In eiligen; Blatt der Stadt Frallkftrt a. M, verbunden mit den Frattkfttlrtsr Nachricht«« als Extrabeilage.
(Expedition am h. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
No. 63 Samstag de« 14 März 1874.
UeberbUck der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 14. März. Die wichtigste Arbeit des Reichstage», die Berathung des ReichS-Militärgesetzes, wird einstweilen noch im Schooße einer Kommission vorbereitet ; nach den Mittheilungen, welche darüber in die Oeffentlichkeit bringen, ist die Beschlnßuahme noch nicht bis zu den entscheidenden Punkten der Borlage gelangt.
Aus der Verzögerung der Entscheidung und au» den a«- i scheinenden Ursachen derselben find je länger je mehr Zweifel in Bezug auf daS Gelingen der bedeutsamen Aufgabe her« Set worden, und bereits meinen die Widersacher^ der spolitik sich der Hoffnung hingehen zu dürfen, daß die Befestigung der Reichseinrichtungen auf einem der wichtigste» Gebiete au dem inneren Zwiespalt der Reichsgewaiten scheitern werde.
Man darf jedoch zu der Kraft und Energie gemeinsamen patriotischen Wollens und Strebens, welches die Mehrheit des Reichstags mit der R-giernug verknüpft, bessere Zuversicht hegen, als daß sie durch jene vorläufige Anzeichen und Aus- strmungm wankend gemacht werde« könnte.
Die Reich«regierung ist sich bewußt, mit der Vorlegung des wichtigen Gesetze» lediglich die Bestimmungen der RetchS- verfassung der endgültigen Erfüllung entgegenzuführen und in Betreff aller wesentlichen Grundlagen des Gesetzes auf dem Boden zu stehen, welcher durch die Verfassung bereits sanktio- nirt und gesichert ist. Sie ist sich ferner bewußt, an die BolkSkraft keine größere Anforderungen zu stellen, als sie durch die höchsten vaterländischen Interessen, durch die Fürsorge für den Schutz und den dauernden Frieden deS Reiches unbedingt geböte« sind.
Die Regierung weiß ««dererseits, daß sie es mit einer Reich-Vertretung zu thun hat, welche in ihrer entschiedenen Mehrheit dieselben Ziele nationaler Politik festhält, welche bereit ist, die bloßen Parteibestrebungen de» entscheidenden Gesichtspunkten der nationalen Wohlfahrt unterzuordnes unb Kelche der bewährten Erfahrung vnv Gewissenhaftigkeit der Sännet an der Spitze der Reiches willig Vertrau?« schenkt.
_ Wenn daher auch in den vorläufigen Berathungen die Meinungen über die Form, in welcher dar gemeinsame Streben zur Verwirklichung und dauernden Sicherung gelan- M soll noch auseinander gehen, so wird doch die tiefe Mereinstimmung über da» nationale Bedürfniß , und das
gegenseitige Vertraue« zwischen Regiermg und Reichstag sicherlich die Wege zur endgültigen Vereinbarung finden
Der nationale Geist, auS welchem die Mehrheit der Reichstages hervorgegangen ist, wird sich, wie die Regierung fest vertrant, beider Lösung der wichtigsten nationalen Aufgabe siegreich beweisen und alle Hoffnungen der Gegner der Reichs zu Schanden machen.
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««S der Nähe.
* Wiesbaden, 13. März. Die von der Nassauische« Fischerei-Gesellschaft dahier an Lord Russel in London abgeschickte größere Send«», lebe aber rother Ocfeu, ist am Frei- tag Abend nach einer stürmischen Uâfahrt glücklich an ihrem Bestimmungsorte angelangt, ohne daß ei« Stück dieser seltenen Fische auf der Reise umgekommen war. Die Vorzüglichkeit der rothe« Orfen al» gesunde und wohlschmeckende Speise wi d immer mehr anerkannt, so daß dem Vernchmen nach, den LieferungSauftrâge« von der Hiesige« Fffcherrigefellfchaft kaum mehr entsprochen werden tmm.
* Würzburg, ?3 März. Der Andrang zn der laud- wirthschaftlichen Winterschule tn Würzburg war auch in de« gegenwärtig'« Winter wieder so groß, daß 21 Anmeldungen nicht mrhr berücksichtigt werden konnten, weil dir anwesenden 96 Schüler die Schullokalitäte« bereits füllen.
* Kissingen, 12. März. Die k. Kurhäuser zu Bocktet und Kissingen so wie der Verschleiß der Mineralwasser von Bocklet, Kissingen und Brückenau sind für daS Jahr 1875 an die bisherigen Pächter vom Staate wieder vergebe« worden.
* Frankenthal, 12, März. Dem Vernehme« nach, haben die hiesigen Altkatholiken bei deut k Bezirksamts um Befreiung von den katholisch«» Kulturumlagen nachgesucht, wurden ober am 20. Oktober abschlägig beschiedr«. Gegen diesen Beschluß wurde Rehrs a«>ie k. Regierung ergriffen. Eine Antwort hierauf soll nicht Dolgt sei«.
* Lohr, 12. März. Wie der „Lohr. Auz." vernimmt, atm Laufe diese» Spätsommer» eine Ausstellung mit loosung industrieller, gewerblicher und landwirthschaft- licher Erzeugnisse dahier veranstaltet werde«.