Zutelligenz-Blatt
der Stadt Frankfurt a. M.,
verbunden mit den Fra«kf«rtsr Nach richte« als Extrabeilage«
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(Expedition am H. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
M S6S
Dienstag dm 17 November
1874.
Werdlick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, den 17. Rovewber. Wenn die Türkei Mit Hartnäckigkeit an ihren Rechten gegenüber de« Donau- fürstenthümern energisch festhält, so ist sie off««- b-r in ihrem Wid-rstand in Konstantinopel durch England irstärkt Word?«. UrbrigenS sind auch Oesterreich, Deutsch« land und Rußland, welche sich das Recht zusp^echen, Zoll« Sonvtntione« mit Rumänien und Serbien abzuschließen, nicht gewillt, die Fürstsntbâmer zu weiteren Ansprüchen zu ermu« thigen. Diese sind bekanntlich nur zu geneigt, auch das letzte
fâwrche Bavd zu zerschneiden, daS sie zu ihrem Bortheil mit der Türkei roch verknüpft, ja bei Selegesheit zu ^« ^^^^« zu greifen und ein großserbischer und großmmSmichks Reich zu errichten. Diese Bestrebunge« kann Oesterreich unmöglich lmthrißen, und ebensowenig ist man m Berlin 8«««^, ihnen Vorschub zu leiste«. So war denn schon in der Rote^r drei Wächte nicht ohne Absicht wiederbolt d-r Ausdruck .Basallrnstaateu" gebraucht, und auch in der Antwortnote^ die Türkei wird diese darüber beruhigt toetben, daß die drn Rächte keineswegs die Absicht haben, am StatuS quo im ^"^Die^Ärdd. All^Ztg." polemjsirt gegen die Tischrede DiSraeli'S. Diesmal hebt sie besonders seine allzurostge Schilderung der englische« Arbeitervrrhäliniffe hervor.
Die GerichtS-Leitung meldet über die Anklage gegen den a Arnim- „Die Anklage Seg« den Grafen Ar«im ist vollendet. Sie stützt sich ans § 348 deS Strafgef tz- bllchr - Beseitigung amtlicher Urkunden durch emm Beamten ohne gewinnsüchtige Absicht, Gefängniß nicht unter einem Nouat - und wird daher vor einer Drei-Richter-Deputation vntzaudelt werde». Die anderweite Behauptung, die Anklage sei de« Grafen bereits behändigt und Termin zu der« Brr- Handlung auf den 3. December d. J. anberaumt, glaub« wir aus Grund eingezogenrr Erkundigung vorläufig bestreit« zu könne«; fest steht aber, da? die Verhandlung in den erst« Tagen der December Statt finden wird, wenn dret der Se- sundheMzustand der Angeklagten überhaupt zuläßt. «tcher wird Staatsanwalt Teffesdorf selbst die Anklage vertret«. Rechtsanwalt Munkel führt die Vertheidigung deS Grafes. m .« i6no fl.) n
Die Verhandlung wird voraussichtlich unter theilwriser Aus- sonders auSüezüchnet, blS z ^ ^^ Wnna der Oeffentlichkeit Statt find«. Jed«fall- wird und die HiMe blieb«« deS gestorven« He Verlesung der Concepte der ««geolich beseitigten Briese, 2000 fl. erhalten.
u W9(V(u fiU| wie w »neue schickt habe. Man hat die, I er bei der Uebersendung der
falls diese überhaupt erforderlich werd« sollte, aus diplomatischen Rücksichten nicht vor der Oeffentlichkeit erfolgen." Die gegen den Grafen Arnim verfügte Wiederverhaftu«- die alsdann wegen seines Gesundheitszustandes nicht ga«z auSge- führt wurde, soll nach über«i»stimme«den Meldungen der Blätter, die durch anderweitig« Angaben ergänzt werde», durch die Art und Weise motivirt worden sein, wie er einige der vermißte« Papiere zurück, ' ' "" allgemein dahin verstanden, d , Schriftstücke ein« dem wichtigen Inhalt entsprechende« Modus der Geheimhaltung nicht beobachtet hätte U« ähnliche Mißbräuche zu verhindern, sei die Wiederverhaftung beschlossen worden. Er liegt auf der Hand, daß diese »«gaben sowohl der Bestätigung als nach manchen Seiten hin der Aufklärung bedürfen.
'Leipzig, 16. November. Der Chef der Buchhandlung F. A. Brockhaus, Heinrich Brockhaus, ist gest«« ge- storb«.
* Berlin, 1S. November. Der Ms«bah«zug, in welche» sich der deutsche Gesandte am portugiesischen Hose, Graf Brandenburg, auf seiner jüngst« Reise in die Heimath befand, wurde bekanntlich auf spanischem Boden vo» Räuber« überfall«, welche den Paffagier« ihr Geld und sonstige Kostbarkeit« nahm«. Graf Brandenburg hatte dabei de« Verlust seiner Uhr, Ringe re. zu beklag«. Hier eiugelaufe- neu Nachricht« zufolg« ist er nunmehr geglückt, den Räuber« auf die Spur zu kommen und sind 6 derselben bereis gefänglich eingezog« worden. Man hofft ein« nicht unbedeutenden Theil der geraubten Gegenstände dm Gigesthümern wieder zustellen zu können.
* Berlin, 16. November. Der Reichskanzler hat dem
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