesen seien. Eine Genossenschaft sei nicht ausführ­bar, wohl aber eine Actiengesellschaft, denn diese habe sich bei anderen Anlässen, z. B. bet Danlpfdreschereien bewährt. Die Versammlung setzte zur weiteren Austragung dieses Gegen­standes eine Commission von 5 Mitgliedern nieder und wählte in dieselbe die Herren Dr. Weidenhammer, Dr. I. Varren- trapp, Schaum, Bergsträßer und Vilbert.

Die neue Blinden-Anstalt wird in nächster Woche er­öffnet werden. Die Gaben, um dies Werk zu ermöglichen, waren aus allen Kreisen der Einwohnerschaft reichlich geflossen.

Ein Zapfjunge hatte es auf die Zöpfe der Frauenzimmer abgesehen. Das 14jährige Bürschchen hat nicht weniger als 10 Stück gestohlen.

Gestern Morgen brach in der Pechkammer der Henninaer'- schen Brauerei auf dem Hainer-Weg Feuer aus. Dasselbe blieb auf feinen Heerd beschränkt.

Am 7. d. hielt der hiesige Bienenzucht-Verein bei zahl­reich besuchter Versammlung seine Jahresschluß-Sitzung ab. Der Verein hat im Laufe des Jahres aus den benachbarten Orten einen bedeutenden Zuwachs von Mitgliedern erhalten.

Auf den schon ost laut gewordenen Wunsch vieler Freunde des Orchesters, zugleich Verehrer des Herrn Carl Breidenstein, Organisten an der Hauptsynagoge und an der Weißfrauen­kirche, hat derselbe sich endlich entschlossen, in Gemeinschaft mit seiner Gattin, Frau Emma Breidenstein-Düring, demnächst im großen Saale des Saalbaues unter Zuziehung anderer be­währter Kräfte ein Concert zu veranstalten. In demselben werden neben größeren Orgelwerken älterer und vorzugsweise neuer Meister verschiedene größere Gesangs-Soli, sowie Duo für 2 Pianoforte und auch solche für Orgel und Violine zur Aufführung gelangen.

Aus der Nähe.

* Offenbach, 6. Decbr. Dieser Tage verweilte der kaiserliche General-Post-Director, Herr Stephan, in unserer Stadt, um die zukünftigen Postlocalitäten in Augenschein zu nehmen. In ferner Begleitung befanden sich mehrere Geheime Posträthe und Ober-Poft-Directoren.

* Mainz, 8. Dec. Auf der Eisenbahn entgleiste dieser Tage ein mit Frucht beladener Wagen. Der Wagen wühlte die Erde auf und zertrümmerte einige Querschwellen und Schienen. Außerdem aber ist dabei nicht der geringste Unfall vorgekommen.

* Cassel, 6. December. Laut Privat-Mittheilung aus Prag ist in dem Befinden des Kurfürsten eine plötzliche Ver­schlimmerung eingetreten, so daß ernstere Eventualitäten be­fürchtet werden.