Intelligenz Blatt
der Stadt Frankfurt a. M.,
verbunden mit den Frankfurter Nach richte« als Extrabeilage»
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(Expedition am H. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
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Ns» 256
Samstag HM 31» Oetober
Z874.
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Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 31. Oet. Trotz dem Bestimmten Tone, mit welchem die Nachrichten von der Verhaftung des Wirk« lichen Rena Sahib suftraie«, werden jetzt nachträglich Zweifel laut, ob der Gefangene in Ler That der Mörder von Cawnpore ist. Was zu der Verhaftung führte, war ein Brief Nena Sahib's — so wollen wir den Mann noch vorläufig nennen, da die Wahrscheinlichkeit doch für die Identität spricht — an den Mcharadschab Scirrdis, in welchem er sagte: „Seit den Ereignissen von 1857 b-n ich ein elender Wanderer. Meine Kraft ist erschöpft. Ich lohnte zu euch al» Schstzfiehender. Ihr könnt wich tödten oder retten." Der Nena, sagt die Timer of India, und sein Bruder Bala waren als religiöse Bettler verkleidet. Sie wurden in den Palast gebracht und vor den Residenten geführt. Der Eine gestand zu, der Nena zu sein, läumete aber jede Mitschuld an des Metzeleien und erklärte, er habe sich drei Monate hindurch nach der Ankunft des Generals Havelock in der Nähe von Tawnpor« versteckt gehalten, fei von dort nach Bhutan gegangen und habe sich sieben Jahre in den Schilfmosren u«her getrieben. Er sei nie in Nepai gewesen, habe aber ein Jahr lang verkleidet in der Umgebung von General Jenkin's Haus in Gowhatty und in Assam gelebt. Bon dort sei er nach Bareilly gegangen, wo er sich ein Jahr lang aufgehrlte» habe, und sei nun am vorigen Dienstag nach Gwalior gekommen. Den Maharadschah bat der Gefangene um Schonung seine» LeoenS, und Ersterer unterstützte diese Bitte bei dem politischen Agenten, lieferte aber den Mann zuletzt doch ohne weitere Bedingung au». Nena wurde in Kette» nach Mora? gebracht. Dort tauchten die erwähnten Zweifel auf. Ans den Umstand, daß er selbst das frühere Einzestsuduiß jetzt zurückzieht, mag wenig Ge- Wzcht zu legen sein; erheblicher sind die MeinungSverschieden- Hüten der Aerzte, von welchen einige die Identität bei ^Ees in Abrede siegest und behaupten, der Gefangene könne nicht 40 Jahre alt sein während andere dir Zeichen eineS böhrre« Alters entdecken. Indessen versichert der Ma- haradschah Sechdia, beschwöre« zu können, daß der Ber- hastete Rena Sahib selbst sei. Der Bruder Bala Rao wird gleichfalls einem strengen Urtheil entgegen sehen. Er beseh- K d'- AufSändischm in Aung, wo ihm 'zwar eine «igel in die Schulter traf, er sich aber dadurch nicht abhaliea ließ, der Ermordung Thornhill'» und der vier ander« Männer
beizuwohnen, welch« einige Stunden vor der Nirdermetzelung der Weiber und Kinder erschaffen wurden. Auch war er einer der Anführer, die mit der Ausführung der vorherge- gaugerrer, Gemetzel- auf den Kähnen beauftragt gewesen. Eine Reihe von Zeuge« ist nach Morar geladen worden und die nächsten Tage werden wohl die volle Gewißheit bringe«, ob der Gefangene der berüchtigte Rena, oder ob man wieder einmal von eine« Betrüger genarrt worden ist.
Frankfurt, den 31. October 1874.
In den nächsten Tagm werden die Rohrlegungsarbetten für die Ouellwaffeâitung in der Ltaufenstraß«. Wiesenau, LerSnerstraße, Humboldtstraße, oberhalb der Kepplerstraße ««d hinter dem Lämmchen in Angriff genommen werden.
Am 39. d. MtS. ist mit Herstellung der provisorischen Pflasterung der Sudengaffe und den zur q«. Pflasterung ge- worden ^"^^ ^rd- und RohrlegungSarbeiten begonnen
Der GerichtSaffeffor a. D. Herr Dr. jur. Carl Ferdinand Billnow ist durch Bestallung des Herr« Justiz-Minister« vom 15. d. MtS. zu« Advokaten im Bezirk« des hiesigen Königliche« Apprllationsgericht» ernannt worden.
Der in Wietbaden verweilende Äiitalid) deutsche Botschafter in Petersburg, Prinz Heinrich VU. von Reuß, war gestern hier anwesend.
Wie wir-glaubwürdig vernehme«, brabfichtigt Graf von Arnim, nach AuSgang seinesProzesses, sich dauernd hier in Frankfurt niederzulaffe«. Er hatte die Absicht, nach Beendigung seiner diplomatische« Carriere hier zu wohnen, schon geäußert, als er hier die Frieden-verhandlungen zwischen Deutschland und Frankreich leitete
Aus der kgl. Strafkammer find die Termine schon bis Ende Januar 1875 festgesetzt und die Zeugenladungen erfolqt.
Wie bereits «itgetheilt, findet am 1. November die Eröffnung der Cronberger Eisenbahn statt, nachdem TagS vorher von vier, resp. Rödelheim aus eine Fahrt «ach Tronberg veranstaltet wird, wozu der BrrwrltungSrath der neuen Linie dir Emladungen ergehen ließ. Während bei Wi«terS verkehren täglich vier Züge in jeder Richtung mit direktem Anschluß an die Züge der Homburger Vahu.
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