Intelligenz Blatt
der Stadt Frankfurt a- M,
verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition am h. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
No. M&
Donnerstag VM 27 August
1874»
gearbeiteten Entwurf zu diesem Denkmal, der seiner Zeit in Berlin im Uhrsaalr der kgl. Akademie ausgestellt wurde, in Uebereinstimmung mit der künstlerischen Jury als in jeder Beziehung zur Ausführung geeignet, anerkannt u d einen ent- sprechesde« Beschluß gefaßt. Es handelt sich daher für jetzt nur um die Beschaffung der âber de« vorhsndeuen Bestand on circa 80,000 Tlr. «och erforderlichen Geldmittel, die, da die Herstellung« kostey des DGmalS iuSgesammtkuf ungefähr 2jO,000 Tyaler berechnet sind, immer noch den nicht unbeveuteude» Betrag von 170,000 Thaler erreiche«. Es wird daher noch großer Anstrengung«» und der weitverSreitet- stm Agitationen bedürfen, um eine so erhebliche Geldsumme auf dem Wege freiwilliger Sammlungen beiz"tc«jbe^; iudeß läßt sich von dem patriotischen Sinn der deutschen Bevölkerung erwarte», daß sie bereit sei« werde, diejenige» Opfer za bringe», die zur Herstellung ei««- Deutschland Wüthigen Denkmals nothwendig sind.
Die Gestik al Versammlung der deutschen KathM- keu, deren Abhaltung bereit« für die rächst« Zeit in Aussicht gestellt war, wird nun doch i» diesem Jahre nicht stat,finde«. Ein von dem (Kommissar derselbe», Fürst Earl zu Löwenstein aus Kleinheubach in Bayer«, vom 18. d. Mt». datirtrs, a« die sämmtliche« Katholikenvereiye Deutschla«Z» gerichtetes Circulars treiben setzt diese davon .in Kerwtuiß, daß er sich Vorbehalte« müsse, dèr nächstfolgenden Generalversammlung die Gründe darzuleg'N, welche ihn nöthigten, von den zur Berufung der diesjährigen Versammlung bereits getroffenen Eiuleitavgr» abzustehen. „Wenn das katholischs Bereins- lehen", so schließt da« Circular wörtlich, „unter dem Druck der gegenwärtigen Verhältnisse in seiner freien Entfaltung gehemmt ist, so wird eS aus dieser sorübergehendm Prüfung nur um so kräftiger sich erheben. Die deutschen Katholike» möge« sich daher durch die «qnmehr zweijährig« ' der Generalversammlungen (im vorige« JLhr« durch da» Auftreten der Choleraepidemie i» Mönche» verei elt) nicht htir^A, lassen, und der uächstzolgeude« um so grbgere Theiluahme schenke«." — Es scheint sonach, als wenn der
Aeberblick Ler Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen,
Franrfnrt, den 27. August. Die AnrrkenALUg der spanischen Regierung durch das dmlsche Reich und Oesterreich »Ungarn ist jetzt eine vollendete T atsach?. Auffällig erschstuen maß es, daß wider anfängliches Ecwar- ten Rußland sich diesem Schritte der ihm so befreundeten Großmächte anzm'chlirßrn geröge-t hat. Man ist za der Annahme oeneigt, daß es persönliche G ände stad, welche de» Kaiser Alexander von - er Anerkennung der spanische« Re^ gierung obhalte«. nämlich seine Antipathie gegen die Person des Marschalls Serrano, dem er es übel auslegt, daß er alle Regiern,gen, weichen er gedient, hinter einander im Stich gelassen, ja stürzen geholfen habe. Da nun in Rußland — so wird von grvissen Seite» geschlossn» — kein Staatsinteresse für die Merke«?,u>'g ter geg uwârtige« spanischen Regierung mitspricht, so könnte nur die Rücksicht auf den Eindruck, welchen ein solcher Schritt auf die öffentliche Mrinun-Z Europas und auf die spanische Ratio» machen müsse, der persönlichen Antipathie des Kaisers Alexander gegenüber ins Gewicht fallen. E m» solchen Eindruck lervorzmufe«, liege vor Allem im J terefse drs deutschen Reiche», weches im Ultramonta- ni-mus denselben Feind bekämpfe, der in Spanien die Carli« steu Legen die Regierung Serrano? unter die Waffen ruft. So wird dem Zögern Rußlands in der Anerkennung der Rr- gierUsg Serranos eine Erkaltung in den Zeziehunge« zwischen dem russischen und deutschen Reiche als Motto untergeschoben; wir meinen, daß hier ein Irrthum sorliegt, den zu erregen und zu unterhalten freilich die Wegner des deutschen Reiche- ein großes Interesse habe«. Gerade weil Kaiser Alexander weiß, daß seinem Zögern, wen« der Wahrheit Lie Ehre gegeben wid, kein derartiges Motiv untergelegt werden kann, läßt er sich von rein persönlicher? Gefühlen leite«. denen sich zu entziehen kein Staatsinteresse des russisch-« Reich?- ihm als Pstächt auferlegt ; am allerwenigsten haben die Ultramo«« tattr« Grrnd, für ihre Sache beim Kaiser Alexander SyNpa- thire« vorsuszusetzen.
Wie wir Hörr«, wird binnen Kurzem wiederum eine Ettzung des größeren Comtes für die Errichtung einer Denkmal» auf dem Niederwald, staitfindeu, um über die Be- «!§W ^^ ^ ^“ Ausführung des Denkmals nöthige« Rittel in Berathung zu treten. Bekanntlich hatte das Somitä den von dem Professor Johanns Schilling in Dresden aus- I
ste» Agitationen auf dem Wege freiwiUi läßt ns von " _______ .
runz erwarte», daß sie bereit sei« werde, ! bringe», die zur Herstellung eine» Deut
ge Unterbrechung wurde dieselbe
ÄWSSWÄ aierung Schwierigkeiten bereitet worden sind, wenigsten» läßt sich zwischen de« Zeile« lese«, daß die Leitung dieser Versammlungen nur einem äußere« Drucke nachgegebe«, indem sie auf das ZusamAentrete» der Äeueralversammlu«g auch in diesem Jahre verzichtet habe«.