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Intelligenz-Blatt der Stadt Frankfurt a. M., verbunden mit den Frankfurter Nach richten als Extrabeilage.

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(Expeditton am h. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

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No. 81 Mittwoch den 8. April 1874.

Utberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 7.April. Anläßlich deSCoutractbruch- aesetzeS hat der bleibende Ausschuß des deutsche« Handels- tageS einen Bericht86er die Arbeitseinstellungen in Deutsch­land" zusammeugcstellt, dem wir folgende Angabe« entnehmen: ES liegt ein Material über 211 Arbeitseinstellungen vor. und zwar kommen davon 153 auf Großindustrielle und 58 auf Handwerk!mäßig betriebene Gewerbe. Unter den bei der Groß­industrie ansaebrochensu Strikes zeigt die Weberei die höchste Ziffer. Dieser Industriezweig zähltnicht Weniger als 39 EinsttHungen, unter ihnen waren 15 mit Contra ctbruch be­gleitet. Dann erscheint die Maschinenbau- und Metsllmdustrie mit 29 EtrikeS, darunter 7 mit Contractbrrrch; ihnen zunächst steht die mit Herstellung von Nahrungsmitteln beschäftigte Industrie, dieselbe weist 32 bezw. 7 Strikes auf. Berg- und Hütteuba« zeigt 15 StrikeS, aber die relativ stärkste Zahl von ContractbrScheu, nämlich ü. Eissubshubedarf- und Wagen- industrie, ferner Buchdruckereien mit je 10 Strikes; unter ihnen find die absolut und relativ geringsten Contractbrüche aufzuzählm, nämlich 3, bezw. 2.Diverse Industrie" wie der Bericht sagt, weisen 28 Strikes auf, darunter 6 contrakt­brüchige wenn dieses Eigenschaftswort erlaubt ist. Das Verhältniß der nach Ablauf der gesetzlichen Kündigungsfrist auSgebrochenen Arbeitseinstellungen zu den durch Csntract« brnch erschwerten, beläuft sich hiernach auf über 60 Procent. Don den nach 58 bei den handwerksmäßig betriebene« Gewerben vorgekommeue« StrikeS ist das Bauhsndwerk mit 30 bezw. 6, das Schneidergewerbe mit 10 bezw. 1, das Schuhmacher- gewerbe mit 8 Arbeitseinstellvugen vertreten; letzteres ist überall vollkommen lsyrl vorgegangen.Diverse Gewerbe" zeigen 10 zbezw. 1) StrikeS. Hierbei stellt sich in Bezug auf das Vorkommen von Contractbrüchen ein ungleich günstigeres Verhältniß heraus, als bei de» in erster Rubrik genannten; We illoyalen Strikes betragen hierbei nur 11 Procent. Allein ~ fügt der Bericht hinzu deS CoutraetbruchS, bezw. der Verletzung der Kündigungsfrist, machten sich nicht selten auch nur einzelne Arbeiter schuldig, während die große Masse der o» einem Gtrikr theilnehmenden Arbeiter ihren Verpflichtungen nachgekommen waren.

HM der Stähr.

"Frankfurt, 7. April. Bezüglich des am 4. d. MtS. Nachmittags zwischen 3 und 4 Uhr hierselbst im 3. Stock deS am Domplatz belegene» Hauses in der Wohnung der Privatiers Bornschlegel a« dessen 62jährigen Nichte. Fräulcin Kath. Frey, von bis jetzt unbekannter Hand verübten Raubmordes, ist eine polizeiliche Bekanntmachung e lassen, der zufolge bei dem Ver­brechen auS einem mit Gewalt geöffneten Sekretair folgende Gelder geraubt wurden: 1050 fl. in Frankfurter Vankscheine» und zwar: ein Schein zu 500 fl., mehrere zu 100 fl., im klebrigen Zeha-Guloenscheine, vier Zwanzig-Markikücke, rin Frankfurter Dukaten, Zwölf Guidenstücke, Km Thalerstnck. Auf die Entdeckung des oder der Thäter ist Seitens der An- gehörigen der Erschlagenen eine Belohnung von 500 fl., sowie von der König!. Regierung eine Belohnung von 100 Thaler» gesetzt. Zugleich ist aufg fordert, alle irgend bezüglichen, selbst unbedeutende Umstände, die etwa zu Er­mittelungen führen könnten, schleunigst der Polizei-Behörde für die im Gange befindliche Untersuchung mitzutheilen. Es ist anzunehme», daß die That von zwei Personen ausgeführt worden ist, sowie, daß die Thäter oder einer derselben au Hände« und Kleidern Blutspuren davon getragen habe. Zur Verübung der That ist vermuthlich ein schweres, scharfkantiges Instrument, Hammer oder Beil, gebraucht, ein solches oder ei« anderes zur Ausführung der That geeignetes Instrument, indeffe« nicht aufgtfanbei worden.

* Hanau, 8. April. Dem Vrruehmen «ach, findet diesen Spät-Sommer in hiesiger Gegend ein Korps-Manöver statt.

"Bo» Urselbach 4. April. Die frühere Klotz'sche Fabrik wird von ihrem dermaligen Befitzer Herrn Pirard zu einer großartige« Papierfabrik eingerichtet.

* Crouberg, 4. April. Durch Verfügung 6?8 Finanz­ministeriums ist das Rentamt des bisherigen Bezirks Cron- rerg, die Aemter Homburg und Königstein umschließend, mit dem Amt Höchst zu einem ReutamtSbezir! zusaMmengelegt worben, der feinen Sitz zu Höchst hat.

* Soden, 3. April. Dieser Tage hatten wir den ersten allkatholischen Gottesdienst. Ja dem benachbarten Höchst ist eine altkatholische Gemeinde in der Bildung begriffen.

* Darmstadt, den 1. April. Der Versnchèbrunnen bei Griesheim ist durch den s. Z. erfolgten Einsturz, wie sich nun­mehr herausstellt, unbrauchbar geworden und soll in geringer Entfernung von demselben ein neuer Brunnen ««gelegt werden,