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Intelligenz-Blatt

der Stadt Frankfurt a. M.,

verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage^

o (Expedition am h. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 2^)

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No. 240 Dienstag den 13 Oetober WM.

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Uebrrbiick der Ereignisse im Gedielt der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 12. Oetober. Im Süden der Ber­einigten Staaten gährt el fort. In Alabama werden Negerhetzen veranstaltet. Ein Regiment BundeStrupveu ist dahin kommaudirt. Die Regierung der Bereinigten Staaten befindet sich diesen Zistândeu im Süden gegenüber in einer sehr schwierigen Lage. Die alte Sezesstouistevpartei hat sich unter dem Ramen brr weißen Liga eine neue Organisation zu schaffen gewußt, welche eine Reaktion gegen da» Haupt­ergebniß bei Bürgerkriege», gegen die politische Berechtigung der Schwarzen einletten möchte und die andere Conffquenz der Sklavenrmanzipatèo», die soziale Gleichstellung unbedingt abweist. Die Schwierigkeiten der Uebergangiverdültuiffe im Süden st d freilich nicht zu urterschLtzen und es ist gewiß, daß die Weißen darunter vielfach leiden und manche Ursache zu berechtigten Klagen haben. Allein die Haupttendeuz der weißen Ligisten, eine Umkehr der Staat-gesetzgebung zum Nachthelle der emanzipirten Race zu erzwingen, muß von der Bundes- getollt unbedingt zurück gewiesen werden, welche schon anl Gründen der Seibsterhaltung den neugewonnenen Recht»- boden nicht wieder preilgeben darf. Darin beruht bie Aui- sichUlostgkeit der südstaatlichen RestsurationSpolitik, welche die Männer der weißen Liga anbabne» wollen. Der leidenschaft­liche und gewaltthätige Charakter dieser Bestrebungen kau« wohl traurige Wirre« veranlassen, positive Resultate zu er­zielen, bleibt er unfähig, Meuchelmorde, Gemetzel zwischen Weißen und Farbige«, sowie förmliche Aufstände gleich jenem von New-Orleau», verschärfen zwar den gegenseitigen Haß, welcher aber zu ohnmächtig ist, um eine politische Umwälzung durchzuführen. I« Louisiana herrscht zwar momentaner, er­zwungener Waffenstillstand, damit ist aber noch keine Rück­kehr zu einer dauernden, festen öffentlichen Ordnung gesichert. In New-Orlean» selbst haben sich die südstaatli-trn Ligisten zwar dem Gouvernement KellogS wieder gefügt, al« die Sxe- kution durch Bundestruppen vor der Thüre stand. Ei« be­deutender Theil des flachen Lrnde« bestsdet sich aber in of­fener Opposttio« gegen Kellog. Die Bezirke von Richmond und Franklin weigern sich entschieden, irgend einen Beamten anzuerkennen, der von ihm, den sie als Usurpator bezeichnen, eingesetzt worden sei. Schließlich erfährt man noch, daß der von der weiße« Liga i« New-OrleavS gewählte Ausschuß eine Adresse cm Grant gerichtet habe, worin bie Beschwerde« der»

ersteren vorgebracht und die Ursachen der jüngsten Jnsurrr^ tion d-rgestellt werden.

Aus der Nähe.

'Mainz, S. Oejober. Bei den Gemeinderathewchlen warben 19 Candidate« der katholische» VolkSpartei u- d 17 Liberale gewählt.

Haßfurt, S.Oktober. Bei dem am 17. Sept. d. J. im Dorfe Sand w R. auSgebrochenen Brande, wodurch bas Wohnhaus nebst Scheuer und Behstall des Korbw^armLänd- lerl und Oeeonomen Nicolaus Lutz zerstört wurde, zeichnete gbk dortige freiwillige Feuerwehr derart cM, daß sich die rulfurter VersicherungsgesellschaftProstdentis* bxrimlsßt d, derselben in Anerkennung ihrer Leistungs« sm Geschenk vo« 60 fl. zuzuwenden.

'Darmstadt, 8 Oktober. Der erst« PrLsident der erst«, Rammer, Graf zu Erbrch-^ärstenau, hat in Folge feiner Erkrankung das Präsidium der ersten Kammes vorläufig dem Grafen Görtz, als dem eweiten Präsidenten, übertragen.

* Heidelberg, 8 Oktober. Dieser Tage hatte der Protestanten-Verena versamwl'wg. worin Stadtpfarrer Schal­lenberg all Deleairter bei hiesigen Vereins, Bericht über den Protestanteutag iu Wiesbaden abstattete.

* F u l d a, 8. Octoder. Dieser Tage brach hier ein star­ker Brand am Eichsfeld au». Sechs Häuser sind niedergr« brannt, zwölf Famil'en obdachlos.

* Nürnberg, 8. Oetober. Der Musiker Siegmund Fleischmann von hier, welcher vor einigen Ta -en von ein-m Zuge der LndwigSeisevbahn überfahren wurde, ist im Krank n« Hause dahier bett erlittenen Verletzungen erlege».

* Stuttgart, 1. Oetober. Der Gemeinderath hat das Gesuch der Hiesizeu Schützengilde um Einräumung ein 8 »S unfern der königlichen Billa bet Berg für das nächst- e deutsche Schützenfest genehmigt. Der Küig bewilligte außerdem die Benutzung der dort gelegenen Kwr>Md 'rân. Die fernerweiten Unterhandlungen mit den »utsöchtzern sind beendigt und toetben die Arbeiten schon in diesem Monate be« ginnen. Herzog âugen von Württemberg hat das ihm au- gebotene Ehre«prästdtam angenommen.

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