Zutelligenz Blatt
der Stadt Frankfurt a. M.,
verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage,
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(Expedition am H. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
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Ns. 264 Dienstag tat 10 November
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Ueberblick der Ereignisse im Gebiete -er politischen «n- materiellen Interessen.
Frankfurt, den 10. November. Die Gegensätze auf dem religiösen Gebiete Lkginsen auch in Euglaud sich in einer Weise zuzusp.tzm und zu verschärfe«, welche el der meist tim« apathischeren Masi« der Bevölkerung ebenso wie in den Kreisen der freier denkenden Gebildeten wehr und mehr unmöglich machen wird, in dem Kumpfe zwischen der ultra« montamn Strömung und der moseren Staatèidee passiv zu bleiben. Unter den Zielpunkten deS Projektes eines internationalen „katholischen- CrugrisstS, welcher demnächst in London a/s eine Fortsetzung deS vat eanischen Concil- in partibus ! zusammentreten soll, defiadet sich nach Meldung au» London I «« ErklSruno, daß es die Pflicht aller Christen sei, zum ! Gehorsam gegen den Papst zurückzukehren. Währeud diese Bepredungea die Kirchenspaltung durch den Sieg des unfehl- baren Papstthums überwinden will, steht von anderer Seite Usw, wie eS scheint, durch das Cosgreßprojekt hervorgerufen, ^kBtldung einer all katholischen (nicht im Sinne drL deutschen ^ltkatholiciSmu«) Congregatio» bevor, deren Glaubensbekennt- dasjenige der ersten allgemeinen Concilien ist. Bon dieser Seite also soll die Kirchenspaltung durch die Rückkehr z« dem Elanbeuâstands der katholischen Kirche überwunden M”» welcher der papistischen Richtung vorherging. An msätze« zu solchen Bestrebungen hat eS bekanntlich auch in m grirchtschen rirche nicht gefehlt. Es drängt sich indeffen % UM auf, ob eine Centralistruug derselben nicht bedenk - ^^ i» "k^ Augenblicke, wo der Kampf gegen den Ultra« »Manismus die Einheit und Einigkeit der Gegner erfordert. das Halbdunkel der Nachrichten über die Berhaud- »wischen der Pforte und den Regierungen von W?^ m^ ^aßiand bringt endlich eine Ätitthetlung der 28.8. UL^, ^^» etwas mehr Licht. Dieselbe dmWL.'MV eiue Depesche des türkischen Ministers Mm^^^^^.' âarifi Paschah, vom 23. Oktober in Beant- woktang der vlkMuiltch am nl. October abgegebenen Collec- EÄ n/ ^eng nannten drei Mächte, welche die Pforte niK*8. iâ, in den Abschluß von Zollkonventionen Ru- willin.» Uk° ^^?^ns mit den Rachbarregierungen eivzu- gra^die ka^.n-^ von Bukarest und Bel- tiniuRniJ01 * ^kr souznäntn Macht vorher fiÄÄ^ Der Inhalt der türkischen * p ’^e ^^kist zunächst, wie berechtigt der Zwiifel an der
«eulichen Meldung aus Constantmspel gewesen ist, welche Se
Louptete, Oesterreich habe seine Absicht erklärt, ohne weitere
Verständigung mit btr Pforte zum Abschluß einer Zollkonvention mit Rumâulea vorzugehen. So entgegenkommend in der Form die AMwvrt der Pforte lautet, so besteht dieselbe, nach dem bis fitzt vorliegenden telegraphische« Auszüge auf dem Verlangest, Süß die fürstlichen Regierungen (Rumänien und Serbien) vor Allem eine vorläufige Anfrage an den Sultan richten sollen. Von einem Appell SN. die Pariser Vertragsmächte ist keine Rede; andererseits aber erweist sich die Annahme als irrthümlich, daß durch die Collectiverklâ- rung der drei Mächte die Frage der Lösung näher geführt sei.
Außer der wiederholt erwähnten Vorlage wegen außerordentlicher Ausgaben für die Marine- Verwaltn« g steht noch eine Vorlage in Aussicht welche außeretatSmäßige Mittel zur Erweiterung der Telegrapheuanlagen im Jahre 1876 in Anspruch nimmt. Im Zusammenhangs damit wird für die Deckung des Zuschußes von 3,354,000 Mark gesorgt werden müssen, dessen die Telegraphenverwaltung im Jahre 1875 bedarf.
Frankfurt, den 7. November 1874.
3« den nächsten Tagen werden die RohrleguugsarSeit-n für die Qaellwafserleitusg auf der Eckenheimer Landstraße, vom Neuhof bis zur Frirdhofsstraße und auf letzterem von der Eckenheimer Landstraße biS zur Friedberger Landstraße in Angriff genommen werden.
Am 5. d. Mts. wurden auf einem Grundstück in der Bergerstraße Kleider und Wäsche, welche im Garten zum Trocknen aufgehängt waren, in böswilliger Weise zerschnitte». Der angerichtete Schade« beläuft sich auf 80 fl. Leider ist er bis jetzt noch nicht gelungen, Denjenigen zu ermitteln, welcher dieses Bubenstück auSgeführt hat
In der Utzlandstraße fiel ein Spenglerlehrling in Folge eigruer Unvorsichtigkeit am 7. d. Mts. von dem vierten Stock eines Neubaues herab, ohne sich anscheinend zu verletzen. Um eiae etwaige Beschädigung zu coustatireu, wurde derselbe jedoch in das Hospital zum Heil. Geist gebracht.
Gestern wurde der vor fünf Tagen auf der Hanauer Bahn verunglückte Ober-Rangirer begrabe». Die Leiche lag zwei Tage länger all gewöhnlich, weil man so viel Zeit brauchte, um die Frage zu entscheiden, wer die Begrädutß- Kosten zu bezahlen habe.