Jntelligenz-Blatt der Stadt Frankfurt a. M., , r < j | verbunden mit den Frankfurter Nach richte« als Extrabeilage.
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(Expedition am H. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.) -
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UK. 8 9 6 Samstag hm 3 2 August 1874.
Uederblick -er Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
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Fraakfurt, den 22. August. Die Provinzial- Correspondesz bringt etwas Licht in die leit einigen Tagen über der spani cheu A«erken«ungLfrage schwebenden Zweifel. Danach ist die formelle Anerkennung der Serrano scheu Regierung bisher offenbar noch von keiner Seit erfolgt; dieselbe wird vielmehr allem Anscheine nach, «och so lange vertagt werden, bis sie durch einen Collectivschritt der Mächte erfolgen kann. Nach den Aeußersuge» des m «i- steriell n Organs darf jedoch als sicher angenommen werden, daß dieser Schritt bald erfotgm wird. Wenn die „Post* recht unterrichtet ist, so fehlt nur noch die Rückäußerung der russischen Regierung auf dar Circularschreiben, durch welche- deutscherseits die Anerkennung in Vorschlag gebracht war. Es ist kaum möglich, daß Rußland sich diesem Vorschläge allein ungünstig erweisen könnte, während alle anderen Mächte demselben zugestimmt haben.
Nach einer Mittheilung der -Post" zu urtheilen, scheinen die geringe« Erwartungen, welche was längst von der Brüsseler Conferenz hegen zu müssen glaubte, sich in vollem Umfrage zu bestätigen. Wie das Blatt hört, haben die Delcgirten, nachdem dieselben ÖaS russische Confereuzpro-- gramm aufgegtben, ihren Regierungen dir Resultate der Be- Ängen, betreffend die Erweiterung der Genfer Convention, fr definitiver Ratisienung übermittelt. Danach wird denn fteilich dem Schluffe der Conferenz am 22, d. M. wohl nichts mehr im Wege stehe«.
Obwohl die nächste Präsidentenwahl i« dm Bereinigten Staate« nicht vor November 1876 abge- halten werden wird, sind die ame iranischen Poliiiker bereits mit ihren Vorbereitungen für die Wchlcampagve beschäftigt. Zum ersten Male in der Geschichte bet Republik — schreibt der New Yorker Corresponde t der „Morning Post" — wird ein Präsident sich zum dritte» Male um Wiedererwähluvg bewerben, den» es ist nun gewiß, daß Grant sich entschlossen hat, seinen Posten wenn möglich zu behalte». Merkwürdig gtnug ist es, daß Herr Grant im Süden die meiste Ermun- ternng für diesen Ehrgeiz gefunden hat. Die Weiße» d-S Südens bkstaden sich in einer verzweifel:?« Gemüthstimmuug und kümmern sich nicht im mindeste» um das Argument, daß durch eine Nichtachtung der Tradition, wonach kein Präsident länger als 8 Jahre regieren soll, der Weg für eine persönliche Regier««-, die leicht in eine Diktatur ausartm dürfte, gebahut
r» dritte» Mule um Wiedererwähluvg nun gewiß, deß Graut sich entschlossen
werden würde. Sie würden einen Dictator, der sie von dem Verderben reiten würd«, das die Regerschaft über sie herein« gebracht Hst, wie einen Engel vom Himmel s bewillkomme». Sie haben eisigen Mund zu hoffen, daß Grant ein solcher D ctator werden dürfte; er hat kürzlich wider feine Gewohnheit seine Sympathie für die südliche« Weiße» auSgedrückt md di; Action oder de« Mangel au Mio» zu ihren Gunsten auf Seiten dz ConereffeS beklagt. Im Norden ist die repa- pâu'sche Partei ,<et splittert, während die demokratische Partei ohne Politik und ohne Führer ist. Die Mehrheit der Bevölkerung im Norde« hat eine Abneigung gegen die Politik und r e * ungeheuren Armee von Aemterwhaber», die oll? h Grsnt's Jntereffr sind, Mag vielleicht züg'etraut werden kösnen, die Boten der Nordstaate» für ihs zu sicher». Die westlichen Staaten sind zweifelhafter, denn dort sind die Farmer, orgsuisirt in der neuen Partei, die unter dem Name« die „Grangers* bekannt ist, entschlossen, ihre Macht füble« zu lassen. Aber Grant hat sich nicht gegen die Grundsätze, euf welche die Granger. Bewegung begründet, erklärt und ihre Unterstützung kann für ihn »rwounen werde». Die Erwählung Grast'S iS höchst wahrscheinlich. Sein Gegner wird, wie man glaubt, entweder Herr Washburn« (der gegenwärtige amerik «ische Gesa-dte ru Pari») oder Herr Blaine, ein Rest âseotavt de? StaateS Maine in Washington und der Svre- cher des Reprâse«taLte«hauseS, sei«. Mit jedem dieser Can- didatea würde Grant erfolgreich concurrire«.
M«« dsr StKHr.
* Mainz, 19 August. Unter den 19 Vorstandsmitgliedern der „Maiazer Katholiken B«rei»S", welche unlängst ich dem Zuchtpolizeigericht zu Aachen wegen des Aufrufs a» die Katholik«» Deutschland datirt aus Mainz den 8. Juli 1872, zu Geldstrafen verurtheilt wurden, defiude» sich vier Maiozer.
* Aschaffenburg, 20. August. Herr Kaufmann Michael I u n g wurde in Anbetracht seiner vielseitigen und rühmlichen Tbätigkèit auf dem Gebiete deS Sauitätswesen-im Kriege 1870/71 vo» Gr. Maj. dem deutsche» Kaiser derKro- «enorde« 4 Klasse verliehe«.
* Amorbach, 19. August. Wie wir hören, feiert der hiesige Turnverein Sonntag den 23. d. MtS. sein elfte- Stiftung-fest, wozu a» alle Nachbarverein« Sinladusgen ergänze« sind und mehrere bereits ihre Theilnahme wiegten,