Intelligenz-Blatt
der Stadt Frankfurtn.M.,- -- â
verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition am H. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.) "'/ s <sn
No. 110
Dienstag den 12» Mak
1874
Uederbiick der Ereignisse im Gebiete der politischen «nd materiellen Interessen.
Snaukfwrt, den 12. Mai. In Bezug auf die Ausführung des Civilstand sgesetzeS war von Seiten des Evauaelischen KircheuratheS ar die bethriligten Ressortminister das Ersuchen g-richtet worden, daß die CivWavdSbeamtr« dahin instruirt werden möchten, daß sie die Nupturiente« nach Bollziehv«g der CivilacteS auf ihre kirchlichen Pflichten auf- merkssN zu machen Hötte« und zugleich des betreffende« Geistlichen eine Mittheilung vs« dem erfolgte« bürgerlichen Aufgebot zugehen lasten sollt». Dieser Ersuchen ist von den Ministern ab gelehnt worden und zwar unter besovdereen Hinweis darauf, daß das Gesetz die ausschließlich« Stellung der Staudesbeamten ss bestimmt und ausdrücklich feststelle Md keinen Anhaltspunkt dafür biete, den Beamten eine Brr- Pfl'chtmg — sei er zu einer besonderen Vorhaltung, sei es zu einer Communicatrou mit den Geistlichen — anizuerlege». ES ist durch de« BesLeid der Minister constatirt, d-ß bat Prinzip de» Gesetze- eine Erfüllung deS Wunsches nicht zu» loste. Gleichzeitig ist bemerkt, daß man die Standesbeamten nicht der Eventualität asSfetze« kSsue, d -ß ibre Borbaltungea von Seiten der Nupturiente« als unliebsam zurücksewieseu würde« und asdtrerseitS ihre Mitttzeiluugen wn Seite» der Geistliche» eine keineswegs eutgegeukommmde Aufnahme fünde«.
Im October 1872 ist bekanntlich zu Dre»'oe« eine Cou- ferenz über die gemeinsame« Angelegenheit«« des höhere« Schulwesens in DeuischlâsS abgehalte« worden, deren Ergebnisse de» Gegenstand weiterer Verhandlungen zwischen den Bundes-Aegierunge« gebildet habe«. Auf Grund dieser Ber- Handlungen ist f-stgestellt worden, daß hinsichtlich der allgemeinen Prine pie« d r Verwaltung deS höhere« Schulwesens Wische« des -deutsche« Staattregierrmgen volle Uebereinstimmung herrsche, und daß die Bereitwilligkeit Vorhände» ist, in allem Wesentliche« demgemäß auch die desondere« Einrichtungen einheitlich zu gestalte«. Durch daS praktische Bedürfniß ist man namentlich auf eine Einigung wegen der MaturitätS- Prüfungen der Gymnasien hinaefrhrt worden, und e? wird fdrtrn in Deutschland allgemein «ach den i« dieser Beziehung vereinbarten Grundsätze« verfahren weroe». Er liegt in der Absicht deS preußischen Cultus-MinisterS, die vom Michaeli», termi« d. J. ab von den nichtpreußische« deutschen SyNnafie« ausgestellten Maturitätszeugnisse als de« preußische« gleich-
geltend zu behandeln und es wird deshalb einer ausdrück« : lichen Anerkennung dieser Zmguisse von Seite« des Cultus- Ministers in Zukunft nicht «ehr bedürfen. — I« Betreff der Zeugnifle über die Prüf»««-« für das Lehrsmt an höheren Schulen ist eme allgemeine Einigung fâr letzt noch nicht als erreichbar erachtet werden.
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Nn« der Nähe.
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* Wiesbaden, 9. Mai. Kaiser Wilhelm ist heute Vormittag 101/4 Uhr in bestem Wohlsein hier eingOeöffe«. Der Jhiftr fuhr im offenen Wagen durch die reich beflaggte Stadt nach dem Schloß, überall mit Hochrufen und Blamenspeude«
• Würzburg?' L Mail Auf der Usterleinacher Mar- r«.iq wurde vor eisige» Tage« ein Topf mit ca. 16,000 Kreuzern, welche die P-öge der 15. Md 16. Jahrhundert» tragen, gefunden Der mit verschiede«-» Zierrathe« versehene Topf, worin sich die Münzen befanden, wurde leider bei« Oeffnen zerschlagen.
* Ma««Helm, ö. Mai. In Verbindung mit de« große» Mai-Markt habest auch dieser Jahr wieder die Wett» rennen st»ttgefu«d«. Zum Besuch waren «. A. der Großherzog und der General v. Werder erschiene«, welche a»ch eigene Presse auSgesttzt hatten.
*.Ma»vhei», 6. Mai. S» hat sich dieser Taae hier ein Verein für klaMche Kirchenmusik gedttdet, besten Zweck ist, bei dem altkaihokWew wie bei de« protestauttscheu Gottesdienst dnrch ben Bortrag klassischer Kirchengesänge für gemischte Chöre «ttzuwilkeu Die «ustkalische Lütnng ruht in den Händen bewährter Meister; er find dies die HH. Sanger und Hähnlein. Wir dürfen hier für die Zukauft Gediegene-
* Aachen, 7. Mai Bo« S. bi» S. Juli d. J. wird aus der hiesige« Billa Sich das zweite rheinische BundeS- schießr«, verbunden mit ei«em iuter«atiosaleu Schützenfest, abgehalte« werden.
*Coburg,8. Mai. Unter den hiesiges Schuh«acher« Gehülfe« ist eis Strike auSgebrochen und haben gegen vierzig derselben die Arbeit eingestellt.