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No. Z78

Samstag dßW 1 August

1874

der Stadt Frallkfurt a. M

verbunden mit den Frankfurter dkachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition am h. Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

AedeMick der EreignUk im TMeLs der pMischen »Ad NaterMsA Intereffm.

Feaukfuet, den 1. August. Bis jetzt haben die euro­päischen Mächte den traurigen Wirre? in Spruien als ruhiae, «ichè unmittelbar betheilizte Beobachter zugeschaut. In iHn Aaßgebmde« Kreisen herrscht die Ueberzeugung vor, daß es der selbstständigen Lchensthäèigkeii jedes Volkes anheim gege­ben werden muß, den Gang feiner politischen Entwickelung und die GestÄèuug seiner ikueren Verhältnisse zu bestimmen. Deshalb haben die Mächte sich gewissenhaft jeder EinMischung in die Angelegenheiten Spssèens enthalte« und auch selbst mit der AuerkenLung der jeweiligen Regimung in Madrid gezö­gert, um einen Zeitpu-kl abzuwaxtrn, wo die Herstellung re­gelmäßiger diplomatischer Beziehungen mit einiger Aussicht auf nützliche Wirksamkeit erfolgen könnte. Durch die neuesten Vorgänge ist die Aufmerksamkeit der Diplomatie den Zustän­den jenseits der Pyrenäen in lebhafterer Weise zugewandt worden, und die europäische« Mächte wrdm sich der Ausgabe nicht entziehe» können, über ihre Stellung zu Spanien und ihre aus der gegenwärtigen Sachlage erwachsenden Pflichte« in ernste Berathung zu treten. Für Deutschland ist der Ein- i druck der entsetzlichen Nachrichten aus SpMieu «och dadurch empfindlich verstärkt worden, daß die Sadisten eine« Reichs- angehöriges, des ehemaligen Preußische» Miillerèe-HaupiMann Schmidt, der auf dem Kriegsschauplatz: als militärischer Be­richterstatter für die deutsche Presse anwesend war, aufgegtiffea und gegen alles Völkerrecht erschösse« habe«. Aus den Be- tichieu über das Verfahren des sogen. Kriegsgerichtes ist zu «schm, daß der Unglückliche, obgleich er durch Legitimations- Papiere die Unverdächtigkeit seiner Person und seiner Beschästi- M»g Nachweisen konnte, al? Spion vermtheilè wurde, und drß die Grausamkeit seiner Richter namentlich gegen de« Deutsche« und Protestanten gerichtet war.

Man konute von vornherein annehmeN, daß die Reichß- reziermg bei einer solche«, allen Grundsätzen des Völkerrechts Huhn sprechenden und das deutsche Nattonalgefühl tief ver­letzenden «arbarei nicht unthätig bleiben würde. Anderer Tests leuchtete ein, daß ein im regelmäßigen diplomatisches Verkehr üblicher Antrag auf GmuZuung hier nicht statthaft sei, da die spanische Regierung für solche Gchandthate« nicht verantwortlich gemacht, ihr vielmehr das ZeuMiß nicht ver­sagt werden konule, daß sie alle Kräfte cufbieiet, um dem räuberischen Unwesen ei« Ziel zu fetzen. Mit L-llgeweiuer Befriedigung wurde daher die Nachricht begrüßt, daß das bis­

her bei der Issel Wight befindliche deutsche Geschwader die BsßimMMg erhalte« habe, sich an die Nordküste Gpasiens zu begebe« und dort eisige Zeit zu kreuze«. Neuerdings wird gemeloet, daß das erwähnte Geschwader von den bezügliche» Weisusgen der Admiralität nicht mehr vor Wight erreicht worden ist und sich wohl auch für die Sendung nach dm stanischen Gewässer« nicht geeignet erweisen dürfte. E2 steht daher in Aussicht, daß ein anderes Geschwader diese Bestim- mung erhalteu wird. Man darf hoffen, daß die Schritte der Reichsregierung den Anstoß zu einer glücklichen Wendung in den sprvischs» Zuständen geben werde». Jedenfalls würde das E-schrmen der druffchm Flagge an der Nordküste Kpa- uèess als eine Bürgschaft gelten, daß völkerrechtswidrige Be- güpstiMvgen der carlistischM Räubereien nicht ohne scharfe Aufsicht, Leben usd Eigenthum deutscher ReichSangehörigeu in Spanien nicht ohne Schutz bleibe« sollen.

» N$ MLHe.

* Würzburg, 30. Juli. 5«r Dr. Peter Müller, außerordentlicher Professor der Geburtshilfe und praktischer Arzt dahier, hat eines sehr ehrenvolle« Ruf als ordentlicher Professor an die Universität Bern erhaltenundangenommen. Unsere Hochschule erleidet durch den Weggang dieser tüchtigen wisseNschaffliche« Kraft einen erheblichen Verlust, der nicht minder auch in Privstkreism empfunden werden wird.

* Dortmund, 29. Juli Seit Jahren ist in der Nähe des Herman«-Lenk«-ls im Teutoburger Wald ein Spru­del von dspp-l- kohlensaurem Walser in Thätigkeit. AsfsngS wenig gekannt, hat stch diese Quelle bald einen größere« Markt erworben und wird gegenwärtig wegen ihres reichen Kohleu- sänre - Gehaltes vielfach vo« den Aerzten in Anwendung ge­bracht. Sie führt den Namen „HkrMSNnZ-Borner-Spmdel*. Die j hieen Besitzer haben sich nun entschlossen, eine größere Aciien / Gesellschaft zu bilde», und zwar zu dem Zwecke, daß dort ein Bad errichtet werden soll; mau will sich zu diesem Behufe mit Berliner und Kölner Fins«zmän«era in Verbin­dung setzen.

* Fulda, 29. Jul?. Wie man hört, liegt es in der Absicht der Regierung, bem Seminsrlehrer Sermond dahier a« Stelle der Dechanten Engel zu Hünfeld, die Oberschul- Jn'pection der DecsnatS Hünfeld und der Pfarrei Eiterfeld zu überiraM».