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Intelligenz-Blatt

der Stadt Frankfurt a. M.,

verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage^

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(Expedition am h. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

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^ 230 Donnerstag Äs« 1 Oetober 1874»

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UeberdUck der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den L Oclober. [Sie Finsuzeu im Krieges Nach einem der französischen Naiiossloersamm- lung vorgelegten Berichte belaufen sich die Kosten des letzten Krieges gegen Deutschland auf 9288 Millionen Franken. Das dem Kriege voraugegangrne Jahr 18 ,9 wrièt ein Budget von 1763 Millionen auf. Der Krieg hat elf j mehr als das Fünf­fache eines bähen JahrcSâudget verschlungen. Bringt man von jenen 9288 Millionen dm Betrag der bezshlie» Kostri- bation, ferner die für die Jahre 1870/71 entfallenden nor­malen Militärbudgets in Abzug, so verbleiben noch 1912 Millionen Franken als eigentliche K?ieg?aus!agrn eine ver­gleichsweise mäßige Summe in Anbetracht der hartnäckigen KriegSführung und der zehnmonatlichen Erhaltung von Hun- derttausenden deutscher Trupp-n. In einer amtlichen Zusam« menstellnug hat der fcanzosis-he FinanMimstrr alle wie immer gearteten Kosten und Verluste, welche durch den Krieg er­wachsen waren, sorgfältigst in Rechnung gezogen. Nur der Bodenwerth der abgetretenen Provinzen, den man auf 4Vs Millionen Frarkru schätzt, stabet sich selvstrrd ud nicht inbe­griffen. Wollte man zu den 9288 Millionen des MagNt'schen Berichtes diese 4333 Millionen hiuzuzusüzea, und jene Jahrrs- auSgaben kapitalisiren. welche das gegenwärtige Budget die Budgets Napoleons III. übertrifft, so käme was auf eine Wertheiabuße von 20 Milliarden. Eis K sten sind auf deut­scher Seite erheblich geringer gewesen, da die Truppen in Feindesland orteten, da keine Städte zu verprsviantiren wa­ren, und die B rdflrMvg der Armee, sowie der Abschluß der Litfernnge», weit umsichtiger g'leiter wurde, als bei den Fran- zosen. Die H3he der Kriegsau^lagen von ganz Deutschland ward nicht authentisch bekannt gemacht. Die Auslagen bei Norddeutschen Bundes als solchen hat der Reichskanzler mit 560 Millionen Gulden beziffert. Die deutschr« Staat'» kassr« waren vollständig g leert, al» der Waffenstillstand von Bersaillrs am 15. Februar 1871 geschloffen wurdet Ohne die Pariser Cootributio« und die erste Rate der Eot- schäaigung hätte man kaum vermeiden k innen, eine Anleihe aufzunehmLn. Es müssen also zu dieser Zeit d e 40 Mill. Thlr. des deutsche« KrirgsschatzeS, sowie der Ertrag vou 390 M ll. Tttr. aus den Anleheu der Jahrr 1870 uvs 1871 be­reits aufgezehrt gewesen sein. Die eigentlichen Kosten bei Krieges erscheinen hiernach für beide Streittheile vergleichs­weise niedrig. Weit kostspieliger kamen andere Krieg« der

neueren Zeit zu stehe«. Bor kurzem führte Brasilien mit un­vergleichlich geringerem Kräftraufwand einen Krieg gegen Paraguay. Derselbe kostete nicht we«iger als 1590 Millionen BuldkN. Der amerikmische SecesflouSkrieg kam des Bereinig­te« Staaten auf 4 Milliarden Gulden zu stehen. Die Kriege gegen Nepoleou 1 kosteten England 6, der Krimkrieg 2 Mil­liarden Gsldrn. Die militärische Promenade nach Abesstuie», wo der eigentliche Feldzug nur wenige Tage währte, erheischte einen Aufwand von 38 Millionen Gulden. Der Aschanti- Krieg kostete 11 Millionen Gulden. Die KnegsauSlage» von 1870-71 erscheinen nm so geringer, als dieselben auch die an Prioaie geleistete» Entschädigungen begreifen, welche auf den« scher Seite 85, auf französischer 280 Millionen Gulden betrugen.

Aus der Skâhe.

* Mainz, 30. Sept. Die Umfühmn; der Eisevbah» um die Stadt soll j tzt vom preußischen Krirgsministekium ge­nehmigt fein, so daß der Ausführung des Pcoiretes kein Hin­derniß mehr eutgegenstehe.

* Schwetzingen, 23. Septbr. Was die Einführung einer gemischten Bchu'e statt der bisher confesstouell getreu«- ten Volksschule« betrifft, so entschied sich der Gemeinderath mit Stimmenmehrheit dafür.

* Nacken deèm, 28. Sept. Dieser Tage ist eine der hiesigen Rheinmühleu untergegavgi« und konnte trotz der an­gestrengteste« Mühe bis jetzt noch nickt gehoben werden.

* Heidelserg, 30 Sept. Der ReichStagSabgeordnete Dr. Blum erstattete vor einige« Tagen im Saale der Har­monie Bericht überdie Regeluvg bei^zwesens durch das Reich*. Die Darstellung über die Berhandluag und Br- schluß'afsung der Annahme bei-k ystemS im Reichstag war in allen ihre« Theilen eine äußerst klare.

* AuS Thüringen, 27. septewbrr. Sin seltenes Jubiläum wird Eade d. J. im Herzogtum Coburg - Gotha gefeiert werdrs, und zwar ei« silbernes Minister - Jubiläum. Am 1. Dkcrmber d. J. werden rS 25 Jahre, daß der frühere k. sächk. Appellationsrsth Freiherr Richard V. Seebach von Dresden vom Herzog.Ernst U. zum StaatSminister für Co­burg-Gotha ernannt wurde und diese Stelle ununterbrochen bis jetzt bekleidet hat.