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Intelligenz Blatt

der Stadt Frankfurt a. M.,

verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage

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(Expedition am h. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

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Ks. 236 Donnerstag ym 8- Oktober 1874.

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Worten sagte er:Die politische« Verhältnisse gestatteten zwar nicht die Erledigung der nordschleswig'sche» Frage, doch halt« die Regierung die Hoffnung auf eine befriedigende LS« sung aufrecht/ «ine solte Mate Sprache läßt zu müssige« Combinationen keinen Raum. Die Feinde der inneren Eat, Wicklung Deutschlands, welche hier wieder ihre Zwecke zu neuer Hetz arbeit gegen die Forterhaltung der Friedens ein­gesetzt hatten, müssen sich schon einen andern Gegenstand zum Lärwicklaae« asSsucheu.

Die plötzlich erfolgte Verhaftung des ehemaligen deutschen Botschafters am Pariser Hofe, ShrenritterS bei Johannitter- ordeuS, k. preuß. Kammerherrn «ad wirkl. geh. RatbeS Graf Hany Curt von Ar« im zieht nicht minder daS öffentliche Inter,ff« auf sich. Es ist selbstverständlich, daß bet einem solche« überraschenden Ereigniß sich di« Nachrichten über de« Grund dieser Maßregel widerspreche«. Bo» gut unterrichteter Seite meldet man über die in Nassenheide bei Grambow er­folgte Verhaftung u»d die Überführung de» Grafen in di« Berliner Stadtvogtei Folgender: Die Beschuldigung geht auf Verletzung bet §§ 133 und 348 der Strafgesetzbuchs hinaus. Sowohl tu der Wohnung bei Grafe» in Nassenheide, all auch in seinem Berliner Palais sind Haussuchungen abgeh rlte« worden. Dv- Verhaftung fand durch den Eriminal-Com- missartus Pöck unter der Assistenz bei Lrndrath» bei Gram­bow-r Kreises, des Untersuchungsrichters Stadtgerichtsrath Pesoxtore, ferner eines StaatSanwaltS und zw«ier Beamte« des AaSwärtigen Amtes statt. Man verlangte vom Grafe« die Auslieferung von Briefen, die «r in amtlicher Eigenschaft all Botschafter empfangen hast-, und all dies verweigert wurde, schritt man zur Heutsuchung, die erfolglos blieb und an deren Schluß dem Grafen der BerhaftSbefehl bei Berliner Stadtgerichts prSsestirt wurde. ES ist nickt zu verwundern, daß die MMnigfachsten Gerüchte über die Aktenstücke, welche man suchte, umgetze-r. Während die Eine« wissen wollen, daß es sich Lier nm eine Anzahl von Briefen handelt, die an de« Grafen währead seiner Funktion als Botschafter gerichtet sind und welche der Graf all ihn persönlich betreffende Schreibe» deS Fürste« BiSmarck ansteht und in Betreff deren Wieder­erlangung auf den Weg der EivUktaa« verweist, glauben die Anderen, daß diese Angelegenheit mit der in letzter Zeit viel genannten Broschüre:Die Revolution von Oven" in Ver­bindung steht. Uebrigens ist die Familie des Grafen eifrig bemüht, den Haftbefehl wieder rückgängig zu machen und der Rrchtsbeista«s des Grafen, RechtSavwalt Munckel, hat bereits ! bei allen zuständigen Behird«« hierauf bezügliche Anträge ge­stellt. Die nächsten Tage »erben hoffentlich in dieser Ange­legenheit Licht bringen.

Uederbiick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 8. Oktober. Eine Reihe wichtiger Po- litischer Nachrichten trifft heute zusammen. Der 6arHften!ri?g scheint eise ganz neue Wendung zu nehmen Die Streiter für Gott und Don Carlotz haben gemeutert und daS vor republi­kanischen Kugeln bisher in tödlicher Sicherheit gehaltene lie­ben des fpanisLm Thronprätendenten bedroht. Ueber die Ur­sache der Meuterei «Men wir noch nichts Näheres; doch a-irb sie wohl mit ber Unzufriedenheit zusammenhäuge«, welche schon seit längerer Zeit im, durch den laugen Bürgerkrieg schwer 'betroffenen. auSgeso^NM BaSkenlnd als bestehend siznalifiri wird. Die NaMrich'en aus Santander Milben nur von dem Ausbruch einer Meutere'. Ob diiseloe sofort unter­drückt wurde, ob sie siegreich geblieben ist, steht noch dahin. Ueber London telegr-phirt man, Don Carlos habe einen Schuß in den Unterleib erhalten; eine gefährliche Verwundung, doch wußte man in London noch Nichts von der aus Santanker gemelde eu Meuterer. An Durasgo standen, irren wir nicht, die Bolaillone aus Navarra, aus den bisherigen Kämpfe» als die Elttetrrpps des Carlisteahreres bekannt.

Eine nicht minder wichtige Nachricht kommt auS Kou- Ysutiusptl. Der Sultan hat plötzlich alles Plänen entsagt, seinen Sohn zu seifest Nachfolger zu etnenueu und das os­manische Erbrecht welches den Thon an das älteste männ­liche Familimbaupt übergeben läßt, umzustoßen. Abdul Agiz, von schwerer Krankheit heimgesscht, bat sich mit dem Thron­folger Murad Effendi aüsgesötznt. Die englische Diplomatie feiert wieder am BoSporu» eine« glänzendes Erfolg. Warte­te« doch die souveränen Staaten nur darauf, daß bei dem Thronwechsel Neuerung« vorkSAru, welche einen Anlaß zu voll­ständiger Ablösung vom türkischen Staatenvrrband geben nuten! Eoglard aber, bissen Politik nach wie vor aus die Erhaltung des türkisches Kaiserreichs in seinem dermaligen Bestand gerichtet ist, hat durch die Aussöhnung wesentlich der Gefahr ewer Krise aul her illyrische« Halbinsel vorgebeugt. Immerhin birgt die Zukunft noch Gefahre« genug für den OSMüNenstast; die gegenwärtige AuSsöhsung kann nur eine momentane Besänftigung der streitige« Thnle bedeute«.

Dem vielfache« Gerede von diplomatischen Verwickelungen zwischen Dänemark und Deutschland, in welche englische Blät­ter auch bereits Roßland und England sich einmische« ließen, macht die Thronrede, mit welcher der König van Dänemark de« Reichstag eröffnet hat, ein jähes Ende. Mit deutliche«