Intelligenz-Blatt
der Stadt Frankfurt a. M.,
verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition am H. Gseistp^örtchen, Schlachthausgasse 21.)
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No. 84 Samstag den 11. April 1874.
Rtderblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, den 11. April. Im Reichskanzleramt ist jetzt der Gesetzentwurf betreffend die Abänderung bei Artikel 15 der Müu »gesetzes vom 9. Juli 1873 fertig gestellt Md dieser Gesetzentwurf dem Reichstage übersendet worden. Der Artikel 15 des Münzgesetzes bandelt bekanntlich von der Annahme der einzelnen Landes-Gold- und Sllbermüvze» all Zahlung bis zu deren Nußercsurèsrtzung. — Seiten- des Reichs kanzleramt-S ist dem Reichstage die schriftliche Bensch« richtigung zugegangen, daß den Beschlüsse« bei letzteren. das Stcafverfayren gegen die Abgeordneten Most und Ha seu- clever während der Dauer her gegenwärtigen R-ichèiags- Eissto« zu sistiren, Folge gegeben worden ist. — Wie man aul Berlin schreibt, sind in der Woche vom 15.—21.März 1874- geprägt, worden an Goldmünze«: 819,369,060 Mark LO-Markstücke; 202,16-5,750 Mark lO-Marksiücke; an Gilbermünzen: 9,9'4,486 Mark 1-Martstücke; 3,717,038 69 Pf. 20-Pfenuigstücke; an Nickelmünzt«: 1,233,782 Mark 80 Pf. 10 Pfennigstücke; an Kupfermünzen: 208 495 Mark SO Pf. 2-Pfesnigstücke;- 47,0,7 Mark 70 Pf. I-Pfeuniqüücke. Barber waren geprägt: an Goldmüuzeu: 819,369,060 Mark 20-Markstück-, 202,166,760 Mark 10* Markstücke; an Silbermünzrn: 9,0 i 6,138 Mark 1-Markstücke, 3 483,301 Mark 60 Pf. 20 Pfennigstücke; an Nickckmüuzen: IL!,6O7 Mark 20 Pf. 10-Pfrusizstücks; au Kupfermünzen: 191,261 Mark 44 Pf. 2-Pfenmgstücke. 44,174 Mark 72 Pf. 1-Pf«n»igstSckr. Mithin stad im Ganzen geprägt: an Goldmünzen: 1,021,525,810 Mark; an Sildermünze«: 13,631,524 Mark 60 Pf.; an Nickelmünzen: 255 582 Mark 90 Pf. — Wie «au vernimmt, hat sich die Commisstou, welche die Methode der Inangriffnahme bei deutschen bürgerlichen GesetzbucheS beräth, dahin schlüssig gemacht, daß keines der bis jetzt in Deutschland bestehenden Gesetzbücher zu Grunde zu legen sei. Ein Antrag, das sächsische Gesetzbuch zu Grunde zu legen, ist «och besonder^abgrlehut worden. Es wird also wobl nur übrig bleiben, das sogenannte gemeine rüAisch-deutsche Recht zu Grunde zu legen. Hinsichtlich des EherechtS soll die Absicht bestehen, den Gewohnheiten der einzelnen Länder so viel Rücksicht als möglich zu gewähre« ^d werter die in Deutschland bestehende» drei hauptsächlichen AMkme-das Dotalsystem, die Gütergemeinschaft und das in Suddeutschland hauptsächlich in Geltung stehende Errungen-
, schaftSsystem für die Berathung neben einander hergehen zu lasse». — Wa» el mit der Nachricht für eine Brwandniß hat, dcß die bayerische Regierung dem rusrmwentreteu- den Landtage eine Art der preußischen Civilftands- Gesetzes gehaltene Vorlage machen wolle, um die Eiu- führung bei im Reichstag angenommenen Entwurfs abzu- fchnride», ist noch immer urzweifelhaft. ES ist auch nicht anzunehmen, daß sich für einen solchen Plan in der Kammer eine Mehrheit finde« würde. Wenigste«» berechtigt nichts i« der Haltung Her ctericalen bayerischen Presse, noch auch irrend eine Aeußerung aus Ve» leitenden ultrskatholisches Steifen zu d-r Vermuthung, daß man sich eventuell entschließe» »erbe, lieber mit seinem Ja ein bayerisches Civil« mMg^Ä* "-
Miss dèr Nähe.
* WierbaHe», 10. April. Bischof Dr. Blum von LiÄbU"g ist vom AppellationSgebicht unter Aufhebung bei freisprechenden Urtheils bei KreiSgerichtS zu Limburg vom 4. Februar wèM.^ Aastelluya der Pfarrer» Habe« vo« Bsllduinstri« zu einer Geldbuße von 200 Thlr. oder 2 Mo- «aicu Gefäagü ß' oerurtheilt worden.
* Fulda, de« 7. April. Die Nichtigkeitsbeschwerde b’l Hsarrer» S. Helfrich zu Dipperz unb bei Domcaplans M. Weber dahier gegen dat versrtheileade Srkenntnisi hiesige» 5kreiSgerichtS, Zuwiderhandlungen gegen die Mai-Gesetze detr., ist birch Urtheil des OberappellationSgerichts in Berlin vom 21. c. zurückge wiese« worden.
* Straßburg, 9. Avril. Am 5, bl. verunglückte der frühere Geueral-Jnspeetor der Bergbauwestnr, de Billy. Soh« des bei Jena gefallenen Generallieutenant« Ludwig de Billy, auf der Gsmbah« zwischen Lys« und Dijo«. D-r von Lyon tosmenbe Expreßzug stieß fünf Ailoneter vo r Dijon auf einen Güterzug, der in Folge einer Beschädig»«« seiner Maschine auf der Bahn Hatt gemacht hatte. Mit Herr» de Billy, dem zwei Rippe» eingedrückt eingedrückt wurden, worauf er sofort verschied, kam auch ein Schiffner ums Leben. Sechs Angestellte erhielte» leichte Quetschungen; der Locomotivfâhrer, der Heizer und der Zugführer wurden verwundet.