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Jntelllgenj-Blatt

der Stadt Frankfurt a. M.,

verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition am h. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

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Ws, 218 Donnerstag Len 17 September 1874»

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Ueberbiick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 17. September. [Sie großen Herbümauöver des europäischen Lrmeen.j Aus allen Theile« Europas bringe» uns die TageSblätter aus­führliche Berichte über die großen Truppenübungen der em- zelnen Armeen. Mr in Deutschland, speciell in Preußen, find bereits seit langer Zeit daran gewöhnt gewesen, die AsSbil- dang unserer Truppen in den Herbst-Brigade- und Divisions­übungen und in einem sogenannte« KönigSmanöver gipfeln zu sehe». Für uns gewinnen daher die jetzt geführten Herbst- übungen nur in sofern eine beso rd-re Beachtung, als die Er­fahrungen deS letztes Krieges in Gemeinschaft mit der Neu- bewaffaung der Infanterie i« der Tactik Verärgerungen von weittragender Bedeutung hervorgerufen haben. Bei der In­fanterie und Artillerie sind neue taktische Formationen noth­wendig geworden und der Cavsllerie ist als Eclairirungstruppe eine ganz neue Aufgabe zugewiese». Das theoretisch Fest- gestellte soll somit seine praktische Prüfung bestehen und der Kriegsherr der deutschen Heeres hat ungeachtet seiner hohen Jahre die Strapazen nicht gescheut, sich persönlich von der Schlagfertigkeit der Armee zu überzeugen.

Für un» in Deutschland haben die große« Manöver keine besonders in den Vordergrund tretende Bedeutung. An­der» gestaltet es sich i« den übrige« Ländern.

Oesterreich hat lange Jahre daran gearbeitet, sich von feixen mannigfachen Niederlage« zu erholen. Ihm steht keine straffe Centralisation» nicht einmal in der Heeresleitung, zu Gebote; es konute deshalb weniger schnell die Schäden ausbessern, die sich in der Orgamsrtioa seines Heeres gezeigt hatten. Jetzt soll die Ausbildung desselben vollendet sein und Kaiser Franz Joseph reist von einem Kronlande zum andern, um sich von dem Gelinge« de» großen Werkes zu überzeugen. Wir gönnen Oesterreich von Herzen diesen Erfolg und zwar um so mehr, als nur ein starker Verbündeter Werth hat. Die Bewaffnung der Artillerie in Oesterreich ist noch nicht zum Abschluß gekommen.

In Frankreich hat man, wie bekannt, der gelammten Reorganisation des Heeres die preußische HeereSeinrichtuna zu Brunds gelegt. ES werde» in diesem Jahre zum ersten Male große Herbstmanöver nach preußischem Muster fhttfhbm, au denen sich neun Armeecorps bettzeiligen werten Ma schall Mac Mahon wird den ManL 'er« in des einzelnen LmdrS- thetlen beiwohnen.

Rußland hat seine großen Herbstübungen bereits be­endet und der Kaiser, welcher denselben ebenfalls ein sehr rege» Interesse widmet, hat sich nach Livadia begebe«. Der russische Koloß hat noch mit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht zu kämpfen und betreibt die Sicherstellung seiner militärischen Institution« doppelt eifrig, da sowohl die Ver­hältnisse in Central-Afien, wie im Orient ernste Ereignisse in nicht allzu ferner Zeit befürchten laffeu.

Die Türkei rüstet gewaltig und der Großvezier hat dem Sultan versprochen, ihm ein schlagfertige» Heer von 800,000 Mann bereit zu stellen. Die Festung« werben er* mir», Gewehre und Kanoaen beschafft, die Flotte wird ver­stärkt, kurz, es wird Alle» gethan, damit der Augenblick der Gefahr die Türkei nicht unvorbereitet findet.

Italien ist ebs- so ewfiz an der Arbeit und dar Gleiche ist von den übrigen Staaten Europas zu sagen.

In Spanien werden die Manöver schon seit Langem mit scharfen Patronen g führt.

So lange die internationalen Streitfragen überhaupt durch die Waffen ausgetragen werden, muß man mit den bestehen­den Verhältnissen rechnen und auch de« Wehrkräften der Staate« gebührende Beachtung schenke».

Atts der Nähe.

* Darmstadt, 15. Sept. Der Prinz von Waler ist zu mehrtägigem Aufenthalte bei dem Prinzra Ludwig ange­kommen und auf dem Jagdschloß Krauichsteiu abgestiege«

*KarlSruhe, 14 September. Wie zu befürchten stand, ist nun auch das vierte und letzte Sinb der Familie Obermüller dem Scharlachfieber, welches die andern drei in einer Nacht hingkrafft hat, zum Opfer gefallen; ei war ein kluger, sinniger K abe von 8Va Jahre». Da voriges Spät­jahr ihr auch ein drei Mouate alle» Kind starb, so hat die Familie nun binnen Jahresfrist ihre sämmtlichen, so frisch und Sesund aufblühenden 5 Kinder verloren. Auf dem Friedhof atte sich eine große theilnehmerde Volksmenge eingefunde».

* Würzburg, 12. Sept. Dieser Tage übergab im hiesigen Bahnhöfe ein K ufNSNN aus Rothenburg seinen Koffer, in welche« sich Werthgegenstände im Betrage von 110J bis 1200 fl. befanden, einen ihm leider unbekannten jungen Menschen, welcher, statt denselben in die Stadt zu tragen, auf Nimmerwiedersehen mit dem Koffer verschwand,