LS74.
r?f!ri'"WF
No. 158
der Stadt Franks
verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage , — o —
(Expedi^fon am H. Geistpförtchen, Schlachthausgasfe 21.)
r.HiT'.ffr, , ,' E«-— °«°-â^ I > „«/ W.^ »M^ -1«^»" "V , ■„ ......
Donnerstag den 9. IM ^^ »t '
Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Krankfurt, b« 9. Juli. Wir lesen in der „Franks. Zeitung": Die in unserer Stadt aufgetreieneu Typhus- fälle blieben glücklicher Weise auf die Straßen und Stadt- theile beschränkt, welche wir in unserem vorwötzenilichen Beuchte als den Heerd der Infektion bezeichnet haben. Dir Ge- gead wird ziemlich genau begrenzt, im Norden von dem Gra- ben, im Süden von der Schnurgasse, im Osten von de« von der Gvmbengaffe und im Westen von der Rosengaffe; es ist dar Eentrum der Stadt, und beweist der rege Verkehr, welcher von allen Stadttheilen aus mit diesen Gegenden besteht, wie richtig die Ansicht der «eueren Medizi« sei, daß die gefürchtete Krankheit keineswegs zu de« sogenannten „ansteckenden Krankheit««^ das heißt solchen, welche durch de« persönlichen Berkehr der Menschen durch Übertragung vermittelt werden, gehört, sondern in einer direkten Vergiftung der Eingeweide, sei er durch Genuß schlechten Wassers, sei eS durch Sinathmung verpesteter Luft, ihren Grund Hst. ES ist dieser Umstand besonders in einer zu diesem Zwecke zusamMengetre- teueu Versammlung des ärztlichen Vereins konstatirt worden, und war man einstimmig der Ansicht, daß durch Vermeidung des Genusses verdorbenen Wassers, and Reinhaltung der Aborte und Senkgrube« ein künftiges oder erneuertes Auftreten der Krankheit absolut verhütet werde. Daß durch die Einführung der Sanalisation die Brunnen schlechter geworden sind, wurde durch verschiedene Beispiele festgestellr, und eine Commission erwählt, welche an den Magistrat über die Maß. regel« zur Verhütung weiterer Erkrankungen zu berichten haben wird; eS wurde als unumgänglich nothwendig erachtet, ewersettS, daß von Seite» der Behörden alle verdächtigen Pmnpbrunue« geschloffen werden mässen, sowie, daß sobald als möglich die neue Quellwasierleituug in die Röhren der See« Hofwasserleituog eingeführt werde, um allen städtischen Brunnen, nach Schließung der Pumpbrunue«, reichliche und fort- Während fließende Wassermassen zuzufähren; zugleich wurde die Frage ventilirt, ob es nicht (nach dem Vorgänge von Stettin) rathsam resp, geboten sei, während der heißen Sommermonate die Canalisation zu sistirev, um die Schwängerung der Luft mit au» der Tiefe des Erdreiches auSgegrabenen Miasmen zu verhüte«. — Einstimmig war ma« der Ansicht, daß $ Stadt verpflichtet sei, zur Befundung der Einwohnerschaft vie Aasierverforgung der Häuser unentgeltlich zu über-
nehmen, da nur auf tiefe Weise eine rasche und heilbringende Beräuderuna der mißlichen Verhältnisse zu hoffen- Wenn auch eine nicht bedeutende «l zur offiziel
len Anzeige gekommen ist, s) sind Mselbën doch fast alle in milder Form ausgetretene Die meisten Personen gehören dem Arbeiterstande an, indem das hell. ÄeistspUal Ende voriger Ä Ä MfWR 6 Todesfälle kamen im Monat Juni zur Anzeige. Bon den
61 ten
ESSE
-züzliche« Sslt
ilen sind außer verschleppten Fällen fast gar 1 «gen vorgekommm. Die Bemerkung in unserem chen Berichte ist demnach zur Gewißheit erhoben, bt vor ., Ansteckung" übertrieben ist, indem nach»
vor-
wöchentlichen Berichte ist demnach zur Gewißheit erhoben, daß di-Lutcht vor ., Ansteckung" übertrieben ist, indem nachweislich Wsittkge vou- der Krankheit verschont bleibt, welcher sich den betr. Schädlichkeiten «icht auSsetzt. — MS nun die Mor-
talitätsverhältnisse unserer « Mim Oauzeu vom 28.^ fälle zur Anzerge gekommen, Todes (Echängen) zu verzeih Fällen treffen 26 auf Erwa< Jahre und 3 auf Kinder vor
lichkeit unter den kleinen Kinder« beruht in 10 Fällen auf Mageu-Darm-Catarrh und Diarrhoen, in 1 Fällen aufLebeas- schwäche und in 2 Fällen. bei Kindern von 1—6 Jahre» auf Masern; da die Morbilität, d. h. die Wahrscheinlichkeit zu erkranken, am allergrößte« im Berhäl Lebensperiode« im ersten Lebensjahre große Zahl, btt im Allgemeinen hältniffe», sicht wundern. Im erst lichkeit so groß, deß etwa der LLW-L««
schwindsucht (Tuberculoiis pulmonum) die «eistm k^Pfer for-
e zu den andere« zeigt, darf uuS dirse Temperaturver- bensjahr ist die Sterb- der Geborenen
B® bezeichnet werden.
tersone«, an idung L an imus 1, an