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Intelligenz-Blatt

der Stadt Frankfurt a. M.,

verbunden mit den Frankfurter Nach richten als Extrabeilage

(Expedition am H. Geistpförtchen, Schlachchausgasse 21.)

Rs» 238 Samstag HM 1V Oktober Mtè.

Reberbtick -er Ereignisse im Gebiete der pi ' ^ und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 10, October. Der bleibende Ausschuß des deutsche« HandelStageS hat jetzt seine Eingabe über das Bankgesetz an daS Reichskanzleramt abgehen lasten. Wir entnehmen dem Schriftstück folgende Aauptstellm: »Wir vermissen in dem ®ntorfe mit großem Bedauern eine Rück« stchtnshme auf die von dem H. utschen Harrdelstage in Beziehung auf dir Errichtung einer Reichs baut ausgesprochenen Wün­sche. Bei Weitem die meiste« Stimme« aus ö-n Kreisen des HandelstageS, die zu unseren Obre« gekommen sind, bezeichnen diesen Mangel a« den wesentlichsten Einwurf, welchen sie gegen das Gesetz zu erheben habe«, n«d wir müssen betone«, daß iu - Boyern, Württemberg md Baden der Ruf nach Errichtung einer Reichsbauk eben so lebhaft ist, als in Preußen. Der Entwurf will eine Mehrheit von Banken zulssseo, welche in einer gewissen territorialen Abgrävzung durch das R cht uh« beschränkter Notenemission einen bestimmenden Einfluß auf die Gestalt deS Geld- und CireulationSwesens gewinne« könne«, von drum also auch die «ine durch ihre Schritte die Maß­regeln der ander« zu psralystren vermag. Wir erblicken hiert» eine große Gefahr für die Ordnung deS Geldwesen» und die Aufrechthaltung der Valuta. Nch unserer Auffassung ist tix rsts, centrale» Institut unentbehrlich, welche» im Stande durch seine Machtstellung, durch de« Einfluß, welchen er auf den DiScont und auf die Course der fremden Wechsel ausübt, einen entscheide den Einfluß aas den Geldmarkt zu gewinnen, die Bewegung der Edelmetalle zu regel«, nöthigen« falls die Gefahr eims übermäßigen Goldexport» abzuwehreu und die Möglichkeit eines Goldiw Ports rechrzeitig herdetzu» führen. Unser Gesuch geht demnach vor Allem dahin, die an den hohe« Reichstag zu bringende Bark Gesetzvorlage durch Aufnahme von ausreichenden positiven Bestimmungen über Errichtung einer Reichsbank zu vn vollständigen und anuehmdar zu machen. Diese B-stimmu»sea würden als die bleibende sichere Grund­lage des gavzen künftigen B^ kavteuwesevs in Deutschland die erste Stelle im Gesetze einzunehmen habe». Ferner sind wir mit der Erhebung einer solchen Steuer einverstanden, welche den Zweck verfolgt, der übermäßigen Ausdehnung der Notenemission entgegen zu wirken. Wir theilen die Ueber* zrugmtg, daß der Umlauf ungedeckter papierner Werthzeiche« t« Deutschland einen bedrohlichen Umfang angenommen hat und daß auf eine Einschränkung deffelbe« um so mehr hin- gearbeitet werden muß, als Deutschland inzwischen von der

Silberwährung zur Goldwährung übergegaugen ist. Die Er­fahrungen der letzten Jahre haben die Ansicht in weiteren Kreisen bestärkt, daß ein schädlicher Ueberfluß an Eireulations- mittel« die Entwicklung eine» gesunden, auf dem Depositen- wesm bervbesdrn Baskwrsc«» hi«tauhâlt. Auch sind wir mit der Höhe dkg Steuersatzes von fünf Procent einverstanden. Bis die Erfahruug nach der einen oder anderen Seite das Gegentheil lehrt, nehmen wir an. daß dieser Satz ausreichend ist, um «sie Urberschreituv g des NorMalquantsms ungedeckter Noten streng auf die Zeiten beS Bedürfnisses zu beschränken, und daß es zu eirer Steigerung deS Diskontosatzes über daS von der Lage deS Geldmarktes gebotene Maß hinaus keine Veranlassung gebe« wird.

Aus der Nähe.

* Darmstadt, 8 Octover.' Die zweite Kammer ver^ warf bei Berathung der Kirchengesetze nach lebhafter Geveral- Debstle den prâjudiciellen «uttog d?» Abgeordnete« OechSner auf Treunung von Kirch« uxb Staat mit allen gegen fünf Stimmen.

* Würzburg, 8. Oktober. Vor einigen Tage« ge- rieihen i« einem Haufe zwei Bültnerbursche i« Wortwechsel, in dessen Folge einer derselben dem andern ein Messer durch die Brust rannte. Der Schwerverletzte wurde sofort in da« Juliusspital gebracht.

* Fulda, 7. Oetober. Weser Tage brach in dem Hin­tergebäude des Maurermeistir Bolst in der Florengasse ein Braud aus, der bei ««günstigen» Winde leicht der ganzen Straße hätte gefährlich werden könne«. Glücklicher Weise blieb derselbe auf zwei Wohnhäuser und deren Hintergebäude

* Kttzingen, 6. Oktober. Am 18. Oetober wird ein PreiSvirbmarkt in hiesiger Stadt abgehalt««. Dem Preis­gerichte fi d wiederum 400 Mark zu Preisen für die schönsten Thiere dek Scheinfelder Rindviehschlag» zur Verfüng gestellt worden.

* Leipzig, 6. Oktober. Man vernimmt, daß der hiesige Rath mit Majorität beschlossen hat, «ach Ablauf des 1876 zu Ende gehenden Theater-PachtLontraeteL die Verwaltung des Stadt-Theaters auf eigene Rechnung zu übernehme«.