Intelligenz-Blatt
der Stadt Frankfurt a. M.,
verbunden mit den Frank für ter Nachrichte« als Extrabeilage.
(Expedition am h. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
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No. 58 Dienstag den 10. März 1874.
Überblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
'Frankfurt, 10. März. In einem Artikel über die Situation in Spanien bemerkt die „Times", daß der politische Wechsel der soeben in Spanien stattgefuudeu habe, Lugivscheiultch ein Schritt zur Bildung der Regierung-gewalt rach srauzösischem Muster sei. Marschall Serrano überlasse nun dein General Zabala den ersten Platz im Sattinet und werde t$ in Zukunft behandeln wie Einer, der außerhalb derselbe» und über demselben stehe, und sich durch besten Rath nicht nüthwendigerweise für gebunden halte. Da noch keine Cortes kxistirev, fei seine Autorität loyal unzweifelhaft und bedürfe nur der Unterstützung der Armee und der Fügung der Nation, um wirksam dir töchire zu fein. Eine solche politische Lage" - fährt das Eichblatt fort — „mag empfindliche patriotische Männer, wenn er solche in Spanien noch gibt, wohl LäsLn, aber wir sind gezwungen, zu sagen, daß sie zum Behufe des LarlistenlkirgeS das beste Arrangement ist, doS getroffen werden könwe. Der Carlistenkcieg muß nun, da die Jvtron- srge^ten gestürzt sind, die ganze Kraft des Staates in Anspruch mhmm. Die vollständige Ausrottung des Uebels muß ein Werk der Zeit sei«. Es ist eine Krankheit, die den politischen Äürpet nicht wirklich tödtet aber erschöpft. Die Carlisteu machen keine wirkliche« Fortschritte in der Eroberung Spaniens. Eire kräftige Regierung und ein fähiger General mögen sie in einem Feldzuge zerrrümmern, aber mit einer solchen Führung militarisier Angelegenheiten, die wir bislang gesehen haben, ist Lin Grund vorhanden, warum der Krieg sich nicht, wie der kubanische Aufstand, jahrelang hinschleppen sollte."
Aus der Nähe.
Hanau, 9. März Dieser Tage Nachmittag» stürzte bei Schlüchtern der Hâlfsbremsec Oelers, wahrscheinlich von Schwindel erfaßt, von einem im Fahren begriffenen Zug und riub sofort todt.
* Wiesbaden, 7. März. Als die Vater der Stadt neulich über die Anlage eines neuen Friedhofs berathschlagten >■5 einer derselben das nöthige Terrain auf 30 Morgen ver- -»Ichlagte, soll ein Auderer, wie der „Rhein. K." erzählt, d-S
für zu wenig erachtet haben, da mau doch auf jede« Arzt in Wiesbaden eiaen Morgen rechnen müste.
* Düsseldorf, 7. März. ES scheint, daß unsere Stadt bestimmt ist, Ihrer Vaterstadt Frankfurt in Betreff der Ca- nalifation in allem Wesentlichen zu folgen. Den« wie Hr. Ingenieur Lindley mit der Projectiruug und Oberleitung unseres SchwemwsystemS beauftragt, wie Ihr LandSmann, Herr Ingenieur Ebner mit der Specialleitung betraut worden ist, so hat auch gestern Herr Holtzmann aus Frankfurt die Arbeit der zuerst in Angriff zu nehmenden Canalstrecke zugetheilt be - kommen. Auf das hierauf bezügliche Ausschreiben hi« hatte» sich hier vier Unternehmer gemeldet: aus Berlin Herr Aird, aus Frankfurt Herr Franc von Lichtenstein und Herr Ho tz« sann-. Letzterem, als dem Mtudestforderadem, ward die Arbeit zugetheilt.
* Mannheim, 6. März. Wie man hört, haben polizeiliche Erhebungen coustatirt, daß bei dem jetzigen außergewöhnlich niedrigen Wasserstande ungefähr 300 Brunnen kein Master geben. Man beabsichtigt, außerordentliche Maßnahmen, um diesem Uëbelstande zu begegne».
* Stuttgart. 9. März. Nach dem „Schw. M." stad bei einem Brande im Kloster zu Kirchheim 8 Personen verbrannt. Die Ursache der Brandes ist folgende: Es war ein Todter im Hause, bei dem Nachts nach katholischer Sitte gewacht wurde; die Wächter schliefen ein, die L Hter brannten herab und entzündeten ihre Unterlage.
* Trier, 8 März. Bischof Eberhard ist heute Abend um 5 Uhr 5 Min. von dem Lardrath verhaftet und in das hiesige Gefängniß, eingeliefert worden. Der Bischof segnete die herbeigkströmte Menge; eine Ruhestörung ist indeß nicht vor» gekommen
* Kassel, 8. März. Am 3„ 4. und 5. März fand die erste diesjährige Prüfung derjen'ge« jungen Leute statt, welche sich das Recht der einjährigen Dienstzeit im Heere durch eine solche erwerben wollen. Es waren 49 Candidsteu zngelasse»; von bett 48 erschienenen bestanden 2), die übrige« 23 nicht.
* Kassel, 9. März. Die in Herrenbreitung und Drei» hausen stationirtes Pfarrer sind heute entlaste« worden. Damit fino nun sämmtliche Renitenten ausnahmslos und be* fiuitiv ab gesetzt
* Braunschweig, 9. März. Die Landerversammlung genehmigte de« Staatsvertrag mit Preußen über Theilung der Communiongebiete» am Uuterharz. Der Vertrag soll am 1. Januar 1875 in Kraft treten,