Intelligenz Blatt
der Stadt Frankfurt a. M.,
- verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. ■ — o wn—
(Expedition am h. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 2h)
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No. 254 Donnerstag HM 29 OetoSer 18^
Reberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
- Frankfurt, den 29. October. Es wird im Reichs, ge großer Austreuguogen und strenger Beschränkung auf M dringend Nothwendige bedürfe», wen» die Session bis W 15. Januar nächsten Jahres soll beendet werden können, nd somit ist es immerhin »och zweifelhaft, ob die Ei»- âüung dieses Termins gelinge» wird. Verschiedene Blätter erörtern schon die Frage, ob im Falle des Nichtgelinzeus wie bisher der preußische Landtag dem Reichstage oder diesmal der Reichstag aasnahmsweise dem Landtage würde zu weichen haben. Einstweilen ist dieser Streit, doch noch etwa« verführt. Nothw-ndig ist jedenfalls die Erlediung des Reichshaushaltsetats und damit also die erstmalige Speetalberaihsng dtS Militäretatt, und da diese für den Reichstag eine ganz mm Aufgabe ist, so kann noch nicht berechnet werden, in welcher Zeit die Erledigung gelinge» wird. Man kann eiustwrile» nur die Erwartung auSsprechen, daß die Reichstag-Mitglieder sich sofort zur Eröffnung möglichst vollzählig einfinden, damit der Begin» der Arbeite» nicht durch beschlußunfähige Sitzungen verzögert wird. Ist die erforderliche Anzahl bei der Eröffnung zugegen, so kann -ach der jetzige» Geschäftsordnung sofort zur Wahl der strästdeuten und der Bureaux geschritten werde». Gelingt eS nicht, das Budget bis zum 15. Januar zu erledige«, dann wird schwerlich etwas Anderes übrig bleiben, als daß sich die Häuser des preußischen LmdtageS gleich nach der ersten Sitzung stillschweigend wieder vertagen. Der Vor- schlog' den Reichstag zur Verhütung der Colliflon bis zum Frühjahr zu vertagen,- sagt die R.-L. C., .erregt schon Z? sich die größte» Bedenken, wurde aber vor beendigter Budgetberaihung direet «»ausführbar sei». Selbstverständlich ^uß jedoÄ mit aller Entschiedenheit gefordert werden, daß Re RetchStagSarbeiten auf das Allernottzwendigste beschränkt Reiben; denn in Preußen muß das unterbrochene Werk der SS^^^ JW Durchführung verschiedene der wichtigste« n«d wü Ungeduld ^wirtet-n Gesetze zur Bor- auSsetzung habe», ,n der bevorstcheuden LavdtsgSsessto« unter allen Umständen zum Abschluß gebracht w-rd-u"
^ Antritt DiSrasli's in die Geschäfte war iS L E die Ansicht orientirter Kreise bezeichnet ÄM?e Abtretung Englands bei dem Vati- '™ N^M DE mehr Habe» werde. Dieselbe hat jcht â -er „Times zufolge, seit Kurzem aufgehört. Das Blatt I
überschätzt mit Recht nicht die Tragweite der Aenderung, die indessen immerhin als ei» Symptom drr Haltung des gegenwärtigen englischen Ministeriums zu den Kirchenfrsgr« ihr Sater-ffe hat. — Bou Wien au« wird jetzt auch oifieiös de- mentirt, daß Oesterreich und Deutschland die spanische Frage in verschiedener Weise beurtheilte». So war eS denn auch von vor» herein unwahrscheinlich, daß die Abschrift der spanische» Note. die in Berlin und London vertraulich zur Kenntniß der beiden Regierungen gebracht wurde, der öfter - reicht scheu Regierung vorenthalten geblieben wäre.' Die» wäre auffällig gewesen, und es ist denn auch nicht geschehe». Erwähnt sei noch, daß Spanien bis jetzt keinen Geschäftsträger in Wien hatte, weil der Gesandte auf österreichischem Boden, nämlich in Karlsbad, verweilte. So wurde die Abschrift, von dem Secretär vertraulich zur Kenntniß auch der österreichisch?« Regierung gebracht. - Eine Correspoudesz der Rational-Zeitung meldet, die Türkei habe in einer Rote dea Wunsch ausgedrückt, die Meinung der Mächte über mit Rnmänien und Serbien abzuschließende HandelSeouventioueu zu vernehmen. Die Richtigkeit vorausgesetzt, möchte man Hof. feu, daß mit dem Schritt ein Einlenken der Pforte angedeu- tet wäre. Die Türkei würde weise handeln, wenn sie dem von de» Mächten in dieser Sache ihr bewiesene» Entgegenkommen durch das ihrige entspreche» möchte. Auch wird kein Geheimniß mehr damit verrathen, daß dies der Pforte von mehreren ihr befreundeten Seiten «»gerathen wurde, und zwar aus den schon mehrfach bezeichnete» Gründen. Schmer glaublich ist dagege», daß, wie hier und dort angedeutet wird, große politische Brrwickluugen aus der Sache entstehen sollten. Dies mag an einige» toteresjteten Stellen im Stillen gehofft werden, wird sich aber nicht leicht verwirklichen.
Aus der Stâhs.
♦ Nürnberg, 26. Okt. Bekanntlich hat die StaatS- regirmng der Verwaltung des .Germanischen Museums- die Beranstaltung einer Berloosung von «uustgegenständen ge- stattet. Das germanische Museum hat nun als General, agsutm für den ausschließlichen demnächst beginnenden Ver- trieb der Loose das hiesige Bankhaus Horwitz und Markus bestimmt. ES sind auch bereits Schritte eiugeleitet, um die Erlaubniß zum LooSabsatze in sämmtlichen deutschen Staaten zu erhalle».