Intelligenz-Blatt
der Stadt Frankfurt a. M.,
verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. .
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(Expedition am H. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
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No. 164 Donnerstag tat 16, Juli 1874.
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setzte sich «ach kurzer Begrüßung a« die Seite seiner Verlobten. Jetzt bewegte sich der Zug «ach dem Hause eines Anverwandten der Thakore, wo die Hochzeit in Gegenwart von ungefähr 100 der edelsten Rajpools vo« Kakywar ee- lebrirt wurde; Europäer waren streng davon auSgeschlosse«. D'e Ceremon-e ist einfach: Blume« werde« umhergestreut, sattar und pan vertheilt, der Schutz der Gottheit angerufe« und die Hausgötter verehrt, worauf dir Echtheit der Braut coost^tirt wird und der Bräutigam berechti t ist, des heiligen „Tuftan" zu lâstes und seine Braut zum ersten Male unverschleiert zu erblicke«. Auf dem Wege «ach Hause wird natürlich daS Paar jubelnd begrüßt und begleitet. .
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* Biebrich, 13. Juli. Bor einige« Tagen Nachmittag» fiel ein vierjähriges Mädchen an der „Krone" in bett Rhein. Der zufällig mit seinem Hunde „Mentor" anwesende Postseeeetär Mathi roa Wiesbaden sah die» und der Hund, auf den Wink seines Herrn gehorchend, spraxg inS Wasser und apporèirte das Mädchen glücklich anS Land. Der überglückliche Vater wußte vor Freude nicht, wie er dem braven Thiere feium Dank bezeuge« sollte.
* Trier, 14. Juli. Bei der kürzlich abgelaufene« Muste ung für Einjährig-Freiwillige. Hatten sich auch mehrere junge Slenker zu stellen. Bier Diakonen wurden al» dienst- brauchbar befunden und augewiesen, am 1. Oktober i« die Armee eiuzutrete«.
* Würzburg, 12. Juli. I« Stadtgraben der San- derglaciS wurde ein gut gekleid -ter, bis jetzt noch unbekannter Mann mit gebrochenem Genicke aufaefuuden.
* Weimar, 13. Juli. Bor einige« Tage« wurde i« dèr hiesigen Stadtkirche der vo« Dr. Schwetufurth aus Kett« tralafrika mitgebrachte Neger Allagabo Timm durch den Kir- chenrath Heß getauft. Als Pattzen waren anwesend: der Aroßherzvg vo« Sachse«, die Frau Erbgroßherzogin, Dr. Schweinfurth und Herr Seidel, welch letzterer die Erziehung de» jungen Schwarze« übernommen hat. Allagabo Tim« ist vom Stamme der Munbutto, vollkommen schwarz Md jetzt vielleicht 16 Jahre alt. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß, wie Weimarer Chroniken melde«, vor 200 Jahre« schoa einmal ein Neger, und zwar iu derselbe« Kirche, getauft worden ist.
Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen «nL ‘ Interessen.
Frankfurt, den 16. Juli. Ein Corre pondent der „Dsyèy News" schreibt aus Bombay : Der „Tüakore" von Bhownuggsr ist minderjährig und der Staat wird von zwei Administratoren, einem Europäer und türm Hindu, verwaltet, welche von der britischen Regierung angestellt sind. Da der Prinz jedoch nun sein siebenzehntes Jahr zurück gelegt hat, so ist er den eirheimischen Begriffen nach in'S MaunSalter getreten und hat sich denn auch entschlossen, sich mit vier Franes a lf einmal zu verheirathen. Die Berheirathung fand in der That statt, daß heißt am ersten Tage mit der Tochter des große« Häuptlings von Wudman, einer Prinzessin von ungefähr 14 Jahren, und mit der Schwester des präsumtiven Thronfolgers der Bondul Dynastie, eine Dame, welche sehr geistreich, schön und reich sein soll und erst 15 Jahre zählt. , Am folgenden Tage kam die Schwester des BaterS des herrschenden Häuptlings der Bankaneer im Alter von 22 Jahren und die Tochter eines sehr vermögenden Grund« besitzerS von Danh zu Talaga im Alter von 10 bis 11 Jahren an die Reihe. Die Festlichkeiten fingen längst vor dem 19. April s«; etwa vierzehn Tage vorher wurden vier alte und bewährte Diener des Bhownugqur Roi abgeschickt, um die Bräute abzuholen. Der jugendliche Tiakore begleitete jede« Einzelne« bis an die Thore der Stadt, selbstverständlich mit einem großen Gefolge. Diese Ceremonie bildete den Anfang der Festlichkeiten. Nach etwa 14 Tagen kehrte« die Abgesandten mit den Bräute« zurück, beträte« aber die Stadt nicht, sondern brachten die ihnen ««vertrauten jungen Damen in de« Häusern Anverwandter, außerhalb de« Thoren der Stadt, unter; weitere Zuzüge kamen von alle« Seite« her, um den Bräutigam zu beglückwünschen und sich an den Festlichkeiten zu beihriligeu. Jeder der Züge zeichnete sich durch denselben Pomp, dieselbe gellende Musik, des gleiche«, endlosen Lärm aus. Diese Zuzüge brachten mindestens 20,000 Einwohner KakywarS nach der Hauptstadt. Ueberall wurden Almosen unter oie Armen, reiche Geschenke unter Sie Reichen vertheilt. Am Hochzeitstage holte der Bräutigam, dem eine ungeheuere Menschenmenge folgte, die Bräute einzeln ab; derselbe befand sich in allerbester Laune und scherzte mit des ihn begleitenden Höflingen und Bramme« nach Herzenslust. Die Braut fuhr demselben entgegen; bei dem Zusammentreffe« sprang der Prinz vom Pferde, drückte de« Begleitern der Braut seinen Dank aus, versprach ih«en reiche Geschenke und