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Intelligenz Blatt

der Stadt Frankfurt a. M.,

varbtmdm mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage» â!. „

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(Expedition am H. Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)

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Ns. 132 Donnerstag den 28, Mai 1874»

Uederblick der Ereignisse im Gebietr der pslMschen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 28. Mai. (DaS neue fra«zäsi- sche Ministerium ) Das „Journal off c;el* veröffentlicht dir Dekrete der Präsidenten der Republik, durch welche daS neue Ministerium, wir folgt, zusammenoesttzt ist: General v. C i s s e y, Kriegsminister und B «Präsident des MioisterrathS, Herr Tailhaud, Justizminister und Siegel- bewahrer, Herzog Decazes, MNister des Aeußer«, Herrv. Fourton, Minister der Innern, Herr Magne, Finanz- minister, Contre-Admiral MarqaiS v. Montaignac, Mi­nister der Marine und der Colonien, Bicomte v. Cumsut, Minister für Unterricht, Cultus und schöne Künste, Herr Caillaux, Minister für öffentliche Arbeiten, Herr Gri- vart, Minister für Handel und Ackerbau. Bon duft» neuen Minister« gehören vier: die Herren v. Fourton, Decaze», Gri- vart und Caillaux dem rechten Centrum, vier: die Herrea Tailhaud, von Cumout, Moniaiguac und v. Ctffey der gemäßigten Rechten und einer, Herr Magne, der bonapartistische« Partei an. Der Unterschied des ge- genwâltigen Ministeriums von dem vorigen ist ein dreifacher:

1) die äußerste Rechte welche durch Herrn von Larry vertre­ten war, ist ganz leer ausgegangen; 2) die Bonapartisten ha­ben statt zwei Portefeuilles (Finanzen und Krieg) nur noch eines; 3) der Herzog v. Broglte, ist beseitigt und an seiner Stelle übernimmt Herr von Fourton die Führung des In­nern. Das neue Ministerium wird allgemein als ei« geschäft­licher bezeichnet, welches einstweilen in den großen politishen Frage« jede Initiative vermeiden will. Bier Mitglieder des neuen Ministeriums sind homines novi. Herr von Cu- mont, Abgeordneter von Maine«et - Lsire, 58 Jahre alt, ist von Hause aus ein Journalist; er hat in AngerS die legitimistische „Union de l'Ouest" gegründet und in dersel­ben einen langen Kampf mit LouiS Beuillot geführt, gegen welchen er hen Bischof Dupanlouy v-rtbeidi;te, als dieser noch Schwierigkeiten gegen daS Uofehlbarkeittdogma machte. Lou den Pariser Blättern steht ihm der „Franvits" am nächsten. Herr v. Cumont ist Biceprästdent der gemäßigten Rewte« und hat der berühmte« Deputation der „Bäcenmützeu* angehört, welche sich am 26. Juni 1872 zu Herrn Thiers be- S). Der Contre-Admiral Moutatguac ist Abgeordneter Mier-DepartementS, 63 Jahre alt und gemäßigter Legiti­mist, obgleich seine seemännische Carriere in die Julimouarchie »sind daß K Österreich fällt. Während der Belagernng von

Paris befehligte er die 7. Sektion (Auteuil und Paffy), er führt bisher in dem ArmeeauSschuffe an Stelle des erkraskte« Herrn Lasteyrie de« Borfitz, Herr Tailhaud, der neu« Jnstizmivsster, gehört zu den Klerikalen. Sr ist Abgeordneter der Ardeche, 64 Jahre alt und AppellationSgerichtSprästdent in NimeS. Herr Caillaux, ein aus der polytechnischen Schule hervorgegaugener Ingenieur der Westbahn, 51 Jahre alt und Abgeordneter der Garthe, hat im rechten Centrum bisher eine unscheinbare Rolle gespielt. Man zählte ih« früher zu« linke« Centrum; aber am 24. Mai 1873 gehörte er zu der von Herr« F-rget angeführte» Gruppe, welche i« daS Lager der Monarchistr« übertrat und so den Starz deS Herrn Thiers ermöglichte.

Aus der SkLhs.

* Mainz, 27. Mai. Ein Attentat eigenthümlicher, râth- felhafter Art wurde dieser Tage an einem hiesigen Briefträger verübt. Ls war Abends 8 Uhr, all der Briefträger M. in der Müsste.gaffe noch dienstlich beschäftigt wa-. Da wurde er auf einmal von drei Kerlen ««gefallen und mißhandelt; er setzte sich natürlich zur Wehr, andere Leute liefen inzwi­schen herbei «nd zwei der Angreifer nahmen ReißauS, der dritte im Bunde aber wurde von de« angegriffenen Briefträ­ger zur Polizei gebracht. M. kennt von de« Trifolium kei­ne« und man weiß nicht, welche Motive de« Angriffe unter­stellt werde« sollm: ab Muthwille, Rache oder gar Raub ? — Die Untersuchung wird da» Räthsel löse».

* AuS Thüringen, 26. Mai. Die Folgen der Mat- Fröste find doch nicht so erheblich, als man Anfangs ge­fürchtet; die Saat - Früchte Haden eigentlich gar nicht, die Baumblüthr hauptsächlich ia den Thälern und in der RLH« der Flüsse gelitten, während auf den HS reu, wo die Blüthen« Entwicklung etwa» später eintcitt. noch eine erträgliche Obst­ernte erwartet werden darf. Unsere GebirgS - Wälder hatten zwar in den letzten Tagen sich mit Schnee bedeckt, heute prange« sie aber schon wieder im üppigen Maigrün, und so wird die Krist» hoffentlich glücklich überwölben sein.

• Bruchsal, 27. Mai. Dieser Tage hat sich bei der hiesigen Zellengefäagmß - Verwaltung der als Prwatgehilft verwendete Schreiber Pf. fiüchtig gemacht; e8 ruht auf ihm der Verdacht der Unterschlagung itz» anvertranter Gelder im Be­trage vo« ea. 400 st.