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Jntelitgenz. Blatt

der Stadt Frankfurt a. M.,

verbunden mit den ^tattf futter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition am h. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

Re. MO Dienstag dm 4- August 1874.

AârbLick der Ereignisse im Gebiete der pckitischen «nd materiellen Interessen.

regierung in Washington um sofortige Uebersendu«g von Armee-Rationen bat, sowie ferner die nicht heimgesuchte« CountieS Minnesota'- aufforderte, schleunigst Eontributione« von Lebensmitteln re. nach St. Paul, Minnesota, zu senden.

geb!

Frankfurt, den 3. August. Das diesjährige Ernte- Ergebniß wird vom »Economist" als ei« sehr günstige- bezeichnet, Nicht nur in England, sonder» auch in den übrige« Ländern. Ei« Sinke« der Preise ist den« auch berrits seit ewigen Woche« eingetrete«. Der Durchschnittspreis für Wei­zen in London, welcher im Februar per Quarter 63 s. 9 d. betrug ist jetzt nur noch 60 a. 10 d ; Mehl ist von 53 s. 6 d. per Sack auf 50 a, gesunken. Im Pariser Markte ist der Unterschied noch größer; Mehl, daS im Anfänge des Jahres auf 84% Fr. steud, steht nur noch auf 77 Fr. und auf Lie­ferung per December gar nur «och auf 64% FrcS. Die Ur­sachen hiervon liegen auch klar genug auf der Hand. Nach allen bisher eisgelouf-uen Berichten ist die Ernte in Frankreich eine gute; ein großer Theil derselben ist sogar bereits eilige» heimst und somit allen Witterungseinflüssen entzogen. Die Amerikanische Ernte, besonders was Califorsien anbetrifft, ist ebenfalls gut. Das Agricolturbureau in Washington schätzt den Zuwachs an Areal auf 2 Mill. Acres und an Srnteer- _ miß auf 6 pCt. höher als im Vorjahre und dabei zumeist von guter Qualität. Man spricht von 63-65 Pfund Gewicht in Bushel Weizen. Große Sendungen stehen deßhalb von dort her zu erwarten. In Süd-Rußland, Ungaru-Orsterreich und ander« Länder« ist die Getreideernte ebenfalls gut. Der all­gemeine Eindruck, den die einlaufende« Berichte machen, ist, daß wir eine ganz außerordentliche Ernte habe«, sowohl in Menge als in Güte. Die englische Ernte ist zwar noch nicht so weit vorgeschritten, als die der bezeichneten Länder; doch kann man sie auch als genügend betrachte«, allein selbst wenn sie schlecht wäre, würde sie keinen Einfluß auf die Preise des Weltmärkte» äußern, wie sich dar in de« Jahre« 1871—73, die alle mehr oder weniger schlechte Ernten in England brach­ten, zur Genüge gezeigt hat. Zu übertrieben dürfte jedoch der Fall der Getreidepreisr nicht sei«, da die Ernte eine früh- zotige ist und somit der Konsum eines längeren Zeitraum von derselben zehren wird.

Die Ernte-Aussiqten in den Bereisigten Staaten sind, mit Ausnahme weniger Landstriche in Iowa und namentlich in Minnesota, i« denen Heuschrecken bedeuten­den Schaden angerichtet haben, ausnehmend günstig. In' letz- terem Staate ist die in einzelnen Counties angerichtete Ber- Wüstung so vollständig, daß der Gouverneur des Staates Minnesota am 9. Juli auf telegraphischem Wege die Bundes-

gut. Der all-

Rrrs tzrr NSHs.

"Darmstadt, 2. August. In der vor einigen Tagen hier abgehalteve« Sitzung der Gesammtaurschussks zur Er­richtung eines LandeSdenkmals für die im letzte« Krieg mit Frankreich gefallenen hessischen Soldate» wurde die letzt­entscheidende Wahl unter den 54 Angegangenen Modellen nach dem Spruch eisrS Preisgerichts getroffen. Dasselbe hat die erste Prämie dem mit dem Motto „1870/71* versehenen Mo­dell zuerkannt, als dessen Schöpfer sich Herr August Herzig i« Dresden herauèstcllte, und das einer gefalle­nen und eine« siegreich kämpfenden Krieger darstellt, wie sie beide von dem siegreichen B-terlcmd, und zwar in erster Linie der todte und dann erst der lebende mit dem Lorbeer gekrönt werden. Einstimmig trat der Ausschuß diesem Urtheil bei und übertrug die Ausführung des Denkmals dem jugeudlichm Künstler nach diese« seinem Modell.

* Darmstadt, 3 August. Von angeblich usterrichteter Seite wird mitgeiheili, daß sich die Reichsrezierung lebhaft für dar Zustandekommen der Bohn von Offenbach nach Darm­stadt interessirt, da dieselbe im strategischen Jateressr liege. Durch diese Bah« können nämlich Me Pulvre-Transportr aus der Pulverfabrik in Hrnm direct, ohne Frankfurt zu ke- rühren, «ach dem Schießplatz bei Griesheim und durch die Ried-Bahn nach den westlichen Reichs-Gkenzfrstungeu bffördert werden kann.

* Heidelberg, 3 August. Auf Beranlaffunz dsè 25- jährigen Stiftungsfestes des Studentercorps Rhenania wird Mittwoch den 5. August eine nochmalige Beleuchtung des Schlaffes ststtfiade«. Bei dem gegenwärtigen sehr kebâsften Fremdenverkehr nach hiesiger Stadt unterliegt es keinem Zwei­fel, daß sich wiederholt eine große Zahl Bewunderer dieses großartigen Anblicks eivfiaden werden.

* Karlsruhe, 3 August. Nach dem neuesten Gesetz- blatt tritt die vom letzten Landtag beschlossene Stadt-ordnung mit dem 1. Januar 1875 in Kraft.

* Baden-Baden, den 3. August. Unser allverehrter Bürgermeister Gau« ist dieser Tage gestorben.

!ts des Studentercorps Rhenama wird