Znielligenz-Blatt
dtt Stadt Frankfurt a. M.,
verbunden mit den Nra«kf«rt»r Nachrichten als Extrabeilage.
(Expeditton am h. Geistpförtche», Schlachthausgasse 21.)
No. 66 Donnerstag den 19, März 1874.
AeberdUck Ler Ereignisse im Gebiete Ler politischen «nL materiellen Interessen.
Frankfurt, 19. März. Da» Ereigniß des Tages ist selbstverständlich die Abstimmung in der Militär-Commission. Die .entscheidende Sitzung" hat noch keine Entscheidung oe- bracht. So bedanrrlich es vom Standpunkte der wünscheuS- werthen Erledigung der wichtige« Aufgabe sein mag, daß ein Schluß über § 1 noch nicht zu Stande gekommen ist, so darf man doch in den Motiven dieses uegstiv-n Resultats auf Seiten der entscheidenden Fraktion eine« neuen Grund für die Zuversicht finden, daß die Berständigung möglich und wahrschtinlich bleibt. Es ist jedenfalls besser, daß die Mehrheit sich und ihre Gesinnungsgenossen nicht durch ein voreiliges Votum im Gegensatz zn der Regierung gewissermaßen gebunden hat. Hoffentlich wird bis zur Schlußlesung in der Commission oder im Reichstag selbst der Boden für die endgültige Feststellung gefunden sei«. Unmöglich kann aber die Frage der Präsenzstärke in der Luft HL-gen bleiben.
Die S«cyelica des Papstes an die österreichische Bischöfe ist in mannigfacher Weise interessant und bedeutsam. Wenn auch in ihr erklärt wird, die kirchliche» Gesetz-Eatwürfe Oesterreichs seien im Vergleich mit den preußischen Kirchen- gesetzen gemäßigt, so wird doch zugestande», daß beide von demselben Geiste eiugegeb-n sind. Der Papst also constatirt, daß eine katholische Regierung einer fast ausschließlich katholische» Staates dieselbe Ziele verfolgt, wie die Regierung des überwiegend protestantischen Preußens. Diese Gemeinsamkeit der Ueberzeugung wird doch wohl eines triftige« Grund haben. Bemerkenswerth ist auch daß die .Germania" jetzt durch den Mund des für sie kompetentesten Manne» in ihrer ueulichen Ansicht wiederlegt wird, daß er durchaus ««berechtigt sei, eine Parallelistrrmg der Sirchengesetzgebung Oesterreich» und Preußens in bebauvte«.
Der k. Finanz-Minister hat die Direktoren derForst- Academie zu Neustadt-Eberswalde und Münster und außerdem einige Forstbehörden veranlaßt, die Ausstellung in Bremen mit geeigneten forstlichen Gegenständen za beschicke». Durch diese Maßnahme werde» Forstwirthschaft und Jagd »icht allein in ihrer theoretische«, sondern auch praktische« Seite auf der Ausstellung vertrete» sei». Was speciell die Repräsentation der Jagd betrifft, so wird dazu selbst Afrika sein Co«ti«ge»t stellen. Herr Ed. Mohr auS Breme« hat sich bereit erklärt, seine berühmten afrikanischen Jagd-Trophäe»,
Büchsen, Gewehre und sonstige Geräthschafte» in der Autstel-
in letzterer Zeit bei den große« Jagden in der Göhrde und bei Springe benutzt worden ist, auf der An-stellnng zur Ansicht komme».
Aus der Nähe.
* Mainz, 15. März. Seit langen Jahren sollte heute Nacht unsere Stadt ein größere» Braud Unglück erlebe«. Ei« in der Schäfer'sche» Dampfmühle «nd Brodfabrik, wahrscheinlich schor, kurz nach Mittersacht im unteren Raume auSge
emeni
brochener, aber ei fähig gewordener aanz bi» auf des Grund Md sieben augrenzende Häuser zum Theil. Die Anstrengungen der hiesigen Feuerwehr, jener der LudwigS-Eiseubahs und einiger Orte, sowie einer große« mit ArbeitSgeräthea herbeigeeUten Abtheilung des preußischen Piosier-Bat-illoü- wurden zum Theil erschwert durch Wassermangel, theils vereitelt durch einen lebhafte» Westwind. Leider ist auch der Verlust boa Menschenleben zu beklagen. Während sich der größte Theil de» Arbeiterpersonals der Fabrik »ur mit Noth durch Herabspringe» aus den obere« Stockwerken zu retten vermochte, find eine Dienstmagd und der Hausbursche in den Flamm«, umgekomme«, so daß jede Spur von ihm» fehlt; ebenso wird bi» jetzt die Schwester der Besitzers vermißt; dieselbe scheint da» gleiche LooS betroffen zu habe». Auch der Schaden an verbrannte« Mobiliar,
* Mainz, den 16. März. Vom 1. Mai ab wird da» .Mainzer Tage«." als Organ der Fortschrittspartei erscheine». Dasselbe wurde von dieser «»gekauft.
* Leipzig, 16. März. Sestern verschied hier die Wittwe Robert Blum'S. Eugenie, geb. Günther. Sie war geboren am 13. Februar 1810 in P e« i g in Sachsen, heirathete 1840 den damaligen Mheakr-Casstrer Robert Blum in Leipzig und ging, nach dem gewaltsame» Tode desselben, mit ihre» Kinder« nach Beru, kchrte 1865 nach Leipzig zurück und lebte hier, mit Ausnahme eines emjähngea Aufent- " ° rch ein Luugenleiden
herbeigeführten Tode.
Halter in Nord-Amerika, bis zu ihrem durch und zunehmende Alte -schwäche s - - —