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der Stadt Frankfurt n M.,

verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage

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(Expedition am H. Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)

No. 108 Samstag den 9. Mai 1874.

UeberbUck der Ereignisse im Gebiete -er politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 9. Mai. Aus den jüngsten Verhand­lungen bei preußischen Abgeorduetexhause» ragte »amentlich die Rede bei CultuSministerS Dr. Falk hervor, von welcher auch der Telegraph bereits berichtet hat. De« «ltram»»ta«e» Ausstreuungen gegenüber, betonte der Minister, daß in der StaatSregierung vollständige und ganze Einheit herrsche, daß die Regierung ebenso entschlossen wie ruhig vor- gehe, daß sie vorgetze im Sinne der weitaus großen Majori­tät des preußischen, ja des deutschen Volke». Der Minister betonte ferner, d ß die Curie der Schweiz da? größte Ent­gegenkommen gezeigt, wenn sie sich entschlossen hätte, Preußen in dem Kampf gegen den Ultramontanismus allein zu lasse«. Der Minister gab schließlich Mallinckrodt gegenüber, der die Existenz eines zweite« Briefes der Papstes an des Kaiser be­haupten wollte, die Erklärung ab, daß er nur vo« Einem Brief wisse, der bereit» veröffentlicht fei.

Ueber die Note des Grafen Audrassy, betreffend bei päpstliche Circular, wird der „Presse" aus Rom berich­tet, daß Graf Andrassy die Hauptpunkte diese» letzteren all exagerirt bezeichnet, indem er die Kirchengesetze, wie sie von der kaiserlichen Regierung ausgearbeitet wurden, als eine ganz natürliche Folge der zeitgemäß eingeschlagenen Richtung darstellt, «nd hervorhebt, das päpstliche Circular an die öster- reichische« Bischöfe erscheine der kaiserlichen Regierung nicht geeignet, Unannehmlichkeiten vorzubeuge«. Auf der andern Sette möge der heilige Stuhl überzeugt sein, daß el nicht Zweck der Gesetze sei, irgendwie demselben feindlich entgegen zu treten oder bessert Rechte in religiösen und GlauoenSsachea zu schmälern, da el sich «nr darum handle, durch gedachte Gesetze materielle Fragen zu ordnen und Administrationen der weltlichen Obrigkeit zur Ueberwachnug zu unterstellen, sowie Stipulationen zu beseitigen, welche mit der GesetzAibuna bei Reiches nicht im Linklange stehe«. Im Uebrigeu ist die Note selbstverständlich nicht in demselben gereizten Tone abgesaßt, wie das Circular.

Die mit dem Entsatz von Bilbao verknüpften Er- i®*8e bet republikanische« Waffen in Spanien bespricht die g^”^ in einem Leitartikel, in welchem sie bemerkt, daß Marschall Serrano, obwohl nicht einen Tag zu früh, dar «nbedingte Versprechen, da» er dem spanischen Volke gab, als er die oberste Gewalt aus den Händen des Seuerals Pavia kntgegeunah«, einlöste. „Wenn Bilbao sich de« Cernirungs-

Streitkrâsten ergebe« hätte* — heißt el in dem Artikel weH ter — „würde Serrano'» Ruf unwiderbringlich verloren ge­wesen sei; man hätte sich wahrscheinlich aus'» Neue um die oberste Gewalt gerissen, und die Armee, die mit so vieler Schwierigkeit bis zu einem gewissen Grade von Organisation gebracht wurde, würde sicherlich in einen Zustand von In­subordination und Unwirksamkeit gefallen sein. Biel «ehr hing also von dem Ausgange der letztwöcheutliche» Operatio­nen ab, als das Schicksal der biScchische« Hauptstadt. Der Triumpbeinzug der Ratioualarmee in Bilbao und der Rück­zug der Belagerer maß für Serrano etwa» wie die Stellung und den Credit gewinnen, den ähnliche Errungenschaften bet nner vergangene« Generation für Espartero erzielte». Der Triumph Serranos ist freilich kein Sieg, an dem sich die Freunde ordentlicher Freiheit begeistern können. Es ist nichts weiter als das Gutmache« einer Irrthums, der nie hätte be­gangen werde« solle«."

Dem „Levant Herald" zufolge habe« in dem arme« i- sche« Kirchen st reit die Hassaniste« de« Vorschlag ge­macht daß der Stand der Dinge, wie er vor 40 Jahre» ge­wesen, wieder hergrstrllt werden möge, wonach ein Civil- Patriarch von der Gemeinde gewählt und durch ein Berat der Pforte bestätigt, i« den Provinzen aber statt der Bischöfe «ur Priester angestellt werden wurden; die türkische Regierung möge ferner die Artik.1 bezeichnen, welche ihr in der Bulle Reversuras anstößig seien; man würde sich dann beim heili­gen Stuhl in Rom bemühen, die Aenderung derselbe« zu er­wirken. DieAuti'Ha'suuisteu wollen davon nichts wissen und erkläre«, die armenische Kirche müsse unabhängig sein, u -d der Papst, der immerhin ihr geistliche» Oberhaupt sei, dü fe in der Türkei weder eine geistliche, noch eine weltliche JuriS- biction ausüben. Die Haffunisten dagegen erkennen dem Papst die geistliche Gerichtsbarkeit über alle armenische« Ka­tholiken unbedingt zu.

Au» der Nähe.

* Wie -bade«, 7. Mai. Der Assistent bei der königl. Regierung, Herr Niebuhr, ist zum Polizei-Seeretär bei der hiesigen Polizeiverwaltung ernannt worden.

* Bamberg, 7. Mai. Heute Morgen 5 Uhr wurde in >er Nähe des Brennofens am Wildmsorger Wege ein männ- icher Leichnam aufgefunden. An den Seinen desselben fa«- »en sich Stichwunde» und scheint der Tod in Folge vo» Verblu­tung eingetreten zu sein.