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rathschlagen. Dann kamen sie plötzlich nach, begannen eines Wortwechsel mit Hirschmann, fielen über chn her, mißhandelten ihn, warfen ihp zu Boden, schleiften ihn über die Straße, ließen ihn dort liegen und entfernten sich in der Richtung nach Niederrad. Hirschmann, welcher schon vorher derHeusshn mitgetheilt, daß die Niederräder ihm feindlich gesinnt seien, hatte nach dem Verlust s ines Messers einen Stein in sein Sacktuch gelegt, womit er sich gewehrt zu haben scheint. Die Heusohn hatte vergebens um Schonung für ihn gefleht. Während er zu Boden lag, kam plötzlich Keil von Sachsenhausen her und rief dem Hirschmann zu: „Hab' ich Dich jetzt!' Die Heusohn suchte auch jetzt wieder angeblich zu vermitteln. Hirschmann war, als Keil auf ihn eindrang, kräftig aufgesprungen und Beide umfaßten sich jetzt. Plötzlich fiel Hirschmann mit den Worten: „Ich bin gestochen" zu Boden, wo tt unter dem beständigen Rufe: „Mein Blu l mein Blut!' liegen blieb. Keil entfernte sich eiligst. Von Perionen, welche die Heusohn zu Hülfe gerufen hatte, wurde Hirschmann zum Assistenz-Chirurgen Kohl und von da in das heil. Geistspital gebracht, wo er schon am nächsten Morgen um 9 Uhr starb. Die Legalsection ergab eine absolut tödtliche, zwei Centimeter breite Wunde, welche die vordere Wand des Mag ns durchbohrt und die Schleimhaut der hinter n Magenwand verletzt hatte. Eine vorgefundene zweite Wunde steht zwar nicht in ursächlichem Zusammenhang mit dem Tode, hätte aber im Verlaufe der Zeit tödtlich werden können. Kül gesteht zu, mit seinem Schuh sachermesser de« Hirschmann einen Stich versetzt zu haben, wll aber nicht wissen, an welchem Körp-r- theil er ihn getroffen habe. Er behauptet auch in Nothwehr gewesen zu sein. Auf dem Rückwege nach Sachsenhausen habe er ein Geschrei gehört und sei darauf hin umgekehrt. Er habe den Hirschmann mit der Heusohn allein gefunden. Hirschmann habe ihn sofort an die Gurgel gepackt, und er habe sich desselben nicht anders erwehren können, als inbem er sein Taschenmesser zog und ihm einen Stich versetzte. Diese Angaben w-rden aber durch die Heusohn wiederlegt und sprechen auch gegen seine Behauptung, daß er sich in Nothwehr besundn habe. Er will nur einmal gestochen haben, hat also unzweifelhaft den tödtlichen Streich geführt. Wenn Hirschmann von den anderen Gesellen (de es in Abrede stellen) ebenfalls gestochen worden wäre, hätte er nicht bei Keil's Annäherung aufspringen und sich gegen d-nselben wehren können. Die Wunden entsprechen vollkommen dem scharfge- schliffeuen zweischneidiges SLuhmachermesser des Keil. Hiernach wird er angellagt: Am 7. Dezember 1873 auf dem Wege von Sachsenha sen nach Niederrad, dem Schuhmacher- gesellen Hirschmann durch einen Messerstich vorsätzlich an seinem Körper verletzt zu haben, dergestalt, daß durch diese Körperverletzung der Tod des Verletzten verursacht wurde; — Verbrechen gegen §§ 223 und 224 des Strafgesetzbuches, — Keil ist bereits wegen Körperverletzung des OrtSdienerS zu Niederrad mittelst eines Mefferstihs mit 3 Monaten Gefängniß bestraft. Es sind 11 Zeugen geladen, darunter die Phisici Dr. Kloß und Dr. Bagge.
Keil wurde von den Geschworenen als schuldig, ohne mildernde Umstände, erkannt und zu 31/. Jahren Gefängniß verurtheilt.
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(Mittwoch de« 18 März.)
In ter heutigen Bssisensitz ung wurde die Anklage gegen Caspar Keil, Schuhmachergeselle von Aphoven (Amt Schönfeld in Mil elfrauk-n), wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg verhandelt. Als Geschworene fungirèm die Herren Zimmer, Enders, Bauer, Albrecht, Ullmann, Schädel, A. Boltz sm., Kaufmann, Immanuel, Tausend, Dietze und Greb.
Der Schuhmachergeselle Johann Samuel Hirschmann aus Zirndorf in Bayern, welcher bei dem Schuhmacher Sonntag in Niederrad in Arbeit stand, hatte am Sonntag den 7. D-z v. J. mit Caroline Heusch u, mit welcher er ein Verhältniß unterhielt und mit den Schuhmachergesellen Reusch und Gies mehrere Wirthslokale in Sachsenhausen und zuletzt das Umpfen« bach'sche an der Oppenheimer Landstraße besucht. Sie trafen dort Keil 'it den Schuhmacherges llen Hartmann, Dormann und Trunk aus Niederrab; es fand aber zwischen beiden Parteien kein Verkehr oder Streit statt. Als Hirschmann mit seiner Begleitung gegen 9 Uhr weggehen wollte, baten ihn die Niederräder freundschaftlich, noch zu warten, da sie mit nach Hause sehen wollten. Hirschmann und seine Begleitung verließen aber das Lokal kurz vor den anderen. Er war ziemlich stark angetrunken und mußte zeitweise geführt werden. Er verlor sein Messer, das erst später von Reusch gefunden wurde. Dieser und Giese trennten sich nun von Hirschmann
und den Niederräder 4 Schuhmacheraeseim, die inzwischen Stadt-Theater.
nachgekommen waren. Ob Keil damals bei ihnen wir, weiß Donnerstag, den 19. März 1874: „Der Königslieutenant'. bw Heuschn nicht bestimmt zu sagm, wie sie aussagt, blieben! Romantisches Zeitbild aus GSthr's Jugèvd in 4 Acta die âeserräoec eine Strecke zurück, anscheinend um zu be-! von C. Gutzkow. Abonnement-Vorstellung Nr. 95.