Einzelbild herunterladen
 

der Stadt Frankfurt a. M., verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilagen o

(Expedition am H. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.) '

ssssssas .......L.r.L.MMir!saa^ .......in um« 1-t1" 'i 1 .. m

No. 156 Dienstag den 7. Juli 1874.

Uederdlick der Ereignisse im Gebiete der pMischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 7. Juli. Die jüngsten Borgäuze in Baye« lenke« natürlich die Aufmerksamkeit erneut auf sich, und die Genugthuung ist groß, daß Regierung und liberale Partei dem ultramontanen Anstürmen sich gewachsen zeigen. Wenn einzelne Blätter noch immer nicht auS dem netg ein Den Lone herauskomme« können, womit sie die bayerische Regie« rung in behandeln pflegten, so wird eine solche Anschauung an entscheidenden Stellen in keiner Weise getheilt, man wür­digt die Schwierigkeiten der Lage und hält sich von der gute« Absicht der bayerischen Regierung überzeugt, innerhalb der­selben daS Möglichste in dem wohlverstaudenen gemeinschaft­lichen Interesse des Reicher und Bayerns zu thu«. Die Nach- richt, daß der König von Bayern in einem besondere« Schrei­be« a« den Minister v. Lutz seine Freude über dessen Erfolg Sgm die Ultrammtau« aurgesproche« hat und für fernere âmpfe weitere Siege wünscht, ist natürlich sehr bemerkt wor­den, und der moralische Zersetzung-proceß innerhalb der dor­tige« ultramontanen Fraktion, deren Häupter vom Reichstage her bekannt sind, berechtigt zu den schöusten Hoffnungen. Vielleicht ist der ganze Feldzugrpla« für München, welcher so eben einen jämmerliche« Au-gaug gehabt hat, schon während der ReichStagssessio« ausgeheckt worden. In den politische« Kreisen, welche allerdings durch Badereisen u. s. w. etwas gelichtet find, erinnert «an sich des auffallende« Interesses, welches die Herren von Mallinckrodt und Windthorst während der ReichStagSverhandlungen für angeblich bayerische Sonder­rechte an den Tag legte«. Die Stärkung, welche durch den über de« Gegner erfochtenen Sieg die nationale Partei in Bayern nothwendig erhalten muß, ist jedenfalls von allgemein deutschem Interesse aus erfrenlich zu begrüben, zumal sie de« Ministerium Muth machen wird, auf der betretenen Batz« energisch weiter zu schreiten.

Der Minister des Jnners ist nach ®m3 abgereist. Die letzte Hinausschiebung seiner Reise war durch die Ankunft des Fürsten Bismarck veranlaßt. ES war selbstverständlich, daß er, im Begriff sich zu« Kaiser zu belebt«, den Fürsten ab- wartete, um etwaige Aufträge deffelben au Se. Maj. entgegen zu «ehmen, nm so mehr, als der Fürst sich vor jeder un­mittelbaren geschäftliche» Thätigkeit in diesem Jahre strenger als jemals fernhält. Glücklicher Weise liegt keine Frage im Stadium einer flagranten Entscheidung vor, welche die dringend wünscheu-werthe Enthaltung und Ruhe der Fürste« stören könnte.

Der Kaffer scheint seine Reffepläne ans dringende« Wunsch seiner Tochter, der Großherzogin von Baden, noch im letzte« Moment geändert zu haben, da bis dahin der Besuch vo« Homburg als durchaus feststehend galt.

Bon de« international« Comite zur Pflege im Felde verwundeter und kranker Krieger zu Genf »erde« namentlich Bulletins aurgegeben, welche vorliegende Fragen bespreche« und Thatsachen «ittheile«. DaS neueste Bulletin behandelt die Pflege der Verwundete« und Kranken der «ach der Schweiz übergetreteum Bonrbaki'sche« Armee. Die Zahl der i« Hospitälern und Noihlrzarethen behandelten französische« Kranken belief sich auf 17,807, von denen 1701 starb«, darunter nur 42 in Folge von Berwundungen. Sowohl das eidgenössische Militär-Departement, als auch das international« Comite waren durch die Menge der Manns-aste«, welche «ach der Schweiz übertrat«, überrascht. Als «an in der Schweiz das Eceigntß bei UrbertrittS herannahe« sah, wurde franzö­sischer SeièS auf eine deSfallsige Anfrage die Effektivstärke der französischen Armee auf u«r 42,000 Mann angegeben, während in der That 84.900 Mann die Grenze überschritten und internirt wurde«. Nichtsdestoweniger gelang eS, diese Menge zu sättige« und ihre Kranken und Verwundeten unter­zubringe«, wozu allerdings außerordentliche Anstalten unb Einrichtungen z« treffen fetten.

*M der Nichs.

* Butzbach, 4. Juli. Die 13. Banderversammlung der Oberhesfischen Bieneuzüchter-BereiuS findet mit einer Aus­stellung verbunden hier am 15. J«li d. J. statt.

* Gieße«, 5. Juli. Das nennte «itthellrheisische Turnfest, welches dies« Monat hier ftattfiudet, wird alle« Anschei« «ach sehr lebhaft werde«, während «an sich für de« T«r»tag selbst heiße Debatte» verspricht. Zu« Besuch bei Festes find von den Frankfurter Verein« bis jetzt 128 Tur­ner auge meldet, darunter die Turngemeinbe mit 27, Turn­verein 59, Turn- und Fechtclub 28, Tarngesellschaft 6, Sach­seuhäuser Turnverein 17 re.

* Bade«, 4. Juli. Unsere Saison gestaltet sich im Bezug ans Frequenz und Bermiethunge« ziemlich günstig. Wenn daher auch Gasthöfe und Privatvermiether in dieser Beziehung zufrieden sein können, sieht e» in de« Geschäft«, in dem Verkauf, nnb namentlich in de« von LuxuSgegenstände«, nicht so rofig ans. Hier fehlt el an Käufern, und die B«r- läufst Kasers