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Iuteliigeuz-Blatt

der Stadt Frankfurt a. M.,

verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition am h. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

No. 168 Dienstag den LI Juli 1874.

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Arderbtick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

U-ankfunt, des 18. Jâ Politische Atten­tate seit 1850. Gegen die Königin Viktoria von Eng­land wurde den 28. Juni 1850 von dem entlassenen Husareu- lieuteaarrt Robert Pate ein Stockstreich geführt. — Auf den vorige« König vm Preuße« schoß im Mai 1850 Seifenlauge Sefelage) unter dem Rufe: „Freiheit fär immer." — Der ehige KSnig war den 14. Juni 1861 in Baden den zwei Pi- toten Wissen deS RechtSstudirenden Oskar Becker von Leipzig ausgesetzt, mit der Begründung, der König sei Sicht im Stande, Deutschlands Einheit zu verwirklichen. — Der Kaiser vo« Oesterreich erhielt am 23. Februar 1853 von dem 20jährigen Schneidergesellen Libenny van Alba in Ungarn einen Messer­stich in de« Nocken. — Der Herzog Ferdinand stad 111. vo« Parma wurde bett 20. März 1854 erstochen. Der Dolch de» Mörder», der entfliehen konnte, blieb im Uster! iß stecke«. Der schmerzhafte Tod erfolgte nach 23 Stunden. — Die Kö­nigin von Spanim (zweites Atteutat) wollte der junge Ray­mond Fuentes de« 28. März 1856 im Wagen erschießen; ein Polizeiageut lonnte jedoch demselben zur rechten Zeit in den Arm fallen. — König Ferdinand 11. non Neapel wurde den 8. Dezember 1856 während der Truppenrevue von AngestlaS Milaso mit Bajonnet angesalle«. — Gegen Napoleon 111 war schon im Oktober 1851 eine mit 1500 Ku rein geladene Hölle». Maschine in Marseille gerüstet. Der Mordplan kam jedoch nicht zur Ausführung. Das zweite Attentat gegen ihn geschah am 5. Juli 1853 aus seiner Fahrt nach der Opera Com'que. Den 28. AM 1855 schoß der Italiener Piano i 2 Schüsse auf ihn ab in der großen Eingangshalle der Champs Echsen»; 1857 kamen Tibaldi, Bartolrtti, Grilli aus England, um Den Kaiser zu ermorden, fielen aber der Polizei in die Hände. Den 14. Januar 1858 schosse« Orsini, Gomes, Pieri und Radio ihre Bomben nach dem kaiserlichen Wagen, wobei viele Umstehenden verwundet wurden. 24. Dez. 1863 Anschlag der Groca, Trabuceo, Imperator! und Ecaglioni. — Die Königin von Griechenland, Regentin in Abwesenheit ihrer Gemahls, erhielt zu Pferde sitzend einen Schatz von dem 19 jährigen Studenten Dosis». — Gegen Bcor Emanuel fand 1858 rin Mordversuch statt, von wrlchem Graf Cavour in der Sitzung vom 16. April bei Sketchen Jahres im Parlament Anzeige machte. — Präsireut Lincoln wurde den 14. April 1865 im Fordtheater zu Waè- hmgto« von dem Schauspieler Booth durch den Kopf ge.

schossen. — Ein Jahr und zwei Tage später, am 16. April 1866, wurde auf den Kaiser Alexander II. von Rußland im Sommergarten zu St. Petersburg von dem russisch m Edel­mann Petrowitsch ein Pistolenaltentat autgeübt ntb durch den Bauern Joseph Sumis aroff vereitelt. — Am 7. Mai 1866 feuerte Eugen Cohen, der Stiefsohn von Carl Blind, 5 Schüsse auf den Grafen BiSmarck in der Lindenallee zu Berlin ab, ohne den Grafen zu verwunden. — Fürst Michael' von Ser­bien wurde am 10. Juni 1868 im Park von Topschider sammt seiner Cousine Anna Constantiuowich das Opfer eines Attentats.

Nur der Nâhr.

* Wiesbaden, 19. Juli. DieWrfsersnoth wird gänz­lich beseitigt sein. Wie wir hören, ist Dr. Kühlborn mit dem Bürgermeister in Unterhandlung getreten. Derselbe soll er­klärt haben, daß er nach eingehenden Studien über dir geo­logischen Verhältnisse der Tau aus genau den Punkt bezeichnen Haue, an welche« eine Quelle von 89,000 Liter offengelegt werden tönte. Gleichzeitig soll sich Herr Dc' Kühlborn bereit erklärt haben, die Oberleitung der Schürfarbeiten zu über­nehmen und mit einem Kostesaufvandr vor 150,000 Thaler das Wasser zu Tage zu fördern. Der Gemeinderath hat von dieser Mittheilung unter großer Freude Kenutkiß g-nomme« und beschlossen, Herr» Dr. Kühlborn zu ersuchen, erst drS Wasser zu liefern und dann das Geld zu fordern.

* Usingen, 18. Juli. Bo« den zwei Personen, die kürzlich auf einer ben-rchbarten ßieael&rrmerei durch das Ein- athmen von Kohlenoxidgas lebensgefährlich erkcaok en, ist Einer gestorben.

* Nürnberg, 18 Juli. Der Gauverbind der mittel- fränkischen Veteranen- und Kampfgenossen-Vereine, dessen Vor­ort Nürnbrrg ist, feierte di ser Tage dahier f'in erstes Gaufest.

* Weißen b u rg, 17. Juli. Aus verschiedenen Theile» der Kreises verlauten wieder Klagen über das überhand- nehmen der Wildschweine und den von denselben an de« Kar­toffelfelder« angerichtetea Schaden, insbesondere aus Klim­bach, Fröschweiler, Weiler bei Weißenburg. In Klimbach müssen de» Nacht» Wachen ausgestellt werden, um die Schweine zu vertreiben.