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Anteilig enz-BIatt

der Stadt Frankfurt a. M.,

verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage

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(Expedition am h. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

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No. 106 Donnerstag den 7. Mai 1874.

Ueberblick der Ereignisse im Gchiete der politischen und materiellen Interessen.

Nrankfurt, den 7. Mai. Ein Telegramm aas Athen bestätigt die Nachricht vom Abschluß eines Vertrages zwi­schen dem Deutsche« Reiche und Griechenland über die in der Gegend von Olympia zu veranstaltenden AuSgrabupe«. ES könnte billig Wunder nchmen, daß die Verhandlungen über diesen Vertrag sich so lange hinzezoges haben, da doch die Vortheile desselben offenbar ganz auf Griechenlands Seite sind. Wir tragen die Kosten, und die Schätze der Kunst, die möglicherweise aus dem Schlamme des AlzheioS ausgegrabe« Werber, bleiben in den Häadeu der griechischen Regieruun Deutschland begnügt sich mit der Ehre, SchLtze für die gebildete Welt zu heben, die sonst vielleicht noch merscheualterlang im Schooße der Erde ver­borgen liegen würde« Es bringt Opfer für die Wissenschaft, zu einem idealen Zwecke. Aber gerade diese Uneigennützigkeit scheint den Griechen Mißtrauen ««geflößt zu haben. Sie glaubte», es müsse noch irgend ein politischer Plan dahinter stecke«. Das Erscheinen von Ernst EmtiuS, der ein Schrei­ben der Deutschen Kronprinzen überbrachte und die Absichten deS hohen ProtectorS des Unternehmens zur völligen Beruhi­gung der griechische« Regierung klarsten« konnte, hat den Abschluß deS Vertrages, zu dem der deutsche Gesandte, Herr von Wagner und CurtiuS bevollmtschigt waren, beschleunigen helfen. CurtiuS und Adler begeben sich a« Ort und Stelle, um die Milizen Vorbereitungen zu tref­fe«. AuS Athen trifft faebet eine andere erfreuliche Nach­richt ei», nämlich, daß ein geräumig's Hins im Name» der deutsche« Regierungen angekauft ist, um einer. der Zweig- i anst-ltmdes Archäologischen issnst tuis ^im Sitze zu dienen. In Athen wie in Rom wird künftig ein See e-är dieses hoch- verdieuteu Instituts «ohne», und mehrere junge Archäologe« werden dort arbeite«, während sie eine Bibliothek und alle Hülfsmittel zur Hand haben. Frankreich hat bereits dort ein archäologisches Institut, wo der eben gestorbene Minister Beulè seine Sporen verdiente. Das größere Com' für die Errichtung eines DmkmalS auf dem Niederwild hat am 23. v. M. in Berlin eine Sitzung gehalten. In derselben wurde mitgrtheilt, daß über den gegenwärtig im Ührs >ale der k. Acrdemte ausgestellten Entwurf deS Professor Johannes Schilling zu Dresden die künstlerische Jury folgende! Gutachten abgegeben habe: 1) Die Jury ist der Ansicht, daß der Entwurf sowohl in Betreff der Figur der Germania als

tu Bezug auf die Conception der ganzen Aufbaues überaus gelungen ist, und empfiehlt Ms«Entwurf als der Auf- £ völlig entsprechend aus vollkommenster Ueberzeugung dem ité zur Ausführung; 2) das aufgestellte Modell in zehn­facher Größe erreicht eine Höhe von etwa 2 3 Meter. Dabei würde die Figur der Srrmaaia 8,75 Meter groß Pin. Bei einem solchen Maßstabe wird die Herstellung des Monuments für die Summe von 250,003 Thaler« zu ermögliche« sei«. Ja Folge dieser Mittheilung hat das größere domifé i« Uebereinstimmung - mit dem Gutachten der Jury «ach einge­hender Berathung folgende Beschlüsse Maßt: 1) den Entwurf des Professor, Schilling, zur Ausführung zu bringen; 2) die Beschaffung der über den vorhandenen Bestand von etwa 80,000 Thalern «och erforderlichen Geldmittel mit aller Kraft zu betreibe« und mit der Ausführung der Herstellung und Errichtung des Denkmals und der hierzu nothwendig werden­den Maßnahmen de» geschäftlichen Ausschuß zu betraue«.

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Ars» des Nähe.

* Gießen, 1. Mai. Ein friedlicher Familienvater von Gleiberg, wAcher .«tt. Frau und Kind de« Krämermarkt be­sucht hatte, wurde mitten auf der-Straße ohne alle Veranlas­sung vo« einem 21jihrigen Burschen aus Odenhausen, Steifes Wetzlar, stberfall« und erhielt einen mit voller Kraft auSge- fL^t« Stockschlag auf bla Kopf, schaß' dar Blut spritzte und der^ Stock zerbrach. Zwei alsbald auf dem Platze erschienene Poltzeidieuer packte« den Unmensch, der gutwillig nicht gehe» wollte, sich zur Erde «iederlegte, um sich schlug und trat und dabei schrie und tobte und brachte, ihn mittelst Anwendung großer G-wrlt auf das Polizei-Büreau. Der Auftritt lockte eine große Menschmmasir zusammen, welche dem TranSpsrte bis vor das R-gieruugSgebSude folgte, dir aber sehr bald aus- einanbergetrieben wurde.

der Grundstein de/ Küegndmkmä Welchs SR J nnter großen Festlichkeiten enthüllt werden wird, gelegt. Sämmtliche Krieger, der größte Theil der Gemeinde und die Schuljugend war dabei anwesend. Pfarrvicar Orth hielt die Wechrede, in der er in warmen, patriotisch« Wort« die Be­deutung dieser Handlung darlegte, und er schloß seine Aa- spräche mit einem Hoch auf Kaiser, Strich und Heer, in wel­ches freudig die Menge einstimmte. Die Krieger, welche M mit Gewehren etngefunben hatte«, gaben während des Hoch,«fen» eitle Ehrensalve.