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Intelligenz-Blatt

der Stadt Frankfurt a. M.,

verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition am h. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

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Ms. 832 Samstag dmt 3. October 1874.

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Ueberblick der Ereignisse im GedLete der politischen und materiellen Interessen.

FrantfNLt, den 3 Ociober. [ärt V. des Prager Friedenss Ge. M j. der Kaiser von Deutschland und S.-. Was. der Kaiser von Oesterreich, btselt von dem Mu s Le k , siud übereirgk kommen, wie folgt: Einziger Artike'. Der Ar­tikel V. deS Friedens vertrage- vom 23 August 1866 wird von den Worten an aufgehobenmit der Maßgabe, d>ß re - Eins solche neue Uebereinkunst wird jetzt lebhafter als sonst herbst- gewü scht, um be« Wirren in Nordschleswig ein Ende zu mache«. So lange, sagt z. B. b?r8. C.", der famose Ar­tikel V. des Prager Friedens nicht aus der Welt geschafft ist, so lange steht der dänisch redenden Bevölkerung von RordschleSSig daZ Recht für eine Agitation zu, welche be­zweckt, die NordschleSwkger barem zu erinnern, daß sie viel­leicht doch noch einmal an Dänemark zurückgegebe« werden können. Wenn wir uns die regierungsseitigen Maßregeln in Noidschleèwig feit den letzten zwei Monaten ins Gedächt­niß zulückrufeo, so kommt man zu der Ueberzeugung, daß die preußische Staat-regierung gerade im gegenwärtigen Augen­blick die dämsche Agitation für besonders mächtig und ge­fährlich hölt, sei beinahe zwei Monaten sind durch die regel­mäßigen Vrwa'tuugtb. Hörden Ausweisungen im weitesten Umfange erfolgt.

Wir geben gerne zu, daß es große Schwierigkeit!« ver. ursscht, die geeigneten Mittel gegen die dänische Agitation im­mer zu treffen, erheblich wird die Schwiertskeit dadurch ge­steigert, daß bi? Zukunft des Artikel V. des Prager Friedens noch immer im v mitein schwebt. Würde der Artikel beseilizt, dann ist den RordschlesLègern das formelle Recht zur däni­sche« Agitation gevoKmen, die durchaus dänisch gesinnten Einwohner würden die fcctisch zum Königreich Preußen ge­hörige» District NorkschleèwigS verlassen, die Zurückqeblie- brr-e« dagegen müß-:e-r sich als bestatt e presß sche Staats­angehörige der Rothweudigkett füge«, sie tSrneii eS leichter, wenn keine Hoffnung auf einen Rückfall an Dänemark mehr vorhanden ist.

Durch Lösung der nordschleSwig'schen Frage in diesem Sinne würde auch «och eine andere Abnormität beseitigt. Der erste und zweite schleSwigsche Wahlbezirk wird im Preuß schm Abgeordneter-Hause immer durch die Abgeordnete» Dy^er und Ahlemann vertrete« oder richtiger nicht vertreten. Die Ab- grordueteu irrten in das Haus ein und verlasse«, sobald ihre Angelegenheit auf die Tagesordnuog gesetzt wird, unter Be­

rufung auf Art. V. des Prager Friedens mit Protest das HruS üben ist NordschleSwig wieder auf ein Jahr nicht vertreten gewesen; auf den 21. d. M. find Neuwahlen aube« räumt, Ky;rr und Ableman« werde» oh«e Zweifel wieder - ewâh't und das alte L »d fängt von Neuem an. Nach einer Löuug der »ordschleSwig'schen Frage können sich dir beiden Abgernd eten richt m?br auf Art. V. berufe». sie müssen ent­weder barm ruf eine Wahl verzichte« oder sie stelle« sich auf ben ungerechtfertigten Standpunkt der Proteftabgeordueien auS Slssß-Lothringes.

Nachdem der intellectuelle Urheber des Art. V. des Prager Fri dexS, weiland Napol-oa 111., aus dem Lebe» geschiede« ist,'fte eine Bereiobarung zwischen den Eabiuetten vo» Berlin und Wien über die »ordschleswig'sche Frag« gerade nicht zu den unüberwindliche« Schwierigkeiten gehören.

Atts der Nähe.

* Darmstadt, 3. October. DerSgufmäunische Ber­ti«" e?8ff riefe den TycluS seiner Wintervorlksunge« mit einem Vortrag beb Herrn Direktors Kreyssig aus Frankfurt über Shakespeares Lebe«, die zeitgenössische Gesellschaft und Kunst. Der Vortrag wurde vou dem zahlreiche« Publika« mit großem Beifall ausgenommen.

* RüdeSheim, 2. O^ber. Der Bürgermeister Fuhr­man« aus dem benachbarten Eibinge« ist von dem königliche« LankrathSamte seiner Dienstes entsetzt worden, weil er es unterlassen hat, von tr Rückkehr deS ausgewiesenen Caplans Zimmer Anzeige zu erstatte», auch sich geweigert, bei der Verhaftung des Zimmer mitzuwirke».

* Greuzhaüsen, 2. Ocwber. Unser seitheriger Arzt, Herr Dr. Wilbrandt, verläßt uns in den nächsten Tagen, um die ihm übertragene Stelle eines Kreis Wundarztes in Frank- fart a. M. aszutrete«. Wir verlieren in ihm einen tüchtigen, pflichtgetreuen Arzt und die Mitglieder des geselligen Kreise», worin er verkehrte, einen äußerst anregenden, gemüthlichen Gesellschafter. Darum dem Scheidende» unser herzlichste- L.b-wLl! Sein Nachfolger, dir aus einer ziemlichen An- zahl von Bewerber» um die h'esige DistriktSarztstelle herauS- gegriffen worden, ist Herr Dr. Mathias von Echtzell bei Friedberg.