Intelligenz-Blatt
der Stadt Frankfurt a. M.,
verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition am H. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
No. 86 Dienstag den 14. April »874.
Ue-erblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, den 14 April. Die für die arbeitende» BevölkerungSklassen, namentlich in fabrikreiche» Gegenden. so überaus wichtige Angelegenheit der Kleinkinder« und Warteschulen, soll möglichst durch die Behörden gefördert werde», da die Fürsorge für die arbeitende Bevölkerung kaum auf irgend einem anderen Gebiete so segensreiche Erfolge erziele» kaun, als durch Begründung solcher Anstalten, in «el- 6t» die Kinder in vorschulpfl-chtigem Alter, während ihre
durch Begründung solcher Anstalten, in Velin vorschulpfl-chtigem Alter, während ihre Eltern der Arbeit nachgehen, nicht nur beaufsichtigt, sonder» auch sittlich und geistig gehoben und entwickelt werdeo. Deß- 1 halb sollen auch da, wo eS au solchen Anstalten fehlt, zur Begründung derselbe« die Beamten und Lehrer die Hand bieten und ersucht werden, zu diesem Zwecke die erste» emleiten« den Schritte zu thu». Mit Recht wird eine solche Thätigkeit alS ei» Fortschritt auf dem Gebiete der Culturarbeit bezeich« . net. — Die AmtsalterSzulage« für BolkSschul«!
_____ —______________________ ,„. ------|_..jl * Hanau, 9. April. Dieser Tage Nachmittags tagte lehr er werden für dieses Jahr de» BezirkSregierungen wohl in dem kleine» Saale der »Centralhalle" die von 50 bis bald zur Verfügung gestellt werde»; doch wird bet AuSzah- t0 Theilnehmern besucht« Kreislehrer-Conferenz.
lu»g derselben da» AmtSalter immer «ur von der wirklichen _ Heidelberg, im April. Hinsichtlich Der von einige« Anstellung im öffentlichen Bolkslehramte berechnet werdm, so Seite« befürwortete» Restauration deS Heidelberger Schlosses daß die in Privatverhältuisse« verbrachte Thätigkeit nicht in trifft das «mpetente Fachblatt, die »Zeitschrift für bildende Anrechnung kommt. — Durch eine am 1. dS. Mts. ergangene Kunst in ihrer neuesten Nummer gewiß das Richttge, wen« Verfügung der Justiz-Ministers ist die Zuständigkeit | sie schreibt: »Wir möchten uns daher begnügen, wenn für die der AppellationSgerichiS-Prästdente», des Präsidenten des Ap« Conservrrung der architektonisch werthvollen Theile der Ruine prllhofS uud der General-ProcuratorS in KSla, der Präsides« ona*c-—'---'“"...... ' " '
te» der AppellationSgerichte in Frankfort am Main u. L w. hinsichtlich der Grundstücke und Locale der Justiz-Verwaltung erweitert und näher bestimmt. So werden die erwähnten Vorstände der. Provmcial-Jnstizbehöcde ermächtigt, fortan selbstständig Grundstücke oder einzelne Theile derselben, bereu Benutzung zu Zwecken der Justizver- wattaug für den ordnungsmäßigen Geschäftsbetrieb ein« schlreßltch des GefängvißdiensteS erforderlich ist, zu miethe» oder zu pachte», beziedunasweise die beiüaliLm Bertrâa«
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B»6 des GefängvißdievsteS erforderlich ist, zu miethe» zu pachte», beziehungsweise die bezügliche« Verträge zu . lgen und das zur Ausführung derselben Erforderliche avzuordnen. — Das Ober-Tribunal hat durch Er- ktnMviß zu § 263 des Strafgesetzbuch« folgenden Grundsatz ausgestellt: Der zum Abschluß eines Kaufvertrags Bevollmächtigte, welcher mit dem Verkäufer zum Schein einen höher» als den »m diesem zu zahlenden Kaufpreis vereinbart und sich den Den dem Auftraggeber gezahlten Ueberschuß als
, GrSuderlob« ««eignet, fügt diesem eine dem Thatbestand deS Betrugs erfüllende Bermögensbeschädigusa zu. — Ueber die Verrechnung der Porto-A«Sgaben ist sämmtlichen Justizbehörde« eine Verfügung vom 18. v. M. zugegangen, worin sie darauf aufmerksam gemacht werden, daß in de« ! Staatshaushaltetat für 1874 ein eigenes Capitel für »Porto und Auslagen für Postsendungen und Postbestellungen" auf« gestellt ist und demgemäß vom 1. Januar d. I ab alle Ausgaben a« Porto Einschließlich der Psstfreimarken) und Auslage« für Postsendungen und Postbestellungen bei dem bezeichneten Rechnung-titel zu verrechnen sind, so daß Aufwendungen der bezeichnete« Art um in so weit fortau noch bei anderen Titeln zur Verrechnung gelangen dürfen, als darunter »Postvorschüsse" enthalten sind, rücksichtlich deren eS bei de« älteren dieSfälligrn Verfügungen bewendet.
A«s der Nähe.:
I alle erfsrdkNichen Vtzßregel« getroffen werden. Zu einer ausgedehnten Wiederherstellung rathen wir nicht.
_ 5 München, dm 9. Aprill Die Leiche des Herrn von Kaulbach ist fett gestern tm Leichenhause der südlichen Friedhofs beigesetzt. Au de« Fenster recht» von der Thüre, durch | welche man m den ersten Leichensaal tritt, ist der Sara ausgestellt, in welche« die Hülle deS Verblichenen ruht. Leiche und Sarg sind von einer Blumenfülle ohne Gleiche» derart überdeckt, daß «ur das auf eise« weiße« «tlaskiflen ruhende $Ä 2? ?len Todten sichtbar wird. Hinter dem Sarge erhebt sich fast bis zur Saaldecke eine blühende und grünende Wand der herrlichste« Blume« und vielgestaltigsten Blätter. $M Publikum ströutt sehr zahreich auf den Friedhof, um den todten Meister, bevor er der Grabesruhe übergeben wird, noch einmal zu sehe«.