Intelligenz-Blatt
der SM Frankfurt a. M.,
verbunden mit den Frankfurter Akachrichten als Extrabeilage
—-- I ■— o —I II iff. —
(Expedition am h. Geistpförtchen, SchlachthauSgasft 21.)
No. 184
Samstag den 8 August
1874.
Aeberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen «nd materiellen Interessen.
König von Spanien würde. Im Jahre 1871 fand die Ber^ mâhlung des Jufavte« Alfon» mit der Prinzessin Maria, jetzt Blanca, in Kleinheubach statt. Die zweite Schwester Heira- thete im vorigen Jahre den Erzherzog Karl, Bruder der Kaiser- von Oesterreich; eine dritte ward im April d. J. mit Herzog Karl Theodor in Baiern vermählt.
Die Bevölkerung der Erde zählt einem kürzlich veröffentliLte« Berichte der Washingtoner statistischen BâreauS zufolge. 1,391,032,000 Köpfe. Assins Bewohnerzahl beläuft sich auf 798, Europa'- auf S00>/„ Afrika'- 203, Amerika'- 87V* und Australien und Polynesiens auf 4Vt Millionen. Bon den Hauptstaaten Europa'- hat Rußland eine Bevölkerung von 71, Deutschlaud von 41, Frankreich 36, Oesterreich- Ungarn 36, Großbritannien und Irland 32, Italien beinahe 27, Spanien 16V, und die Türkei beinah« 16 Millionen. Alle übrigen europäischen Staate« sind jeder von weniger als 5 Mill. Menschen bevölkert China besitzt eine Einwohnerzahl von 425, Hindostan von 240, Japan 33, die ostind. Inseln von SO1/, Mill. u. s. w. Die Bevölkerung der Bereinigten Staaten beläuft sich auf 39, Mexico auf mehr als 9, der britischen Provinzen auf 5 Millionen, von den 25V, Mill. Menschen südlich der Isthmus falle« 10 Millionen auf Brasilien. Folgende- sind die Namen der achtzehn größte» Städte in der Welt: London (3,254,260 Seelen). Sutchau (China) (2 Mill.); Paris (1,851,792); Peking (1,300,000); Tschaut- schan-fu (1 Mill); Hangtschan-fu (1 Mill.) und Mangtan' Liognan-fu und Canto« (mit je 1 Mill.); Newyork (942,242): Ti-ntifln (900,000); Wien (881,284); Berlin (826,341); Hongkon (800,000); Tschiagtu-fu (800,000); Calcutta (794,645); Tokio (Irddo) (674,747) und Philadelphia (674,022). E« folgen Petersburg mit 667,568, Bombay (644,405); Morgan (611,970); Comtantinopel (600,000); Glasgow (547,538); Liverpool (493,405) u. s. w.
Fratttfttrt, 8. August, Die „Proviucial-Correspondenz" sagt anläßlich der neuesten von der „Germania" erwähnte«
Erklärung der preußischen Bischöfe an die StaatSregierung, daß die römische Kirche kein Hobeit-recht de- Staates anerkenne, sondern eine vertrag-mäßige Gleichstellung verlange, weist nach, daß die Behauptung, da- Kirchenleben solle durch die Maigesetze lahmgelegt und über das religiöse Gefühl ein Herrschaft-recht ausgeübt werde«, grundlos sei, und erinnert daran, daß die Regierung der Kirche auf dem Gebiet« bei Glauben- und der GotteSvereSrung keinerlei Zwang auferlege, aber in weltlichen Dingen Achtung vor dem Gesetz und der
Obrigkeit verlange. Das Blatt erklärt sodann: Die Regierung werde auf dem seither verfolgten Wege auch ferner ohne Schwanken vorschreiten, bi- er gelungen sei, der geistlichen Anmaßung unâbersteigbare Schranke« zu setzen. Dir Regie- »ung vertrete die Gewissensfreiheit und die höchsten Rechte des deutschen Volkes und könne weder von Row, noch von den katholische« Bischöfen sogenannte Frtedeusbediagn«gen sich vsrschrriben lassen. Die Friedeu-bebingunges seien durch die
Natur der Dinge vorgezeichnet : Achtung vor bem Hoheitsrecht deS Staate- und Gehorsam gegen die Laude-g?setze.
Die als amozonenhafte Gemahlin de» Prinzen Alfons i« ben Nachrichten über den jetzigen Karlistrukrieg oft genannte Donna Blanca ist mütterlicherseits eine Deutsche. Dieselbe ist in Deutschland geboren und groß geworden, und hat selbst ihre Vermählung mit Don AlfonS auf deutschem Boden gefeiert. Ihr Vater war der aus Portugal vertriebene Exkönig Dom Miguel, welcher nach seiner Verbannung die Prin- Su »delhech v. Löwenstein in Kleinheubach (int baierischr« ife Unterfranke») heirathete und 1866 gestorben ist. Der Bruder der Prinzessin ist der ftühere ultramontane Reichs- tagSabgeordnete Fürst v. Löwenstein. Dom Miguel und seine ©emablin lebten größtentheilS im fürstlich Löwenstein'sche« Schlöffe zu Brambach bei Werthei« am Main und zu Kleinheubach in ziemlich bescheidenen Verhältnissen, waren aber sehr beliebt und Jedermann in de, ganzen Umgegend wußte von dem Wohlthätigk-itSsinne dieser Familie zu erzählen. Die Ehe war mit sieben Kinder» gesegnet; sechs Töchter, von welche» Donua Blauca, die als Mädchen de« Names Maria dar NeveS führte, die älteste ist, und ein Sohu, Miguel, der jetzt 20 Jahre zählt und von dem seine Mutter «och immer hofft, ..„ v.------ ------- . ,
b«| er ei««al König von Portugal werde eine Hoffnung, die traten, war bei der groß« Gewandtheit der amerikanische« sich nur erfülle» könnte, wenn Don KarloS überhaupt je und englische» Gegner all« «nerkenuMg verdient
Mn» der SkLH«
* Heidelberg, 7. August. Die am jüngste« Samstag Nachmittag veraustaVet« Regatta (Wettrnderv) auf dem Neckar fand unter großer Betheiligung von Zuschauern statt. Dieselbe war wohl vom Wetter begünstigt, ein sich eingestellter Westwind verursachte indessen den Ruderer« sehr große Anstrengungen. Wir können indessm mit Verzüge« berichten, daß bei den sämmtlichen Fährte« die Schiff« der Heidelberger Ruderclubs als Sieger hervor-